Kunstwerk mit Vorwurf an Winston Churchill zurückgezogen

In der National Portrait Gallery in London war monatelang eine Video-Installation zu sehen, die jetzt abgezogen wurde - und zwar von der Künstlerin selbst. Die Turner Prize-Gewinnerin von 2019, Helen Cammock, hatte in ihr aktuelles Werk "The Persistence" eine Referenz auf Winston Churchill eingebaut. Darin wird dem britischen Ex-Premier unterstellt, dass er während seiner Amtszeit 1943 die indische Bevölkerung vorsätzlich aushungern ließ. Zwar gab es damals eine Hungersnot in Bengalen - also in Britisch-Indien - und die Rolle Churchills dabei ist umstritten; den Vorwurf des Aushungerns aber wies eine Gruppe von 50 Unterzeichnenden in einem offenen Brief zurück, wie britische Medien berichten. Die Künstlerin verteidigte ihr Werk zunächst, zog es dann aber zurück und beklagte einen "unglaublichen" Druck. Sie findet es lebensnotwendig für gesunde Gesellschaften, dass Erzählungen hinterfragt werden - und Kunst ist für Cammock dabei ein wesentlicher Bestandteil.