Kunstschaffende bitten Bundesregierung um Aufnahme von Afghanen

Mehr als 50 Prominente und Kunstschaffende haben die Bundesregierung in einem offenen Brief aufgefordert, alle Menschen aus Afghanistan nach Deutschland zu holen, die bereits eine Aufnahmezusage erhalten haben. Rund 1.800 Afghaninnen und Afghanen solle Gerechtigkeit zuteil werden, heißt es in dem Schreiben. Unterschrieben haben unter anderen der Musiker Herbert Grönemeyer, Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, Comedian Hape Kerkeling und der Fernsehmoderator Günther Jauch. Die Afghanen hätten sich nichts zuschulden kommen lassen und auf Deutschland vertraut. Es blieben nur wenige Tage, um zu handeln. Der Brief, der von der Hilfsorganisation Kabul Luftbrücke veröffentlicht wurde, richtet sich an Bundeskanzler Friedrich Merz, Innenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul. Deutschland hatte nach der Machtübernahme der Taliban unter anderem Afghanen eine Aufnahmezusage erteilt, die als Ortskräfte für die Bundeswehr oder andere Institutionen gearbeitet hatten. Die neue Bundesregierung hatte die Aufnahmen allerdings stark eingeschränkt. Hunderte Afghanen warten in Pakistan auf einen Flug nach Deutschland. Die pakistanische Regierung droht damit, sie im neuen Jahr abzuschieben.