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Fazit / Archiv | Beitrag vom 02.10.2018

Kunstprojekt FEUER-WERKAUTOMAT Kollektives Funkensprühen

Malte Bartsch im Gespräch mit Gabi Wuttke

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Feuerwerk des FEUER-WERKAUTOMATs am Nachthimmel am Hamburger Bahnhof in Berlin im Rahmen des Festival of Future Nows am 15.09.2017  (© Foto: David von Becker)
Die Premiere der Installation FEUER-WERKAUTOMAT auf dem Festival of Future Nows 2017 (© Foto: David von Becker)

Am Tag der Einheit ein gemeinschaftlich bestimmtes Feuerwerk sehen - das ist der Hintergedanke des Feuerwerkautomat des Bildenden Künstlers Malte Bartsch. Mit einer Web-App können Interessierte das explosive Kunstwerk mitgestalten.

Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2018 gestaltet Malte Bartsch das Abschlussfeuerwerk des offiziellen Einheitsfestes Berlins. Ab 22 Uhr wird sein Projekt "Feuerwerkautomat" für acht Minuten den Himmel über dem Brandenburger Tor erleuchten. Mitmachen kann man über eine Web-App, über die nicht nur die Reihenfolge der Feuerwerkskörper mitbestimmen werden kann, sondern auch die Platzierung der gewählten Rakete. Die Raketen tragen beispielsweise Namen wie "Goldregen", "Nurmiteuch", "Halbhalb" oder "Ohhhahhh".

Keine Aneinanderreihung von "Goldregen"

Mit einem Pyrotechniker vor Ort wird die Abschlussreihenfolge des Feuerwerks dann einprogrammiert. "Das ist wie eine Art Mischpult, also jede einzelne Rakete ist mit einem Kabel und mit einem Zünder verbunden, und dann können wir das da einprogrammieren", erklärt Bartsch. Wer jetzt Sorge hat, es könnte ein unendliche Aneinanderreihung von Goldregen werden, sei beruhigt. Denn "wir haben von jedem Artikel nur eine bestimmte Anzahl und die werden auf die Zeit verteilt. Also, wenn es drei Mal Goldregen gibt, dann wird er an die drei Stellen abgeschickt, die am häufigsten abgestimmt wurden."

Der bildende Künstler Malte Bartsch liegt auf einem Sofa und guckt in die seitlich in die Kamera (Copyright Malte Bartsch)Der bildende Künstler Malte Bartsch (Copyright Malte Bartsch)

Studiert hat der 34jährige unter anderem bei Olafur Eliasson am Institut für Raumexperimente und bei Manfred Pernice an der Universität der Künste Berlin. Seine Installation FEUER-WERKAUTOMAT realisierte er erstmalig bereits 2017 während des Festival of Future Nows im Hamburger Bahnhof in Berlin. 

Feuerwerk als "öffentliches Gut"

Am Feuerwerk interessiert den Künstler Bartsch, dass es "eine Art öffentliches Gut" ist. Niemand könne davon ausgeschlossen werden. "Jeder sieht das Feuerwerk. Und ob nun einer mehr zuschaut oder nicht, das verändert das Feuerwerk im Endeffekt nicht." So könne man die ausgewählte Rakete zwar "sein Eigen" nennen, würde sie aber gleichzeitig mit allen anderen teilen. "Und das ist ein bisschen so wie Geteilte Freude ist doppelte Freude", so Bartsch.

Trotz Planung eine Überraschung

Bis zum Ende der Abstimmung weiß niemand, wie das Feuerwerk aussehen wird. Für Bartsch etwas ganz Wunderbares: "Es ist ein bisschen auch das Privileg eines Künstlers, was ich auch sehr mag, eben eine Entscheidung nicht zu treffen, sondern das Auszuhalten, das man nicht weiß, wie’s ausgeht."

Mitmachen kann man noch bis 19 Uhr am 3. Oktober mit Hilfe der Web-App.

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