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Kompressor | Beitrag vom 26.06.2014

Kunstbetrieb"Terror in höchster Vollendung"

Bazon Brock über die Ausstellung "Neue Wege nichts zu tun" in der Kunsthalle Wien

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(picture alliance / dpa / Horst Ossinger)
Der Ästhetik-Professor Bazon Brock posiert in seinem Haus in Wuppertal. (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)

Arbeit und Freizeit stehen unter dem Diktat von Effizienz und Optimierung. Die Klage darüber dauert an. Anlässlich einer neuen Ausstellung in Wien plädiert der Kunsttheoretiker Bazon Brock dafür, sich dem Diktat des Kunstmarktes zu entziehen.

Unter dem Titel "Neue Wege nichts zu tun" präsentiert die Ausstellung in Wien künstlerische Entwürfe zum produktiven Unterlassen. Und das heißt eben nicht: alle Aktivität einstellen. Genau so sieht das auch Bazon Brock, umstrittener Kunstprofessor aus Wuppertal. Er nimmt das Motto der Ausstellung zum Anlass für eine Kritik des Kunstmarktes.

Seine These: Der Kunstmarkt hat die Errungenschaften der Moderne und der modernen Kunst zerstört. Indem der Markt die Moderne seinen Prämissen und Produktionsbedingungen unterworfen hat, hat er ihren Erfolg zunichte gemacht.

"Nicht-Tun als Unterlassen" bedeute vor allem, sich nicht dem Diktat des Kunstmarkts zu unterwerfen, sagte Brock im Gespräch mit der Kultursendung "Kompressor": "Heute ist ja die bedeutendste Form kulturalistischen Getues der Markt selbst. Es gibt keine Kunstkritik mehr. Es gibt nur noch die Berichterstattung über die Millionenerfolge bei Versteigerungen. Das ist der Terror in höchster Vollendung."

Nichtstun als Verweigerungsstrategie ist falsch

Wenn die Ausstellungsmacher in Wien nun im Titel vom "Nichtstun" als Verweigerungsstrategie sprechen, hält Brock das für grundfalsch. Es gehe keineswegs darum, "nichts zu tun", sondern es gehe um das Unterlassen. Das Falsche zu unterlassen – darin stecke der Kern ethischen Handelns. Das hätten die Kuratoren wohl nicht verstanden.

Wie konsequent ein solches Unterlassen in der Ausstellung selbst umgesetzt wird, kann Brock aus der Ferne nicht beantworten. Aber er kann zurückschauen auf all die Versuche der zeitgenössischen Kunst seit den 60er-Jahren, sich dem Markt zu entziehen und zu verweigern. Kurz gefasst: Eigentlich ist es dem Markt noch immer gelungen, jede noch so immaterielle Form der Kunst verkaufbar und handelbar zu machen.

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