Wortwechsel 21.02.2020

Kulturraum EuropaDer Kitt, der uns zusammenhält?Moderation: Annette Riedel

Beitrag hören Illustrierte Karte der europäischen Kultur und Tierwelt. (imago / Ikon Images / Christopher Corr)Kulturraum Europa (imago / Ikon Images / Christopher Corr)

Kultur wirkt identitätsstiftend. Sie war schon immer länderübergreifend in Europa - sowohl geografisch wie thematisch. Welche Rolle kann und soll Brüssel spielen? Haben wir die EU-Kulturpolitik, die wir brauchen?

Der Ärger begann schon mit dem Namen: Weil es in der neuen EU-Kommission ursprünglich keine "Kulturkommissarin", keinen "Kulturkommissar" gab, wurde nach erheblichen Protesten von Kulturschaffenden zumindest der Titel des Portfolios der inhaltlich für Kultur zuständigen Kommissarin um das Wörtchen "Kultur" ergänzt. Die Bulgarin Marija Gabriel ist nunmehr immerhin Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend.

Dass Kunst bzw. Künstlerinnen und Künstler eine ganz wesentliche Rolle für eine europäische Identität spielen, das ist unumstritten. Sie zu fördern ist Hauptaufgabe von Kulturpolitik in Europa. Dafür gibt es Geld – und nicht wenig. Im Rahmen des Programms "Kreatives Europa" stehen im aktuellen siebenjährigen Finanzrahmen bis einschließlich 2020 immerhin 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Zu den Zielen zählen die Unterstützung länderübergreifender Mobilität von Kulturschaffenden, genauso wie die Stärkung kleinerer und mittlerer Unternehmen der Kreativbranche und die Unterstützung von Literaturübersetzungen in alle Sprachen der EU.

Kultur stiftet Identität und stärkt Verständnis

Kultur ist nicht nur wichtig für das Selbstverständnis und das Verständnis der anderen im Kulturraum Europa. Außerdem ist sie wichtiger Bestandteil internationaler Beziehungen.

Die Digitalisierung und andere aktuelle, gesellschaftliche Umbrüche in der EU stellen auch Künstlerinnen und Künstler vor neue Herausforderungen. Umstrittene Aspekte dabei sind u.a. Urheberrechtsfragen, Entwicklungen der Medienlandschaft - aber auch die verrohende Debattenkultur.

Was kann Europa für Kulturschaffende tun? Und was aber auch – umgekehrt – sie für Europa? Wie müssen Netzwerke, Institutionen und Fördermittel angepasst werden, um weiter oder wieder den Zusammenhalt in der Vielfalt zu unterstützen?
  
Es diskutieren:

Dionysia-Niovi Klavdianou, Sopranistin und Psychologin
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats
Gerry Woop, Staatssekretär für Kulturangelegenheiten beim Berliner Senat (Kultur und Europanangelegenheiten)
Marion Döring, Geschäftsführerin der Europäischen Filmakademie

Die Diskussion wurde bei einer öffentlichen Veranstaltung in Kooperation mit der Europäischen Akademie Berlin in der Italienischen Botschaft in Berlin aufgenommen.

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