Kulturnachrichten

Dienstag, 29. September 2020

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Kunstpreis der Bremer Böttcherstraße für Ulrike Müller

Die österreichische Künstlerin Ulrike Müller bekommt in diesem Jahr den mit 30.000 Euro dotierten zeitgenössischen Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen. Ihr Werk sei eine der präzisesten Positionen im Feld der feministischen und queeren Malereidiskurse der Gegenwart, begründete die Wettbewerbs-Jury die Entscheidung. Sie überzeuge durch Abstraktion. Müller wurde 1971 in Brixlegg geboren und lebt in New York. In der Endrunde des Wettbewerbes standen zehn Künstlerinnen und Künstler aus dem deutschsprachigen Raum. Ihre Werke sind noch bis zum 1. November in der Bremer Kunsthalle zu sehen.

Ai Weiwei protestiert gegen Auslieferung von Assange

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat in London gegen eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA demonstriert. "Lasst ihn frei. Lasst ihn einen freien Mann sein", forderte Ai vor dem Londoner Gericht Old Bailey. Der Staat müsse die Freiheit der Presse schützen. Die USA werfen Assange Spionage in 17 Fällen und Computermissbrauch vor und verlangen seine Auslieferung. Im Fall eines Schuldspruchs drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft. Ai sagte, Assange vertrete einen Grundwert. "Warum sind wir frei? - Weil wir die Freiheit der Presse haben", sagte Ai, der Assange zuvor im Gefängnis besucht hatte.

UNO will Aufhebung von Blasphemie-Todesurteil

Die Vereinten Nationen (UN) fordern die sofortige Freilassung eines nigerianischen Sängers, der wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wurde. Die Organisation schreibt in einer Erklärung, die mutmaßlich abfälligen Äußerungen über den Propheten Mohammed in einem Lied zu kriminalisieren, sei rechtswidrig. Künstlerischer Ausdruck von Meinung und Glaube sei durch internationales Recht geschützt. Der 22-jährige Sänger Yahaya Sharif-Aminu war im August in der nordnigerianischen Stadt Kano zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Ein Scharia-Gericht sah als erwiesen an, dass er in einem seiner Texte einen Imam über alle Maßen gelobt und ihn damit über den Propheten gestellt habe; das sei Gotteslästerung.

Kinobranche will Abstandsregeln lockern

Die Kinobranche hat in einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel gefordert, die Abstandsregelungen in den Kinosälen zu lockern. In dem Schreiben plädieren die Branchen-Vertreter für eine bundesweit einheitliche Regel. Sie sollte lauten: Ein Sitz frei zwischen Besuchergruppen, ohne Maske am Platz. Das zitiert die Deutsche Presse Agentur aus dem Brief der AG Kino-Gilde Deutscher Filmkunsttheater. Derzeit sei es in den Bundesländern unterschiedlich geregelt, wie die Zuschauer im Kino sitzen dürfen. In der Realität liege der Mindestabstand am Sitzplatz deutlich über 2 Meter. Das bedeute für die Betreiber eine maximale Auslastung von lediglich 20 Prozent.

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