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Kulturnachrichten

Samstag, 18. September 2021

Russland verbietet neuen Verhoeven-Film

Russland hat den neuen Film "Benedetta" des niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven verboten. Das Kulturministerium verweigerte dem Film, der sich um eine lesbische Nonne dreht, die Vertriebserlaubnis. Das Werk verstoße gegen russische Gesetze zum Schutz von Gläubigen und ihrer Religionsausübung, schrieb die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass. Der Streifen enthalte eine Szene mit provokantem Inhalt und dürfe daher öffentlich nicht gezeigt werden. Kritiker werfen dem Kulturministerium in Moskau nun massive Eingriffe in die Kunstfreiheit sowie Zensur vor. Schon in früheren Filmen wie "Basic Instinct" und "Elle" brachte Verhoeven erotisch aufgeladene Bilder auf die Leinwand. Mit "Benedetta" war der inzwischen 83-Jährige in diesem Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes vertreten.

Maler Ronald Paris in Rangsdorf gestorben

Der Brandenburger Maler Ronald Paris ist im Alter von 88 Jahren in Rangsdorf gestorben. Das teilte seine Frau der Deutschen Presse-Agentur mit. Paris hatte sich vor allem mit Wandbildern einen Namen gemacht, etwa mit dem Epochenbild "Unser die Welt, trotz alledem" im Berliner Palast der Republik (1975/76) oder "Triumph des Todes, Triumph des Lebens" in den Uckermärkischen Bühnen Schwedt. 2013 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Ehrenpreis des Brandenburger Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Zu seinem Schaffen gehörten auch Porträts von Wolf Biermann, Ernst Busch, Hanns Eisler oder Heiner Müller.

Europäischer Museums-Preis für Berliner Futurium

Das Berliner Zukunftsmuseum Futurium ist mit dem Luigi-Micheletti-Preis der European Museum Academy ausgezeichnet worden. Das Futurium präsentiere "große zukünftige Herausforderungen auf eine verblüffende, ideologisch neutrale Weise", erklärte die Jury bei der Bekanntgabe der Preisträger am Samstagabend in Den Haag. "Jedes Land sollte sein eigenes Futurium haben." Die Akademie vergibt jährlich drei nicht dotierte Auszeichnungen für verschiedene Kategorien. Der DASA-Preis geht in diesem Jahr an das Nationalmuseum für rumänische Literatur in Bukarest. Der Art-Museum-Preis wurde an das Trapholt Museum für moderne Kunst, Kunsthandwerk und Design im dänischen Kolding vergeben.

Rheingau-Literatur-Preis geht an Judith Hermann

Judith Hermann ist am Samstag mit dem Rheingau-Literatur-Preis 2021 ausgezeichnet worden. Die Berlinerin erhielt den mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingau Riesling dotierten Preis für ihren Roman "Daheim". Hermann sei "eine literarische Zauberkünstlerin", hatte die Jury im Juli ihre Entscheidung begründet. "In ihrer klaren und präzisen Prosa sind die unheimlichen Leerstellen des prägnant Gesagten immer auch Verheißungen, das Gefängnis der Realität hinter sich lassen zu können." In ihrem Roman "Daheim" erkunde sie die Spielräume existenzieller Selbstermächtigung und kollektiver Zukunftstüchtigkeit in einer sozial und ökologisch fragilen Welt. Die 1970 in Berlin geborene Autorin wurde bereits mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter der Kleist-Preis und der Friedrich-Hölderlin-Preis. Der Rheingau-Literatur-Preis wird in diesem Jahr zum 28. Mal vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Bodo Kirchhoff, Ursula Krechel und Sten Nadolny.

Katholische Aktionswoche für Gleichberechtigung

Mit einer Aktionswoche demonstriert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ab Montag für mehr Gleichberechtigung in Kirche und Gesellschaft. Unter dem Motto "Frauen, ist Euch das genug?" wolle man in vielen Veranstaltungen bundesweit zeigen, wie weit die Gesellschaft noch von einer Gleichberechtigung von Frauen und Männern entfernt sei, kündigte der Verband in Düsseldorf an. Die kfd hat für die Aktionswoche ein Spiel entwickelt, das die Unterschiede im Lebensverlauf und im Alltag von Frauen und Männern aufzeigt. In dem Spiel geht es unter anderem um klassische Rollenbilder, unterschiedliche Bezahlung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie um häusliche Gewalt und sexuelle Belästigung. In einem Leitfaden wolle die kfd zudem ihre 400.00 Mitglieder dafür sensibilisieren, auf Ungleichheiten zu achten und diese auch zu thematisieren.

Rund 100 afghanische Journalisten bitten um Hilfe

Mehr als 100 afghanische Journalisten haben an die internationale Gemeinschaft appelliert, Maßnahmen zum Schutz der Pressefreiheit in Afghanistan zu entwickeln. Am dringendsten seien Schutzgarantien für Journalistinnen, erklärten sie anonym in einem Appell über Reporter ohne Grenzen. Übergriffe auf Fotografen und Reporter und die Einmischung der nun herrschenden militant-islamistischen Taliban in die Medienarbeit ließen das Schlimmste befürchten. Der Aufruf mit dem Titel "Der Journalismus in Afghanistan ist vom Aussterben bedroht" wurde von 103 Medienschaffenden verschiedener politischer und ethnischer Herkunft unterzeichnet, darunter 20 Frauen. Die meisten arbeiteten noch in Afghanistan, einige seien im Untergrund und zehn im Exil. Die Journalisten dringen auf konkrete Unterstützung, um afghanischen Redaktionen eine weitere Arbeit zu ermöglichen. Die internationalen Institutionen müssten bei den Verhandlungen mit den Taliban konkrete Zusagen von den neuen Führern Afghanistans einholen.

GEW warnt vor weiteren Kita- und Schulschließungen

Die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Maike Finnern, warnt vor erneuten Schul- und Kita-Schließungen im Herbst und Winter. Schon jetzt seine ganze Klassen in Quarantäne, sagte Finnern dem Portal Business Insider. Die Politik müsse alles tun, damit sich der vergangene Winter nicht wiederhole, aber die bisherigen Maßnahmen seien zu zögerlich. Finnern bemängelt vor allem, dass zu viele Schulen immer noch auf Schnelltests setzten, obwohl deren Ergebnis nicht präzise genug seien. Es brauche einen Maßnahmen-Mix aus flächendeckenden PCR-Tests, Luftfiltern an Schulen und mehr Personal. Anderenfalls könne man nicht am Präsenzunterricht festhalten, wie von den Gesundheitsministern versprochen, so Finnern.

Taliban schließen Mädchen von höherer Schulbildung aus

Die in Afghanistan regierenden Taliban haben Mädchen und Frauen von weiterführenden Schulen ausgeschlossen. In einer Erklärung zum anstehenden Schulstart werden explizit nur männliche Lehrer und Schüler aufgefordert, wieder am Unterricht der Sekundarschulen teilzunehmen, wie die BBC berichtet. Während der 20 Jahre, in denen eine vom Westen gestützte zivile Regierung in Afghanistan herrschte, habe es große Fortschritte in der Bildung von Frauen und Mädchen gegeben, hieß es. So sei die Zahl der Mädchen, die Grundschulen besuchten, von fast Null auf rund 2,5 Millionen gestiegen. Hilfsorganisationen sehen diese Erfolge nun in Gefahr. Nach ihrer Machtübernahme versprachen die Taliban, Frauenrechte im Rahmen der Gesetze des Islam zu achten. Zu Beginn der Woche verkündete die Regierung, dass Frauen auch weiterhin Universitäten besuchen dürften, allerdings nicht gemeinsam mit Männern. Zudem müssten sie eine strenge Kleiderordnung einhalten.

"Einheitsexpo" in Halle eröffnet

Zwei Wochen vor dem Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober hat in Halle an der Saale die Freiluftausstellung "Einheitsexpo" begonnen. Unter dem Motto "Gemeinsam Zukunft formen" eröffneten Sachsen-Anhalts Regierungschef Rainer Haseloff und Vertreter der Stadt den rund 4,5 Kilometer langen Rundgang. Auf der "Einheitsexpo" präsentieren sich die Bundesländer, die Verfassungsorgane des Bundes, die Sonderausstellung "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland", die Stadt Halle und die Bundeswehr. Wegen der Corona-Pandemie gibt es wie schon im vergangenen Jahr kein traditionelles dreitägiges Bürgerfest mit hundertausenden Besuchern, sondern stadtweite Präsentationen über einen längeren Zeitraum. Zum Höhepunkt der Feierlichkeiten am 3. Oktober sind ein ökumenischer Gottesdienst in der Pauluskirche und ein Festakt in der Georg-Friedrich-Händel-Halle geplant.

Wiederaufbau von Notre-Dame kann beginnen

Der Wiederaufbau der bei einem Brand schwer beschädigten Pariser Kathedrale Notre-Dame kann beginnen. Nach mehr als zweijährigen Sicherungs- und Reinigungsarbeiten hätten die Ausschreibungen begonnen, so dass die Sanierung ab dem Winter anlaufen könne, teilte die öffentliche Wiederaufbaugesellschaft in Paris mit. Das Ziel bleibe eine Wiedereröffnung 2024. Um den Zeitplan einzuhalten, wurden bereits die 1.000 Eichen gefällt, die für die Restaurierung der Turmspitze und des Querschiffs benötigt werden. Außerdem wurden schon die Fachleute zur Sanierung der ausgebauten großen Orgel ausgewählt. Am 15. April 2019 ging die weltberühmte Sehenswürdigkeit auf der Pariser Île de la Cité in Flammen auf. Das Feuer breitete sich im Dachstuhl aus und erfasste dann große Teile des mittelalterlichen Gebäudes.

Judith Hermann erhält "Rheingau Literatur Preis"

Die Autorin Judith Hermann wird an diesem Samstag für ihren aktuellen Roman "Daheim" mit dem "Rheingau Literatur Preis" ausgezeichnet. Dieser ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingauer Riesling verbunden, wie das "Rheingau Musik Festival" in Oestrich-Winkel mitteilte. Hermann sei eine "literarische Zauberkünstlerin", erklärte die Jury. Sie nehme die Fantasie des Lesepublikums gefangen und eröffne ihr gleichzeitig ungeahnte neue Möglichkeiten. Die 1970 geborene Autorin wurde bereits mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter mit dem Kleist-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis. Der Rheingau Literatur Preis wird in diesem Jahr zum 28. Mal vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderen Bodo Kirchhoff, Robert Gernhardt, Ursula Krechel und Sten Nadolny.

Goldene Henne für Winterscheidt und Musiala

Der Fernsehmoderator Joko Winterscheidt und der Fußballer Jamal Musiala gehören zu den Gewinnern der diesjährigen Goldenen Henne. Bei einer Gala in Leipzig am Freitagabend wurden auch die Schauspielerin Claudia Michelsen und der Popsänger Wincent Weiss mit dem TV-Publikumspreis ausgezeichnet. Der Ehrenpreis für sein Lebenswerk ging an Wolfgang Stumph. Die Goldene Henne wird seit 1995 verliehen und erinnert an die 1991 gestorbene ostdeutsche Entertainerin Helga Hahnemann.

Der Triumphbogen in Paris ist verhüllt

Nun ist es endlich soweit: Ab Samstag kann das Publikum in Paris den verhüllten Triumphbogen bewundern. Nach Plänen des 2020 verstorbenen Künstlers Christo wurde das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt in eine silbern schimmernde Stoffhülle verpackt. 25.000 Quadratmeter wurden dafür benötigt. Die Pläne und Zeichnungen hatte Christo bereits vor seinem Tod fertiggestellt, denn ursprünglich sollte die Aktion 2020 stattfinden, wurde aber wegen der Pandemie verschoben. Die ersten Skizzen hatte Christo bereits 1961 angefertigt. Später hatte er die Pläne mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude vorangetrieben. In den vergangenen zwei Monaten nun wurde der Triumphbogen endlich verhüllt. Beteiligt waren auch deutsche Firmen. Realisiert wurde das Projekt von Vladimir Yavachev, dem Neffen von Christo.

Hochdotierter Joseph-Breitbach-Preis für Karl-Heinz Ott

Der Schriftsteller Karl-Heinz Ott hat den Joseph-Breitbach-Preis, eine der höchstdotierten deutschen Literaturauszeichnungen, erhalten. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte bei der Verleihung in Koblenz, Ott sei ein fabelhafter Autor, der seine Leser und Leserinnen inspiriere und ihnen neue Welten eröffne. Sie wies auf Otts besondere Beziehung zu Rheinland-Pfalz hin, da er 2006 die Mainzer Poetik-Dozentur und 2011/2012 die der Uni Koblenz-Landau innegehabt hatte. Der 64-Jährige zähle zu "den intellektuell und sprachlich versiertesten Autoren seiner Generation", teilte die Jury mit. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz sowie von der Stiftung Joseph Breitbach verliehen.

Hollywood-Star Jane Powell ist tot

Die US-Schauspielerin Jane Powell tot. Das berichtet die "New York Times" und beruft sich dabei auf eine Freundin von Powell. Der frühere Filmstar sei bereits am Donnerstag im Alter von 92 Jahren im Bundesstaat Connecticut gestorben. Powell zählte zur sogenannten goldenen Ära Hollywoods. Schon als junges Mädchen war sie als Sängerin und Tänzerin aufgetreten. Ihr Filmdebüt feierte sie 1944 in "Song of the Open Road" gefeiert. Danach spielte die 1929 in Portland geborene Schauspielerin mehrere Jahrzehnte lang in verschiedenen Filmen und Fernsehserien mit.

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