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Kulturnachrichten

Dienstag, 7. September 2021

Norwegische Zeitung verklagt russische Behörde

Die norwegische Zeitung "The Barents Observer" will die russische Medienaufsicht vor ein internationales Gericht bekommen. Der Herausgeber der Zeitung hat eine Beschwerde beim Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg eingebracht, da russische Behörden die Internet-Zeitung seit 2019 für Leser in Russland gesperrt haben. Hintergrund für die Blockade sei ein Artikel über einen Homosexuellen aus Schweden. In einem Interview sprach er von psychischen Problemen und Selbstmordversuchen. Die russische Medienaufsicht Roskomnadzor sei der Ansicht, dass der Artikel zum Selbstmord ermutige, schrieb "Barents Observer". Die Zeitung war gegen die Entscheidung zunächst in Russland gerichtlich vorgegangen, doch ohne Erfolg.

Rapper Kontra K. übt selbstkritisch Konsumkritik

Der Rapper Kontra K. kritisiert den Luxusmarken- und Angeber-Hype im Rap-Geschäft. "Wir Rapper haben ziemlich viel verkackt", sagt der Berliner Musiker, der früher in seinen Videos selbst teure Markenklamotten trug, laut NDR in einer neuen Reportage von "STRG_F". Rap habe Einfluss und forme die nächste Generation. Nach einer Recherche des Funk-Formats, dem digitalen Jugendangebot von ARD und ZDF, enthält fast die Hälfte der Rap-Hits der vergangenen fünf Jahre Markennamen. Untersucht wurden alle Rap-Songs, die in den deutschen Singlecharts auf Platz eins landeten. In 31 von 71 untersuchten Titeln werden demnach Marken besungen: am häufigsten Gucci (13 Songs), danach folgen Louis Vuitton (acht Songs) sowie Rolex und Prada (jeweils fünf).

Großbank will Konto von Ai Weiwei-Stiftung schließen

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat nach Angaben des chinesischen Dissidenten und Künstlers Ai Weiwei angekündigt, das Bankkonto seiner Stiftung in der Schweiz zu schließen. Die Credit Suisse habe dies in Übereinstimmung mit einer neuen Politik getan, alle Konten von Personen zu schließen, die einen Strafregistereintrag haben, erklärte Ai auf der Webseite Artnet. Der Künstler, der heute in Portugal lebt, war an der Gestaltung des bekannten Vogelnest-Stadions der Olympischen Spiele 2008 in Peking beteiligt. 2011 geriet er in Konflikt mit der kommunistischen Regierung, die ihn für 81 Tage inhaftierte. Das Konto gehört zu einer von Ai Weiwei gegründeten Stiftung für freie Meinungsäußerung und Kunst.

Erbe von Arno Schmidt soll bewahrt werden

Der Nachlass von Schriftsteller Arno Schmidt und sein ehemaliges Wohnhaus in der Lüneburger Heide sollen langfristig bewahrt werden. Dazu schlossen die Stadt Celle und die Arno Schmidt Stiftung einen Kooperationsvertrag. Die kulturhistorische Bedeutung der Gedenkstätte sei einzigartig, sagte Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU). In Schmidts ehemaligem Wohnhaus in dem Heide-Dorf wurde seit dem Tod des Autors 1979 kaum etwas verändert. Auf dem Grundstück befindet sich auch sein Grab. Der 1914 in Hamburg geborene Schriftsteller gilt als Klassiker der Moderne und einer der wichtigsten deutschen Nachkriegsautoren.

Nationale Trauerfeier für Belmondo im Invalidendom

Nach seinem Tod soll der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo mit einer nationalen Trauerfeier geehrt werden. Laut der Zeitung "Figaro" soll Belmondo am Donnerstag im Invalidendom in Paris beigesetzt werden. Gedenkfeiern dort waren ursprünglich nur für gefallene Militärangehörige möglich, inzwischen werden im Invalidendom aber auch herausragende Persönlichkeiten des öffentlich Lebens gewürdigt. Auch Charles Aznavour fand dort 2018 seine letzte Ruhe. Jean-Paul Belmondo war gestern im Alter von 88 Jahren gestorben, er galt als einer der wichtigsten französischen Filmschauspieler des 20. Jahrhunderts.

Janet Jackson veröffentlicht Doku über ihr Leben

US-Popsängerin Janet Jackson bringt eine Dokumentation über ihr Leben heraus. Der Film "Janet" erscheint im Januar 2022, wie Jackson auf Instagram ankündigte. Dazu teilte die Musikerin einen ersten Trailer zum Film. Neben persönlichen Aufnahmen - unter anderem aus ihrer Kindheit sowie von Konzerten - sind darin auch Ausschnitte aus Interviews mit anderen Promis zu sehen. "Das ist die Wahrheit. Nimm sie oder lass es, liebe sie oder hasse sie. Das bin ich", sagt die 55 jährige gegen Ende des Clips. Die Doku soll an zwei Abenden von den US-Privatsendern A&E und Lifetime ausgestrahlt werden. Die Schwester von Sänger Michael Jackson (1958-2009) stieg mit Alben wie "Control" (1986) oder "Janet" (1993) zu einer der erfolgreichsten Pop- und Soulsängerinnen der Welt auf.

Paul-Celan-Preis 2021 für Übersetzerin Andrea Spingler

Die in Deutschland und Frankreich lebende Übersetzerin Andrea Spingler (72) erhält den Paul-Celan-Preis 2021 für herausragende Literaturübersetzungen ins Deutsche. Spingler wird für ihr umfangreiches Gesamtwerk von Übersetzungen aus dem Französischen ausgezeichnet, wie der Deutsche Literaturfonds in Darmstadt mitteilte. Zu ihren Übertragungen gehören Werke von Marguerite Duras, Andre Gide, Alain Robbe-Grillet, Jean-Paul Sartre, Albert Camus, Patrick Modiano sowie eine Neuübersetzung von Alexandre Dumas' "Kameliendame". Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und soll Spingler am 11. Oktober im Literaturhaus Leipzig überreicht werden.

Zehn Bücher aus unabhängigen Verlagen nominiert

Zehn Bücher von unabhängigen Verlagen aus Deutschland sind für den Hotlist-Preis der Bücher des Jahres 2021 nomoniert. Die Romane, Novellen und Erzählungen wurden von fünf Literaturexperten ausgewählt. Darunter sind die Romane "Der Termin" von Katharina Volckmer (Kanon Verlag), "Der Sommer, als Mutter grüne Augen hatte" von Tatiana Tibuleac (Schöffling & Co.), die Novelle "Revolver Christi" (Edition FotaTapeta) und das Sachbuch "Wir Sklaven von Suriname" (Transit Buchverlag). Der Preis der Hotlist ist mit 5.000 Euro dotiert, die Preisverleihung findet im Oktober digital statt.

Japan protestiert gegen Berliner "Trostfrauen"-Denkmal

Die japanische Regierung hat gegen einen Beschluss des Bezirks Berlin-Mitte protestiert, ein umstrittenes Denkmal für die Opfer sexualisierter Gewalt, ein weiteres Jahr zu genehmigen. Die Entscheidung sei inakzeptabel, sagte Regierungssprecher Katsunobu Kato. Es geht um eine Bronzefigur, die eine koreanische Zwangsprostituierte im zweiten Weltkrieg zeigt. Bis zu 200.000 Frauen wurden damals von japanischen Soldaten versklavt, die meisten stammten aus Korea. Auch gegen andere Denkmäler für die so genannten „Trostfrauen" hatte die japanische Regierung protestiert. Um das Berliner Denkmal hatte es im letzten Jahr bereits diplomatische Verstimmungen gegeben. Die umstrittene Statue war vom Korea-Verband aufgestellt worden, ihre Genehmigung ist auf zwei Jahre begrenzt.

Städel-Museum erhält elf Baselitz-Werke

Dank einer privaten Schenkung hat das Frankfurter Städel-Museum elf zentrale Werke des bedeutenden deutschen Künstlers Georg Baselitz erhalten. Die Arbeiten, darunter das Gemälde "Hund und Hase abwärts" (1967), Zeichnungen sowie Druckgrafiken, sind in der Kabinettpräsentation "Kreaturen. Georg Baselitz und die 1960er-Jahre" in den Gartenhallen zu sehen, wie das Museum mitteilte. Das Städel könne inzwischen Baselitz' Schaffen von 1960 bis weit in die 1980er-Jahre mit rund 65 Gemälden und Arbeiten auf Papier abbilden, sagte Museumsdirektor Philipp Demandt.

Kulturschaffende fordern Schutz für Ortskräfte

Dutzende Kulturschaffende und Intellektuelle haben in einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Grütters appelliert, sich persönlich für afghanische Kolleginnen und Kollegen einzusetzen. Tausende Aktivisten, Journalisten und Kulturschaffende hätten in den den letzten 20 Jahren dazu beigetragen, die afghanische Zivilgesellschaft aufzubauen, heißt es in dem Schreiben, das am Dienstag als Anzeige in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erschien. Nach der Machtübernahme der Taliban seien diese Frauen und Männer in akuter Lebensgefahr und von islamistischen Repressionen und Terror bedroht. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem der Dirigent Daniel Barenboim, Berlinale-Chef Carlo Chatrian und die Schauspielerin Martina Gedeck. Staatsministerin Grütters sicherte in einer Stellungnahme ihre Unterstützung zu und verwies auf ihre Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und Hilfsorganisationen, die die Evakuierungen koordinierten. Außerdem würden zusätzliche Gelder für Hilfsprogramme geflüchtete Kulturschaffende bereitgestellt.

Der US-Opernmäzen Alberto Vilar ist tot

Der US-Opernmäzen und Börsenspekulant Alberto Vilar ist tot. Wie erst heute bekannt wurde, starb Vilar am vergangenen Samstag im Alter von 80 Jahren. Der Kunstliebhaber hatte ursprünglich Wirtschaft studierte und arbeitete zunächst für eine Bank. 1979 gehörte er zu den Gründern der Investment-Firma Amerindo mit Sitz in San Francisco und New York sowie Büros in London. 2005 wurde er wegen Finanzbetrugs verurteilt, ab 2018 war er wieder frei. Bekannt wurde Vilar vor allem als Opernmäzen. Unter anderem unterstützte er die Bayreuther und die Salzburger Festspiele sowie das Festspielhaus Baden-Baden und Metropolitan Opera in New York. Insgesamt soll er die Kulturbranche mit 225 Millionen Dollar gefördert haben.

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