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Mittwoch, 22.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 8. Juli 2021

Preis der "LiteraTour Nord" vergeben

Die Schriftstellerinnen Iris Wolff und Ulrike Draesner haben die Preise der "LiteraTour Nord" erhalten. Die jeweils mit 15.000 Euro dotierten Auszeichnungen wurden im Hermannshof in Springe bei Hannover überreicht. Die in Freiburg im Breisgau lebende Wolff ist Preisträgerin der Tour 2021, die coronabedingt überwiegend digital veranstaltet werden musste. Gewürdigt wurde ihr bisheriges Werk sowie ihr zuletzt erschienener Roman "Die Unschärfe der Welt". Die in Berlin und Leipzig lebende Ulrike Draesner ist Preisträgerin des Jahres 2020 - die Jury lobte insbesondere ihre Novelle "Kanalschwimmer". Die "LiteraTour Nord" ist eine Lese-Tournee mit Wettbewerbscharakter, an der jedes Jahr mehrere Autorinnen und Autoren teilnehmen.

Pläne für Rückgabe der Benin-Bronzen werden konkreter

Die Pläne für Rückgaben von den als Raubgut geltenden Benin-Bronzen aus deutschen Museen an Nigeria werden konkreter. Nach dem Besuch einer nigerianischen Delegation zeigte sich Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zuversichtlich. "Unser erklärtes Ziel sind substanzielle Rückgaben von Objekten aus dem historischen Königreich Benin nach Nigeria schon im Jahre 2022 - und diesem Ziel kommen wir mit jedem Gespräch einen Schritt näher", sagte er am Donnerstag nach Angaben der Stiftung. In Berlin hatte die Delegation auch Gelegenheit, einige der wertvollen Kunstobjekte direkt in Augenschein zu nehmen. Das zur Stiftung gehörende Ethnologische Museum Berlin verfügt allein über rund 500 historische Objekte aus dem Königreich Benin, darunter etwa 400 Bronzen. Die Objekte aus dem Palast des damaligen Königreichs Benin sind in zahlreichen deutschen Museen zu finden. Auch im Berliner Humboldt Forum sollen sie ausgestellt werden. Die Kunstwerke stammen größtenteils aus den britischen Plünderungen des Jahres 1897.

Da-Vinci-Zeichnung zehn Millionen Euro versteigert

Für mehr als zehn Millionen Euro ist die Zeichnung eines Bärenkopfs von Leonardo da Vinci in London versteigert worden. Wie das Auktionshaus Christie's am Donnerstag mitteilte, war ein Bieter bereit, rund 8,9 Millionen Pfund zu zahlen - den höchsten Preis, den eine Zeichnung des italienischen Künstlers und Universalgelehrten (1452-1519) je erzielte. Bei dem Bärenkopf handelt es sich nach Angaben des Auktionshauses um eine von nur acht Zeichnungen da Vincis, die sich in Privatbesitz befinden.

Teurer Vandalismus im Park Sanssouci

Nach dem schweren Vandalismus-Fall an Bauwerken im Potsdamer Unesco-Weltkulturerbe hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten eine erste Schadensbilanz vorgelegt. Bei den Einbrüchen in die Neuen Kammern, das Orangerieschloss und ein weiteres Gebäude im Park Sanssouci in der Nacht zu Mittwoch sei nach vorläufiger Einschätzung rund 170.000 Euro Sachschaden entstanden, teilte die Stiftung am Donnerstag in Potsdam mit. Unter anderem seien mehrere Ornamentvasen zerstört worden.

Dresdner Philharmonie plant mit vielen Dirigentinnen

Die Dresdner Philharmonie setzt in der kommenden Spielzeit auf Frauen am Dirigentenpult. Intendantin Frauke Roth kündigte bei der Vorstellung der neuen Spielzeit gleich fünf Dirigentinnen an. Zu Gast werden beim städtischen Orchester Joana Mallwitz, Karina Canellakis, Tianyi Lu, Marie Jacquot und Elim Chan sein. Chefdirigent Marek Janowski begrüßte den Trend, dass immer mehr Frauen das Podium erobern. Das Entscheidende müsse aber die Qualität bleiben. Ob eine Frau oder ein Mann vor dem Orchester stehe, sei heute kein Thema mehr.

Grünes Gewölbe: Polizei ermittelt vier Verdächtige

Mehr als eineinhalb Jahre nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden hat die Polizei vier weitere Tatverdächtige ermittelt. Damals waren wertvolle historische Schmuckstücke des 17. und 18. Jahrhunderts entwendet worden. Gegen die Männer zwischen 24 und 37 Jahren bestehe ein Anfangsverdacht der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl, teilte die Staatsanwaltschaft in Dresden mit. Die vier Verdächtigen sollen den Diebstahl aus der historischen Schatzkammer Ende 2019 vorbereitet haben. Dazu spähten sie laut Polizeiangaben den Tatort aus und gaben ihre dabei gewonnenen Erkenntnisse an die unmittelbaren Täter weiter. Nach den vier Männern war öffentlich gefahndet worden. Fünf Hauptverdächtige, die direkt an dem Coup beteiligt gewesen sein sollen, sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Kunstprojekt will auf Wasserknappheit hinweisen

Ein interkulturelles Kunstprojekt will auf die regional und weltweit sinkenden Grundwasserspiegel aufmerksam machen. 100 historische Holz-Paddelboote sollen dafür unter dem Titel "Keine Handbreit Wasser" über den Huy, einen Höhenzug im nördlichen Harzvorland, getragen werden. Anschließend werde die Boote in einer Ausstellung gezeigt, wie die Veranstalter in Halberstadt mitteilten. Rund 180 Freiwillige sollen die Boote über die rund 15 Kilometer lange Strecke von Halberstadt nach Huy-Neinstedt transportieren. Die Aktion ist für den 24. Juli geplant. Die Boot-Karawane symbolisiere eine Gemeinschaft, die sich für Umweltschutz und Toleranz einsetzt, hieß es. Das Projekt wurde von der Halberstädter Künstlerin Ilka Leukefeld und Partnern entwickelt. Am Ziel sollen die Boote ab Ende August in einer leerstehenden Scheue präsentiert werden. Auch Podiumsdiskussionen zum Thema Wasserknappheit sind geplant.

Karlsruher Generalintendant Spuhler scheidet aus

Der Generalintendant des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe, Peter Spuhler, ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt abberufen worden. Das hat der Verwaltungsrat ohne Gegenstimme entschieden, wie das Kunstministerium in Stuttgart mitteilte. Da es sich um eine Personalangelegenheit handele, werde man dazu keine Details bekanntgeben, hieß es weiter. Der Konflikt um Spuhler schwelt seit vielen Monaten. So hatten ihm Mitarbeiter sein Kontrollverhalten und Wutausbrüche vorgeworfen. Spuhlers Vertrag war 2019 bis 2026 verlängert worden. Als Nachfolger steht Ulrich Peters, Generalintendant am Theater Münster, fest. Er tritt das Amt zum 1. September an.

Studie: Körpergewicht ist abhängig vom Klima

Je kälter die Region, desto schwerer die Menschen. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das den Einfluss des Klimas auf die menschliche Entwicklung untersucht hat. Wissenschaftler der Universitäten Cambridge und Tübingen haben dazu 300 menschliche Fossilien im Alter zwischen einer Million und 10.000 Jahren verwendet und mit rekonstruierten Klimadaten abgeglichen. Das teilte die Universität Tübingen mit. Menschen in kälteren Regionen waren tendenziell schwerer, weil dies eine bessere Anpassung gegen niedrigere Temperaturen geboten habe - ein Zusammenhang, der so auch bei Säugetieren festgestellt worden sei. Körper verlieren weniger Wärme, wenn die Masse im Verhältnis zur Oberfläche groß ist. Haupttreiber für die Veränderungen des Körpergewichts sei das Klima gewesen. Bis heute gelte, dass Menschen in wärmeren Zonen leichter gebaut sind als Menschen in kälteren Klimazonen, so das Ergebnis der Studie.

Buchhandelabsatz bleibt stabil trotz Coronajahr

Das Interesse der Menschen an Büchern sei trotz Corona ungebrochen. Zu dieser Einschätzung kommt der Börsenverein des deutschen Buchhandels bei der Vorstellung von Wirtschaftszahlen für 2020. Trotz monatelang geschlossener Läden hätte der Buchhandel Menschen für das Lesen begeistern und mit Büchern versorgen können. Das Online-Geschäft sei um rund 21 Prozent im Corona-Jahr 2020 gewachsen, dies gleiche die Einbußen im stationären Geschäft aus. Der Gesamtumsatz der Branche sei stabil geblieben. Positiv sei, dass Veranstaltungen wie die Frankfurter Buchmesse als Bühne für neue Bücher zurückkehrten - das öffentliche Gespräch über Literatur werde wieder lauter. Für den Neustart nach der Pandemie sei auch die Politik gefragt, so der Börsenverein. Es brauche Konzepte, um die Innenstädte wiederzubeleben. Der Buchhandel mit seiner Verbindung von Einzelhandel und Kulturinstitution könne mit seinem Netz mehr als 5.000 Buchhandlungen eine wichtige Rolle übernehmen.

Frankfurter Museum gibt Lederhemd an Lakota zurück

Das Frankfurter Weltkulturenmuseum hat das historische Lederhemd eines politischen Führers der Teton-Lakota an dessen Nachfahren zurückgegeben. Das Museum hatte das Hemd des 1913 verstorbenen Chief Daniel Hollow Horn Bear im Jahr 1908 im Tausch vom American Museum of Natural History erworben, wie eine Sprecherin berichtete. Bears Urenkel Duane hatte bei einem Besuch im Jahr 2019 um eine Rückführung des Hemdes gebeten. Für sein Volk sei es ein identitätsstiftendes Objekt von religiöser Bedeutung, hieß es. Das Hemd sei durch das Museum rechtmäßig erworben worden und die Rückgabe bedeute einen Verlust für die Sammlung, sagte Frankfurters Kulturdezernentin Ina Hartwig. Trotzdem sei die Rückführung an die Lakota eine Verpflichtung, die schwerer wiege als die formaljuristische Sachlage.

Guardini-Stiftung startet Filmwettbewerb zu Corona

Die Berliner Guardini-Stiftung hat unter dem Titel "Confessions" einen Kurzfilmwettbewerb zur Corona-Krise gestartet. Teilnehmende können bis Ende November Beiträge von bis zu 15 Minuten Länge einreichen, wie die Stiftung erklärte. Ziel des Wettbewerbs sei, existenzielle Erfahrungen abzubilden, die mit der Bedrohung durch das Corona-Virus und seine Mutationen gemacht würden. Im Zentrum stehe die Frage, was unter den Lebensbedingungen der Pandemie der persönliche Glaube, die eigene Religion oder auch ein nicht-gläubiges Selbst- und Weltverständnis bedeuten und welche Wünsche und Erwartungen an die Gesellschaft sich damit verbänden. Die Guardini-Stiftung fördert den Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Glauben.

Türkischer Journalist Erk Acarer in Berlin angegriffen

Der in Berlin lebende regierungskritische türkische Journalist Erk Acarer ist nach eigenen Angaben in seiner Wohnung angegriffen und verletzt worden. Die Täter hätten ihn mit Fäusten und Messern attackiert, schrieb Acarer auf Twitter. Die Polizei bestätigte den Angriff auf den Journalisten, nannte aber keine weiteren Einzelheiten. Der ebenfalls im deutschen Exil lebende türkische Journalist Can Dündar wertete den Angriff als "direkte Botschaft" des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan, der damit deutlich machen wolle, dass die Türkei "einen regimekritischen Journalisten sogar in Berlin angreifen" könne. Auch die Journalistin Mesale Tolu, die 2017 mehrere Monate in der Türkei in Untersuchungshaft saß, verurteilte den Angriff. "So viele Menschen suchen Schutz in Deutschland und werden dann auch hier aggressiver Gewalt ausgesetzt. Das muss ein Ende haben", schrieb sie auf Twitter.

Verein fordert Hilfe für Namibia gegen Covid-19

Deutschland soll Namibia im Kampf gegen Covid-19 unterstützen. Das fordert der Verein für Afrikawissenschaften in einem offenen Brief an die Bundesregierung. Namibia habe eine fünffach höhere Mortalitätsrate als das Nachbarland Südafrika.Weniger als 5% der 2,5 Millionen Einwohner Namibias seien erstgeimpft, der ohnehin knappe Impfstoff sei nahezu verbraucht. Der Inzidenzwert liegt in dem Land aktuell bei 400, die Positivrate von Coronatests beträgt 40%. Aufgrund der kolonialen Vergangenheit trage Deutschland eine besondere historische und politische Verantwortung. Namibia müsse sofort mit den dringend benötigten medizinischen Hilfsgütern zur Behandlung der Kranken, mit Impfstoffen und mit Fachpersonal unterstützt werden. Die Verein für "Afrikawissenschaften in Deutschland" hat seinen Sitz in Hamburg und wurde 1969 an der Universität Marburg gegründet.

Deutscher Buchhandlungspreis vergeben

In Erfurt ist zum siebten Mal der Deutsche Buchhandlungspreis vergeben worden. Die mit je 25.000 Euro dotierten drei Hauptpreise gingen an die "andere Buchhandlung" in Rostock, "Müller & Böhm" in Düsseldorf sowie an die "Buchhandlung Mahr" im württembergischen Langenau. Insgesamt wurden 118 unabhängige Buchläden mit Preisgeldern von insgesamt 850.000 Euro sowie zehn undotierten Gütesiegeln geehrt. Die Gewinner, sind Buchhandlungen, die "ein anspruchsvolles und vielseitiges literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten, innovative Geschäftsmodelle verfolgen oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung für Kinder und Jugendliche engagieren". Ausgewählt wurden sie von einer unabhängigen Fachjury - in diesem Jahr aus 366 Bewerbungen.

"Das Boot"-Kameramann will sich mit ARD einigen

Seit vielen Jahren kämpft der Chef-Kameramann von "Das Boot" um eine angemessene finanzielle Beteiligung am Erfolg des Filmklassikers - nun steht zumindest das Verfahren vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht vor einer Einigung. Kameramann Jost Vacano strebt mit dem Südwestrundfunk und anderen ARD-Anstalten einen Vergleich an. Die Parteien müssen aber noch zustimmen. Die mögliche Lösung: Der 87jährige Vacano soll eine Abfindung in Höhe von 160 000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer erhalten. Der Anfang der 80er Jahre produzierte Film spielte viele Millionen Euro ein. Vacano hatte damals umgerechnet etwa 100 000 Euro erhalten. Seit 2002 gibt es im Urheberrecht den sogenannten Fairnessparagrafen. Er sieht eine Nachvergütung vor, wenn die vereinbarte Gegenleistung und die später erzielten Erträge in auffälligem Missverhältnis stehen.

Etel Adnan erhält Lichtwark-Preis

Der Lichtwark-Preis 2021 wird der aus dem Libanon stammenden und in Paris lebenden Malerin und Schriftstellerin Etel Adnan für ihr Lebenswerk verliehen. Ihre politisch aufgeladenen literarischen Werke beschrieben die weltlichen Zustände und ihre Zusammenhänge und seien eine starke Stimme des Feminismus und der Friedensbewegung, teilte die Hamburger Kulturbehörde mit. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis soll am 18. November in der Hamburger Kunsthalle verliehen werden. Etel Adnan, geboren 1925, hat in Galerien und Museen in Paris, San Francisco, New York, Zürich und Bern ausgestellt. 2012 zeigte die Documenta 13 eine Retrospektive auf ihr Werk. Die deutsche Übersetzung ihres literarischen Werks wird in der Edition Nautilus in Hamburg verlegt.

Wolf Biermann übergibt Archiv an Staatsbibliothek

Der Liedermacher Wolf Biermann übergibt sein Archiv und die Tagebücher der Berliner Staatsbibliothek. Mit Unterstützung der Bundes und der Kulturstiftung der Länder hat die Staatsbibliothek das private die beruflichenn und privaten Unterlagen des 84-Jährigen gekauft. Biermann spiegele mit seinem Werk wie kein anderer Zerrissenheit und Vereinigung Deutschlands wider, hieß es. Der in Hamburg geborene Biermann war 1956 in die DDR gezogen und lebte in Ost-Berlin. Dauerhafte Auseinandersetzungen mit Staat und Partei gipfelten 1976 in seiner Ausbürgerung, die in Ost und West einen Sturm der Entrüstung auslöste. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der die Staatsbibliothek gehört, kündigte eine feierliche Übergabe von Archiv und Tagebüchern für den kommenden Dienstag an. Biermann selbst soll Lieder und Gedichte dazu beitragen.

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