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Mittwoch, 28.07.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 20. Juni 2021

3.000 Jahre alte Bronzefigur auf Sardinien gefunden

Auf Sardinien in der Gemeinde Nughedu San Nicolo haben Forscher eine rund 3000 Jahre alte Bronzefigur gefunden, wie italienische Medien am Sonntag berichteten. Die etwa 20 Zentimeter hohe Figur eines sardischen Kriegers der Nuraghenkultur trage einen Helm mit nach oben gebogenen Hörnern, einen kurzen Kilt und habe lange Zöpfe sowie mandelförmige Augen. Der Fund werde zwischen der späten Bronzezeit und der frühen Eisenzeit datiert.

Bund will Mittel für Berliner Museen vorstrecken

Im Kampf gegen den zunehmenden Verfall von Berlins weltberühmten Museen will der Bund Sanierungsmittel vorstrecken. Im Haushalt 2021 vorgesehene Mittel des Bundes in Höhe von 11,3 Millionen Euro sollen komplett ausgezahlt werden, ohne dass der vom Land Berlin eigentlich notwendige Anteil von 25 Prozent fließen soll.
Das Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) werde "an anderer Stelle bei Förderungen im Land Berlin eine Kompensation vornehmen", heißt es in einem der dpa vorliegenden Schreiben der Regierung an den Haushaltsausschuss des Bundestages. Der Bundesrechnungshof hatte in einem Bericht 2019 wichtige Kulturbauten der Hauptstadt in ihrem Bestand gefährdet gesehen, es sei "über viele Jahre hinweg ein erheblicher Bauunterhaltsstau entstanden". Die von Bund und Ländern getragene Stiftung Preußischer Kulturbesitz begegne dem nicht effektiv. Die Stiftung zählt mit mehr als 20 Museen, Sammlungen, Bibliotheken, Instituten und Archiven zu den weltweit größten Kultureinrichtungen. Betroffen sind Einrichtungen in der ganzen Stadt bis hin zum Neuen Museum, das zum Unesco-Welterbe der Museumsinsel gehört.

Srebrenica-Film siegt beim Frauenfilmfest

Der Film "Quo Vadis, Aida?" der Regisseurin Jasmila Zbanic hat den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis des Internationalen Frauenfilmfestes (IFFF) Dortmund+Köln erhalten. Er thematisiert das Massaker an der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung in Srebrenica während des Bosnienkrieges. Ab dem 5. August soll er in Deutschland in den Kinos zu sehen sein. Das Preisgeld wird zwischen der Regisseurin und dem deutschen Verleih geteilt. Damit soll die Distribution der Regiearbeiten von Frauen in Deutschland gefördert werden. Das Internationale Frauenfilmfest Dortmund+Köln ist nach eigenen Angaben Deutschlands größtes Forum für Frauen in der Filmbranche. Ziel des Festivals ist es, den Einfluss von Frauen in allen Bereichen der Kinoindustrie zu stärken.

Comicmagazin „Métal Hurlant" soll wieder erscheinen

Das französische Comicmagazin „Métal Hurlant" wird 15 Jahre nach seiner Einstellung wieder erscheinen. „Métal Hurlant", von dem es auch die deutsche Schwesterpublikation "Schwermetall" gab, entwickelte sich ab seiner Gründung 1975 zu einem maßgeblichen Magazin der Science-Fiction-Comicszene weltweit und beeinflusste auch Sci-Fi-Filme der 70er und 80er Jahre. Zu den Starzeichnern und -autoren gehörten Jean Giraud (aka Moebius) und Enki Bilal. Ab September wird es nun, vorerst nur in Frankreich, wieder erhältlich sein und im vierteljährlichen Rhythmus erscheinen. Geplant sei, sowohl Raritäten und Schätze aus den alten Magazinen neu aufzulegen als auch jungen Talenten der Branche eine neue Plattform zu geben, sagte Herausgeber Vincent Bernière gegenüber Agence France Press.

Münchner OB fordert UEFA zu Protest gegen Orban auf

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter will den europäischen Fußballverband UEFA am Montag in einem Brief zum Regenbogen-Protest gegen die homofeindliche Politik von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban auffordern. Der Münchner Stadtrat hatte zuvor fraktionsübergreifend gefordert, die EM-Arena für das Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchten zu lassen. "Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft", heißt es in dem Antrag, über den formell erst am Mittwoch, dem Spieltag, entschieden werden soll. Das ungarische Parlament hatte am Dienstag ein Gesetz gebilligt, das die Informationsrechte von Jugendlichen im Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Orban.

Verschollener Kandinsky für über eine Million versteigert

Mehr als 70 Jahre lang war es verschollen, jetzt ist das Kunstwerk "Gebogene Spitzen" des russischen Malers Wassily Kandinsky bei einer Auktion in München versteigert worden. Für 1 250 000 Euro ging es an einen Sammler aus dem Raum Berlin, teilte das Münchner Kunst-Auktionshaus Ketterer mit. Experten hatten die Arbeit Kandinskys zunächst auf 300 000 Euro geschätzt. Das Aquarell stammt nach Angaben des Auktionshauses aus dem Nachlass einer rheinländischen Privatsammlung und gehört mit seinen strengen geometrischen Kompositionen zu den gefragtesten Papierarbeiten des Künstlers. Bereits zu Lebzeiten Kandinskys (1866-1944) soll es ausgestellt gewesen sein. Später soll Kandinsky das Werk einem Kunsthändler gegeben haben, der es nach aktuellem Kenntnisstand der Experten 1949 verkaufte. Anschließend verlor sich die Spur des Kunstwerks, wie es weiter hieß.

Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung wird eröffnet

Nach jahrelanger Vorarbeit wird das Dokumentationszentrum Flucht,
Vertreibung, Versöhnung am Montag im Beisein von Bundeskanzlerin Merkel eröffnet. Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstrich im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) das Ziel, im Geiste der Versöhnung an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert und danach zu erinnern. Für Besucher öffnet die Ausstellung zum Thema Zwangsmigrationen im 20. und 21. Jahrhundert am Mittwoch. Das neue Zentrum wende sich vor allem an junge Menschen, insbesondere an Schulklassen: "Ich erhoffe mir vom Dokumentationszentrum deshalb einen wichtigen Beitrag zu Verständigung, Versöhnung und Partnerschaft in Europa." Grütters betonte, Flucht und Vertreibung sei nicht nur ein zentrales Thema des 20. Jahrhunderts gewesen, sondern auch der Gegenwart. Gewalt, Heimatverlust, Neuorientierung, Fremdsein und Integration seien Erfahrungen, die Flüchtlinge und Vertriebene früher wie heute betreffen und sie zum Teil über Generationen prägten.

Ingeborg-Bachmann-Preis für Nava Ebrahimi

Der mit 25 000 Euro dotierte Bachmannpreis für deutschsprachige Literatur geht an die im Iran geborene, in Deutschland aufgewachsene und in Österreich lebende Autorin Nava Ebrahimi. Sie sei eine der spannendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur, hieß es von Seiten der Jury. Der komplizierte und schwierige Text "Der Cousin" über die Fluchtgeschichte eines schwulen Tänzers behandle auch eine der aktuellen Kernfragen, nämlich wie viel Show es brauche, damit Botschaften überhaupt noch wahrgenommen würden. Den mit 12 500 Euro dotierten Deutschlandfunk-Preis erhält Dana Vowinckel für ihren Text "Gewässer im Ziplock". Der Prosatext erzählt aus zwei entgegensetzten Perspektiven von einer jüdischen Familie zwischen Berlin, Chicago und Jerusalem. Die weiteren Preise gingen an Necati Öziri (Kelag-Preis und BKS-Bank-Publikumspreis) und Timon Karl Kaleyta (3sat-Preis).

Deutscher Sprachpreis 2021 für Ralph Dutli

Der Schriftsteller Ralph Dutli erhält den Deutschen Sprachpreis 2021 der Henning-Kaufmann-Stiftung. Damit werde der Romanautor, Lyriker, Essayist, Übersetzer und Virtuose des mündlichen Vortrags für seine Verdienste um die deutsche Sprache gewürdigt, teilte die Henning-Kaufmann-Stiftung mit Sitz in Dortmund zur Begründung mit. Dutli gilt als einer der renommiertesten Übersetzer aus dem Französischen, Okzitanischen und Russischen ins Deutsche. Dutlis Sprachkraft und Sprachkunst zeigten sich auch in seinen eigenen literarischen Werken. Darüber hinaus verdiene Dutlis Rezitationskunst "alle Bewunderung", hieß es weiter. Seine Lesungen faszinierten durch die Präzision der Sprache und Klarheit des Vortrags. Die Preisverleihung ist für den 24. September in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) geplant. Der Deutsche Sprachpreis ist mit 5000 Euro dotiert.

Tribeca-Filmfestival in New York beendet

Mit einer großen Veranstaltung in der Radio City Music Hall ist in New York das Tribeca-Filmfestival zu Ende gegangen. Es hatte im letzten Jahr corona-bedingt nur online stattgefunden. Zum 20. Geburtstag stand das von Schauspieler Robert de Niro mitbegründete Festival auch als Symbol für die kulturelle Wiederöffnung der Stadt. Bei der Schlussveranstaltung feierte die Dokumentation "Untitled" des US-Schauspielers Dave Chappelle über Comedy in Zeiten von Corona und soziale Unruhen in den USA ihre Weltpremiere. Zuschauer in der ausverkauften Radio City Music Hall mussten komplett gegen Corona geimpft sein.

Preise beim Bundesfestival Film verliehen

Beim 34. Bundesfestival Film sind am Samstag in Wuppertal die Preisträger bekannt gegeben worden. Insgesamt wurden 29 Preise an junge und ältere Hobbyfilmemacher vergeben, wie das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum mitteilte. Die Filme aus der Endrunde des in diesem Jahr nur online veranstalteten Wettbewerbs sind bis zum 26. Juni im Internet zu sehen. Die Auszeichnungen in den verschiedenen Kategorien und Altersgruppen sind mit insgesamt 21.000 Euro dotiert. Die Teilnehmer der Wettbewerbe Jugendfilmpreis und Generationenfilmpreis waren zwischen vier und 95 Jahre alt. Der Publikumspreis ging an die Produktion "Ein Ozean". Darin schildert ein erwachsener Mann erlittenen Missbrauch. "Eine absolut bemerkenswerte dokumentarische Leistung", kommentierte die Jury das 20-minütige Werk einer Gruppe von 22 bis 25 Jahre alten Filmemachern aus Berlin und Potsdam.

Sotheby's verschiebt Literatur-Auktion

Das Auktionshaus Sotheby's hat eine Auktion von britischer Originalliteratur verschoben, damit Institutionen wie die British Library Zeit haben, 15 Millionen Pfund aufzubringen. Das soll verhindern, dass die Werke an einen Privatsammler gehen, wie die BBC meldet. Zur Versteigerung stehen unter anderem rare handgeschriebene Gedichte von Emily Brontë, Werke des schottischen Dichters Robert Burns und Erstausgaben von Jane Austen. Die Sammlung war kürzlich nach mehr als 100 Jahren aufgetaucht. Die Institutionen, darunter auch die Brontë Society und das Jane Austen's House, zeigten sich dankbar für den Aufschub der Versteigerung und versuchen nun mit öffentlichen Geldern und Spendenaufrufen die nötige Summe zusammenzubekommen.

Führungskräfte von Hongkonger Zeitung vor Gericht

Der Chefredakteur der Hongkonger Zeitung "Apple Daily" und der Geschäftsführer der Muttergesellschaft Next Digital sind erstmals vor Gericht erschienen. Ihnen wird vorgeworfen, in Absprache mit dem Ausland die nationale Sicherheit gefährdet zu haben. Gegen drei weitere mit ihnen am Donnerstag verhaftete Führungskräfte der Zeitung gab es noch keine Anklage. Sie wurden gegen Kaution freigelassen. Die Polizei begründet ihr Vorgehen mit mehr als 30 Artikeln, in denen zu internationalen Sanktionen gegen Hongkong und China aufgerufen worden sei. Viele betrachten dies als Angriff auf die Pressefreiheit - erstmals unter dem Deckmantel des umstrittenen Sicherheitsgesetzes. "Apple Daily" gilt als lautstarker Verteidiger von Bürgerrechten in Hongkong, das bei der Übergabe von Großbritannien an China größere Freiheiten zugestanden bekommen hat als die übrigen Teile der Volksrepublik. Zeitungsgründer Jimmy Lay sitzt derzeit eine 20-monatige Gefängnisstrafe ab. Er wurde wegen seiner Rolle bei ungenehmigten Versammlungen verurteilt.

Lloyd Webber lehnt Musicalstart als Pilotprojekt ab

Der britische Komponist Andrew Lloyd Webber hat das Angebot von Premierminister Boris Johnson abgelehnt, sein neues Musical "Cinderella" als Teil eines Pilotversuchs vor einem vollbesetzen Theater zu spielen. Das berichtet die BBC. Lloyd Webber begründete seine Entscheidung damit, dass die Theaterbranche unterbewertet und zweitrangig behandelt worden sei und das Angebot nicht auch für andere Theaterveranstaltungen gelte. Johnson hatte vorher erklärt, dass er in Verhandlungen mit dem Komponisten stünde. Nachdem der 73jährige die Teilnahme am Pilotprojekt abgelehnt hat, erklärte Lloyd Webber, dass sein Musical nächste Woche mit 50 Prozent Auslastung starten werde - im aktuell erlaubten gesetzlichen Rahmen.

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