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Kulturnachrichten

Freitag, 1. Januar 2021

Portugiesische Fado-Legende Carlos do Carmo ist tot

Der bekannte portugiesische Fado-Sänger Carlos do Carmo ist tot. Wie die Regierung in Lissabon mitteilte, starb do Carmo am Freitag im Alter von 81 Jahren. Er galt als "Stimme Lissabons" und war einer der besten Vertreter des Fado, eines von Melancholie und dem Gefühl der Sehnsucht geprägten Musikstils. Do Carmo war 2014 für sein Gesamtwerk mit einem Latin Grammy Award ausgezeichnet worden. Er trat auf vielen internationalen Bühnen auf, etwa im Olympia in Paris, in der Royal Albert Hall in London und in der Frankfurter Oper. Wegen do Carmos Tod hat Portugals Regierung für Montag eine eintägige Staatstrauer angesetzt.

Papst verlängert Jakobusjahr bis 2022

Papst Franziskus hat das Heilige Jakobusjahr 2021 wegen der Pandemie bis 2022 verlängert. Das wurde beim traditionellen Ritual zum Auftakt Heiliger Jakobusjahre verkündet: der zeremoniellen Öffnung der heiligen Pforte in der Kathedrale im nordspanischen Santiago de Compostela. Dort ist der Überlieferung zufolge der heilige Apostel Jakobus bestattet; sein Grab ist Ziel der Jakobsweg-Pilger. Mit der Verlängerung soll sich der Betrieb auf dem berühmtesten Pilgerweg Europas von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen, und die Pilger sollen sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, baldmöglichst in ungewissen Zeiten aufzubrechen. Heilige Jakobusjahre fußen auf einem päpstlichen Privileg aus dem 12. Jahrhundert; sie stehen immer dann an, wenn der Jakobustag, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt.

Drehstopp in Hollywood wegen hoher Corona-Zahlen

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen sind in Hollywood erneut nahezu sämtliche Dreharbeiten eingestellt worden. Die Produktion sei bis mindestens Mitte Januar unterbrochen, teilte die Schauspielergewerkschaft Sag-Aftra mit. Die Gesundheitsbehörden des Kreises Los Angeles hatten die Filmproduzenten zuvor aufgefordert, eine Pause einzulegen. In Südkalifornien gilt bis auf Weiteres eine Ausgangssperre. Viele Krankenhäuser sind überlastet und können keine weiteren Notfälle mehr aufnehmen. Hollywood hatte bereits im März einen Produktionsstopp verhängt. Im Sommer wurden einige Dreharbeiten wieder aufgenommen, allerdings in viel geringerem Umfang als normal.

Neues Museum am Weltkulturerbe Danewerk

Das Weltkulturerbe Haithabu-Danewerk im Norden Schleswig-Holsteins soll ein neues Museum bekommen. Der Südschleswigsche Verein (SSF) wird sein "Danevirke Museum" am ehemaligen Befestigungswall durch einen Neubau ersetzen, wie die "Schleswiger Nachrichten" berichten. Rund 9,5 Millionen Euro wollen zwei dänische Stiftungen dafür aufbringen. Das Land Schleswig-Holstein und der dänische Staat werden gemeinsam 265.000 Euro pro Jahr für den Betrieb bereitstellen. Die Eröffnung ist für 2024 geplant. Das Danewerk ist eine Festungsanlage aus dem 5. oder 6. Jahrhundert, mit der die Dänen ihre Südgrenze sicherten. Es galt einst als größtes Bauwerk Nordeuropas. Gemeinsam mit der Wikingersiedlung Haithabu ist das Danewerk seit 2018 Unesco-Welterbe.

Begriff "Einzelfälle" wird "Floskel des Jahres"

Sprachkritiker haben den Begriff "Einzelfälle" mit dem Negativpreis "Floskel des Jahres" ausgezeichnet. Schon der "Einzelfall" könne als Euphemismus, also als Beschönigung, betrachtet werden. Doch mit den "Einzelfällen" hätten Polizei und Politik eine unrühmliche Komposition erfunden, um Fälle von Rechtsextremismus in Behörden zu verharmlosen. Dies sei "brandgefährlich", sagten die Betreiber der Website "Floskelwolke", Stiehl und Pertsch. Das sprach- und medienkritische Projekt macht seit sechs Jahren auf Floskeln, Phrasen und fragwürdige Formulierungen in deutschsprachigen Nachrichtentexten aufmerksam. Mit "Corona-Gegner", "Europäische Lösung", "Clan-Kriminalität" und "Fremdenfeindlichkeit" wurden noch vier weitere Floskeln gekürt.

Australien ändert den Text seiner Nationalhymne

Als Zeichen der Anerkennung für die indigene Bevölkerung hat Australien zum Jahreswechsel den Text seiner Nationalhymne geändert. Wie Premierminister Morrison in der Zeitung "The Age" ankündigte, soll die zweite Zeile der Hymne nicht mehr "dass wir jung und frei sind", sondern "dass wir einig und frei sind" lauten. Die Änderung nehme "nichts weg, füge jedoch "viel hinzu", schrieb Morisson. Die Geschichte der australischen Ureinwohner reicht zehntausende Jahre zurück. Zugleich hadert das Land mit seiner kolonialen Vergangenheit und der Ungleichheit zwischen indigenen Einwohnern und dem Rest der Bevölkerung. In den vergangenen Monaten hatte es zahlreiche Proteste wegen ungeklärter Todesfälle von Ureinwohnern in Gefängnissen gegeben.

Französischer Schauspieler Robert Hossein ist tot

Der französische Schauspieler und Regisseur Robert Hossein ist tot. Er starb am Donnerstagmorgen nach Atemproblemen im Krankenhaus, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Hosseins Ehefrau berichtete. Der durch die "Angélique"-Filme international bekannt gewordene Hossein war am Mittwoch 93 Jahre alt geworden. Hossein spielte in seiner sieben Jahrzehnte währenden Karriere in rund hundert Filmen und führte bei etwa fünfzehn Filmen Regie. Erste Erfolge feierte der in Paris geborene Sohn des iranischen Komponisten Aminollah Hossein als Theaterregisseur. Später spielte er etwa in dem Krimi "Riffi" und wurde mit der "Angélique"-Serie zu einem Sexsymbol im Frankreich der 1960er Jahre. Ab den 1980er Jahren an entwickelte Hossein eine Vorliebe für spektakuläre Theater-Inszenierungen.

Komponist Paul-Heinz Dittrich gestorben

Der Komponist Paul-Heinz Dittrich ist tot. Er sei am Montag in Zeuthen bei Berlin 90-jährig gestorben, teilte die Akademie der Künste mit. Mit seinem Werk habe er die neuere Musikgeschichte entscheidend geprägt, hieß es. Er gelte als eine der prägendsten Künstlerpersönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Er vertonte Literatur unter anderem von Samuel Beckett, Franz Kafka, James Joyce, Heiner Müller und insbesondere von Paul Celan. Dittrich studierte Komposition von 1958 bis 1960 als Meisterschüler bei Rudolf Wagner-Régeny. Seit 1983 war er Mitglied der Akademie der Künste der DDR und bildete bis 1991 Meisterschüler aus. Er war u.a. auch Professor für Komposition an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin. Dittrich galt als wichtiger Vertreter der avancierten Musik in der DDR. Sein Vorlass befindet sich nach den Angaben bereits im Archiv der Akademie der Künste.

BVMW fordert mehr Unterstützung für Kulturschaffende

Der Mittelstand fordert die Bundesregierung auf, Kulturschaffende in der Krise stärker zu unterstützen. "Für sehr viele der 1,8 Millionen Kunst- und Kreativschaffenden geht es derzeit um das wirtschaftliche Überleben", berichten die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft (BVMW) an Staatsministerin Monika Grütters. Konkret schlage der Verband vor, "dass die November- und Dezemberhilfen von betroffenen Betrieben schon bei einem Umsatzrückgang von 50 Prozent beantragt werden könnten". Zudem sollte die einmalige Betriebskostenpauschaule der Überbrückungshilfe III für Solo-Selbstständige (Neustarthilfe) von 25 auf 50 Prozent des Vergleichsumsatzes angehoben werden.

Neuseeland feiert ohne Corona-Beschränkungen

Mit einer Reihe von großen Musikfestivals und Feuerwerksshows hat Neuseeland das neue Jahr begrüßt. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat der Inselstaat im Südpazifik seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr verzeichnet. Daher konnten die Veranstaltungen ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder anderen coronabedingten Einschränkungen stattfinden. Eine der größten Silvesterveranstaltungen ist das dreitägige Musikfestival Rhythm and Vines, das nahe der Stadt Gisborne im Nordosten der Nordinsel über die Bühne geht. Neuseeland gilt dank früher und strikter Maßnahmen als erfolgreich im Kampf gegen das Coronavirus. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Inselstaat 2162 Fälle bestätigt, 25 Menschen starben mit dem Erreger Sars-CoV-2.

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