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Kulturnachrichten

Mittwoch, 28. Oktober 2020

Deutscher Kandidat für Oscars nominiert

Der Spielfilm "Und morgen die ganze Welt" von Julia von Heinz geht für Deutschland ins Oscar-Rennen. Das Politdrama wurde unter zehn Bewerbern als Kandidat für die Kategorie "Bester internationaler Spielfilm" ausgewählt. Dies teilte German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, in München mit. Die Oscar-Academy wird aus den internationalen Bewerbungen fünf Filme nominieren. Die Liste soll am 5. Februar 2021 bekanntgegeben werden.

Grütters fordert massive Hilfen für Kulturszene

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will mit Blick auf die bevorstehenden Schließungen massive Hilfen auch für die Kulturszene. Es gehe für die Branche um Leben und Tod, sagte die CDU-Politikerin der Bild-Zeitung. Die Künstler und Kreativen hätten sich in der ganzen Krise ungeheuer fair verhalten, obwohl es an ihren Lebensnerv gehe. Grütters sprach sich für Hilfen wie in anderen Branchen aus. Es gehe um Tausende Kinos, Privattheater, das gesamte Bühnengeschehen, Klubs, Tänzer, Filmschaffende, Bühnenbauer, Gesangstrainer und Maskenbildner - und um mehr als 1,5 Millionen Menschen, die mehr als 100 Milliarden zum Bruttoinlandsprodukt an Wertschöpfung beitrügen. Es müsse über ganz andere Hilfsstrukturen geredet werden. Einnahme- und Verdienstausfälle müssten kompensiert werden, vor allem aber müsse der Lebensentwurf der Soloselbstständigen endlich ernst genommen werden, so Grütters.

Chemnitz soll 2025 Kulturhauptstadt Europas werden

Die internationale Jury hat sich entschieden: Chemnitz soll in in fünf Jahren Deutschland als Kulturhauptstadt Europas repräsentieren. Das Team hatte die sächsische Stadt damit beworben, Leute und Orte sichtbar machen zu wollen, die man sonst nicht sieht. Chemnitz war vor zwei Jahren tagelang im Ausnahmezustand gewesen, weil die rechte Szene nach einem Todesfall aus dem ganzen Bundesgebiet nach Chemnitz gereist war, um zu demonstrieren. Nun setzte sich Chemnitz gegen Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg durch. Ende des Jahres soll die Kultusministerkonferenz die Empfehlung endgültig bestätigen. Die zweite Europäische Kulturhauptstadt 2025 stellt Slowenien. Die Entscheidung soll im Dezember verkündet werden.

Beschädigungen auf Berliner Museumsinsel mit Pflanzenöl

Bei den Beschädigungen auf der Berliner Museumsinsel am Tag der Deutschen Einheit wurde Pflanzenöl verwendet. Das geht aus einer Analyse für Kulturstaatsministerin Monika Grütters hervor, über die der "Spiegel" berichtet. Fünfzig Artefakte müssten restauriert werden. An die zwanzig seien bereits gereinigt worden. Ebenso Böden, Wände und Vitrinen. Das Magazin meldet auch, dass Grütters im Sommer einen Antrag der Staatlichen Museen abgelehnt hatte, die mit 1,3 Millionen Euro die Sicherheitsmaßnahmen verstärken wollten.

Kündigung von Gregor Seyffert unwirksam

Das Arbeitsgericht Berlin hat das Land aufgefordert, den Künstlerischen Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin, Gregor Seyffert, weiter zu beschäftigen. Die außerordentliche Kündigung des Landes Berlin sei unwirksam, so das Gericht, weil sie nicht fristgerecht ausgesprochen wurde. Die am selben Tag vorgelegte ordentliche Kündigung sei auch unwirksam, weil der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst diesen Fall ausschließe. Dem ebenfalls gekündigten Leiter des Berliner Landesjugendballetts, Ralf Stabel, und Seyffert war Kindeswohlgefährdung vorgeworfen worden.

Bühnen in München antworten der bayerischen Politik

Die Münchener Staatsoper, das Residenztheater, die Kammerspiele, Gärtnerplatz- und Volks-Theater: Die Ensembles wollen weiterarbeiten. Deshalb haben sie einen Brief an die bayerische Landesregierung geschrieben. Darin äußern sie ihr Unverständnis, trotz "gewissenhafter und bewährter" Hygienekonzepte beschuldigt zu werden, "Super-Spreader-Ereignisse" provoziert zu haben. Es könne nicht sein, dies zu suggerieren, weil es dazu keine belastbaren Zahlen gebe. Dies solle die Politik zur Kenntnis nehmen und sie spielen lassen.

Corona vernichtet weltweit bis zu 3,5 Mrd. Euro Tantiemen

Seit März konnten wenige Künstler live auftreten. Deshalb sind weltweit auch die Tantiemen weggebrochen. Der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften (CISAC) teilte mit, die Einnahmen für Auftritte seien um bis zu 35 Prozent oder 3,5 Milliarden Euro zurückgegangen. Am stärksten betroffen sei der Live-Bereich mit Einbußen von bis zu 80 Prozent in manchen Ländern. Millionen von Urhebern verlieren gerade ihre Lebensgrundlage, kommentierte CISAC-Präsident Björn Ulvaeus, der mit "Abba" weltberühmt geworden ist.

Hermann Hesse Literaturpreis für Iris Hanika

Die Berliner Schriftstellerin Iris Hanika wird für ihren Roman "Echos Kammern" ausgezeichnet. Sie erhält am Donnerstag den Hermann Hesse Literaturpreis für ihre "verbindende Kraft einer in feinste Nuancen dringenden Sprache", wie das Rathaus von Karlsruhe mitteilte. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird seit 1957 alle zwei Jahre von der Stiftung Hermann Hesse Literaturpreis in Karlsruhe verliehen. Preisträger waren unter anderem Adolf Muschg, Marlene Streeruwitz, Rafik Schami, Angelika Klüssendorf und Christian Kracht.

NGO "Comic Relief" stoppt Promi-Reisen nach Afrika

Die 1985 in Großbritannien gegründete Wohltätigkeitsorganisation "Comic Relief" ändert ihre Pressearbeit. Als Reaktion auf Kritik wird sie keine Prominenten mehr nach Afrika schicken. Auch Bilder von hungernden Menschen oder schwerkranken Kindern werde es nicht mehr geben, erklärte Mitbegründer Sir Lenny Henry gegenüber der BBC. Stattdessen würden heute die ersten drei Videos präsentiert, die von Filmemachern aus mehreren afrikanischen Ländern produziert wurden. Darin gehe es um psychische Gesundheit, Klimawandel und Zwangsheiraten.

"Charlie Hebdo" empört Erdogan mit Karikatur

In den Streit zwischen Frankreich und der Türkei hat sich das Satiremagazin "Charlie Hebdo" eingemischt. Die Titelseite der aktuellen Ausgabe zeigt eine Karikatur, die Präsident Erdogan in Unterhosen mit einem Bier in der Hand zeigt. Mit der anderen hebt er den Rock einer verschleierten Frau. Die Zeichnung trägt den Titel: "Erdogan: Unter vier Augen ist er sehr lustig". Der Sprecher von Erdogan nannte dies "kulturellen Rassismus". Man verurteile das Bemühen, Hass zu verbreiten. Der französische Präsident Macron verteidigt nach der Ermordung eines Lehrers die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen.

Holocaust-Überlebende gegen designierten Chef von Yad Vashem

Ephraim Eitam sollte nicht der neue Vorsitzende der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem werden. Über den Protest gegen den vom israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu nominierten Chef der Nationalreligiösen Partei berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf "Haaretz". Sie zitiert aus einem Brief der Vorsitzenden des Dachverbands der Holocaust-Organisationen in Israel, Avital, in dem kritisiert wird, dass der Kandidat die Kriterien für das wichtige Amt nicht erfülle. Eitam habe als Minster und Knesset-Abgeordneter die Vertreibung der Palästinenser aus dem Westjordanland und ihren Ausschluss aus dem Parlament gefordert. Der langjährige Leiter von Yad Vashem, Avner Shalev, steht vor der Pensionierung.

kadawittfeldarchitektur erweitert die Komische Oper Berlin

63 Entwürfe wurden eingereicht, um einen Neubau für die denkmalgeschützte Komische Oper in Berlin zu errichten. Den Wettbewerb hat das Aachener Architekturbüro kadawittfeldarchitektur gewonnen. Das Team um Kilian Kada wird sich um neue Probebühnen, Büros, Technikräume und Gastronomie kümmern. Mit einer großen Glasfassade über mehrere Geschosse soll laut Bausenatorin Lüscher ein sowohl funktionaler als auch repräsentativer Ort Unter den Linden entstehen. Das Bauprojekt ist auf 227 Millionen Euro veranschlagt worden. Baubeginn soll 2023 sein.

Eltern fehlt es an Zeit und Bereitschaft zum Vorlesen

Eltern fehlte es im vergangenen Jahr wieder häufig an Zeit und Bereitschaft zum Vorlesen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Vorlesestudie der Stiftung Lesen, für die rund 500 Eltern von Kindern zwischen ein und sechs Jahren befragt wurden. Dass ein Drittel der Mütter und Väter selten oder nie vorlesen, sei eine seit Jahren konstante Zahl, heißt es. Knapp die Hälfte davon gab an, aus Überlastung oder Erschöpfung zu wenig zum Vorlesen zu kommen. Der andere Teil glaubte, ihren Kindern würde anderswo genug vorgelesen. Fast 70 Prozent gaben an, ihre Kinder besäßen höchstens zehn Bücher.

"Keinohrhasen"-Drehbuchautorin gewinnt 1. Instanz

Wieviel Geld Til Schweigers Kinofilme "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken" eingebracht haben: Das zu erfahren steht der Drehbuchautorin Anika Decker zu. Dieses Urteil sprach das Landgericht Berlin. Die Produktionsfirma und Rechteinhaberin der Filme sowie ein Medienkonzern seien mit Blick auf die Verwertungserträge dieser Filme verpflichtet, ihre Erträge auch durch DVD, Pay-TV und Streamingdienste offenzulegen, hieß es zur Begründung. Hintergrund der Klage ist der sogenannte "Fairnessparagraf" im Urheberrecht. Er sieht eine Nachvergütung vor, wenn die ursprünglich vereinbarte Honorierung und die später erzielten Erträge in auffälligem Missverhältnis stehen. 2008 war "Keinohrhasen" der erfolgreichste deutsche Kinofilm. Laut Zivilkammer 15 des Landgerichts sei es unerheblich, ob die Klägerin Alleinautorin der Drehbücher oder lediglich Mitautorin gewesen sei.

"Stuttgart 21" ist zu Kunst geworden

"Stuttgart 21" ist zu Kunst geworden. Als riesige Skulptur des Künstlers Peter Lenk. Es trägt den Titel "S 21. Das Denkmal - Chroniken einer grotesken Entgleisung" und steht vor dem Stuttgarter Stadt-Palais. Es ist neun Meter hoch, zehn Tonnen schwer und stellt über 150 Menschen dar, die mit dem umstrittenen Projekt der Deutschen Bahn beschäftigen waren. Herzstück des Satire-Kunstwerks ist eine Figur, die an Laokoon aus der griechischen Mythologie angelehnt ist und die Züge des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) trägt. Das Kunstwerk wurde aus privaten Spenden finanziert und ist vorerst bis März kommenden Jahres zu sehen.

Welttag des audiovisuellen Erbes mit Deutschlandradio-Archivmaterial

Aus Anlass des heutigen Unesco-Welttages des Audiovisuellen Erbes öffnet der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland seine Archive. Das Deutsche Rundfunkarchiv, die ARD und das Deutschlandradio machen zeitgeschichtlich relevantes Material online frei zugänglich. Es ist zeitlich unbegrenzt in den Mediatheken zu finden. Aus rechtlichen Gründen derzeit allerdings nur mit Produktionen vor 1966. Das Archiv des Deutschlandradios reicht zurück bis ins Jahr 1946.

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