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Kulturnachrichten

Freitag, 23. Oktober 2020

Demonstration für autonome Theater-Uni in Budapest

Rund 10.000 Menschen sind am Freitagabend durch die ungarische Hauptstadt gezogen, um für die Autonomie der Budapester Theater- und Film-Universität (SZFE) zu demonstrieren. Die Protestierenden marschierten weitgehend schweigend, berichtete das Nachrichtenportal "merce.hu". Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie "Die Kunst ist frei" und "Es reicht!". Der Zug endete mit einem Programm vor dem Gebäude der Theater-Uni, das die Studenten seit fast zwei Monaten besetzen. Am 1. September hatte die rechtsnationale Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban der wichtigsten Ausbildungsstätte für Theaterleute und Filmemacher in Ungarn die Autonomie entzogen. Ein von der Regierung eingesetztes Kuratorium hatte damals praktisch alle Leitungsfunktionen übernommen und den gewählten Senat entmachtet.

"Emma" verleiht FDP-Chef Lindner Negativ-Preis

Die Zeitschrift "Emma" hat den FDP-Vorsitzenden Lindner zum "Sexist Man Alive 2020" ernannt. Keiner sei so anzüglich wie Lindner, heißt es in der Begründung. Auslöser war die Ablösung von Generalsekretärin Linda Teuteberg. Bei der hatte er gesagt, er denke gern daran, dass er in den vergangenen 15 Monaten ungefähr 300 Mal den Tag zusammen mit ihr begonnen habe. Für den Spruch hatte sich Lindner später entschuldigt. Der Negativ-Titel für den Sexisten des Jahres ist eine Abwandlung der Auszeichnung "Sexiest Man Alive", die vom US-Magazin "People" verliehen wird. Vergangenes Jahr hatte "Emma" den umstrittenen Rapper Kollegah zum "Sexist Man Alive" gekürt.

Forscherpaar in Orden Pour le mérite aufgenommen

Die deutschen Kulturwissenschaftler Aleida Assmann und Jan Assmann werden Mitglied im Orden Pour le mérite. Das Paar wurde zusammen mit dem US-Anthropologen Michael Tomasello in die Vereinigung gewählt, wie Kulturstaatsministerin Grütters in Berlin mitteilte. Den Orden bekommen Menschen, die Verdienste in Wissenschaft und Kunst erworben haben. Der Vereinigung gehören derzeit jeweils 40 Persönlichkeiten aus dem Inland und dem Ausland an. Das Forscherpaar Assmann hatte 2018 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen. Die Kulturwissenschaftlerin und der Ägyptologe haben sich mit Forschungen zur Erinnerungskultur von Gesellschaften einen Namen gemacht - vom alten Ägypten bis zur Gegenwart.

Humboldt Forum wird um 33 Millionen Euro teurer

Der Bau des Berliner Humboldt Forums verteuert sich erneut - diesmal um 33 Millionen Euro. Damit ist der vom Bundestag gesetzte Kostenrahmen von 644 Millionen Euro gesprengt, nun wird mit 677 Millionen Euro gerechnet. Die Stiftung Humboldt Forum bestätigte Berichte der "Berliner Morgenpost" und der "Berliner Zeitung", die sich auf das Bundesbauministerium beriefen. Als Grund werden die zusätzlichen Kosten wegen des Coronavirus genannt. "Die Auswirkungen der weltweiten Covid19-Pandemie beeinträchtigen neben zahlreichen anderen Baustellen des Bundes auch die des Humboldt Forums", erklärte ein Sprecher.

Fury In The Slaughterhouse feiert Comeback

Nach mehr als zehn Jahren Pause hat die Rockband "Fury In The Slaughterhourse" eine neue Single veröffentlicht. Der Titel: "Sometimes (Stop To Call)". Die Fans können sich nun auch auf ein neues Studioalbum der Hannoveraner freuen, die vier Millionen verkaufte Tonträger und mehr als 1500 Konzerten verzeichnen. 13 Jahre nach der bisher letzten Veröffentlichung soll im April 2021 das Album "NOW" erscheinen, wie die Plattenfirma mitteilte. "Fury In The Slaughterhouse" hatten sich 1986 gegründet. Große Erfolge feierten sie mit Songs wie "Won't Forget These Days" und "Time To Wonder". 2008 löste sich die Band dann offiziell auf und spielte im Anschluss nur noch vereinzelte Konzerte.

Royal Opera House verkauft Werk von David Hockney

Das Royal Opera House in London hat ein Gemälde des britischen Künstlers David Hockney verkauft und damit einen Millionenbetrag eingenommen. Der Grund ist, dass die Oper wegen der Corona-Krise in Geldschwierigkeiten gekommen ist. Das Kunstwerk "Portrait of Sir David Webster" wurde am Donnerstagabend bei einer Auktion von Christie's für umgerechnet 14,3 Millionen Euro versteigert. Hockneys Werk aus den 70er Jahren zeigt den ehemaligen Chef des berühmten Opernhauses, David Webster. "Der Erlös wird dazu verwendet werden, um sicherzustellen, dass die größten Künstler der Welt wieder auf unsere Bühnen zurückkehren können", sagte der Generaldirektor des Hauses, Alex Beard.

Parzinger besorgt über Angriffe auf deutsche Museen

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Parzinger, hat sich besorgt über Angriffe auf deutsche Museen gezeigt. Die mutwillige Beschädigung einzelner Objekte, wie zuletzt auf der Berliner Museumsinsel, stelle eine neue Bedrohungslage für das kulturelle Erbe dar, sagte Parzinger dem Deutschlandfunk. Es gebe ganz klar eine Tendenz in die Richtung, dass Museen in ihrer Freiheit eingeschränkt werden, Themen kritisch oder provozierend zu präsentieren. Da müsse man aufpassen, so Parzinger.

Hofer Filmpreis für Axel Ranisch

Regisseur Axel Ranisch ist mit dem Filmpreis der Stadt Hof ausgezeichnet worden. Seine schauspielerischen Darbietungen zeigten Vielseitigkeit, steckten voller Überraschungen und seine Regie-Arbeiten jonglierten mit Realität und Wirklichkeitsverlust, hieß es zur Begründung. Mit dem Preis würdigt die bayerische Stadt seit 1986 einen Impulsgeber des deutschen Films, der eng mit den Hofer Filmtagen verbunden ist. Ranisch präsentierte dort schon sechs Produktionen, darunter "Dicke Mädchen". Der Förderpreis "Neues Deutsches Kino" für den besten Film geht diesmal an Regisseur Marcus Lenz. In seinem Film "Rivale" reist eine Neunjährige aus der Ukraine ihrer Mutter nach, die als illegale Pflegekraft in Deutschland arbeitet.

Wildermuth wird Intendantin beim BR in München

Die bisherige Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks in Halle, Katja Wildermuth, wird neue Intendantin des Bayerischen Rundfunks. Wie der BR mitteilte, wählte der Rundfunkrat Wildermuth zur Nachfolgerin von Ulrich Wilhelm. Sie wird damit die erste Frau an der Spitze der viertgrößten öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalt sein. Wildermuth stammt aus Berlin. Ab 2004 leitete sie die Redaktion Geschichte und Gesellschaft beim MDR. 2016 wechselte sie zwischenzeitlich als Kulturchefin zum Norddeutschen Rundfunk. Auf die Frage, ob sie stolz sei, in 70 Jahren die erste Frau an der Spitze des Bayerischen Rundfunks zu sein, sagte die 55-Jährige, es gehe ihr vor allem um gesellschaftliche Pluralität.

Bund will Hamburger Bahnhof in Berlin kaufen

Die Bundesregierung hat offenbar großes Interesse am Erwerb des Hamburger Bahnhofs in Berlin. Wie es in einer Antwort auf eine FDP-Anfrage heißt, führt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben derzeit Gespräche mit der Eigentümerin des Grundstücks, einer österreichischen Immobiliengesellschaft. Ziel sei es, den Museumsstandort in dem historisch einzigartigen Gebäude auf Dauer zu sichern. Der Hamburger Bahnhof gehört als Ausstellungshaus zu den derzeit sechs Standorten der Berliner Nationalgalerie und ist Teil der Staatlichen Museen. Das Gebäude werde seit 1996 durch das Land Berlin genutzt und sei ein eingeführtes Markenzeichen für zeitgenössische Kunst.

Sacharow-Preis geht an die Opposition in Belarus

Der Sacharow-Preis des Europaparlaments geht in diesem Jahr an die Opposition in Belarus. Das teilte EU-Parlamentspräsident David Sassoli in Brüssel mit. "Lassen Sie mich den Vertretern der belarussischen Opposition zu ihrem Mut, ihrer Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit gratulieren. Sie boten und bieten weiterhin einem viel stärkeren Gegner die Stirn. Sie haben die Wahrheit auf ihrer Seite, die mit roher Gewalt niemals bezwungen werden kann", so Sassoli. Die EU stehe an der Seite der Demonstranten, die seit mehr als zwei Monaten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko auf die Straße gehen. Die demokratische Opposition in Belarus wird durch den Koordinierungsrat vertreten, eine Initiative mutiger Frauen sowie prominenter Persönlichkeiten aus Politik und Zivilgesellschaft. Seit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom 9. August befindet sich Belarus in einer politischen Krise.

Der Schriftsteller Guntram Vesper ist gestorben

Der Schriftsteller Guntram Vesper ist im Alter von 79 Jahren in Göttingen gestorben. Das teilte sein Verlag Schöffling & Co. in Frankfurt am Main mit. Das Werk des gebürtigen Sachsen wurde vielfach ausgezeichnet. 2016 erhielt Vesper für sein spätes Romandebüt "Frohburg" den Preis der Leipziger Buchmesse. In dem mehr als 1000-seitigen Epos verwebt der Autor persönliche Erlebnisse, Reflexionen und Anekdoten mit der deutsch-deutschen Geschichte. Vesper wurde 1941 in Frohburg, einer Kleinstadt südlich von Leipzig, geboren. Mit 16 Jahren flüchtete er mit seiner Familie in die Bundesrepublik. Nach Buchveröffentlichungen, Hörspielproduktionen und journalistischen Aufträgen entschied sich Vesper, als freier Schriftsteller zu arbeiten.

Museen bekommen Geld für Herkunftsforschung

Deutsche Museen werden künftig bei ihrer Forschung zur Herkunft von Museumsgütern aus der Kolonialzeit finanziell noch besser unterstützt. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste bewilligte mehr als eine Million Euro für acht entsprechende Forschungsprojekte, teilte das vom Bund finanzierte Zentrum in Magdeburg mit. Neu gefördert werden das Arnold-Bergsträsser-Institut der Universität Freiburg, die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen, das Kooperationsprojekt "Ostfriesische Landschaft", das Museum-Naturalienkabinett Waldenburg, das Deutsche Schifffahrtsmuseum, die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, das Münchner Museum Fünf Kontinente und das Übersee-Museum Bremen.

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