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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Wildermuth wird Intendantin beim BR in München

Die bisherige Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks in Halle, Katja Wildermuth, wird neue Intendantin des Bayerischen Rundfunks. Wie der BR mitteilte, wählte der Rundfunkrat Wildermuth zur Nachfolgerin von Ulrich Wilhelm. Sie wird damit die erste Frau an der Spitze der viertgrößten öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalt sein. Wildermuth stammt aus Berlin. Ab 2004 leitete sie die Redaktion Geschichte und Gesellschaft beim MDR. 2016 wechselte sie zwischenzeitlich als Kulturchefin zum Norddeutschen Rundfunk. Auf die Frage, ob sie stolz sei, in 70 Jahren die erste Frau an der Spitze des Bayerischen Rundfunks zu sein, sagte die 55-Jährige, es gehe ihr vor allem um gesellschaftliche Pluralität.

Sacharow-Preis geht an die Opposition in Belarus

Der Sacharow-Preis des Europaparlaments geht in diesem Jahr an die Opposition in Belarus. Das teilte EU-Parlamentspräsident David Sassoli in Brüssel mit. "Lassen Sie mich den Vertretern der belarussischen Opposition zu ihrem Mut, ihrer Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit gratulieren. Sie boten und bieten weiterhin einem viel stärkeren Gegner die Stirn. Sie haben die Wahrheit auf ihrer Seite, die mit roher Gewalt niemals bezwungen werden kann", so Sassoli. Die EU stehe an der Seite der Demonstranten, die seit mehr als zwei Monaten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko auf die Straße gehen. Die demokratische Opposition in Belarus wird durch den Koordinierungsrat vertreten, eine Initiative mutiger Frauen sowie prominenter Persönlichkeiten aus Politik und Zivilgesellschaft. Seit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom 9. August befindet sich Belarus in einer politischen Krise.

Der Schriftsteller Guntram Vesper ist gestorben

Der Schriftsteller Guntram Vesper ist im Alter von 79 Jahren in Göttingen gestorben. Das teilte sein Verlag Schöffling & Co. in Frankfurt am Main mit. Das Werk des gebürtigen Sachsen wurde vielfach ausgezeichnet. 2016 erhielt Vesper für sein spätes Romandebüt "Frohburg" den Preis der Leipziger Buchmesse. In dem mehr als 1000-seitigen Epos verwebt der Autor persönliche Erlebnisse, Reflexionen und Anekdoten mit der deutsch-deutschen Geschichte. Vesper wurde 1941 in Frohburg, einer Kleinstadt südlich von Leipzig, geboren. Mit 16 Jahren flüchtete er mit seiner Familie in die Bundesrepublik. Nach Buchveröffentlichungen, Hörspielproduktionen und journalistischen Aufträgen entschied sich Vesper, als freier Schriftsteller zu arbeiten.

Museen bekommen Geld für Herkunftsforschung

Deutsche Museen werden künftig bei ihrer Forschung zur Herkunft von Museumsgütern aus der Kolonialzeit finanziell noch besser unterstützt. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste bewilligte mehr als eine Million Euro für acht entsprechende Forschungsprojekte, teilte das vom Bund finanzierte Zentrum in Magdeburg mit. Neu gefördert werden das Arnold-Bergsträsser-Institut der Universität Freiburg, die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen, das Kooperationsprojekt "Ostfriesische Landschaft", das Museum-Naturalienkabinett Waldenburg, das Deutsche Schifffahrtsmuseum, die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, das Münchner Museum Fünf Kontinente und das Übersee-Museum Bremen.

Der Modefotograf Frank Horvat ist tot

Der Mode- und Porträtfotograf Frank Horvat ist tot. Er sei gestern im Alter von 92 Jahren gestorben, teilte die Pariser Galerie Lelong mit. Horvat habe die Modefotografie erneuert, in dem er die Models auf der Straße fotografiert habe, heißt es in der Mitteilung weiter. In seiner 70-jährigen Karriere fotografierte Horvat zunächst Reportagen, in den 60er Jahren konzentrierte er sich auf die Modewelt und Momentaufnahmen des Lebens in Paris. In der französischen Hauptstadt lebte der gebürtige Kroate seit Ende der 50 Jahre.

Oscar für Film-Studenten in Ludwigsburg

Der Regie-Student Pascal Schelbli von der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg ist mit einem Studenten-Oscar ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand erstmals seit 1972 coronabedingt virtuell statt. Die Oscar-Akademie in Beverly Hills veröffentlichte ein Video mit Filmausschnitten und Dankesreden der Preisträger. Neben Schelbli wurden 16 weitere Studierende aus aller Welt ausgezeichnet. Sein Kurzfilm "The Beauty" gewann in der Sparte Animation im internationalen Wettbewerb. Darin zeigt der Schweizer die mit Plastikmüll verseuchte Unterwasserwelt. Die Preisträger sind mit ihren Filmen auch für den Oscar-Wettbewerb im nächsten Jahr nominiert.

Diskussion über die Sicherheit von Kunstwerken

Trotz der mutwilligen Sachbeschädigungen an Kunstwerken auf der Berliner Museumsinsel sieht der Direktor des "Museum Ludwig" in Köln kein Sicherheitsdefizit. Auch ein wachsendes Bedrohungs-Szenario für die Museums-Landschaft könne er nicht erkennen, erklärte Yilmaz Dziewior im Deutschlandfunk Kultur. "Natürlich stürzt sich die Presse gern auf so was, weil es Aufmerksamkeit erregt". Aber wenn man sich alle Museen in Deutschland anschaue, sehe man, wie wenig letztlich doch passiere.

"Banksy-Monet" für 7,6 Millionen Pfund versteigert

Das Gemälde "Show Me the Monet" des britischen Künstlers Banksy ist für umgerechnet 8,4 Millionen Euro versteigert worden. Es ist der zweithöchste Auktions-Preis, der je für eines seiner Werke zusammengekommen ist. Banksys Gemälde greift das impressionistische Meisterwerk "Die japanische Brücke" von Claude Monet auf und verwandelt die Idylle des Gartens in Giverny in einen modernen illegalen Müllablade-Platz, im Seerosen-Teich dümpeln ein Einkaufswagen und ein orange-farbener Verkehrskegel. Banksy ist als Graffiti-Künstler weltberühmt geworden. Seine Identität ist aber nur einer Handvoll Vertrauter bekannt. Seine Werke haben oft politische Botschaften.

Keith Jarrett wird nie wieder Konzerte geben

Der Jazz-Pianist Keith Jarrett wird nie wieder live auf einer Bühne spielen. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes seien Auftritte nicht mehr möglich, sagte der 75-Jährige in einem Interview mit der "New York Times". Jarrett hatte vor zwei Jahren zwei Schlaganfälle innerhalb von drei Monaten erlitten. Seine linke Körperseite ist immer noch gelähmt. Bekannt wurde Jarret vor allen Dingen durch Aufnahmen von Live-Konzerten. Sein Werk "The Köln Concert" ist die meistverkaufte Klavier-Soloplatte.

Vandalismus in Berliner Museen: Noch keine Spur

Nach der Beschädigung von 63 Kunstwerken in Berliner Museen haben die Ermittler noch keine Spur. Wie die stellvertretende Direktorin der Staatlichen Museen, Haak, sagte, sind unter anderem ägyptische Sarkophage, Steinskulpturen und Bilderrahmen von Gemälden des 19. Jahrhunderts betroffen. Bei den beschädigten Werken handele es sich allerdings nicht um herausragende Exponate. Der oder die Täter seien wahllos vorgegangen, sagte Haak. Die Kunstwerke waren am 3. Oktober, unter anderem im Pergamon- und im Ägyptischen Museum, mit mit einer öligen Flüssigkeit besprüht worden.

"Phoenix"-Kunstpreis für Bildhauer Hertrich

Sebastian Hertrich erhält den "Phönix"-Kunstpreis für Nachwuchskünstler. Hertrichs Werke faszinierten auf den ersten Blick mit zeitloser Ästhetik, räumlicher Präsenz und ungewöhnlicher Farbigkeit, heißt es in der Begründung der Jury. Auf den zweiten Blick erkenne man, wie sich der 35-Jährige kritisch mit den Verheißungen der Digitalisierung auseinandersetze. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert und soll am 28. Oktober in der Evangelischen Akademie Tutzing verliehen werden.

Käuzchenkuhle-Autor Horst Beseler gestorben

Der in der DDR bekannte Autor von Kinder- und Jugendbüchern, Horst Beseler, ist tot. Der Schriftsteller starb am Montag im Alter von 95 Jahren in mecklenburgischen Teterow, teilte der Eulenspiegel-Verlag in Berlin mit. Zu seinen bekanntesten Werken gehörte das Jugendbuch "Käuzchenkuhle". Das erstmals 1965 erschienene Buch sei Schullektüre in der DDR gewesen und eines der erfolgreichsten DDR-Jugendbücher, so die Sprecherin. Der in Berlin geborene Beseler lebte seit 1952 als freier Schriftsteller in Hinzenhagen bei Güstrow und verfasste laut Verlag Romane, Erzählungen und Drehbücher.

Kritik an Trennung von Fischer-Verlag und Maron

Die Autorinnen Thea Dorn und Katja Lange-Müller haben die Trennung des S. Fischer-Verlags von seiner Schriftstellerin Monika Maron kritisiert. Dorn bezeichnete in der "Zeit" die Entscheidung als "fatales Einschüchterungssignal" an alle Autoren. Lange-Müller sagte: "Wer, frage ich mich irritiert und bekümmert, liefert den tatsächlich Rechten und deren Partei, der AfD, der Monika Maron weder angehört noch nahesteht, mehr 'Munition', der Literaturverlag S. Fischer oder dessen - nun leider ehemalige - Autorin?" Auch der langjährige Leiter des Hanser-Verlags, Michael Krüger, hat die Entscheidung kritisiert. Eine 40 Jahre dauernde Zusammenarbeit mit einer fast 80-jährigen Autorin zu kündigen, sei "höchst undiplomatisch" und "irritierend", sagte Krüger im Deutschlandfunk Kultur Der Verlag hatte gestern angekündigt, die Zusammenarbeit mit Maron zu beenden, weil sie einen Essay-Band in einem Verlag veröffentlicht hatte, der mit dem rechten Antaios Verlag kooperiert.

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