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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Fahrplan für Eröffnung des Humboldt Forums

Generalintendant Hartmut Dorgerloh hat den Fahrplan für die Eröffnung des Humboldt Forums in Berlin bekannt gegeben. Nach jahrelanger Verzögerung, mehrfacher Verlegung und deutlicher Kostensteigerung soll nun am 17. Dezember ein Eröffnungsjahr beginnen. In den ersten 14 Tagen können Interessierte zunächst den neuen Stadtraum erkunden, hieß es. Von Januar an sollen erste Teile des Kultur- und Ausstellungszentrums zunächst für vier Tage pro Woche öffnen. Regulärer Betrieb in einigen Bereichen ist von Ostern an geplant. Die ursprünglich zu einer der geplatzten Eröffnungen angekündigte große Elfenbeinausstellung ist nun von Mai 2021 an vorgesehen. Auf allen Ebenen soll das Haus erst zur Jahreswende 2021/22 zugänglich sein, dann sind auch erste Ausstellungen von Ethnologischem Museum und Museum für Asiatische Kunst geplant.

Preis des Deutschen Literaturfonds an Felicitas Hoppe

Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe ist mit dem erstmals ausgelobten Großen Preis des Deutschen Literaturfonds geehrt worden. Zum 40-jährigen Gründungsjubiläum des Fonds wurde die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung am Abend in Berlin verliehen. Zu Hoppes Werken zählen unter anderem die Romane "Pigafetta" (1999), "Johanna" (2006), "Hoppe" (2012) und "Prawda. Eine amerikanische Reise" (2018). Der Deutsche Literaturfonds, der sich seit 1980 der Förderung deutschsprachiger Gegenwartsliteratur widmet, hat sein 40-Jahr-Jubiläum zum Anlass genommen, erstmals den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds zu vergeben. Zudem erhielt die Übersetzerin Eveline Passet den mit 20.000 Euro dotierten Paul-Celan-Preis. Der in diesem Jahr mit 5.000 Euro dotierte Kranichsteiner Literaturförderpreis ging an den Schriftsteller Christian Schulteisz.

Gutachten zu kolonialer Raubkunst in den Niederlanden

Die Niederlande sollten die aus früheren Kolonien geraubten Kulturschätze zurückgeben. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag der Regierung eingesetzte Sachverständigenkommission in einem Gutachten. Das Unrecht müsse anerkannt und den ursprünglichen Eigentümern die Rückgabe der Objekte zumindest angeboten werden. Die Kommission schätzt, dass es um Hunderttausende Objekte in Museen und Sammlungen geht. Das Kulturministerium will auf Grundlage des Gutachtens über den Umgang mit Objekten aus den ehemaligen Kolonien entscheiden.

Mao-Kalligrafie wurde in zwei Teile geschnitten

Eine gestohlene Kalligrafie-Schriftrolle des chinesischen Revolutionsführers Mao Tsetung ist in zwei Teile geschnitten wieder aufgetaucht. Das auf einen Millionenwert geschätzte Schriftstück sei Ende September beschädigt in Hongkong gefunden worden. Der Käufer der Rolle habe sie für umgerechnet etwa 55 Euro erworben und zerschnitten, weil er sie für eine Fälschung hielt. Das berichtete die Zeitung "South China Morning Post". Die Schriftrolle war nach Polizeiangaben Teil eines millionenschweren Diebesguts. Sie war im September aus der Wohnung eines Kunstsammlers gestohlen worden. Die Hongkonger Polizei hat drei Männer in Verbindung mit dem Diebstahl festgenommen.

Da Vinci hat "verlorenes" Meisterwerk nie gemalt

Eine jahrhundertelange Jagd nach einem Gemälde von Leonardo da Vinci hat eine Gruppe von Kunsthistorikern in Florenz für beendet erklärt. Das Renaissance-Genie habe die legendäre "Schlacht von Anghiari" nie gemalt hat. Der italienische Forscher Maurizio Seracini endgültig machte 2012 Schlagzeilen, als er einen Durchbruch bei der Suche nach dem verlorenen Werk verkündete. Seracini bohrte kleine Löcher durch ein Fresko im Palazzo Vecchio in Florenz und sagte, er habe dahinter eine Wand mit Spuren von schwarzem Pigment gefunden, ähnlich dem, das auf Leonardos "Mona Lisa" gefunden wurde. Den Experten zufolge sei Leonardo jedoch nur dazu gekommen, vorbereitende Zeichnungen für das großformatige Wandbild anzufertigen, das Anfang des 16. Jahrhunderts bei ihm in Auftrag gegeben worden war.

Neue Kunstaktion von Pussy Riot

Anlässlich von Vladimir Putins 68. Geburtstag haben "Pussy Riot" an Moskauer Verwaltungsgebäuden Regenbohnenflaggen aufgehängt. Auf ihrem Instagram-Account teilten die Aktivistinnen Fotos, wie sie die Fahnen an Justiz- und Polizeigebäuden und dem Kulturministerium aufhängen. Dazu veröffentlichte die Gruppe Forderungen nach der Legalisierung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Familien. Außerdem forderte sie Morde an Mitgliedern der LGBTQ- Community in Tschetschenien zu untersuchen und dass Aktivisten nicht mehr belästigt werden.

Kabarettist und Autor Herbert Feuerstein gestorben

Der Kabarettist, Autor und Entertainer Herbert Feuerstein ist tot. Feuerstein starb im Alter von 83 Jahren in Erftstadt, wie der Westdeutsche Rundfunk in Köln mitteilte. Große Bekanntheit erreichte er vor allem an der Seite von Harald Schmidt in dessen Sendung "Schmidteinander". Das ungleiche Duo wurde Kult, Feuerstein gab den Prügelknaben für Moderator Schmidt - das Konzept für die Show stammte übrigens von dem kleinen, stets scharfsinnig auftretenden Feuerstein. Außerdem produzierte er eine Reihe erfolgreicher eigener Fernsehsendungen wie "Feuersteins Reisen". Herbert Feuerstein wurde im österreichischen Zell am See geboren und ist gelernter Musiker. Zunächst arbeitete er als Journalist und war 20 Jahre Macher und Chefredakteur der deutschen Ausgabe der Satire-Zeitschrift „MAD“.

Chemie-Nobelpreis an Entwicklerinnen der Genschere

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an Emmanuelle Charpentier aus Frankreich und Jennifer A. Doudna aus den USA für die Entwicklung von Methoden zur Erbgut-Veränderung. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Sie haben die Genschere Crispr-Cas9 entwickelt. Mit dem neuen biotechnischen Verfahren können Wissenschftler einzelne Gene oder kleinste DNA-Bausteine mit Hilfe zelleigener Enzyme einfügen, verändern oder ausschalten. Damit könnten in der Pflanzen- und Tierzucht ertragreichere oder krankheitsresistente Sorten und Rassen entwickeln werden. Im Bereich der Medizin erwarten Forscher, dass möglicherweise menschliche Gendefekte repariert und damit Erbkrankheiten geheilt werden können.

Autorin Ruth Klüger gestorben

Die Autorin, Literaturwissenschafterin und Holocaust-Überlebende Ruth Klüger ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Das melden österreichische Medien unter Berufung auf die Austria Presse Agentur. Klüger, 1931 in Wien geboren, wurde mit ihrer Mutter in verschiedenen Konzentratioslagern interniert und emigrierte nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA. Dort arbeitete sie zunächst als Literaturwissenschaftlerin und Kritikerin und trat erst in den 1980er Jahren als Autorin in Erscheinung. Ihre Autobiografie "weiter leben - eine Jugend" wurde in zehn Sprachen übersetzt und war der erfolreiche Auftakt zu einer Reihe von Büchern zum Thema Vergangenheitsbewältigung. Klügers Werke wurden mit etlichen Preisen prämiert. Als Festrednerin sprach sie 2016 im Deutschen Bundestag zum 71. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau.

Neues Album von AC/DC am 13. November

Eine legendäre Band kehrt zurück: Die australischen Hardrocker AC/DC veröffentlichen sechs Jahre nach ihrem bisher letzten Studioalbum "Rock Or Bust" am 13. November eine neue Platte. Das Quintett um Sänger Brian Johnson und Leadgitarrist Angus Young präsentiere sich auf "Power Up" in zwölf Songs im typischen Sound, teilte die Plattenfirma Columbia/Sony mit. Die Rückkehr der Kultband hatte sich mit der Comeback-Single "Hot In The Dark" vorige Woche bereits angekündigt. Den Song lancierten AC/DC mit einem kurzen Videoclip.

Nobelpreisträger lobt Wissenschaft Deutschland

Nach der Auszeichnung mit dem Physik-Nobelpreis hat der deutsche Astrophysiker Reinhard Genzel den Wissenschaftsstandort Deutschland gelobt. Im ZDF "Heute Journal" sagte er, die deutsche Grundlagenforschung sei einzigartig - und insbesondere die Arbeit der Max-Planck-Gesellschaft habe es möglich gemacht, Wissenschaftstalente nach Deutschland zu holen, die sonst nur etwa in den USA oder in der Schweiz zu finden seien. Genzel betonte außerdem die Wichtigkeit der europäischen Zusammenarbeit. Der Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, erhält den diesjährigen Nobelpreis für Physik. Er wird gemeinsam mit dem Briten Roger Penrose und der US-Wissenschaftlerin Andrea Ghez für Forschungen zu Schwarzen Löchern ausgezeichnet.

Umstrittenes Großkonzert in Düsseldorf abgesagt

Das ursprünglich schon für September geplante Großkonzert in Düsseldorf mit bis zu 13 000 Zuschauern wird 2020 nicht mehr stattfinden. Das teilte eine Sprecherin des Veranstalters Marek Lieberberg mit. Grund sei der Anstieg der Infektionszahlen. Außerdem sah das Konzept vor, das Dach in der Düsseldorfer Fußball-Arena während der Show offen zu lassen, was wegen der Temperaturen nicht mehr möglich sei. Auch sei fraglich, ob man die Künstler in der geplanten Konstellation wieder zusammenbringen könne. Die einst für den 4. September angesetzte Show - unter anderem mit Rocker Bryan Adams und Pop-Sängerin Sarah Connor - hatte zu massiven Verstimmungen zwischen der Stadt Düsseldorf, die das Konzert genehmigt hatte, und der nordrhein-westfälischen Landesregierung geführt. Gedacht war die Show als großer Befreiungsschlag für die darbende Konzertbranche.

"I Can See Clearly Now"-Sänger Johnny Nash ist tot

Der US-Musiker Johnny Nash ist tot. Der Pop- und Reggae-Künstler sei im Alter von 80 Jahren in Houston gestorben, teilte sein Sohn mit. Bekannt geworden ist er vor allem durch den Hit "I Can See Clearly Now" von 1972, den er nach einer Augenoperation geschrieben hatte. Der in Houston geborene Sohn eines Chauffeurs bekam schon mit 13 Jahren eine eigene Fernseh-Show. Binnen weniger Jahre machte er sich als Sänger einen Namen, unter anderem mit einer Cover-Version von Doris Days "A Very Special Love". Außerdem übernahm er Filmrollen unter anderem in "Die Wölfe von Los Angeles" an der Seite von Dennis Hopper und Jeffrey Hunter. Bob Marley verhalf er zum internationalen Durchbruch, unter anderem indem er dessen Stücke "Stir It Up" und "Guava Jelly" einem breiten Publikum bekannt machte.

Gitarrist Eddie Van Halen gestorben

Der niederländisch-US-amerikanische Rockmusiker und Gitarrist Eddie Van Halen ist tot. Der 65-Jährige starb am Dienstag an Krebs, schrieb sein Sohn Wolfgang auf Twitter. Eddie van Halen gründete in den 1970er-Jahren zusammen mit seinem Bruder und Schlagzeuger Alex die Hard-Rock-Band Van Halen. Ihre Alben "Van Halen" und "1984" sowie die Songs "Runnin’ with the Devil" und "Jump" gelten als Meilensteine der Rock'n'Roll-Geschichte. In einer Liste der besten Gitarristen des Musikmagazins Rollin Stone belegt Eddie Van Halen Rang acht.

Rekordpreis für Tyrannosaurus-Skelett

Für den Rekordpreis von umgerechnet rund 27 Millionen Euro ist in New York eines der am besten erhaltenen Tyrannosaurus-Skelette der Welt versteigert worden. Der T-Rex "Stan" erzielte damit das Vierfache der bisherigen Rekordhalterin "Sue", die 1997 für knapp 7,3 Millionen Euro versteigert worden war. Zu seinen Lebzeiten vor 67 Millionen Jahren war der nach seinem Entdecker Stan Sacrison benannte Dinosaurier vier Meter groß, zwölf Meter lang und wog etwa acht Tonnen. Weltweit wurden seit dem ersten Fund 1902 nur rund 50 T-Rex-Skelette entdeckt. Bei dem 1987 bei Buffalo im US-Bundesstaat South Dakota entdeckten "Stan" handelt es sich um eines der vollständigsten Exemplare. Paläontologen brauchten mehr als drei Jahre, um die 188 Knochen auszugraben und zusammenzusetzen.

Facebook will schärfer gegen QAnon vorgehen

Facebook will schärfer gegen die QAnon-Bewegung vorgehen, die Verschwörungstheorien verbreitet. Nach Angaben des Konzerns sollen künftig alle Facebook-Seiten und Instagram-Accounts gelöscht werden, die mit QAnon in Verbindung stehen. Mitte August hatte das Soziale Netzwerk zunächst angekündigt, nur dann gegen QAnon-Anhänger vorzugehen, wenn sie Gewalt androhen oder sich darüber unterhalten. Die zentrale Behauptung der QAnon-Anhänger ist, dass es eine Verschwörung gegen US-Präsident Trump im Regierungsapparat in Washington gibt.

Anja Kampmann im Rennen um National Book Award

Die deutsche Schriftstellerin Anja Kampmann ist mit ihrem Debütroman "Wie hoch die Wasser steigen" weiter im Rennen um den National Book Award - einem der renommiertesten Literaturpreise der USA. Das Werk ist eines von vier weiteren, die es in der Kategorie der übersetzten Bücher auf die sogenannte Short List geschafft haben, wie die National Book Foundation mitteilte. Ins Englische übersetzt wurde Kampmanns 2018 erschienener Roman von Anne Posten. Mitbewerberinnen der Deutschen in der Übersetzungskategorie sind Jonas Hassen Khemiri mit "The Family Clause", die Japanerin Yu Miri mit "Tokyo Ueno Station", die Kolumbianerin Pilar Quintana mit "Hündin" und die Palästinenserin Adania Shibli mit "Minor Detail". Die Gewinner der National Book Awards werden am 18. November bekannt gegeben.

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