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Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. September 2020

Juliette Gréco ist tot

Die französiche Sängerin und Schauspielerin Juliette Gréco ist tot. Sie starb im Alter von 93 Jahren, wie die Agentur afp unter Berufung auf ihre Familie bekanntgab. In den 50er und 60er Jahren wurde sie mit Chansons wie "L'accordéon", "La Javanaise" und "Déshabillez-moi" weltberühmt. Schriftsteller wie Sarte oder Camus schrieben für sie Texte. Als "Muse" der Existenzialisten wurde Gréco bekannt, mit ihrer markanten dunklen Stimme und ihrer schwarzen Kleidung prägte sie ab Ende der 40er Jahre eine ganze Generation.

Disney verschiebt Start weiterer Blockbuster

Wegen der Corona-Pandemie muss Disney den Kinostart mehrerer potenzieller Blockbuster weiter nach hinten schieben. Das Filmstudio gab neue Erscheinungstermine für zehn seiner Filme bekannt. "Black Widow", der nächste Film aus dem Marvel-Universum mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle soll demnach am 7. Mai 2021 erscheinen und nicht am 6. November wie zuletzt geplant. Die Adaption des Musicals "West Side Story" von Starregisseur Steven Spielberg wurde um ein ganzes Jahr auf Dezember 2021 verschoben. Auch "Deep Water" mit Ben Affleck und Ana de Armas soll statt im November erst im August 2021 erscheinen. Für Disney, das unter anderem mit den Marvel- und Star-Wars-Filmen in den vergangenen Jahren gewaltige Kassenerfolge gefeiert hatte, ist das Corona-Jahr ebenso ein Desaster wie für andere Filmstudios und die Kinoketten. 30 Prozent der Kinos in den USA sind nach wie vor geschlossen.

Französische Medien unterstützen "Charlie Hebdo"

Nachdem das Satiremagazin "Charlie Hebdo" erneut bedroht wird, haben hundert französische Medien zur Verteidigung der Meinungsfreiheit aufgerufen. "Die Feinde der Freiheit müssen verstehen, dass wir alle zusammen ihre entschlossenen Gegner sind, ungeachtet unserer Meinungs- oder Glaubensunterschiede", hieß es in einem offen Brief. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören Redaktionen wie die von France Télévisions, "Le Parisien", "La Voix du Nord", und "Le Journal du Dimanche". Das Satiremagazin "Charlie Hebdo" hatte Anfang September zu Beginn des Prozesses rund um die Terrorserie vom Januar 2015 mit 17 Toten erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und ist daraufhin wieder bedroht worden.

Azubi findet Verdi-Klavierauszug beim Aufräumen

Ein Auszubildender des Wolfgang Borchert Theaters in Münster hat bei Aufräumarbeiten im Archiv eine Kostbarkeit gefunden: Er entdeckte eine vom italienischen Komponisten Giuseppe Verdi (1813-1901) signierte Originalausgabe eines Klavierauszugs seiner Totenmesse "Messa da Requiem". Die auf Gesang und Begleitung reduzierte Partitur sei nur wenige Monate nach der italienischen Erstausgabe erschienen, teilte das Theater mit. Auch wenn der Buchumschlag mittlerweile von seinen 146 Jahren gezeichnet sei, seien Verdis Autograph "G. Verdi", die Namenskennzeichnung des Besitzers Charles Marie Auguste Ponchard und der Notendruck in einwandfreiem Zustand. Theater-Intendant Meinhard Zanger und sein Team haben noch nicht entschieden, was mit dem Buch geschehen soll.

Hochschulen geben Milliarden Fördermittel nicht aus

Milliarden Fördermittel für die Hochschulen in Deutschland bleiben einem Bericht des Bundesrechnungshofes zufolge liegen. Ende 2018 hätten die "Ausgabenreste" kaum verändert zum Vorjahr bei 3,7 Milliarden Euro gelegen, heißt es in einem Bericht. Die Prüfer bemängeln auch die fehlende Transparenz bei der Frage, wofür die für den Studienplatzaufbau gedachten Gelder am Ende ausgegeben werden. Das Bundesforschungsministerium müsse fordern, dass die Finanzmittel der Hochschulen transparenter werden, heißt es weiter. Rund 2,5 Milliarden Euro aus dem Pakt muss der Bundestag bis 2023 in den jährlichen Haushaltsberatungen noch freigeben.

Friedenspreisträger kommt nicht nach Frankfurt

Amartya Sen wird den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in diesem Jahr nicht persönlich entgegennehmen. Aufgrund der Einreisebeschränkungen und des Gesundheitsrisikos durch die Corona-Pandemie werde der Preisträger zur Preisverleihung live in die Paulskirche zugeschaltet, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch mit. Der 1933 in Indien geborene Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph lebt in den USA. Der Friedenspreis wird zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse, am 18. Oktober, verliehen. Die angesehene Auszeichnung ist mit 25 000 Euro dotiert. Geehrt werden Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben.

Danner-Preis 2020 geht an Schmuckkünstlerin

Die Schmuckkünstlerin Bettina Dittlmann bekommt den Danner-Preis 2020. Die dieses Mal mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung erhält sie für ihre Magnetbrosche "Wohin", teilte die Pinakothek der Moderne in München mit. In der Begründung heißt es, Dittlmann setze Magnete in ihre Schmuckarbeiten ein, um verbliebenen Materialien wie Zunder, Eisenstaub oder Eisendraht eine neue Form zu geben, ohne dabei eine endgültige Gestalt zu formulieren. Die mit jeweils 4.000 Euro verbundenen Ehrenpreise gehen an Otto Baier für seine Titanobjekte, an Peter Bauhuis für vier seiner Objekte "Skulptur/Kette", an Petra Bittl für ihre Keramikgefäße, sowie an Paul Müller für seine Kerzenleuchter. Die 1920 gegründete Danner-Stiftung verleiht im Turnus von drei Jahren Preise für herausragende kunsthandwerkliche Leistungen.

Wiener Opernball wegen Corona-Pandemie abgesagt

Der Wiener Opernball fällt 2021 aufgrund der Corona-Pandemie aus. Die österreichische Regierung sagte das bedeutende Gesellschaftsevent im Ministerrat in Wien ab. Der Ball, der am 11. Februar stattfinden sollte, gilt als gesellschaftlicher Höhepunkt in Österreich. Für das Event wird die Staatsoper in einen riesigen Tanzsaal umgebaut. Die Tickets für das stets ausverkaufte Ereignis kosten zwischen 315 Euro und 23 600 Euro für eine Loge. Die Staatsoper, ein Unternehmen im Staatsbesitz, macht nach Abzug aller Kosten einen Gewinn von mehr als einer Million Euro. Laut Staatsopern-Direktor Bogdan Roscic ist bereits zugesagt, dass der Staat als Eigentümer den Einnahmenverlust abdecken werde. Roscic kündigte an, die Tage für ein Alternativprogramm zu nutzen.

Kulturetat um 120 Millionen Euro erhöht

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) stehen im kommenden Jahr rund 120 Millionen Euro mehr zur Verfügung als noch 2020. Ihr Etat steigt laut einem Beschluss des Bundeskabinetts um rund 6,6 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, wie die Kulturstaatsministerin in Berlin mitteilte. Seit Grütters' Amtsantritt 2013 sei der Etat damit um rund 60 Prozent gestiegen. Konkret sollen mit insgesamt 6,2 Millionen Euro die Dauerausstellungen des Deutschen Historischen Museums in Berlin und des Hauses der Geschichte in Bonn modernisiert und vollständig überarbeitet werden. Zudem werden die Mittel für "authentische Orte der Demokratiegeschichte" auf drei Millionen Euro versechsfacht. Auch der Auslandssender Deutsche Welle, das Filmförderprogramm German Motion Picture Fund, die Kulturförderung in den deutschen Braunkohleregionen und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sollen mehr Geld bekommen.

Schauspieler Michael Gwisdek mit 78 Jahren gestorben

Der Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 78 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit, wie seine Familie mitteilte. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören "Good Bye, Lenin!", "Boxhagener Platz", "Nachtgestalten" und "Oh Boy". Auch im Fernsehen war er oft zu sehen, im "Tatort", bei "Bella Block" oder in den "Donna Leon"-Verfilmungen. In seinen Rollen zeigte er sich als Komödiant, Melancholiker und Exzentriker, wie die Defa-Stiftung zu ihm schrieb. Der 1942 geborene Gastwirtssohn aus Berlin-Weißensee lernte das Schauspielhandwerk an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Gwisdek spielte in den 60er und 70er Jahren an verschiedenen Theatern in der DDR.

Frankfurter "Omniturm" im Finale für Hochhauspreis

Ein Neubau im Frankfurter Bankenviertel steht im Finale des Internationalen Hochhauspreises. Der "Omniturm" des dänischen Architekten Bjarke Ingels ist damit nach Ansicht der Jury einer der fünf besten Wolkenkratzer der Welt. Das Gebäude mit dem charakteristischen Hüftschwung wurde aus 31 nominierten Hochhäusern aus 14 Ländern ausgewählt. Der Sieger wird am 29. Oktober in der Frankfurter Paulskirche ausgezeichnet. Der Internationale Hochhauspreis wird von der Stadt Frankfurt, dem Architekturmuseum und der DekaBank verliehen. Er ist mit 50 000 Euro dotiert und zeichnet Gebäude aus, die mindestens 100 Meter hoch sind und in den vergangenen zwei Jahren fertiggestellt wurden. Außerdem nominiert sind das "Eden" in Singapur, "Norra Tornen" in Stockholm, "The Stratford" in London und "Leeza SOHO" in Peking.

Grütters: Museen nicht gewappnet für Gefahren

Angesichts spektakulärer Einbrüche sind Museen in Deutschland aus Sicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters trotz Investitionen in Sicherheit noch unzureichend gewappnet für eine sich ändernde Gefahrenlage. Es sei dringend notwendig, die Sicherheitslage in den Museen gründlich zu durchleuchten und zu hinterfragen, sagte die CDU-Politikerin zum Auftakt einer Sicherheitstagung des Deutschen Museumsbunds. Die Tagung wurde auch in Folge des Einbruchs in das Schatzkammermuseum Grünes Gewölbe im Dresdner Residenzschloss geplant, bei dem zwei Unbekannte am 25. November 2019 historische Diamanten und Brillanten erbeutet hatten.

Bayerischer Buchpreis für Harald Lesch

Harald Lesch, Münchner Astrophysiker, Philosoph, TV-Moderator und Buchautor, erhält den Bayerischen Buchpreis 2020. Wie die Bayerische Staatskanzlei mitteilte, wird ihm der undotierte Ehrenpreis des Ministerpräsidenten verliehen. Regierungschef Markus Söder (CSU) würdigte den Professor als Multitalent und herausragenden Wissensvermittler. Außerdem sei er ein engagierter Kämpfer für die Bewahrung der Schöpfung. Das zeige auch sein jüngster Bestseller "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Die Verleihung findet am 19. November in der Münchner Residenz statt. Mit dem Bayerischen Buchpreis werden neben dem Ehrenpreis für ein publizistisches Gesamtwerk auch die besten deutschsprachigen Neuerscheinungen in den Kategorien Sachbuch und Belletristik ausgezeichnet. Sie werden mit je 10.000 Euro prämiert

Wilhelm-Raabe-Literaturpreis für Christine Wunnicke

Christine Wunnicke ist die diesjährige Preisträgerin des Wilhelm-Raabe Preises. Ausgezeichnet wird sie für ihren Roman „Die Dame mit der bemalten Hand". Die Jury sei sich bei der Entscheidung, die Wissenschaftssatire über eine Expedition ins biblische Land zu prämieren, weitestgehend einige gewesen, sagte derJuryvorsitzende Hubert Winkels im Deutschlandfunk Kultur. Mit 30.000 Euro Preisgeld gehört der Wilhelm Raabe-Literaturpreis zu den bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Der Preis wird jährlich vom Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig vergeben, in diesem Jahr am 1. November im Staatstheater Braunschweig.

Intendant Beck für einheitliche Corona-Regeln

Der Intendant am Bayerischen Staatsschauspiel, Andreas Beck, mahnt bundesweit einheitliche und gelockerte Corona-Regeln an Theatern an. "Unsere Belüftungssysteme sind besser als die in den Bahnen und Bussen. Warum hat die Kunst die härtesten Auflagen?", sagte Beck der Münchner "Abendzeitung". Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) müsse hier handeln. Er wünsche sich eine Regelsammlung, "in der die Bestimmungen, unter denen wir spielen dürfen, für alle einheitlich festgehalten werden und jedes Haus danach eigenverantwortlich Theater macht". Nach der ersten schwierigen Phase mit geschlossenen Häusern stehe nun die nächste schwierige Phase bevor, "denn wir sollen und wollen wieder spielen, können derzeit aber im besten Falle nur mit einem Viertel der Einnahmen rechnen".

US-Musiker Tommy DeVito gestorben

Der amerikanische Sänger und Gitarrist Tommy DeVito, der in den 1960er Jahren als Mitglied der Pop- und Rockband "Four Seasons" berühmt wurde, ist tot. Er sei am Montagabend in einem Krankenhaus nahe Las Vegas im US-Staat Nevada gestorben, berichtete die Zeitung "Las Vegas Review-Journal". Demnach war DeVito an Covid-19 erkrankt. Er wurde 92 Jahre alt. DeVito wurde 1928 im US-Staat New Jersey in einem ärmlichen Arbeiterviertel geboren. In den 1950er Jahren spielte er in mehreren Bands mit, bevor er zusammen mit Francis Castelluccio, der sich später Frankie Valli nannte, die "Four Seasons" gründete. Die Gruppe zählte zu den wenigen Bands, die in den frühen 60er Jahren in den USA den Beatles Konkurrenz machen konnte. Zu den großen Erfolgen gehörten Songs wie "Sherry", "Big Girls Don't Cry" und "Can't Take My Eyes Off You".

Nietzsches Nachlass wird vollständig digitalisiert

Der komplette Nachlass von Friedrich Nietzsche soll digital aufbereitet werden. Für eine entsprechende Internet-Plattform und eine Archivdatenbank hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft rund 350.000 Euro bewilligt. Das teilte die Klassik Stiftung Weimar mit. Die Arbeit an der geplanten Faksimile-Gesamtausgabe umfasst Erschließung, Digitalisierung und Online-Publikation des Nachlasses des Philosophen. Die Ergebnisse sollen innerhalb von drei Jahren zur Verfügung stehen. Im Rahmen der ersten Projektphase von 2015 bis 2018 wurden bereits die handschriftlichen Notizbücher, Hefte, Druckmanuskripte und Kompositionen digitalisiert. Bis 2023 folgten nun die Briefwechsel, persönlichen Dokumente und Lebenszeugnisse Nietzsches.

Lübcke-Demokratie-Preise erstmals vergeben

In Wiesbaden sind die ersten Preisträger des nach dem ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten benannten Lübcke-Demokratie-Preises bekannt gegeben worden. Ausgezeichnet werden die Journalistin Dunja Hayali, das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und Rassismus in Hessen und Robert Erkan, der sich um Angehörige der Opfer des Anschlags von Hanau kümmert. Die Preisträger setzten sich in herausragender Weise für Demokratie, Freiheit, Respekt und Toleranz ein, erklärte der hessische Ministerpräsident Bouffier. Die Ehrungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt verliehen werden. Der Walter-Lübcke-Demokratie-Preis des Landes Hessen orientiert sich an den Werten, die der Regierungspräsident gelebt habe. Lübcke war im Juni 2019 vor seinem Wohnhaus durch einen Kopfschuss getötet worden. Die Staatsanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Motiv aus.

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