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Freitag, 23.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 15. September 2020

Madonna führt Regie bei Biopic-Film über ihr Leben

Popstar Madonna will ihr eigenes Leben verfilmen, dabei selbst Regie führen und auch am Drehbuch mitwirken. Das gab das Hollywood-Studio Universal Pictures bekannt. Demnach sind die Oscar-Preisträgerin Diablo Cody ("Juno") als Drehbuchautorin und Amy Pascal ("Little Women") als Produzentin an Bord. "Ich möchte meinen unglaublichen Lebensweg als Künstlerin, Musikerin, Tänzerin - und als Mensch, der versucht hat, sich in dieser Welt zu behaupten, vermitteln", erklärte Madonna in einer Mitteilung. Der Fokus des Films sei ihre Musik. Musik und Kunst seien die treibenden Kräfte in ihrem Leben. "Es ist wichtig, diese Achterbahnfahrt meines Lebens mit meiner eigenen Stimme und aus meiner Sicht zu teilen", so Madonna.

Düsseldorfer Schauspielhaus: Sanierung wird teurer

Nach mehrjährigen Arbeiten steht die Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses kurz vor dem Abschluss - und wird noch einmal teurer. Die Kosten für die Arbeiten an Dach und Fassade lägen mit jetzt 20,4 Millionen Euro etwa 1,4 Millionen Euro höher als geplant, teilte die Stadt mit. Es hätten sich Probleme bei der Entwässerung der Dachflächen im Fall von Starkregen ergeben. Fast alle Baumaßnahmen seien aber nach fast drei Jahren abgeschlossen, hieß es. Die finalen Arbeiten und die Begrünung der Dachfläche sollen bis November fertig sein. Insgesamt hat die Sanierung des Hauses gut 60 Millionen gekostet. Das Theater mit der markant geschwungenen Fassade gilt als eine Ikone der 60er-Jahre-Architektur. Eröffnet wurde es Anfang 1970.

Britisches Museum "dekolonialisiert" sich

Im Zuge einer kritischen Auseinandersetzung mit Großbritanniens kolonialer Vergangenheit hat ein Museum der Oxford-Universität etliche Ausstellungsstücke aus seiner Sammlung entfernt - darunter einige Schrumpfköpfe. Das sei Teil eines Prozesses, in dem man sich kritisch mit den Ausstellungsstücken und ihrer Kolonialgeschichte auseinandersetze, teilte das anthropologische Museum Pitt Rivers mit. Einige Exponate und ihre Beschriftungen hätten andere Kulturen als primitiv oder unterlegen dargestellt und damit Vorurteile oder sogar rassistisches Denken bestärkt. Man wolle dies ändern und dabei auch neue Perspektiven einbringen. Zur Sammlung des Museums gehören rund eine halbe Million Objekte - darunter Musikinstrumente, Waffen, Werkzeuge und Knochen.

Algerischer Journalist zu zwei Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht in Algerien hat den Journalisten Khaled Drareni zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der Richterspruch fiel in einem Berufungsverfahren. Drareni wurde vorgeworfen, bei der Berichterstattung über die prodemokratische Protestbewegung 2019 "zu einer unbewaffneten Versammlung aufgestachelt" und die "nationale Eintracht gefährdet" zu haben. In einem ersten Urteil am 10. August war zunächst eine dreijährige Gefängnisstrafe gegen den Journalisten verhängt worden. Der Geschäftsführer von "Reporter ohne Grenzen", Mihr, erklärte, dieses empörende Urteil beweise, dass das algerische Regime in einer Logik blinder und gewaltsamer Repression gefangen sei. Wenn Khaled Drareni schon bisher ein Symbol der Pressefreiheit gewesen sei, werde er ab jetzt ein ständig brennender Stachel im Fleisch des Regimes sein. Drareni ist Chefredakteur der Nachrichtenwebseite "Casbah Tribune" und auch als Algerien-Korrespondent des französischen Senders TV5 Monde tätig.

Marion Poschmann erhält Hölty-Preis

Die Schriftstellerin Marion Poschmann bekommt den mit 20.000 Euro dotierten Hölty-Preis der Stadt Hannover. Die Jury würdigt damit ihr Werk als Lyrikerin. Poschmann wisse sich "in subtiler Konsequenz" der Neuaneignung der poetischen Tradition verpflichtet, hieß es zur Begründung. Die Jury hob besonders ihre "ungeheuer bildstarke Sprache" hervor. Poschmann wurde 1969 in Essen geboren. Sie studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute als Dichterin, Romanautorin und Essayistin in Berlin. Für ihre Lyrik und Prosa wurde sie bereits mit zahlreichen renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet. Der Hölty-Preis gilt als höchstdotierter Lyrik-Preis im deutschsprachigen Raum. Er erinnert in zweijährigem Rhythmus an den Dichter Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776).

Musische Schulfächer kommen zu kurz

Musische Fächer kommen nach Ansicht des Rates für Kulturelle Bildung, einem Verband aus sieben Stiftungen, in deutschen Schulen zu kurz. Vor allem an Haupt- oder Realschulen würden Musik und Kunst häufig vernachlässigt, sagte der Vorsitzende, Eckart Liebau, dem Evangelischen Pressedienst. Generell fielen häufiger Stunden aus als in anderen Fächern. Kunst, Musik oder Literatur seien jedoch entscheidende Bausteine für die Bildung von Kindern und Jugendlichen. Auch für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sei die kulturelle Bildung in der Schule unverzichtbar, so Liebau.

Dirigent Ticciati verlängert beim DSO

Der Brite Robin Ticciati bleibt bis 2027 Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters (DSO). Der Dirigent habe seinen Vertrag über das Jahr 2022 um weitere fünf Jahre verlängert, teilte das DSO mit. Der 1983 in London geborene Ticciati, der zunächst als Violinist, Pianist und Schlagzeuger ausgebildet wurde, leitet das DSO seit 2017. Er ist seit 2014 auch Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera. Das DSO gehört zur Rundfunkorchester und Chöre GmbH, an der das Deutschlandradio, der Bund, das Land Berlin und der Rundfunk Berlin-Brandenburg beteiligt sind.

Erste öffentliche Stellungnahme Nawalnys

Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat sich zum ersten Mal nach seiner Vergiftung öffentlich zu Wort gemeldet. In sozialen Medien postete er ein Foto von sich selbst im Krankenhausbett mit seiner Frau und seinen Kindern. Gestern habe er den ersten Tag wieder eigenständig atmen können, schrieb der 44-Jährige dazu. Der russische Oppositionelle war am 22. August in die Berliner Charité eingeliefert worden, nachdem er zwei Tage zuvor auf einem Inlandsflug in Sibirien zusammengebrochen und ins Koma gefallen war. Nach Angaben der Bundesregierung wurde der Oppositionelle "zweifelsfrei" mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der sogenannten Nowitschok-Gruppe vergiftet, Labore in Frankreich und Schweden bestätigten den Befund.

Bonner Beethoven-Haus erwirbt Skizzenblatt

Das Bonner Beethoven-Haus erwirbt aus Privatbesitz ein Skizzenblatt Ludwig van Beethovens (1770-1827). Dabei handele es sich um einen Teil eines Doppelblattes, dessen andere Hälfte bereits seit 1956 im Beethoven-Haus aufbewahrt werde, teilte die Kulturstiftung der Länder mit. Ab Mittwoch wird die neu erworbene Skizze erstmals öffentlich in der sogenannten "Schatzkammer" im Museum in Beethovens Geburtshaus ausgestellt, wie es hieß. Die mit Tinte und Blei beschriebene Skizze im Querformat werde dort mit der anderen Seite des Doppelblattes wieder vereint. Die Skizze werde nun Bestandteil einer Präsentation, die die Entstehungsgeschichte des Streichquartetts anhand von Manuskripten, Abschriften, Originalausgaben und Briefen erläutert.Die Kulturstiftung der Länder fördert den Erwerb nach eigenen Angaben anteilig mit rund 36.000 Euro. Weitere Geldgeber seien die Kulturbeauftragte der Bundesregierung und das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium.

Bestsellerautor Wohlleben sorgt sich um Wälder 

Angesichts der verheerenden Waldbrände in den USA hat Bestsellerautor und Förster Peter Wohlleben ("Das geheime Leben der Bäume") vor massiven Eingriffen in Wälder gewarnt. "Der Klimawandel trifft auf ramponierte Wälder", sagte Wohlleben im Deutschlandfunk. Durch Holzeinschlag und Rodungen in den vergangenen Jahrhunderten seien die Wälder zerstückelt und Biomasse entnommen worden, sodass Wasserkreisläufe nicht mehr richtig funktionierten. Außerdem zeigten jüngste Forschungen, dass Wälder auch für die Wolken- und damit für die Regenverteilung in der Landschaft eine Rolle spielten. Die Wasserkreisläufe auf der Nordhalbkugel der Erde seien alle über Wälder verbunden. "Auch wir werden unter dem Verlust der Wälder im Westen der USA leiden", prognostizierte Wohlleben.

Woodwards Buch über Trump kommt in die Läden

Das schon im Vorfeld seiner Veröffentlichung für viel Wirbel sorgende Buch des renommierten Enthüllungsjournalisten Bob Woodward über US-Präsident Donald Trump kommt nun in die Läden. Aus ihm geht unter anderem hervor, dass Trump seine Landsleute über die Gefahr der Corona-Pandemie bewusst im Unklaren gelassen und diese heruntergespielt hat. Woodward war in den 1970er Jahren zusammen mit seinem "Washington Post"-Kollegen Carl Bernstein durch seine Recherchen zur Watergate-Abhöraffäre um Präsident Richard Nixon weltberühmt geworden. Woodwards neues Buch "Rage" (Zorn) beruht auf 18 Interviews, die Trump dem Journalisten zwischen Dezember 2019 und Juli 2020 gab. Darin sagte der Präsident unter anderem am 19. März zu seinem Handeln zu Beginn der Corona-Pandemie: "Ich wollte es herunterspielen." Nachdem dieser Buchinhalt in der vergangenen Woche vorab bekannt wurde, verteidigte der Präsident seine verharmlosenden Äußerungen. Er habe damals "Panik" im Land vermeiden wollen.

Die Buchpreis-Shortlist 2020

Auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2020 stehen nicht nur bekannte, sondern auch neue Namen. Nominiert sind Bov Bjerg ("Serpentinen") und Thomas Hettche ("Herzfaden"), die schon eine treue Leserschaft haben. Dorothee Elmiger und Deniz Ohde schafften es mit Erstlingen in die Endauswahl. Mit Anne Weber ("Annette, ein Heldinnenepos") und Christine Wunnicke ("Die Dame mit der bemalten Hand") stehen insgesamt vier Frauen und zwei Männer auf der Shortlist für den besten Roman. Die Siegerin oder der Sieger wird am 12. Oktober verkündet. Wegen der Corona-Pandemie wird die Verkündung in Frankfurt diesmal nur per Livestream sein. Der Preis ist mit insgesamt 37 500 Euro dotiert: Der Sieger erhält 25 000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2500 Euro. Die sechs Romane für 2020 überzeugten die Jury "durch ihre sprachliche Ausdruckskraft und formale Innovation", wie Jurysprecherin Hanna Engelmeier sagte. Insgesamt haben die sieben Jurymitglieder 206 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2019 und September 2020 erschienen sind.

Pariser Kunstmesse FIAC fällt wegen Corona aus

Die Pariser Kunstmesse FIAC fällt wegen der Corona-Krise aus. Sie gehört neben der Art Basel und der Frieze in London zu den wichtigsten Messen der Branche. Wie der Veranstalter mitteilte, wurde die eigentlich vom 22. bis zum 25. Oktober im Ausstellungsgebäude Grand Palais geplante Veranstaltung abgesagt. Die 47. FIAC-Messe ist jetzt vom 21. bis zum 24. Oktober kommenden Jahres in der französischen Hauptstadt geplant. Im vergangenen Jahr waren rund 200 Galerien bei der FIAC vertreten, darunter die wichtigsten Namen der Branche wie Gagosian, Thaddaeus Ropac, Hauser & Wirth und David Zwirner.

Schauspielerin Sabine Hahn gestorben

Die Schauspielerin Sabine Hahn ist tot. Die 83-Jährige sei bereits in der Nacht zum Samstag in Hamburg nach kurzer schwerer Krankheit gestorben, teilte ihre Agentur mit. Die in Breslau geborene Schauspielerin spielte ab 1953 an verschiedenen Bühnen, darunter am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Außerdem war sie in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen wie "Schwester Weiß" oder "Ihr letzter Wille kann mich mal" und in TV-Serien zu sehen.

EU-Kulturminister beraten in Berlin

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich heute in Berlin mit den Kulturministern der EU-Länder getroffen. Dabei ging es um Maßnahmen, die die Kultur in der Corona-Pandemie stärken sollen. In der Kultur schlage das Herz Europas, sagte die CDU-Politikerin. Der gesamte Kulturbereich in Europa - und damit auch Europa selbst - stehe vor der größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte. "Wir sind uns einig darin, dass der Kultur- und Kreativsektor bei den europäischen Aufbauhilfen angemessen berücksichtigt werden muss", so Grütters. Sie halte "Pandemie-Regelungen mit Augenmaß" für notwendig, um die Kultur in Europa am Leben zu erhalten. Gesundheitsschutz habe immer Vorrang, allerdings gebe es inzwischen aus ganz Europa eine Reihe von Beispielen, die zeigten, dass eine Rückkehr zur lebendigen kulturellen Teilhabe auch in Zeiten der Pandemie möglich sei. Die in Berlin besprochenen Ansätze sollen nun auf Fachebene weiter vertieft werden.

Bauhaus-Archiv wird teurer

Die Arbeiten am Berliner Bauhaus-Archiv werden voraussichtlich mehr Geld kosten und wohl auch länger dauern. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen mussten Arbeiten am Rohbau für das Museum erneut ausgeschrieben werden. Im Zuge der Nachprüfung sei ein möglicher Interessenkonflikt festgestellt worden. An dem Unternehmen, das die ausgeschriebenen Abdichtungsarbeiten ausführen sollte, sei eine Nachfolgefirma beteiligt, die bei der Ausschreibung mitgewirkt habe, hieß es zur Begründung. Deshalb werde der Auftrag neu ausgeschrieben. Das Bauhaus-Archiv in Berlin ist seit zwei Jahren geschlossen und wird vergrößert.

Dörrie und Zaree leiten Jury der ARD-Hörspieltage

Die Regisseurin und Schriftstellerin Doris Dörrie und die Schauspielerin und Filmemacherin Maryam Zaree leiten erstmals die Jury der ARD-Hörspieltage. Wie der Südwestrundfunk in Baden-Baden mitteilte, bewerben sich die zwölf besten Hörspiele von ARD, Deutschlandradio, Österreichischem Rundfunk und dem Schweizer Sender SRF. Das Festival werde dieses Jahr coronabedingt "hybrid" veranstaltet, also mit deutlich weniger Publikum und einer Veranstaltung vor Ort und im Netz. Der Deutsche Hörspielpreis der ARD ist mit einem Preisgeld von bis zu 5.000 Euro dotiert und gilt damit als höchstdotierter Hörspielpreis im deutschsprachigen Raum.

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Fazit

Neu im Kino: "Bohnenstange"Bruch mit dem Heldenmythos
In einem Filmstill aus "Bohnenstange" ist eine Schauspielerin mit Kopftuch zu sehen. (Eksystent Distribution / Liana Mukhamedzyanova)

Leningrad nach dem Zweiten Weltkrieg: Zwei traumatisierte Frauen schlagen sich durch die zerstörte Stadt. "Bohnenstange" von Regisseur Kantemir Balagow ist kraftvolles Kino mit herausragenden Darstellerinnen und setzt auch politisch neue Akzente.Mehr

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