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Freitag, 23.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 12. September 2020

Goldener Löwe für US-Drama "Nomadland"

Der Goldene Löwe des Filmfestivals Venedig geht an das US-Drama "Nomadland" der in China geborenen Regisseurin Chloé Zhao. Die von der australischen Schauspielerin Cate Blanchett geleitete Jury vergab außerdem einen Silbernen Löwen für die beste Regie an Kiyoshi Kurosawahe für das Historiendrama "Wife of a Spy. Der Große Preis der Jury ging an den mexikanischen Regisseur Michel Franco für den Thriller "Nuevo orden" .

Dresdner Sinfoniker steigen aufs Dach

Die Dresdner Sinfoniker haben mit einem Konzert auf mehreren Dächern des Plattenbaugebietes Dresden-Prohlis ein Statement zur Corona-Krise abgegeben. Als Höhepunkt stand die Uraufführung eines Werks des Münchner Komponisten Markus Lehmann-Horn für 16 Alphörner auf dem Programm. In 50 Metern Höhe sollten zudem neun Trompeten, vier Tuben sowie Trommeln und Schlagwerk erklingen. Das 30-minütige Werk sei für die Topographie der Hochhaussiedlung geschrieben worden, sagte der Intendant der Sinfoniker, Markus Rindt. Durch die weite räumliche Dimension und die großen Abstände sowohl zwischen den Musikern als auch zum Publikum waren die Bedingungen für eine Aufführung trotz Corona-Pandemie erfüllt.

Britischer Designer Terence Conran ist tot

Der britische Designer Terence Conran ist tot. Conran ist im Alter von 88 Jahren am Samstag friedlich in seinem Zuhause eingeschlafen, teilten seine Angehörigen mit. Der in der Nähe von London geborene Gründer der Möbelkette Habitat gilt als Pionier, der die Welt des Designs mit seinen Ideen revolutioniert hat. Bereits in den 60er Jahren bot er funktionale wie ästhetische Möbel für Jedermann an, zerlegt und in Kartons verpackt. Zu seinen bekanntesten Produkten zählt ein offenes Holzregal, das in seiner Form einem aufgetürmten Bücherstapel ähnelt. Als Höhepunkt seiner Karriere gilt die Gründung des bedeutenden Design Museums in London.

Reggae-Star Toots Hibbert gestorben

Toots Hibbert, einer der Begründer und beliebtesten Stars des Reggaes, ist gestorben. Der Frontman der Band Toots & the Maytals wurde 77 Jahre alt. Sein Ende der 1960er Jahre entstandener Song "Do the Reggay" hat der Musikrichtung nach verbreiteter Meinung ihren Namen gegeben. Hibbert starb am Freitag in einem Krankenhaus der jamaikanischen Hauptstadt Kingston, teilte seine Familie mit. Er befand sich zuletzt in einem künstlichen Koma. Hibbert musste aufgrund von Atemproblemen in die Klinik eingeliefert werden. Ob er an einer Covid-19-Infektion starb, ist nicht bekannt.

Sexualforscherin Shere Hite im Alter von 77 gestorben

Die für ihre Forschung zu weiblicher Lust bekannte Shere Hite ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Ihr Ehemann Paul Sullivan bestätigte dem britischen "Guardian" am Freitagabend den Tod seiner Frau am Mittwoch. Mit ihrem "Hite Report" zählt Hite zu den Pionierinnen der feministischen Sexualforschung. In den 70er Jahren machte sie erstmals den weiblichen Orgasmus in der breiten Öffentlichkeit zum Thema. Die in den USA geborene Soziologin legte nach massiver Kritik in ihrer Heimat in den 90er Jahren ihre US-amerikanische Staatsbürgerschaft ab und nahm die deutsche an. Laut dem "Guardian" soll die Soziologin an Alzheimer und Parkinson gelitten haben.

Grütters würdigt Petzolds "behutsame Abbilder unserer Gesellschaft"

Christian Petzold verdanke man "behutsame und zugleich erhellende Abbilder unserer Gesellschaft", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters über den "sezierenden Blick des Regisseurs auf die Figuren". "Mit seinen vielschichtigen Meisterwerken versetzt er sein Publikum immer wieder gekonnt in den faszinierenden Schwebezustand zwischen Traum und Realität", so Grütters weiter. Ihrer Meinung nach, hätten Produktionen wie "Gespenster", "Wolfsburg" oder "Die innere Sicherheit" das deutsche Kino revolutioniert. Petzold ist Jurymitglied der diesjährigen Filmfestspiele von Venedig.

Star-Bariton Goerne sieht die Kultur in ihrer Existenz bedroht

Der international bekannte Bariton Matthias Goerne sieht durch die geltenden Corona-Restriktionen die deutsche Kulturlandschaft in ihrer Existenz bedroht. Die Kultur stehe vor dem Bankrott, sagte er der "Welt am Sonntag". Goerne macht dafür vor allem die strengen Auflagen für Konzerte und andere Kulturveranstaltungen verantwortlich. Wenn die Autoindustrie so behandelt werden würde wie die Kultur, dann würde längst schon kein einziger Wagen mehr vom Band rollen. Goerne befürchtet eine "zweite Welle" des Bühnensterbens nach den Wunden der Wiedervereinigung. Der Sänger warf vor allem Bundesgesundheitsminister Spahn mangelnde Empathie für die existenziellen Nöte der Kulturszene vor.

In Venedig gehen die 77. Internationalen Filmfestspiele zu Ende

Heute Abend gehen auf dem Lido in Venedig die 77. Internationalen Filmfestspiele zu Ende. Höhepunkt des Festivals ist die Vergabe des Goldenen Löwen. Im Programm dominiere dieses Jahr die Weltpolitik, sagte Filmkritiker Patrick Wellinski im Deutschlandfunk Kultur. Zu den großen Favoriten auf Preise zählten das moderne Nomadendrama "Nomadland" der Amerikanin Chloé Zhao, der indische Musikfilm "The Disciple" und die italienische Dokumentation "Notturno" über den heiklen Alltag im Grenzgebiet zwischen Syrien, Kurdistan und dem Libanon, so Wellinski weiter. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie war es das erste Mal, das ein Filmfestival in der gewohnten Form stattfinden konnte.

"Fest der Chöre" findet diesmal auf Facebook statt

Das Dortmunder "Fest der Chöre" findet wegen der Corona-Pandemie heute zum ersten Mal in digitaler Form statt. Ab 12 Uhr werde es ein 80-Minuten-Programm über Facebook geben, teilte der Veranstalter mit. Zu den Höhepunkten gehöre ein virtueller Chor mit dem extra komponierten Lied "Eine Stadt voller Musik". Dafür mussten sich die Teilnehmer anmelden und daheim üben. Das gemeinschaftliche Ergebnis soll ab 13 Uhr zu hören sein. Normalerweise verwandelt sich die Dortmunder Innenstadt beim traditionellen "Fest der Chöre" einen Tag lang in eine Klanglandschaft - mit Auftritten von weit mehr als Hundert Chören und Ensembles.

Deutscher Schauspielpreis vergeben

Der Deutsche Schauspielpreis geht in diesem Jahr an die Darsteller Alina Serban und Bernhard Conrad. Im Film "Gipsy Queen" spielt Serban eine Boxerin - dafür wird sie als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Conrad erhält den Preis für seine Hauptrolle im Drama "Kahlschlag". Das gab der Bundesverband Schauspiel in Berlin bekannt. Für ihren Auftritt in der Serie "Skylines" gewinnt Carol Schuler die Auszeichnung für die beste Nebendarstellerin. Rauand Taleb wird als bester Nebendarsteller für die Serie "4 Blocks" geehrt. Dem Schauspielverband gehören nach eigenen Angaben rund 3600 Schauspieler an. Die Auszeichnung gibt es seit 2012. Die Preisträger werden teils per Mitgliederabstimmung, teils von Gremien ausgewählt.

Frey erhält Philosophischen Buchpreis

Der Schweizer Islamwissenschaftler Michael Frey hat den "Philosophischen Buchpreis 2020" des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover entgegengenommen. Die mit 3.000 Euro dotierten Auszeichnung wurde ihm nach Angaben des Instituts für sein Buch "Die politische Philosophie Nassif Nassars im libanesischen Kontext" verliehen. Mit seinem Werk mache Frey den "Liberalismus mit Gemeinsinn" des 1940 geborenen libanesischen Denkers Nassar erstmals der deutschsprachigen Öffentlichkeit zugänglich, hieß es.

Berliner Museum gibt menschliche Überreste zurück

Das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin gibt menschliche Überreste aus seinen Sammlungen nach Australien zurück. Es handelt sich um menschliche Knochen in einem Rindensarg und um zwei mumifizierte Kinderkörper, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin mit. Die australische Regierung hatte demnach zu Jahresbeginn um die Rückführung der Gebeine der drei Leichname gebeten. Der Stiftungsrat hatte dem zugestimmt. Der Sarg und die mumifizierten Kinderkörper kamen laut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 1880 in die Sammlung des Museums.

Friedenspreisträger solidarisieren sich mit Alexijewitsch

Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels fordern Unterstützung für die Bevölkerung in Belarus und die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilt. In einer Erklärung solidarisieren sie sich mit der Autorin, die Mitglied des Koordinierungsrats der Regierungskritiker ist. Alexijewitsch sei bislang die einzige aus dem Koordinierungskreis, die nicht verhaftet worden sei, heißt es. Unterzeichnet ist die Erklärung unter anderen von Aleida und Jan Assmann, Carolin Emcke, Navid Kermani, David Grossman sowie dem Stiftungsrat des Friedenspreises.

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