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Montag, 14.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 4. September 2019

Präsident des Goethe-Instituts sieht "Verrohung der Sprache"

Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, hat vor wachsendem Einfluss rechtspopulistischer Strömungen auf den Kulturbetrieb gewarnt. "Unsere Gesellschaft verändert sich zunehmend in lautstarker Auseinandersetzung, in Manipulation, Täuschung und Simplifizierung, in Verrohung der Sprache", sagte Lehmann zur Eröffnung der Deutsch-Israelischen Literaturtage laut Redemanuskript. Die Rechtspopulisten hinterfragten die Zulässigkeit von Fördergeldern für Kunstprojekte oder beantragten Kürzungen bei Theatern. "Es ist eine strikte Position gegen das Theater oder das Museum als kritischen Raum für Diskurse und Vielstimmigkeit", kritisierte Lehmann. Gleichzeitig forderte er die Fähigkeit zum Diskurs. Das Erstarken rechtspopulistischer Politik steht im Zentrum der Literaturtage von Goethe-Institut und Heinrich-Böll-Stiftung.

Modernisierung von Karl-May-Museum verzögert sich

Der Baubeginn für die Modernisierung des Karl-May-Museums im sächsischen Radebeul verzögert sich weiter. Ursprünglich sollten die Arbeiten 2021 beginnen. Das neue Ausstellungs- und Gebäudekonzept stehe, der Baubeginn sei allerdings noch immer offen, sagte Museumschef Christian Wacker. Geplant ist ein Neubau mit Platz für Sonderausstellungen und Eingangsbereich sowie der barrierefreie Zugang zu den bestehenden Gebäuden. Die Kosten belaufen sich nach Angaben von Wacker auf rund zehn Millionen Euro. Verbindliche finanzielle Zusagen gebe es bisher nur vom Bund über 2,7 Millionen Euro. Die Karl-May-Stiftung, der das Privatmuseum gehört, sammle für ihren Eigenanteil, hieß es.

Hamburger Privatsammlung geht nach Dresden

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erhalten als Dauerleihgabe die Privatsammlung des Hamburger Ehepaares Kurt und Annelore Schulze. Das Konvolut umfasse insgesamt 255 Zeichnungen, Grafiken und Aquarelle vorwiegend aus der Zeit nach 1910 bis in die späten 1960er Jahre, teilten die Kunstsammlungen mit. Es seien vor allem Werke von Otto Dix (1891-1969), Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) und Erich Heckel (1883-1970). Die unbefristete Leihgabe an das Dresdner Kupferstich-Kabinett ergänze in hervorragender Weise den dortigen Bestand an Werken des Expressionismus - vor allem mit Blick auf die Verluste in der NS-Zeit, hieß es. Ausgewählte Arbeiten würden künftig in Sonderausstellungen gezeigt, erstmals im Mai 2020.

Starfotograf Peter Lindbergh gestorben

Der deutsche Fotograf Peter Lindbergh ist tot, wie seine Familie am Mittwoch mitteilte. Lindbergh arbeitete für berühmte Modeschöpfer wie Jean-Paul Gaultier und Giorgio Armani sowie für internationale Magazine. Er prägte die Modefotografie mit seinen markanten Schwarzweißbildern und machte auch Porträts von zahlreichen Stars der Film- und Unterhaltungsbranche, darunter Catherine Deneuve, Mick Jagger und Jeanne Moreau. Peter Lindbergh starb mit 74 Jahren in Frankreich.

Filmfestival Toronto mit Fokus auf Minderheiten

Das am Donnerstag beginnende Internationale Film Festival in Toronto (TIFF) zeigt mehr als 300 Filme, darunter 133 Weltpremieren. Bei der 44. Ausgabe des Festivals in der kanadischen Metropole werden auch 30 Produktionen mit deutscher Beteiligung gezeigt, darunter "Proxima" mit Lars Eidinger und Sandra Hüller sowie die Weltpremiere des Dramas "My Zoe", bei der auch Schauspieler Daniel Brühl mitgewirkt hat. Das Festival ist in diesem Jahr auf Minderheiten ausgerichtet: "36 Prozent der Filme im Programm sind von Frauen. Themen zu LGBT führen wir ab diesem Jahr mit 23 Werken als eigene Sparte an, aber auch indigene Filmemacher sowie Inhalte über Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft schlecht behandelt werden, liegen uns besonders stark am Herzen", sagte Cameron Bailey, die gemeinsam mit Joana Vicente das Festival leitet.

Studie: Gute Job-Aussichten für Geisteswissenschaftler

Der früher sprichwörtliche "Taxifahrer Dr. phil" habe mit der Realität von Geisteswissenschaftlern wenig zu tun. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Geisteswissenschaftler stünden zwar beruflich im Schnitt weniger gut da, als andere Akademiker, doch von einer problematischen Lage könne nicht die Rede sein. Die Erwerbslosigkeit liege im Durchschnitt der Bevölkerung, die Mehrheit der Geisteswissenschaftler sei weder geringfügig noch befristet beschäftigt, zeigten die Ergebnisse des in Köln veröffentlichten IW-Reports. Von den 500.000 Geisteswissenschaftlern arbeiteten im Jahr 2016 rund 140.000 als Führungskräfte. Insgesamt gestalte sich die Beschäftigungssituation der Literatur- und Sprachwissenschaftler, Ethnologen, Soziologen, Philosophen, Historiker oder Theologen höchst unterschiedlich, betonten die Forscher. Die Mehrheit der Geisteswissenschaftler gehöre zur mittleren Einkommensgruppe.

Elvis-Fotograf Ed Bonja in Berlin gestorben

Der langjährige Fotograf von Elvis Presley, Ed Bonja, ist tot. Das teilte der Berliner Showproduzent Bernhard Kurz mit, der mit Bonja seit Jahren für eine Musical-Produktion über Elvis Presley zusammengearbeitet hatte. Bonja sei am Mittwoch im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit in einem Berliner Krankenhaus gestorben, hieß es. Der Fotograf kannte Presley nach eigenen Angaben seit den 60er Jahren und war in den 70er Jahren Konzertfotograf des Rock'n'Roll-Musikers. Aufnahmen von Bonja zieren auch LP-Cover des Musikers. Sein Archiv mit zum Teil noch unveröffentlichten Aufnahmen umfasst den Angaben zufolge rund 9000 Fotos von Elvis Presley.

Gerhard Richter gestaltet Fenster für Abtei Tholey

In der Benediktinerabtei Tholey im Saarland sind die Entwürfe des weltbekannten Künstlers Gerhard Richter für drei geplante Fenster im Chor der frühgotischen Kirche vorgestellt worden. Sie sollen bis zur Einweihung der renovierten Tholeyer Abtei im Juni 2020 entstehen. Für die Darstellung der künftigen Fenster wurden die Entwürfe in Originalgröße von knapp zwei mal zehn Metern an der Außenfassade der Abteikirche gezeigt. Der 87-jährige Richter hat vor zwölf Jahren auch ein Kirchenfenster für den Kölner Dom gestaltet und lebt in der rheinischen Metropole. Seine Kunstwerke zählen auf dem Kunstmarkt zu den teuersten eines lebenden Künstlers mit Preisen von bis zu 50 Millionen Dollar.

Düsseldorf zeigt DDR-Kunst zum 30-jährigen Mauerfall

Der Kunstpalast in Düsseldorf zeigt 30 Jahre nach dem Fall der Mauer in einer eigenen Überblicksschau in der DDR entstandene Kunst. Man wolle einen neuen und offenen Blick auf das Kunstschaffen in der DDR vermitteln und das "deutsch-deutsche Gedächtnis" erweitern, sagte Museumschef Felix Krämer am Mittwoch. Präsentiert werden mehr als 130 Bilder und Skulpturen von 13 Künstlern. Unter ihnen sind der zu DDR-Zeiten auch außerhalb des Landes bekannte Bernhard Heisig und Werner Tübke oder der 1980 ausgebürgerte A.R. Penck, der dann im Westen Erfolg hatte. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist Schirmherr der Ausstellung "Kunst in der DDR" und kommt am Abend zu deren Eröffnung.

Jim Avignon wünscht sich wandelbare East Side Gallery

Der Street-Art-Künstler Jim Avignon macht sich für eine Zukunft der East Side Gallery in Berlin mit jährlich wechselnden Kunstwerken stark. "Persönlich würde ich mir wünschen, dass die Mauer als solche stehen bleibt, vielleicht in Verbindung mit einem Museum, aber kuratiert jedes Jahr neu an Künstler gegeben wird, die dort für ein Jahr Arbeiten ausstellen", sagte Avignon der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe viele Problempunkte in der Welt, über die sich Künstler an diesem populären Ort äußern könnten, so Avignon, der das Mauerstück 1990 selbst mit gestaltet hat. Es sei "verschenkt und schade" wenn das gestaltete Werk mit diesen "zum Teil ja auch sehr kitschigen und banalen Motiven" dauerhaft so bestehen bleibe. Die East Side Gallery ist der längste noch erhaltene Mauerabschnitt in Berlin und steht unter Denkmalschutz. Mehr als 100 internationale Künstler hatten die Mauer im Frühjahr 1990 umgestaltet und sie ist seitdem ein Touristenziel mit Millionen jährlichen Besuchern.

Thüringer Literaturpreis für Sibylle Berg

Die Schriftstellerin Sibylle Berg ist in Erfurt mit dem Thüringer Literaturpreis 2019 ausgezeichnet worden. Zur Begründung erklärte die Jury wörtlich: "In stilistischer und struktureller Klarheit beschreibt Berg die zentralen Veränderungen und Verunsicherungen unserer Gesellschaft und analysiert ihre Wirkung auf den Einzelnen mit großer Präzision." Dabei wirke sie kritisch wie politisch engagiert am zeitgenössischen Diskurs mit und bringe so mehrere Generationen zusammen. Der Thüringer Literaturpreis ist mit 12.000 dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Die 1962 in Weimar geborene Sibylle Berg folgt als Preisträgerin auf Lutz Seiler.

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