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Freitag, 23.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ai Weiwei erhält Entschädigung von VW-Partner

Der dänische Volkswagen-Importeur Skandinavisk Motor muss den chinesischen Künstler Ai Weiwei entschädigen, weil er eine von dessen Installationen unerlaubt in einem Werbespot verwendet hat. Ein Gericht in der dänischen Stadt Glostrup entschied, dass das Unternehmen damit gegen Werberichtlinien verstoßen habe und Ai 1,5 Millionen Kronen (rund 200 000 Euro) zahlen müsse. Zusätzlich erhält der Künstler eine Entschädigungssumme von umgerechnet rund 33 000 Euro. Ai hatte aus mehr als 3500 Rettungswesten von Flüchtlingen, die auf der griechischen Insel Lesbos angekommen waren, eine große Installation zur Flüchtlingskrise geschaffen. Sie wurde 2017 an der Fassade einer Kunstgalerie im Zentrum Kopenhagens angebracht. In dem Werbespot von Skandinavisk Motor parkte ein VW Polo vor der Installation.

Notre-Dame nicht sicher für Restaurierungsarbeiten

Die Mitte April niedergebrannte Pariser Kathedrale Notre-Dame ist nach Expertenmeinung noch bei Weitem nicht sicher genug für den Beginn von Restaurierungsarbeiten. Es sei extrem dringend, den Ort noch besser zu sichern, sagte der Chefarchitekt für die französischen Baudenkmäler, Philippe Villeneuve. Unter die 28 Strebebögen werden hölzerne Stützbögen gebaut, ohne diese in Stein zu verankern. Ein Roboter beseitigte Schutt vom unteren Geschoss der Kathedrale. Staatspräsident Emmanuel Macron möchte, dass die Kathedrale innerhalb von fünf Jahren restauriert wird. Kulturminister Franck Riester, der heute die Baustelle besichtigt hat, sagte jedoch, Sicherheit und Qualität der Restaurierung seien entscheidend.

Tutanchamun-Sarg wird restauriert

Der vergoldete Holzsarg des altägyptischen Königs Tutanchamun soll ein knappes Jahrhundert nach seiner Entdeckung restauriert werden. Der äußerste der insgesamt drei Särge zeigt Risse in der Goldschicht. Die Arbeiten sollen laut dem Ägyptischen Museum in Kairo mindestens acht Monate in Anspruch nehmen. 1922 entdeckte der britische Ägyptologe Howard Carter im Tal der Könige nahe dem oberägyptischen Luxor das fast unversehrte Grab Tutanchamuns einschließlich der goldenen Totenmaske, des Sarkophags und weiterer Grabbeigaben. Mit der für 2020 geplanten Eröffnung eines neuen Museums nahe den Pyramiden von Gizeh sollen alle drei Särge gemeinsam ausgestellt werden.

Revolverheld finanziert Mission der Seenotretter

Die Hamburger Band Revolverheld bezahlt einen Teil der nächsten Rettungsmission der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye im Mittelmeer. Das Management der Band habe bei dem Verein angefragt, was eine Woche des Rettungsschiffes "Alan Kurdi" koste und diesen Betrag gespendet, sagte ein Sea-Eye-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Es handele sich um einen fünfstelligen Betrag. Das nur aus Spenden finanzierte Rettungsschiff werde in wenigen Tagen von Mallorca aus in die libysche Such- und Rettungszone aufbrechen. Revolverheld hatte sich auf einem Konzert in Regensburg vor kurzem für die Seenotretter stark gemacht. "Nächstenliebe bedeutet für uns, dass wir Menschen, egal woher sie kommen, welche Herkunft sie haben, welche Hautfarbe sie haben, welcher Religion sie angehören, dass wie sie hier mit offen Armen empfangen und nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen. Denn Seenotrettung ist kein Verbrechen", sagte Musiker Johannes Strate auf der Open-Air-Bühne zum Publikum.

Mehr Kooperation bei Restitution mit Afrika gefordert

Der senegalesische Wirtschaftswissenschaftler und Restitutions-Experte Felwine Sarr fordert, ein neues Kapitel der Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa aufzuschlagen. Mit der Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur Rückgabe afrikanischer Kulturgüter könne eine "neue Ära der Beziehungen zwischen Europa und Afrika" anbrechen, sagte Sarr bei der internationalen Konferenz "Museum Collections in Motion" in Köln. Durch die Diskussion im Umgang mit afrikanischen Objekten aus der Kolonialzeit habe sich ein "historisches Fenster" geöffnet. Sarr ist Mitverfasser eines Berichts über die Modalitäten der Rückgabe afrikanischer Kulturgüter in französischen Sammlungen, den Macron in Auftrag gegeben hatte. Der von Sarr und der französischen Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy verfasste Bericht hatte die Rückgabe aller unrechtmäßig nach Frankreich gebrachten afrikanischen Kulturgüter gefordert und auch in Deutschland Bewegung in die Diskussion um Restitution gebracht.

Filmfestival Locarno präsentiert Programm

Das Filmfestival Locarno wird in seiner 72. Ausgabe ab Mitte August mehr als 200 Filme zeigen. Das sagte die französische Festivalleiterin Lili Hinstin bei der Vorstellung des Programms und erläuterte die Themen der diesjährigen Ausgabe: "Das Kino soll uns helfen, unsere Wohlfühlzonen zu verlassen und uns den drängenden und verunsichernden Fragen der Gegenwart zu stellen." Deutsche Spielfilme nehmen mit drei Produktionen am Wettbewerb teil. Darunter ist auch das Vater-Tochter-Drama "Das freiwillige Jahr" von Ulrich Köhler und Henner Winckler, das im Wettbewerb als Weltpremiere läuft und sich für den Hauptpreis, den Goldenen Leoparden, bewirbt. In der Kategorie Publikumspreis ist Patrick Vollraths Action-Thriller "7500" im Wettbewerb. In der Nachwuchs-Sektion "Cineasti del presente" ("Filmemacher der Gegenwart") zeigen Elsa Kremser und Levin Peter "Space Dogs" - eine Dokumentation, die den Spuren der 1957 von den Sowjets als erstes Lebewesen in den Weltraum geschickten Hündin Laika folgt.

Freispruch für Vertreter von Reporter ohne Grenzen

Der Vertreter der Organisation Reporter ohne Grenzen in der Türkei ist vom Vorwurf der "Terrorpropaganda" freigesprochen worden. Ein Gericht in Istanbul sprach am Mittwoch mit Erol Önderoglu auch die Menschenrechtlerin Sebnem Korur Fincanci und den Autor Ahmet Nesin frei. Sie hatten 2016 die später geschlossene prokurdische Zeitung "Özgür Gündem" unterstützt.

Indisches Filmfestival beginnt in Stuttgart

Europas größtes indisches Filmfestival wird am Abend mit der Komödie "Kuchh Bheege Alfaaz - Rain Soaked Words" in Stuttgart eröffnet. Die Themenschwerpunkte bei der 15. Ausgabe des Festivals sind Liebe, Beziehungen und Partnerschaft. Rund 50 aktuelle Filme aus ganz Indien sollen im fünftägigen Programm gezeigt, werden, darunter auch der Sommerfilm "Dhadak" von Shashank Khaitan - erst vor zwei Tagen hatte der Film Weltpremiere in Indien. Man wolle mit dem Festivalprogramm die ganze Vielfalt des indischen Kinos mit all seinen Regionen, Sprachen und Themen widerspiegeln, erklärten die Veranstalter. Der Hauptpreis des Festivals, der "German Star of India", für den besten Spielfilm ist mit 4000 Euro dotiert. Zudem werden Auszeichnugen für den besten Kurzfilm, die beste Doku und den Publikumspreis vergeben.

R. Kelly bleibt wegen Missbrauchsvorwürfen in Haft

Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte US-Sänger R. Kelly muss nach erneuten Vorwürfen vorerst in Haft bleiben. Ein Richter in Chicago lehnte es ab, den Musiker ("I Believe I Can Fly") gegen Kaution freizulassen. Der 52-Jährige war vorige Woche festgenommen worden. Die Anklage beschreibt den Sänger als "extreme Gefahr", wie die "Chicago Tribune" berichtete. Die Staatsanwaltschaft legt dem früheren Superstar 13 Anklagepunkte zur Last, unter anderem die Produktion von Kinderpornografie. Zudem soll Kelly Mitarbeiter angestiftet haben, Mädchen für illegale sexuelle Handlungen zu gewinnen. Neue Anklagepunkten betreffen die Misshandlung von zehn Frauen, darunter acht Minderjährige. Kelly, der jahrelang zu den erfolgreichsten R&B-Künstlern zählte, hatte seinen Kritikern immer wieder Rufmord-Kampagnen vorgeworfen. Kelly beteuert seine Unschuld.

Trauer um Bestseller-Autor Camilleri

Der italienische Bestseller-Autor Andrea Camilleri ist tot. Er starb im Alter von 93 Jahren in einem Krankenhaus in Rom, wie die Gesundheitsbehörde der Stadt mitteilte. Camilleri ist vor allem für die Krimis mit dem Kommissar Salvo Montalbano bekannt. Camilleri galt als kritische Stimme des Landes und befasste sich in seinen Geschichten mit heiklen Themen, wie Korruption oder dem organisierte Verbrechen. Begonnen hatte er seine Karriere als Theater- und Rundfunkregisseur. Camilleri hat mehr als 100 Bücher geschrieben, schaffte aber erst mit fast 70 Jahren mit seinen "Montalbano"-Krimis den Durchbruch. Seine Die Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt, sodass Camilleri auch international bekannt wurde. In der Trauer um Camilleri sagte der Sprecher der Italienischen Bischofskonferenz, Ivan Maffeis, das Leben und Wirken des Schriftstellers hätten kulturellen und bürgerlichen Einsatz gelehrt. Mit seinem ironischen und stechenden Stil habe Camilleri den Problemen des Landes Ausdruck verliehen und die Rolle der Mafia sowie die Ausnutzung von Migranten kritisiert.

Frankreich stimmt für Wiederaufbau von Notre Dame

Frankreich hat den Weg frei gemacht für eine zügige Restaurierung der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Fast auf den Tag genau drei Monate nach dem Brand stimmte die Nationalversammlung für das Gesetz zum Wiederaufbau der Kirche, die bei dem Feuer am 15. April teilweise zerstört wurde. Präsident Macron hatte angekündigt, Notre Dame schnellstmöglich instandzusetzen. Er möchte, dass der Wiederaufbau des Pariser Wahrzeichens zu den Olympischen Spielen im Jahr 2024 fertig wird.

OECD-Bildungsdirektor für deutsches Zentralabitur

OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher empfiehlt Deutschland ein Zentralabitur. Ein Abitur auf Landesebene mache wenig Sinn, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Denn am Ende würden sich die Schüler um die gleichen Hochschulen und Ausbildungsplätze bewerben. Ein Zentralabitur verspreche auch eine verbesserte Qualität bei den Abschlussprüfungen, denn die Länder könnten ihre Ressourcen dann gemeinsam für die Entwicklung eines guten Aufgabenpools nutzen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) organisiert unter anderem die internationale Schul-Vergleichsstudie Pisa.

Bildungs- und Teilhabepaket wird nur wenig genutzt

Das Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder und Jugendliche in einkommensschwachen Familien wird weniger genutzt als möglich. Das berichtet die Saarbrücker Zeitung unter Berufung auf Zahlen der Bundesregierung, die die Linken-Fraktion angefordert hatte. Danach gab es im vergangenen Jahr gut zwei Millionen Kinder und Jugendliche, die von den staatlichen Zuschüssen für Nachhilfeunterricht, Fahrtkosten zur Schule oder ein warmes Mittagessen hätten profitieren können. Im Mai, einem für die Inanspruchnahme der Leistungen typischen Monat, nutzten aber nur rund 600.000 von ihnen solche Angebote. Bei der Lernförderung waren es knapp 106.000 und bei den Fahrtkosten 57.000.

Quedlinburg plant Lyonel-Feininger-Stiftung

Zum 148. Geburtstag des Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger wird im Feininger-Museum in Quedlinburg eine Stiftung gegründet. Dies teilte eine Sprecherin der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt mit. Die Stiftung trägt demnach den Namen des Kunstlsammlers Armin Rühl, der gut 100 Werke des Malers gesammelt hat. Das Lyonel-Feininger-Museum in Quedlinburg hat nach eigenen Angaben umfangreiche Bestände an Werken des Malers. Lyonel Feininger war ein deutsch-amerikanischer Maler, Grafiker und Karikaturist. Ab 1909 war er Mitglied der Berliner Secession. Mit seinen Arbeiten am Bauhaus seit 1919 gehört er zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne.

Südafrikanischer Musiker Johnny Clegg gestorben

Der südafrikanische Musiker Johnny Clegg ist tot. Er sei nach einem langen Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs in seinem Haus in Johannesburg gestorben, sagte sein Manager Roddy Quin dem südafrikanischen Fernsehen. Clegg wurde 66 Jahre alt. Während der Apartheidzeit spielte der Weiße Clegg in seinen Bands auch mit schwarzen Musikern zusammen und wurde weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Bei vielen seiner Hits ließ er sich von der Sprache der Zulu und Melodien aus den südafrikanischen Townships beeinflussen.

"Game of Thrones" für 32 Emmys nominiert

Die kürzlich zu Ende gegangene Erfolgsserie "Game of Thrones" ist für die Rekordzahl von 32 Emmys nominiert worden. Das Fantasy-Epos übertraf mit seiner achten und letzten Staffel den bisherigen Allzeitrekord der Polizeiserie "NYPD Blue", die 1994 27 mal für die begehrten US-Fernsehpreise nominiert worden war. Die Emmys werden am 22. September verliehen.

Geschichten über NS-Widerstand auf App

Akteure und Orte des NS-Widerstands in Berlin zwischen 1933 und 1945 können künftig auch auf einer App abgerufen werden. Von Samstag an bietet die Gedenkstätte Deutscher Widerstand auf der berlinHistory.app Geschichten über den Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 sowie über den "Kreisauer Kreis" und "Die Rote Kapelle", wie die Gedenkstätte in Berlin ankündigte. Zudem werden mit exemplarischen Beispielen "Menschen im Widerstand" vorgestellt. Außerdem könne unter "Gedenktafeln in Berlin" darüber hinaus verfolgt werden, wo und wie an die Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und an historisch bedeutsame Menschen, Orte und Ereignisse im Berliner Stadtraum erinnert werde. Am Samstag jährt sich das Attentat auf Hitler durch die Verschwörer um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg zum 75. Mal.

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