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Kulturnachrichten

Freitag, 27. September 2019

Malu Dreyer erhält August-Bebel-Preis

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin und kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer ist mit dem August-Bebel-Preis geehrt worden. Die alle zwei Jahre verliehene Auszeichnung wurde Dreyer am Freitagabend in Berlin überreicht. "Die sozialdemokratischen Werte - Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität- die August Bebel geleitet haben, sind die zeitlosen Werte, die unser Land auch im 21. Jahrhundert dringend braucht", sagte Dreyer nach Angaben ihrer Partei anlässlich der Preisverleihung. Die August-Bebel-Stiftung war 2010 vom Schriftsteller Günter Grass gegründet worden. Sie ehrt Menschen, die sich ähnlich August Bebel um die soziale Bewegung in Deutschland verdient gemacht haben. Die bisherigen Preisträger waren Oskar Negt, Günter Wallraff, Klaus Staeck und Gesine Schwan.

Künast startet Appell gegen digitale Gewalt

Angesichts von Aggressionen im Internet hat die Grünen-Politikerin Künast gemeinsam mit Netzaktivistinnen und Frauenrechtlerinnen einen parteiübergreifenden Appell gegen digitale Gewalt gestartet. Das was im Netz stattfinde dürfe nicht als Empörungskultur oder "andere Meinung" weggewischt werden, sondern müsse klar benannt werden, heißt es in dem Aufruf, aus dem der Spiegel zitiert. Die Initiatorinnen fordern eine öffentliche Debatte über die geschlechtsspezifischen Aspekte von Gewalt im Netz und Hasskommentaren.
Auslöser für den Appell ist eine Gerichtsentscheidung, wonach sexistische und vulgäre Beleidigungen Künasts durch anonyme Facebook-Nutzer zulässig waren.

Argentinierin Martel erhält Murnau-Filmpreis

Der diesjährige Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreis wird am Sonntag an die Regisseurin Lucrecia Martel aus Argentinien verliehen. Die Jury habe die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung "der wohl wichtigsten lebenden Regisseurin Lateinamerikas" einstimmig zuerkannt, teilten die Veranstalter in Bielefeld mit. Die 52-jährige Martel habe ein filmisches Werk zwischen narrativem Kurz- und Langfilm sowie Dokumentation und Musikvideo entwickelt. Es sei von ebenso großer Vielfalt wie künstlerischer Konsequenz geprägt. Die Filme der Regisseurin beschäftigten sich auf originäre Weise mit argentinischer Geschichte und Gesellschaft, hieß es. Gleichzeitig wiesen sie Einflüsse des internationalen Kinos auf. Martel teile die Lust am Erweitern der formalen und erzählerischen Möglichkeiten des Mediums mit dem Namensgeber des Preises, dem Filmpionier Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931).

Hilde-Domin-Preis an Natascha Wodin

Die russisch-ukrainische Schriftstellerin Natascha Wodin erhält den mit 15.000 Euro dotierten Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2019 der Stadt Heidelberg. Die 73-Jährige habe "mit ihren zuletzt erschienenen Romanen in einer einfachen, klarsichtigen Sprache eine überfällige Erzählung gestiftet für das Schicksal von Millionen sowjetischen Zwangsarbeitern in Deutschland", teilte die Stadt Heidelberg mit. Wodins Werke seien geprägt von Erfahrungen des "Fremdseins, der Entfremdung, des Befremdens". Zu ihren Büchern gehören der Roman "Die gläserne Stadt" (1983), "Nachtgeschwister" (2009), "Sie kam aus Mariupol" (2017) und "Irgendwo in diesem Dunkel" (2018).

Grütters gibt NS-Raubkunst an Erben zurück

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat vier Zeichnungen aus NS-Raubkunst
an die Erben einer französischen Industriellenfamilie zurückgegeben. Der Vorbesitzer, der anonym bleibe wolle, habe sie für die Forschung im Kunstfund Gurlitt zur Verfügung gestellt, teilte Grütters in Berlin mit. Die Zeichnungen gehörten einst zum Bestand des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, dem Vater von Cornelius Gurlitt. Eigentümerin war die Familie Deutsch de la Meurthe. Im Kanzleramt nahm ein Enkel von Georgette Deutsch de la Meurthe die Zeichnungen entgegen. Sie hingen in ihrem Haus in Paris, das während der deutschen Besatzung von den Nationalsozialisten geplündert wurde.

Axel Springer Award für Shoshana Zuboff

Die US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Shoshana Zuboff erhält den Axel Springer Award 2019. Zuboff werde für ihre langjährige kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Internetökonomie auf den Menschen und die Arbeitswelt geehrt, teilte der Medienkonzern mit. Der undotierte Preis wird am 7. November in Berlin verliehen. Zuboff ist emeritierte Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Harvard Business School. Erster Preisträger war 2016 Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Uwe-Johnson-Förderpreis wird verliehen

Die Berliner Schriftstellerin Kenah Cusanit wird mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis geehrt. Sie bekommt die Auszeichnung für ihren Debütroman "Babel". Die Geschichte dreht sich um Ausgrabungen rund um Bagdad vor mehr als hundert Jahren. Damit öffne die Autorin einen in der Literatur nur selten betretenen historischen Raum,so die Jury. Der Preis wird am Freitagabend in Neubrandenburg übergeben.

Börsenverein kooperiert wieder mit Stiftung Lesen

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels will nach einem Zerwürfnis mit der Stiftung Lesen die Zusammenarbeit vorerst fortsetzen. Der Vorstand wolle den bis Ende 2021 laufenden Vertrag erfüllen, heißt es in einer Erklärung. Bis dahin werde geprüft, ob sich die Zusammenarbeit verbessern lasse. Auslöser des Streits war eine Buchverschenk-Aktion, die die Stiftung Lesen am 20. September zum Weltkindertag mit dem Internethändler Amazon und großen Buchhandelsketten wie Thalia und Hugendubel organisiert hatte. Der Börsenverein kritisierte, dass der stationäre Buchhandel nicht beteiligt worden sei und die Stiftung Lesen mit der Aktion Amazon aufwerte; Ziel des Internethändlers sei aber die Zerstörung des Buchhandels.

Deutsch-französischer Jugendliteraturpreis verliehen

Die Autorinnen und Illustratorinnen Hanna Brückner und Rébecca Dautremer haben in Saarbrücken den deutsch-französischen Jugendliteraturpreis erhalten. Brückner wurde für ihr Buch «Mein fantastisches Baumhaus» ausgezeichnet, Dautremer für «Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough». Beide Preisträgerinnen erhalten jeweils 6.000 Euro. Für die Übersetzung ihrer Bücher werden je 2.000 Euro bereitgestellt. Der deutsch-französische Jugendliteraturpreis wird seit 2013 vergeben.

Baustopp für Berliner Hedwigs-Kathedrale aufgehoben

Der Berliner Stadtbezirk Mitte hat den Baustopp für den katholische Bischofssitz in der Hauptstadt aufgehoben. Damit kann die Sankt Hedwigs-Kathedrale weiter saniert und umgebaut werden. Vor ihrer Entscheidung hatten Vertreter des Bezirks und der katholischen Kirche die Baustelle besichtigt. Der Baustopp war am 13. September erteilt worden. Die Gruppe "Freunde der Hedwigskathdrale", die den Kirchenumbau ablehnt, hatte das Erzbistum verdächtigt, die Bauarbeiten bereits ohne Genehmigung angewiesen zu haben.

Zwölf Thomas-Mann-Stipendiaten gehen nach LA

Zwölf Intellektuelle sind für Arbeitsaufenthalte in der kalifornischen Thomas-Mann-Villa ausgewählt worden. Im kommenden Jahr sollen sich die "Thomas Mann Fellows" drei bis sechs Monate in der ehemaligen Exil-Residenz des Literaturnobelpreisträgers aufhalten, teilte das Thomas Mann House mit. Um die Stipendien hatten sich 77 Personen beworben. Thomas Mann lebte zwischen 1942 und 1952 in Los Angeles und machte die Villa im Stadtteil Pacific Palisades zum Treffpunkt berühmter Künstler und Intellektueller. Die Bundesregierung hat das Anwesen 2016 gekauft und renovieren lassen, um es als transatlantische Begegnungsstätte und für Stipendiaten zu nutzen.

Preisverleihung beim Jugendfilmfestival "Lucas"

Beim "Lucas"-Filmfestival für ein junges Publikum in Frankfurt am Main sind die Preise vergeben worden. In der Altersklasse acht plus wurde die niederländisch-deutsche Produktion "Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess" von Steven Wouterlood als bester Langfilm ausgezeichnet. In der Kategorie 13 plus ging die Auszeichnung an die kanadische Produktion "Giant litte ones" von Keith Behrman und in der Kategorie 16 plus an den französischen Beitrag "Les météorites" von Romain Laguna. Die Filme wurden mit jeweils 5.000 Euro bedacht. Das nach eigenen Angaben älteste Filmfestival für Kinder und Jugendliche in Deutschland fand zum 42. Mal statt.

Jugendliche sind pro Woche 58 Stunden online

Jugendliche sind pro Woche im Schnitt 58 Stunden online. 36 Stunden davon entfallen auf die mobile Nutzung über Smartphones. Das geht aus der Jugend-Digitalstudie der Postbank hervor, die die Online-Zeit pro Tag auf fast zehn Stunden bemisst. Mit dem Smartphone werde am meisten im Internet gesurft, so die Studie. Danach folgen Laptops, Desktops und Tablets. Für die Schule, die Ausbildung oder das Studium nutzen Jugendliche häufiger vor große Bildschirme. Für die Postbank-Jugend-Digitalstudie wurden im April und Mai 1004 16- bis 18-Jährige repräsentativ befragt.

Preisverleihung der Youtube-Szene in Berlin

In Berlin ist am Donnerstagabend der Youtube Goldene Kamera Digital Award verliehen worden. In acht Kategorien wurde der Internet-Preis vergeben. Die Show im Kraftwerk wurde von Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis und dem Comedian Daniele Rizzo moderiert. Mit dem Digital Award würdigen die Funke Mediengruppe und Youtube die "originellsten und bewegendsten Internetproduktionen". Ex-Fernseh-Showstar Frank Elstner bekam den "Newcomer"-Preis für seinen Youtube-Kanal "Wetten, das war's..?".

Stadtarchiv von Frankfurt/Oder wechselt Standort

In Frankfurt/Oder zieht das Stadtarchiv bis zum Jahresende in sein neues Domizil. In der ehemaligen Bürgerschule am Lennépark bekommen die historischen Dokumente aus fast 800 Jahren Stadtgeschichte moderne Magazinräume und mehr Platz. Dafür wurde der denkmalgeschützte historische Bau seit 2016 für 7,9 Millionen Euro saniert. Auch die Bibliothek des Stadtarchivs mit allein 16 000 Büchern zieht in das Gebäude ein. Im Erdgeschoss wurden moderne Säle, ein Seminar- sowie ein Ausstellungsraum geschaffen. Der Umzug soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Fusion zu größtem US-Zeitungsverlag genehmigt

Der Zusammenschluss von GateHouse und Gannett zum größten Zeitungsverlag der USA ist von der nationalen Wettbewerbsaufsicht genehmigt worden. Das teilten die beiden Unternehmen mit. Nach der Übernahme von Gannett, dem Verlag von "USA Today", durch GateHouse wird die Gruppe mehr als 260 US-Tageszeitungen und mehr als 300 wöchentliche Titel besitzen. Die Zustimmung europäischer Behörden und der Aktionäre beider Unternehmen steht noch aus.

Architekt Ingenhoven mit Semperpreis ausgezeichnet

Der Architekt Christoph Ingenhoven ist in Dresden mit dem Semperpreis der Sächsischen Akademie der Künste ausgezeichnet worden. Der Gottfried Semper Architekturpreis gilt als einer der wichtigsten Architekturawards. Ingenhoven erhielt ihn für seine besonderen Verdienste im Bereich des Klima- und Ressourcen-schonenden Bauens. Der Düsseldorfer berücksichtige ökologische Aspekte und habe eine eigenständige Architektursprache von höchstem ästhetischem Anspruch, so die Akademie in ihrer Begründung. Das sei an Ingenhovens weltweit errichteten Bauten ablesbar. Von Ingenhoven stammen unter anderem der runde RWE-Turm in Essen, die Europäische Investitionsbank in Luxemburg und das Lufthansa Aviation Center am Frankfurter Flughafen.

Leipzig erklärt sich zur "Musikstadt"

Leipzig hat sich zur Musikstadt erklärt. Das Bachfest, die Mendelssohn-Festtage sowie die neu geschaffenen Opernfesttage sollen nach Angaben der Stadtverwaltung künftig unter der Dach-Marke "Musikstadt Leipzig" gebündelt werden. Die dazu gehörige Kampagne solle zunächst in den USA, in Japan und im Vereinigten Königreich gestartet werden, hieß es. Ab 2020 soll auch in Frankreich, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden verstärkt gemeinsam für die verschiedenen Leipziger Musikfestivals geworben werden.

"Die Jahre" ist "Hörbuch des Jahres 2019"

Das Hörspiel "Die Jahre" nach dem gleichnamigen Roman von Annie Ernaux ist das "Hörbuch des Jahres 2019". Das hat die Jury der Hörbuchbestenliste des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main bekannt gegeben. Zum "Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres" wurde "Die schreckliche Geschichte der abscheulichen Familie Willoughby" von Lois Lowry gekürt. Das "Hörbuch des Jahres" wird am 19. Oktober im Sendesaal des Hessischen Rundfunks ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 3.333 Euro. Das "Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres" ist als "Hörbuch-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden" mit 10.000 Euro dotiert und wird 26. Januar im Hessischen Staatstheater Wiesbaden im Rahmen einer Kinder-Hörgala verliehen.

Bund fördert Jugendarbeit in NS-Gedenkstätten

Mit dem neuen Programm "Jugend erinnert" will der Bund 28 Bildungsprojekte in NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren fördern. Dafür gibt es sechs Millionen Euro, kündigte Kulturstaatsministerin Grütters an. Es gehe darum, dass die Gedenkstätten für ihre pädagogische Arbeit neue Ansätze und Methoden entwickeln, so die CDU-Politikerin. Das Programm "Jugend erinnert" soll sich nicht nur mit dem Nationalsozialismus, sondern auch mit dem SED-Unrecht beschäftigen.

Goethe-Institut stoppt Stipendien für Marokko

Das Goethe-Institut hat ein Stipendienprogramm für marokkanische Schüler eingestellt, nachdem sich mehrere Teilnehmer in Deutschland abgesetzt hatten. Bis zur Klärung der Situation sei die Vergabe von Stipendien ausgesetzt, sagte eine Sprecherin des Goethe-Instituts. Drei marokkanische Schüler hätten die Sprachkurse verlassen, um nicht in ihr Heimatland zurückzukehren. Dem Auswärtigen Amt sind wenige Einzelfälle bekannt, in denen Stipendiaten nicht die geplante Rückreise angetreten hätten. Zuvor war bereits die Stipendien-Vergabe für Schulen in Afghanistan eingestellt worden.

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