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Kulturnachrichten

Dienstag, 25. September 2018

Bill Cosby zu mindestens drei Jahren Haft verurteilt

US-Star stand wegen sexueller Nötigung vor Gericht

Der Komiker und TV-Star Bill Cosby ist wegen schwerer sexueller Nötigung in drei Fällen zu mindestens drei Jahren Haft verurteilt worden. Richter Steven O'Neill verkündete am Dienstag in Pennsylvania das Strafmaß für den 81-Jährigen. Cosby war im April für schuldig befunden worden, im Jahr 2004 eine Frau durch Medikamente bewusstlos gemacht und sich dann an ihr vergangen zu haben. Cosby wird von etwa 60 Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, doch sind die meisten Fälle verjährt. Der Komiker war früher in seiner Rolle als liebenswerter Familienvater in der "Cosby Show" einer der beliebtesten US-TV-Stars. Cosbys Anwälte wollen nun Berufung gegen das Strafmaß einlegen.

Verschollener Brief Galileo Galileis gefunden

Schreiben von 1613 verweist auf Konflikt mit der Inquisition

Ein italienischer Wissenschaftshistoriker von der Universität Bergamo hat offenbar einen verloren geglaubten Brief des Astronomen Galileo Galilei gefunden. Als Salvatore Ricciardo im August im Online-Katalog der Bibliothek der Royal Society in London recherchierte, stieß er auf einen siebenseitigen Brief Galileis von 1613. Dieser markiert den Beginn seiner langen Auseinandersetzung mit der Inquisition. Wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" berichtet, legte Galilei in dem Brief dem Mathematiker Benedetto Castelli erstmals dar, warum sich die Erde um die Sonne dreht. Aus dem Brief lasse sich erkennen, wie der Wissenschaftler versuchte, den absehbaren Konflikt mit der Kirche zu begrenzen. Eine Kopie des Briefes befindet sich im Vatikanischen Geheimarchiv.

Deutscher Kabarett-Preis für Jochen Malmsheimer

Die Auszeichnungen werden am 12. Januar 2019 in Nürnberg überreicht

Für seine Humorkunst erhält Jochen Malmsheimer (57) den diesjährigen Deutschen Kabarett-Preis. Sein Talent zum Erzählen skurriler Geschichten mitten aus dem Leben sei im deutschsprachigen Kabarett unerreicht, so das Nürnberger Burgtheater. Den gebürtigen Essener kennt man unter anderem aus der ZDF-Sendung "Die Anstalt". Der mit 6000 Euro dotierte Preis wird von der Stadt Nürnberg gestiftet und jährlich vom Burgtheater vergeben. Den Förderpreis - dotiert mit 4000 Euro - bekommt der Poetry-Slammer Nektarios Vlachopoulos. "Er unterhält mit anspruchsvollen, sorgsam formulierten und fein ausgearbeiteten Geschichten", urteilte die Jury. Die Auszeichnungen werden am 12. Januar 2019 in Nürnberg überreicht.

ZDF-Kabarett-Chef wechselt ans Theater

Stephan Denzer wird neuer Chef der Mainzer Kleinkunstbühne "unterhaus"

Der Leiter der Kabarett- und Comedy-Redaktion des ZDF, Stephan Denzer, wird neuer Chef der Mainzer Kleinkunstbühne "unterhaus". Das Theater hat den Wechsel bestätigt. Denzer, der als Erfinder der ZDF-"heute-show" gilt, werde zum 1. Juli 2019 die Nachfolge des langjährigen "unterhaus"-Geschäftsführers Ewald Dietrich antreten. Denzer ist seit mehr als 20 Jahren für das ZDF tätig und übernahm 2008 in der Hauptredaktion Show die Teamleitung für den Bereich Kabarett und Comedy. In dieser Funktion verantwortete er Sendungen wie "Die Anstalt", "Vier sind das Volk" oder "Pelzig hält sich". Das vor mehr als 50 Jahren gegründete Mainzer "unterhaus" ist ein reines Gastspieltheater, gilt aber trotzdem als eine der renommiertesten Kabarettbühnen Deutschlands.

Buchbranche: Staatsbankett für Erdogan ist ein Skandal

Solidaritätslesung mit Texten von in der Türkei verfolgten Autoren geplant

Als "Schlag ins Gesicht" aller politisch Inhaftierten wertet die deutsche Buchbranche den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in dieser Woche in Berlin. Das Staatsbankett beim Bundespräsidenten sei ein Skandal, weil zeitgleich Hunderte Menschen in der Türkei aus politischen Gründen in Gefängnissen säßen. Bundesregierung und Bundespräsident müssten klare Worte gegenüber Erdogan finden und sich konsequent für Meinungsfreiheit und Menschenrechte einsetzen, verlangte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Der Dachverband will am Freitag eine Solidaritätslesung per Livestream organisieren mit Texten von in der Türkei verfolgten Autoren und Journalisten. Vorgelesen werden unter anderem Beiträge von Ahmet Altan, Deniz Yücel, Can Dündar, Asli Erdogan und Selahattin Demirtas.

Picasso-Museum erhält Daumier-Sammlung

Es sind besonders seltene Zeichnungen des französischen Karikaturisten

Das Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster erhält eine Schenkung mit mehr als 300 Werken des französischen Karikaturisten Honoré Daumier (1808-1879). Die Arbeiten des berühmten Malers, Bildhauers und Grafikers stammen aus den Jahren 1832 bis 1869. Hinzu kämen 69 Karikaturen von Zeitgenossen Daumiers. Die Schenkung stammt den Angaben nach von dem Ehepaar Brigitte und Walter Kames aus München. Bei den Werken für das Kunstmuseum Pablo Picasso handelt es sich um besonders seltene Zeichnungen Daumiers. Ein Teil davon soll ab Februar 2019 in einer Ausstellung präsentiert werden. Das Kuratorium und Museumsleiter Markus Müller sprachen von einer großzügigen Schenkung. Daumier sei "ohne Zweifel einer der humorvollsten Chronisten des modernen Massenzeitalters".

Kein Schadenersatz für Deniz Yücel

Türkisches Gericht weist Klage Yücels auf Schadenersatz nach U-Haft ab

Ein türkisches Gericht hat die Klage des deutschen "Welt"-Reporters Deniz Yücel auf Schadenersatz nach einjähriger U-Haft abgewiesen. Das Gericht habe keinen Grund für seine Entscheidung genannt, sagte Yücels Anwalt. Yücel werde sie innerhalb einer Woche anfechten. Mein sei entschlossen, den Fall so weit zu tragen wie möglich - auch zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, so der Anwalt. Der Reporter, dessen einjährige Inhaftierung ohne Anklageschrift die deutsch-türkischen Beziehungen im vergangenen Jahr schwer belastet hatte, hatte die türkische Regierung Ende August auf umgerechntet rund 400 000 Euro Entschädigung verklagt. Im Februar war Yücel aus der U-Haft freigelassen worden und durfte ausreisen. Sein Verfahren geht weiter. Der Vorwurf lautet unter anderem auf "Propaganda für eine Terrororganisation". Ihm drohen bis zu 18 Jahre Haft.

Wilhelm Raabe-Literaturpreis für Judith Schalansky

Die Autorin wird für ihr Buch "Verzeichnis einiger Verluste" geehrt

Der Wilhelm Raabe-Literaturpreis geht in diesem Jahr an Judith Schalansky für ihr Buch "Verzeichnis einiger Verluste". Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und wird von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandradio vergeben. Die Jury lobte Judith Schalansky als Grenzgängerin zwischen Natur und Poesie. Sie biete eine ganz neue Gattung an: "die poetische Archivierung der verschwundenen Dinge, die auf diese Weise eine Wiederauferstehung in der Verwandlung erfahren - als literarische Erzählung", so die Jury. Zu den bisherigen Preisträgern des Wilhelm Raabe-Literaturpreises gehören unter anderen Rainald Goetz, Wolf Haas, Katja Lange-Müller, Andreas Maier und Sibylle Lewitscharoff. Der Preis wird am 4. November verliehen. "Verzeichnis einiger Verluste" von Judith Schalansky erscheint Ende Oktober im Suhrkamp Verlag.

Facebook-Konzern verliert Instagram-Mitbegründer

Systrom und Krieger verlassen den Facebook-Konzern

Die beiden Mitbegründer der Foto-App Instagram, Kevin Systrom und Mike Krieger, verlassen den Facebook-Konzern. Ihr Abgang als Vorstands- sowie Technikchef werde in Kürze erfolgen, teilte die Facebook-Tochter mit. Beide wollten sich Zeit nehmen und ihre Neugier und Kreativität wieder erkunden, schrieb Systrom in einem Blog-Eintrag als Begründung. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hatte es zuletzt wiederholt Auseinandersetzungen über die Ausrichtung von Instagram mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg gegeben. Erst vor wenigen Monaten musste der US-Konzern den Abgang vom Mitbegründer des Messaging-Dienstes WhatsApp verkraften. Facebook ist zur Zeit wegen des Umgangs mit Kundendaten unter Beschuss. Zudem drohen Strafmaßnahmen wegen der Nichteinhaltung von Verbraucherschutz-Verordnungen.

Ch. Links Verlag wird an Aufbau verkauft

Christoph Links bleibt Geschäftsführer

Der Berliner Ch. Links Verlag sieht in dem geplanten Verkauf an die Aufbau-Verlagsgruppe einen wichtigen Schritt zur Zukunftssicherung. Aufbau gehöre zu den wichtigen konzernunabhängigen Editionshäusern des Landes, schrieb Verleger Christoph Links in einem Brief an seine Autoren. "Wir werden unter dem dortigen Dach unsere bisherigen programmatischen Linien am bewährten Standort in der Berliner Kulturbrauerei eigenständig fortführen können, ich selbst bleibe in den nächsten zwei Jahren alleiniger Geschäftsführer." Die Autoren hätten auf die Nachricht ausnahmslos positiv reagiert. Christoph Links kommt selbst aus dem Aufbau Verlag. 1989 hatte er sich mit einem eigenen Haus selbstständig gemacht und bringt inzwischen pro Jahr rund 50 neue Titel zu aktuell-politischen und historischen Themen heraus. Der Aufbau Verlag war einst der wichtigste Verlag der DDR. Zur Verlagsgruppe gehören inzwischen mehrere Häuser - neben Aufbau etwa auch Blumenbar, Rütten & Loening und Die Andere Bibliothek.

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Fazit

Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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