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Kulturnachrichten

Sonntag, 2. September 2018

Israelisches Radio spielt Wagners "Götterdämmerung"

Und entschuldigt sich daraufhin in aller Form

Ein Klassiksender hat Ausschnitte aus Richard Wagners Oper "Götterdämmerung" gespielt und sich daraufhin in aller Form bei seinen Hörern entschuldigt. Eine Sprecherin des Medienunternehmens Kan verwies am Sonntag auf den "Schmerz, den eine solche Ausstrahlung bei den Holocaust-Überlebenden unter unseren Hörern auslösen könnte". Der zuständige Musikredakteur habe eine falsche künstlerische Entscheidung getroffen", für die sich der Sender entschuldige. Die Musik des deutschen Komponisten ist in der israelischen Öffentlichkeit weitgehend tabu, weil seine Werke durch antisemitische Rhetorik geprägt sind. Kritiker sehen Wagner, der als Adolfs Hitlers Lieblingskomponist galt, als einen der Wegbereiter des Nationalsozialismus. In Israel ist die Aufführung seiner Musik zwar nicht verboten, Musiker und Sender verzichten aber in der Regel darauf. Die Sendersprecherin sagte, die Ausstrahlung der "Götterdämmerung" habe gegen interne Richtlinien verstoßen, denen zufolge Wagner nicht öffentlich gespielt werden solle.

Hans Beimer stirbt Serientod in der "Lindenstraße"

Joachim H. Luger will mehr Zeit fürs Theater und seine Familie haben

Dramatischer Tod in der "Lindenstraße": Die Serienfigur Hans Beimer ist in der Folge am Sonntagabend wie angekündigt gestorben - als eigentlich alles wieder gut zu sein schien. Bei ihm waren die beiden Frauen, die ihn sein Serienleben lang begleitet hatten: Ex-Gattin Helga (Marie-Luise Marjan) und seine zweite Ehefrau Anna (Irene Fischer). Joachim H. Luger, der Hans Beimer mehr als 33 Jahre lang verkörperte, hatte seinen Ausstieg aus der ARD-Serie bereits vor einigen Wochen angekündigt, weil er wieder mehr Zeit fürs Theater und seine Familie haben wolle. In der Folge am Sonntag hatten sich Helga und der an Parkinson erkrankte Hans gegenseitig im Wald gesucht und auch Anna in große Sorge versetzt, weil die beiden zunächst verschwunden waren. Nachdem sie wieder aufgetaucht und alle sich glücklich in die Arme gefallen waren, sackte Hans plötzlich zusammen - in einer Schutzhütte im Wald, mit Blick auf die untergehende Sonne.

Karl-May-Spiele: Winnetous Abschied

Der Schauspieler Jan Sosniok hatte sechs Jahre lang den Winnetou verkörpert

Der Schauspieler Jan Sosniok hat am Sonntag seinen Abschied von der Rolle des Apachenhäuptlings Winnetou bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg verkündet. Er wolle sich Kino- und Fernsehprojekten widmen, teilten die Veranstalter nach der letzten Vorstellung in dieser Spielzeit mit. Die Neubesetzung sei noch offen. Sosniok hatte sechs Jahre lang den Winnetou verkörpert. "Ich habe sechs unvergessliche Sommer am Kalkberg erlebt", sagte Sosniok laut Mitteilung der Veranstalter zum Abschied dem Publikum. "Aber ich fühle, dass für mich jetzt der Moment gekommen ist, Winnetous Silberbüchse weiterzureichen." Die diesjährigen Karl-May-Spiele verbuchten ein neues Rekord-Ergebnis: Die 72 Vorstellungen lockten insgesamt 388 910 Besucher an.

Poschmann wird mit Klopstock-Preis geehrt

Ihr Roman "Die Kieferninseln" wird ausgezeichnet

Die Autorin Marion Poschmann wird am Montag mit dem Klopstock-Preis für neue Literatur ausgezeichnet. Sie erhält die höchste Literaturauszeichnung des Landes Sachsen-Anhalt für ihren Roman "Die Kieferninseln". Überreicht wird der mit 12.000 Euro dotierte Preis von Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra. Die 1969 in Essen geborene und bereits mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin lebt heute in Berlin. Sachsen-Anhalt verleiht seit 1996 jährlich einen Literaturpreis.

Angriffe auf mehrere Medienvertreter in Chemnitz

Zahlreiche Journalisten angegriffen

Am Rande der rechtsgerichteten Kundgebungen in Chemnitz am Samstag haben Demonstranten in zahlreichen Fällen Journalisten angegriffen. Die Polizei bat Medienvertreter, die in ihrer Arbeit behindert wurden, sich zu melden. Der Landesverband der Journalistengewerkschaft DJV forderte seine betroffenen Mitglieder auf, Anzeige zu erstatten. Georg Restle, Redaktionsleiter des ARD-Magazins "Monitor", berichtete von Übergriffen Rechtsradikaler auf sein Kamerateam. Die Reporter hätten "sich gerade noch in Sicherheit bringen" können, twitterte Restle. "Noch nie habe ich so viel Hass auf Medien erlebt wie an diesem Wochenende in Chemnitz." Auch Kamerateams von anderen Sendungen des MDR wurden mehrmals angegriffen, wie der MDR auf Twitter dokumentiert hat. Mehrere Chefredakteure kritisierten das Sicherheitskonzept der Polizei.

Archäologen finden Dorf aus Vor-Pharaonen-Zeit

Eines der älstesten Dörfer im ägyptischen Nildelta entdeckt

Archäologen haben eines der ältesten Dörfer im ägyptischen Nildelta ausgegraben. Es gehe auf eine Zeit vor den Pharaonen zurück, teilte Ägyptens Antikenministerium mit. Das neolithische Dorf sei bei Ausgrabungen nördlich von Kairo im Tal al-Samara-Gebiet in der Provinz Dakahlija entdeckt worden. Archäologen fanden unter anderem Tierknochen und Keramik. Die Funde zeigten, dass es im Deltagebiet auch schon 5000 vor Christus sesshafte Gesellschaften gegeben habe. In den vergangenen Monaten hatte Ägypten eine Reihe von Entdeckungen gemeldet. So fanden Archäologen etwa in der Stadt Minja eine antike Totenstadt mit Dutzenden Sarkophagen und Kunstschätzen.

"Wir sind mehr"

Musiker stellen sich gegen Rechts

Nicht nur ostdeutschen Musikern wie Kraftklub, Clueso oder Sebastian Krumbiegel machen die ausländerfeindlichen Krawalle in Chemnitz Sorgen. Auch die irischen Rockgrößen von U2 äußern sich. Die irischen Rockgrößen U2 fanden zum Auftakt ihrer Europatour in Berlin am Freitagabend deutliche Worte. Morgen wollen Künstler unter dem Motto "Wir sind mehr" gegen Rechts ansingen: Mit einem Gratis-Konzert. Die Toten Hosen, Kraftklub oder Feine Sahne Fischfilet wollen in der sächsischen Stadt ein Zeichen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt setzen. Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel rief im Deutschlandfunk dazu auf, sich klar gegen Rechts zu stellen: "Liebe Leute, bitte, bitte, bitte: Zeigt auf der Straße, dass wir nach wie vor die Mehrheit sind.", sagte der gebürtige Leipziger heute.

Macke-Denkmal in Bonn enthüllt

Skulptur von Stephan Balkenhol

Mit einem neuen Denkmal in Bonn erinnert die Stiftung für Kunst und Kultur an den expressionistischen Maler August Macke (1887-1914). Das Denkmal, für das der Künstler Stephan Balkenhol einen Pavillon und eine überlebensgroße Skulptur schuf, wurde im Hofgarten in der Nähe des Akademischen Kunstmuseums enthüllt. Das Macke-Denkmal ist Teil des sogenannten Kunstprojekts Bonn, für das bis 2030 jährlich ein Kunstwerk für den öffentlichen Stadtraum entstehen soll. Das Projekt, das sich aus privaten Mitteln finanziert, ging 2014 mit einer Beethoven-Skulptur von Markus Lüpertz im Stadtgarten an den Start, gefolgt von "Mean Average" von Tony Cragg auf dem Remigiusplatz und "ARC '89" von Bernar Venet auf der Museumsmeile an der B9. August Macke, zählt zu den bekanntesten Malern des Expressionismus. Macke starb als Soldat im Ersten Weltkrieg bereits mit 27 Jahren.

U2-Sänger Bono bricht Konzert ab

Stimmprobleme beim Sänger der Band

Die irische Rockband U2 hat am Samstagabend ihren Auftritt in der Berliner Mercedes-Benz-Arena nach wenigen Liedern abgebrochen. Bei Sänger Bono hatte zuvor mehrfach die Stimme ausgesetzt, immer wieder griff er - auch während der Songs - zur Thermoskanne. Das Lied "Beautiful Day" brachte er unterstützt vom Publikum noch zu Ende, dann verließ er die Bühne - für eine Pause, wie es zunächst hieß. Nach einiger Zeit wurde dann mitgeteilt, das Konzert werde nicht fortgesetzt, die Gäste sollten ihre Tickets für ein Ersatzkonzert behalten. Genaue Gründe für Bonos Ausfall wurden nicht genannt. Bei seinem Auftritt am Tag zuvor in Berlin zum Start der U2-Europatour hatte Bono die rechten Ausschreitungen in Chemnitz scharf kritisiert. "Solche Leute gehören nicht zu Europa und diesem Land", rief der 58 Jahre alte Sänger. Während der Show tauchte der Slogan "#wirsindmehr" auf dem Bühnen-Bildschirm auf.

Eventkultur in Deutschland boomt

Neue Studie veröffentlicht Zahlen

In Deutschland boomt die Eventkultur: Rock- und Popkonzerte sowie Museen mit neuen Attraktionen sind gefragter als vor fünf Jahren. Das geht aus der Studie "Freizeit-Monitor" hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wird. Neben Volksfesten, Sportveranstaltungen und Kinos profitierten vor allem Konzerte und Ausstellungen von der Eventisierung der Kultur. Fast ein Drittel der 2000 Befragten gab an, mindestens einmal im Jahr in ein Rock- oder Popkonzert zu gehen. Fast 24 Prozent mehr als 2013. Bei Museen und Galerien gab es einen Zuwachs um mehr als 22 Prozent. Der wissenschaftliche Leiter des "Freizeit-Monitors", Reinhardt, kritisierte diese Entwicklung: Der Event-Trend animiere viele Bürger zu einem einmaligen Besuch. Das Stammpublikum werde aber kleiner und komme seltener. Langfristig drohe den Kultureinrichtungen, Besucher zu verlieren. Der "Freizeit-Monitor" wird von der Stiftung für Zukunftsfragen erhoben. Dahinter steht das Tabakunternehmen British American Tobacco.

Ägypten ratifiziert umstrittenes Social-Media-Gesetz

Amnesty International kritisiert das Gesetz

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat ein umstrittenes Gesetz zur Regulierung sozialer Netzwerke ratifiziert. Damit darf die staatliche Medienaufsicht Social-Media-Konten mit mehr als 5000 Followern überwachen. Bei der Verbreitung von vermeintlichen Falschmeldungen kann sie ein Konto sofort löschen. Mit dem Gesetz soll gegen Fake News vorgegangen werden. Amnesty International kritisiert das Gesetz. Mit einem weiteren Gesetz, das im Juli beschlossen worden war, habe der ägyptische Staat nun beinahe die vollständige Kontrolle über Print-, Online- und Rundfunkmedien.

Bischof entschuldigt sich nach Franklin-Trauerfeier

Leitender Bischof bedauert sein Verhalten

Nach der Trauerfeier für die verstorbene Soul-Legende Aretha Franklin hat sich der leitende Bischof der Zeremonie für sein Verhalten gegenüber der Sängerin Ariana Grande entschuldigt. Der Bischof hatte Grande auf der Bühne begrüßt und dabei auf eine Weise berührt, die Kritik auslöste. Bilder der Szene zeigen, wie der Bischof Grandes Oberkörper seitlich in Brusthöhe umfasst. In einem Interview der Nachrichtenagentur AP entschuldigte sich der Pastor. "Es wäre nie meine Absicht, die Brust einer Frau zu berühren. Ich glaubte, ich habe meinen Arm um sie gelegt", sagte er. Während des achtstündigen Gottesdienstes habe er alle Künstler umarmt, sowohl die weiblichen als auch die männlichen. Er habe jedem auf der Bühne die Hand gegeben und umarmt. Viele Menschen hatten unter dem Hashtag #RespectAriana Nahaufnahmen der Szene auf Twitter gepostet.

Kultusministerium ermittelt zu Kircheneinsturz in Rom

Kultusminister: "Wie lässt sich so etwas in Zukunft verhindern?"

Nach dem Einsturz einer Kirche im Herzen Roms will neben der römischen Staatsanwaltschaft auch das italienische Kultusministerium ermitteln. Das kündigte Kultusminister Alberto Bonisoli in der römischen Tagsezeitung "Il Messaggero" an. Ihn interessiere nicht, wer verantwortlich sei, sondern wie sich so etwas künftig verhindern lasse. Um die Schuldigen könne sich die Staatsanwaltschaft kümmern. Er wolle jedoch genau wissen, wie die Kirche gesichert worden sei, welche Arbeiten dort durchgeführt wurden und wer diese kontrolliert habe, so Bonisoli. Die römische Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen wegen möglicher Versäumnisse bei der Instandhaltung aufgenommen. Laut Medienberichten waren Dach und Fassade der Kirche San Giuseppe dei Falegnami erst 2015 im Auftrag des Bistums restauriert worden. Die Einsturzursache ist weiter unklar.

NBC wollte Vorwürfe gegen Weinstein vertuschen

US-Sender soll Recherchen von Journalist Ronan Farrow behindert haben

Der US-Fernsehsender NBC News soll versucht haben, die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein zu vertuschen. Wie die "New York Times" und das Nachrichtenportal "The Daily Beast" berichteten, versuchte der Sender Recherchen des Journalisten Ronan Farrow und des Produzenten Rich McHugh zu stoppen. McHugh sagte der "NYT", er habe nach monatelangen Recherchen die Anweisung bekommen, kein Interview mit einem mutmaßlichen Weinstein-Opfer zu führen. McHugh hatte NBC Mitte August verlassen. Die Anweisung kam demnach aus der Chefetage des Senders. Wie "The Daily Beast" berichtete, wurde NBC von Weinsteins Anwälten unter Druck gesetzt. Der Sender drohte Farrow demnach damit, seinen guten Ruf zu ruinieren, sollte er seine Recherchen zu Weinstein vorantreiben. Farrow veröffentlicht die Geschichte schließlich im "New Yorker".

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