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Kulturnachrichten

Samstag, 7. Oktober 2017

Nach Vorfall: Drei große Museen in London evakuiert

Das berichtet die BBC

Nach dem Vorfall mit einem Auto, das mehrere Fußgänger erfasst hatte, sind in London nach Informationen der BBC drei große Museen evakuiert worden. Dabei handle es sich um das Natural History Museum, das Science Museum und das Victoria and Albert Museum an der Exhibition Road. Die Gegend ist bei Touristen sehr beliebt. Auch das Londoner Goethe-Institut hat seinen Sitz in der Exhibition Road. Die Hintergründe des Vorfalls waren nach Polizeiangaben zunächst völlig unklar.

Nach Brandbrief: Intendant erntet Hassmails

Friedrichstadt-Palast grenzt sich von AfD ab

Mit seinem Brandbrief gegen AfD-Wähler hat der Intendant des Berliner Friedrichstadt-Palastes, Berndt Schmidt, heftigen Protest ausgelöst. Er habe in den vergangenen Tagen etwa 250 Hassmails - teils mit Morddrohungen - erhalten, sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Vor der Vorstellung am Nachmittag richtete der Intendant sich an das Publikum. Unter lautem Applaus der Zuschauer sagte Schmidt, dass er sich in Zukunft noch mehr als zuvor von der AfD abgrenzen wolle. Abgrenzen heiße aber nicht ausgrenzen. Er hieß auch AfD-Wähler ausdrücklich willkommen. "Doch hoffentlich fühlen Sie sich komisch, wenn Sie gleich sehen, was entstehen kann, wenn ein Ensemble aus 25 verschiedenen Nationen, mit allen Hautfarben, aus Atheisten, Christen, Muslimen und Juden, aus Hetero- und Homosexuellen, von Menschen mit und ohne Behinderungen friedlich zusammenarbeitet." Schmidt hatte in einem Brief an die Mitarbeiter geschrieben, das Theater werde sich künftig noch deutlicher als bisher von 20 oder 25 Prozent der potenziellen Kunden im Osten abgrenzen.

Hindunationalisten streichen Mittel für Taj Mahal

Das Mausoleum spiegele nicht die indische Kultur wider

Die hindunationalistische Regierung im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh hat die Mittel zur Instandhaltung des weltberühmten islamischen Mausoleums Taj Mahal im Haushalt 2018 gestrichen. Außerdem entfernte sie das Bauwerk, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, aus den Broschüren zur Tourismuswerbung. Zur Begründung hieß es, das Taj Mahal spiegle nicht die indische Kultur wider. Die hindunationalistische BJP hatten im März dieses Jahres die Wahl in Uttar Pradesh mit einem Erdrutschsieg gewonnen. Das Taj Mahal in Agra war 1631 vom islamischen Großmogul Shah Jahan zum Gedenken an seine große Liebe Mumtaz Mahal errichtet worden. Die BJP ist der politische Arm der radikal-nationalistische Bewegung Hindutva, die aus Indien einen hinduistischen Gottesstaat machen will.

Berliner Staatsoper gibt kostenloses Konzert

Ein Dankeschön an die Steuerzahler

Hunderte Menschen sind zu einem kostenlos Konzert der Staatsoper Unter den Linden gekommen. Das "Konzert für Berlin" wurde auch live auf dem Bebelplatz übertragen, wo sich trotz des ungemütlichen Wetters etwa 300 Besucher versammelt hatten. Die Staatskapelle und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim wollten sich mit dem Konzert beim Steuerzahler für die Sanierung des mehr als 250 Jahre alten Hauses bedanken. In der Oper blieben einige der verlosten Plätze frei. Zu hören waren unter anderem Werke von Edward Elgar und Giuseppe Verdi. Die Staatsoper war am Dienstag nach siebenjähriger Renovierung wiedereröffnet worden. Die Kosten in Höhe von rund 400 Millionen Euro trägt zum Teil der Bund mit 200 Millionen, der Rest kommt aus dem Berliner Haushalt. Nach dem Eröffnungsreigen wird das Opernhaus für zwei Monate wieder schließen, um die neue Technik den Erfordernissen des regulären Opernbetriebs anzupassen.

Merkel: Buchpreisbindung steht nicht zur Disposition

Bücher seien ein Grundbedürfnis

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält Bücher auch in Zeiten des Internets für unverzichtbar. Sie messe dem Lesen eine sehr große Bedeutung bei, sagte die Kanzlerin aus Anlass der bevorstehenden Frankfurter Buchmesse in ihrem wöchentlich Video-Podcast. "Es bereichert, es erweitert den Horizont." Sie lese seit Kindheitstagen sehr gerne, betonte Merkel: "Und deshalb möchte ich, dass das Buch eine Zukunft hat, auch in Zeiten, in denen man viel Kurzes und Schnelles im Internet lesen kann." Die CDU-Politikerin betonte, dass die Buchpreisbindung und der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Bücher in Deutschland nicht zur Disposition stünden. Ähnlich wie Lebensmittel seien Bücher ein Grundbedürfnis. Auch über weitere Erleichterungen für den Büchermarkt "müsste man dann noch mal reden", ergänzte die Kanzlerin. Konkrete Zusagen könne sie aber derzeit nicht machen. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron eröffnet Merkel am Dienstag die Buchmesse.

Letzter Gedichtband von Leonard Cohen angekündigt

Kanadischer Sänger arbeitete noch wenige Tage vor seinem Tod daran

Die letzten Gedichte, an denen Leonard Cohen noch wenige Tage vor seinem Tod gearbeitet hat, sollen im Oktober kommenden Jahres veröffentlicht werden. Der Band "The Flame" ("Die Flamme") werde neben den bislang unveröffentlichten Gedichten auch einige Prosatexte, Illustrationen und die Liedtexte seiner letzten drei Musikalben vereinen, erklärte Cohens früherer Manager Robert Kory. Der kanadische Singer-Songwriter war am 7. November 2016 im Alter von 82 Jahren gestorben. Er wurde in den 60er Jahren mit seinem Album "Songs Of Leonard Cohen" bekannt; zu seinen berühmtesten Liedern zählen "Suzanne", "Bird on a Wire" und "Hallelujah". Vor seinem Durchbruch als Musiker war Cohen vor allem Autor. Er schrieb insbesondere Gedichte, veröffentlichte aber auch zwei Romane.

Fall Yücel: Türkischer Außenminister unnachgiebig

Türkische Öffentlichkeit interessiere sich nicht für ihn

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat die Inhaftierung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel erneut gerechtfertigt. "Für uns ist er ein türkischer Staatsbürger, der sich wegen des Verdachts auf eine Straftat in Haft befindet", sagte Cavusoglu dem "Spiegel". "Die Justiz entscheidet über seine Schuld oder Unschuld." Je früher es zu einem Prozess komme, desto besser. In Deutschland sei der Fall Yücel aufgebauscht worden, erklärte der Minister: "Die türkische Öffentlichkeit interessiert sich nicht für ihn." Den Vorwurf, Yücel werde aus politischen Gründen festgehalten, wies Cavusoglu zurück. Yücel, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, befindet sich seit Februar in Haft. Hintergrund ist offenbar unter anderem ein Interview, das er mit dem Anführer der kurdischen PKK, Cemil Bayik, geführt hat.

Juliana Kálnay erhält "aspekte"-Literaturpreis

Bedeutende Auszeichnung für Erstlingsprosa

Die Autorin Juliana Kálnay bekommt in diesem Jahr den mit 10 000 Euro dotierten Literaturpreis der ZDF-Kultursendung "aspekte". Die Schriftstellerin, die in Kiel wohnt, erhält den Preis für ihren Roman "Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens". Die Jury würdigt die 1988 in Hamburg geborene Kálnay dafür, auf den Spuren des magischen Realismus zu wandeln. Die Autorin beschreibt in dem Roman mit einem fantastischen Blick auf die Welt die Wunder und Träume der Bewohner eines Hauses. "Ein Mann wird zu einem Baum, eine alte Frau spürt, wie sich die Räume bei Kälte zusammenziehen, ein ganzes Haus lebt unter dem Gesetz des Unwirklichen", erklärte die Jury. Der Preis gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen für deutschsprachige Erstlingsprosa. Er wird am 13. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Buchmesse: Dachverband verteidigt Auftritt von rechtem Verlag

Antaios nach längerer zeit wieder dabei

Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, hat den Stand des Verlags Antaios auf der Buchmesse verteidigt. Der rechts angesiedelte Verlag ist umstritten, er verlegt auch den Bestseller "Finis Germania" von Rolf Peter Sieferle, ein Buch, das viele Kritiker als antisemitisch bezeichnen. Skipis verlangt eine "neue Debattenkultur" in Deutschland. "Wir haben komplett verlernt uns mit Themen auseinanderzusetzen, die uns nicht passen". Die Meinungs- und Publikationsfreiheit gelte für jeden. "Deshalb akzeptieren wir Verlage und Bücher, solange sie nicht gegen bestehende Gesetze verstoßen. Der Börsenverein werde zugleich immer seine Stimme gegen Rassismus und Intoleranz erheben - ob von rechts oder links.

Isa Genzken mit Kaiserring ausgezeichnet

Künstlerin erhielt bedeutende Auszeichnung in Goslar

Die Berliner Künstlerin Isa Genzken ist mit dem Kaiserring 2017 der Stadt Goslar ausgezeichnet worden. Der Preis gilt als einer der weltweit bedeutendsten für moderne Kunst. Genzken, die 1948 in Bad Oldesloe geboren wurde, führt nach Darstellung der Jury seit mehr als 30 Jahren "den internationalen Diskurs der Bildhauerei mit an". In ihren Skulpturen, aber auch in Fotografien und Installationen zeige sie "Umbrüche, Gegensätze, Gewalt und Brutalitäten unserer Gesellschaften" und ermögliche es dem Betrachter, "der Wahrheit ein Stück näher zu kommen". Der Kaiserring wird seit 1975 jährlich verliehen. Frühere Träger sind unter anderem Christo, Joseph Beuys, Max Ernst und Georg Baselitz.

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