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Kulturnachrichten

Montag, 18. September 2017

Gedenk-Graffiti

Banksy gedenkt Basquiat

Der Street-Art-Künstler Banksy hat seinen 1988 gestorbenen US-Kollegen Jean-Michel Basquiat geehrt. In der Nähe des Kultur- und Konferenzzentrums Barbican Centre in London, das dem afroamierkanischen Künstler jetzt eine Ausstellung widmet, tauchten zwei neue Wandgemälde auf. Die Bilder weisen kritisch auf den Umgang mit Basquiats Kunst und Person hin. Basquiat galt als der erste afroamerikanische Künstler und Graffiti-Artist, der den Durchbruch in einer überwiegend weißen Kunstwelt geschafft hatte – und die Diskriminierung der Afroamerikaner bildlich darstellte. Auch der britische Graffiti-Artist Banksy widmet sich sozialkritischen Themen. Mit seinen teilweise provokanten Schablonen-Graffitis wurde er international bekannt.

Kultfiguren werden zu Ampelmännchen

Plauener „Vater und Sohn" bald im Straßenverkehr

In Plauen regeln bald „Vater und Sohn", die bekannten Figuren aus den Bildgeschichten des Zeichners Erich Ohser, als Ampelmännchen den Verkehr. Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) überreichte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) die dazu erforderliche Ausnahmeregelung. Vorerst werden Vater und Sohn für zwei Jahre an den Eingängen zur Plauener Fußgängerzone als Ampelmännchen arbeiten. Obersdorfer erklärte, die beiden Figuren gehörten zu Plauen, wie die Mainzelmännchen zu Mainz. Ihr Schöpfer Erich Ohser stammte selbst aus Plauen und arbeitete unter dem Künstlernamen e.o.plauen. 1944 starb er in einem Berliner Gestapo-Gefängnis.

Programm für verfolgte Künstler

Gabriel möchte Initiatoren zu Planungs-Gespräch einladen

Intendanten, Museumsdirektoren und künstlerischen Leiter renommierter deutscher Kulturinstitutionen fordern, für verfolgte Künstler aus der Türkei, Russland, dem Nahen Osten und Nordafrika mindestens 1.000 Arbeitsmöglichkeiten pro Jahr zu schaffen. Deutschland sei dazu auch historisch verpflichtet, heißt es in ihrem Aufruf. Diesen unterzeichneten unter anderem die Intendanten der Münchner Kammerspiele, der Schaubühne Berlin und des Hamburger Thalia Theaters sowie die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Außenminister Sigmar Gabriel unterstützt die Idee und kündigte an, die Initiatoren Anfang Oktober zu einem Gespräch einzuladen, „um die weiteren Schritte zu besprechen".

Kulturzüge nach Prag

Deutsch-Tschechischer Kulturfrühling geht in Verlängerung

Im Rahmen des „deutsch-tschechischen Kulturfrühlings" sollen im November und Dezember sogenannte Kulturzüge zwischen Prag und Dresden fahren. Die Eurocity-Züge sollen dabei zu mobilen Spielstätten für Künstler beider Länder werden. Auch der Lyriker und Georg-Büchner-Preisträger Durs Grünbein wird mit dabei sein. Der Kulturfrühling, an dem unter anderem das Goethe-Institut stark beteiligt ist, läuft seit Januar 2017 und hatte bisher über 250 000 Besucher bei rund 450 Veranstaltungen. Das Programm dient der Verständigung zwischen den beiden Ländern und soll die Beziehungen der Menschen zueinander weiter verbessern.

Neuer Sammlungsleiter fürs Städel Museum

Alexander Eiling kehrt zurück nach Frankfurt am Main

Alexander Eiling, bisher Kurator für neuere Malerei und Plastik an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, wechselt zum Städel Museum in Frankfurt am Main. Seine neue Position als Sammlungsleiter für die Kunst der Moderne wurde vorher von Felix Krämer ausgefüllt, der ab Oktober neuer Generaldirektor und künstlerischer Leiter der Stiftung Kunstpalast in Düsseldorf ist. Eiling hatte bereits früher für das Städel Museum gearbeitet: Von 2002 bis 2007 war er dort wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Graphischen Sammlung. Er freue sich sehr auf seine Rückkehr ans Städel und in seine Heimatstadt, erklärte Eiling. In den nächsten Jahren wolle er mit seinen Kollegen an attraktiven und international beachteten Ausstellungen arbeiten.

Vorzeigehotel an der Müritz weicht Neubau

Schiffsanbieter planen Sonderfahrten zur Sprengung

Am 28. September soll das Müritz-Hotel in Klink gesprengt werden. Das ehemalige Vorzeigehotel gilt als ein Stück DDR-Geschichte – nun muss es einem Neubau weichen. Zur Sprengung werden Hunderte Schaulustige erwartet. Schiffsanbieter planen besondere Müritz-Ausfahrten. 1974 hatte das Hotel seinen Betrieb aufgenommen. Es war eines der größten Objekte des DDR-Feriendienstes und hatte neben einer Schwimmhalle auch ein Wassergrundstück von 45 Hektar Fläche.

Trennung vom Rolling Stone

Einflussreiches US-Musikmagazin sucht Käufer

Nach 50 Jahren in Familien-Hand soll das Musikmagazin „Rolling Stone" verkauft werden. Das teilte Gründer Jann Wenner, der die Zeitschrift mit seinem Sohn Gus führt, der „New York Times" mit. Es gäbe Herausforderungen, die sie nicht alleine stemmen könnten, so der Sohn Gus. Bereits letztes Jahr hatte das Start-up BandLab Technologies aus Singapur 49 Prozent des Magazins gekauft. Ob die Firma nun auch am Rest interessiert ist, blieb bisher unklar. Auch die Zeitschriften „US Weekly" und „Men’s Journal" hatte die Familie Wenner dieses Jahr schon verkauft. Der Rolling Stone hatte in den letzten Jahren auf Grund umstrittener oder falscher Berichterstattung Image- und Finanzverluste hinnehmen müssen. Dennoch gibt es eine große und treue Leserschaft.

11 Millionen Euro für Orchester

Förderprogramm „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat bekanntgegeben, welche Orchester-Projekte in den nächsten Jahren insgesamt 11,1 Millionen Euro vom Ministerium erhalten werden. Die Förderung des Programms „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland" geht unter anderem an die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz, die Bochumer Symphoniker und die Jenaer Symphoniker. Grütters erklärte, vielen Orchestern würden wegen angespannter Kommunalhaushalte Spielraum und Ressourcen fehlen. Sie sollen darin bestärken, ihre künstlerische Qualität weiter zu entwickeln. Das Förderprogramm wurde vom Bundestag beschlossen und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Insgesamt 49 Orchester hatten sich beworben.

Neue Website zum Schutz von Kulturgut

Online-Angebot erklärt Gesetzeslage zu Im- und Export von Kunst

Seit Montag ist das neue Online-Portal zum lange diskutierten Kulturgutschutzgesetz online: kulturgutschutz-deutschland.de. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) teilte mit, dass der Schwerpunkt der Seite Informationen seien, die individuell auf Sammler, Museen und Kulturschaffende zugeschnitten sind. Die Website soll die neuen Kulturgutschutzmaßnahmen Deutschlands, aber auch 60 anderer Länder wie etwa Irak, Afghanistan und Mexiko genau und verständlich erklären. Diese waren im August 2016 in Kraft getreten, um illegale Importe, aber auch die Abwanderung von Kunstwerken ins Ausland zu erschweren. In der Kunstszene sorgte das Gesetz jedoch besonders zu Beginn für Protest.

Zeitungsverleger beklagen staatliche Eingriffe

Online-Präsenz der Öffentlich-Rechtlichen sei „digitale Staats-Presse"

Die deutschen Zeitungsverleger haben auf ihrem Jahreskongress in Stuttgart einen „staatlichen Eingriff in den freien Lokal- und Regionaljournalismus" beklagt. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Mathias Döpfner, kritisierte, dass etwa mit Steuermitteln Amtsblätter finanziert würden, die lokalen und regionalen Zeitungen inhaltlich Konkurrenz machen. Man wolle dagegen ebenso vorgehen wie gegen städtische Online-Angebote und die News-Apps einiger Stadtwerke, die publizistische Angebote aufgebaut hätten. Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde stark wegen seiner Online-Präsenz kritisiert. Diese sei „nichts anderes als eine gebührenfinanzierte digitale Staats-Presse, die den Wettbewerb verzerrt". Bei dem Kongress am Montag trafen sich rund 400 Teilnehmer.

Lady Gaga verschiebt Konzerte

Schlechte Gesundheit verhindert Auftritte in Europa

Wegen anhaltender gesundheitlicher Probleme hat Lady Gaga die Europa-Konzerte ihrer Welttournee „Joanne" verschoben. Bereits vergangene Woche ließ sich die US-Sängerin in einem Krankenhaus behandeln und sagte deswegen kurzfristig ein Konzert in Rio de Janeiro ab. Auf Twitter schrieb sie, es ginge dabei nicht nur um Hüftschmerzen oder Auswirkungen der anstrengenden Tour. In früheren Interviews hatte Lady Gaga bereits erklärt, dass sie an Depressionen und posttraumatischer Belastungsstörung leide. Vor zwei Wochen hatte sie angekündigt, eine Pause einzulegen, in der sie sich erholen und dennoch weiterhin kreativ arbeiten wolle. Die nun abgesagten Konzerte in Barcelona, Köln, Hamburg und Berlin sollen Anfang 2018 nachgeholt werden.

Emmys in Los Angeles vergeben

US-Fernsehpreise für "Veep" und "The Handmaid's Tale"

"Veep - Die Vizepräsidentin" und "The Handmaids's Tale" sind bei der Verleihung der US-Fernsehpreise Emmys als beste Serien ausgezeichnet worden. Auch die Serie "Big Little Lies" und die Shows "Saturday Night Live" und John Oliver's Late-Night-Politiksatire "Last Week Tonight" erhielten Preise. Die Emmys, die als wichtigste Fernsehauszeichnungen der Welt gelten, wurden in diesem Jahr zum 69. Mal verliehen. Durch den Abend führte Late-Night-Moderator Stephen Colbert.

Tragikomödie gewinnt beim Filmfest in Toronto

Streifen mit Frances McDormand holt Publikumspreis

In Toronto ist das 42. International Film Festival zu Ende gegangen. Den Preis als bester Film erhielt die Tragikomödie „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri". Die Hauptrollen spielen Frances McDormand, Woody Harrelson und Sam Rockwell. Regisseur Martin McDonagh hatte bereits beim Filmfestival von Venedig den Preis für das beste Drehbuch erhalten.

documenta 14 zu Ende gegangen

850.000 Menschen besuchten Kunstschau

Mit ungewisser finanzieller Zukunft ist die documenta 14 in Kassel zu Ende gegangen. Stadt und Organisatoren verzichteten auf eine gemeinsame Veranstaltung zum Abschluss. Denn der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst in Kassel droht ein Millionendefizit. In den vergangenen 100 Tagen besuchten laut documenta mehr als 850.000 Besucher die Ausstellung in Nordhessen. Im Mittelpunkt des Interesse stand erneut der "Parthenon der Bücher". Seit den Morgenstunden standen Hunderte Besucher an, um eines der letzten 67.000 "verbotenen" Bücher zu bekommen. Diese hatten die Fassade des Tempelnachbaus gebildet.

Albert Speer junior ist tot

Der weltweit gefragte Architekt und Stadtplaner wurde 83 Jahre alt

Albert Speer junior starb bereits am Freitagabend, wie sein Büro in Frankfurt am Main mitteilte. 1964 gründete er sein erstes Architekturbüro, das heute rund 200 Mitarbeiter hat. Global versuchte er, seine Philosophie von einer umweltgerechten und nachhaltigen Stadtplanung umzusetzen. Dazu gehörten für ihn eine Minimierung des Flächenverbrauchs und energieeffizientes Bauen. In Deutschland prägte er vor allem das Stadtbild von Frankfurt am Main, unter anderem mit dem Neubau der Europäischen Zentralbank. Für die Fußball-Weltmeisterschaften in Südafrika 2010 und Katar 2022 plante er den Stadionbau. Sein Vater Albert Speer war Hitlers Chefarchitekt und Rüstungsminister. Von dessen Ansichten distanzierte er sich immer wieder und stellte sich seiner Familiengeschichte.

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