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Kulturnachrichten

Samstag, 9. September 2017

Nike Wagner nennt Verhaftung von Akhanli "absurd"

Wagner kritisiert auch die "furchterregende Rückbesinnungen ins Nationale"

Die Intendantin des Beethovenfests 2017, Nike Wagner, hat die Verhaftung des türkischstämmigen Autors und Bürgerrechtlers Dogan Akhanli kritisiert. Es sei "vollends absurd, wenn deutsche Türken wegen türkeikritischer Haltung auf Wunsch der türkischen Regierung in Spanien verhaftet werden", sagte sie. Der in Köln lebende deutsche Staatsbürger Akhanli wird seit 19. August in Spanien festgehalten. Anders als zur Zeit Beethovens sei die Türkei heute "mitten in Deutschland", sagte die Urenkelin von Richard Wagner in ihrem Festvortrag zur Eröffnung des Beethovenfests 2017.

Journalistenverbände fordern Freiheit für Yücel

Medienorganisationen sehen auch die Bundesregierung in der Pflicht

In einem Offenen Brief an den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan fordern 14 journalistische Organisationen die sofortige Freilassung von "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel und allen anderen aus politischen Gründen inhaftierten Journalisten in der Türkei. Die Unterzeichner, darunter die Gewerkschaft DJV (Deutscher Journalisten-Verband), die Recherche-Verbände journalists.network, Netzwerk Recherche und Correctiv sowie der Verein n-ost vertreten nach eigenen Angaben mehrere zehntausend Journalisten weltweit. Frank Überall, Bundesvorsitzender des DJV, wies am Samstag darauf hin, dass sich die Türkei zum "weltweit größten Journalistenknast" entwickelt habe"

Deutsch-Ukrainisches Sprachenjahr in Kiew eröffnet

Die Sprachen sollen im jeweils anderen Land populärer gemacht werden

Mit einem zweitägigen Open-Air-Festival ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew das Deutsch-Ukrainische Sprachenjahr eröffnet worden. Ukrainisch und Deutsch sollen in dem Jahr über Bildungs- und Kulturveranstaltungen im jeweils anderen Land populärer gemacht werden. Im Sommer 2018 wird das Sprachenjahr mit einem Bildungskongress abgeschlossen. Die Initiative geht auf einen Beschluss der Außenminister beider Länder von 2016 zum 25. Jahrestag diplomatischer Beziehungen zurück.

Wanka fordert fairere Verträge für Wissenschaftler

Ein Befristungsverbot lehnt sie aber ab

In der Debatte um befristete Arbeitsverträge fordert Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) die Wissenschaft auf, mehr längerfristige Stellen bereitzustellen: "Von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Ländern erwarte ich, dass man mit den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern faire Verträge abschließt", sagte sie dem "Spiegel". Nach neuen Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erhielt 2016 jeder zweite neu eingestellte Mitarbeiter nur einen zeitlich begrenzten Arbeitsvertrag. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fordert, unbegründete Befristungen zu verbieten. Wissenschaftler sind besonders betroffen von dem Problem. Wanka hatte im vergangenen Jahr das Wissenschaftszeitvertragsgesetz novelliert, pauschale Verbote lehnt sie aber unverändert ab: "Befristungen gehören zum Wissenschaftssystem, sonst kommt es zum Stillstand."

JR montiert Foto von Kleinkind auf US-Grenzmauer

Künstler JR ist für seine überlebensgroßen Portraits bekannt

Der französische Streetart-Künstler JR hat ein riesiges Foto eines Kleinkindes auf eine Stahlmauer zwischen den USA und Mexiko montiert. Das 20 Meter hohe Foto des mexikanischen Kindes, dem einjährigen Kikito aus Tecate, zeigt, wie der Junge versucht, etwas zu greifen. Über der Mauer platziert, wird so der Eindruck erweckt, als sei das Stahlkonstrukt ganz leicht in die Luft zu heben. In dieser Woche erklärte US-Präsident Donald Trump, er werde ein Schutzprogramm für Einwanderer beenden, die illegal als Kind in die Vereinigten Staaten gebracht worden waren. JR sagte, sein Projekt überschneide sich nicht absichtlich mit der Nachricht.

Preis für Fernsehfilm über die Loveparade-Katastrophe

Die ARD zeigt den Film am 27. September um 20.15 Uhr

Das Fernsehdrama "Das Leben Danach" über die Loveparade-Katastrophe von Duisburg ist mit dem Medienkulturpreis des 13. "Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein" ausgezeichnet worden. Mit dem Preis, so hieß es weiter, werde jährlich eine deutsche Fernsehredaktion ausgezeichnet, die "hauptverantwortlich für eine besonders gelungene neue Fernsehfilmproduktion ist, auf Qualitätsfernsehen im Bereich des Fernsehspiels achtet und sich so um den Erhalt der Medienkultur in Deutschland verdient macht". Ausgezeichnet wurde WDR-Redakteurin Lucia Keuter, die bei dem Film mit den Grimme-Preisträgern Eva Zahn und Volker A. Zahn (Autoren) und Nicole Weegmann (Regisseurin) zusammengearbeitet hat.

Country-Stars Don Williams und Troy Gentry gestorben

Die Country-Music-Szene trauert gleich um zwei Stars.

Don Williams starb im Alter von 78 Jahren nach kurzer Krankheit, verlautete auf seiner Webseite. Er war mit Hits wie "I Believe In You" und "Tulsa Time" berühmt geworden. Der großgewachsene Sänger und Songschreiber mit dem Spitznamen "Gentle Giant" spielte in den 1970er und 80er Jahren mit Musikern wie Eric Clapton und prägte viele Country-Sänger, darunter Keith Urban und Brad Paisley. Bis zum Frühjahr 2016 stand er regelmäßig auf der Bühne, gab dann aber aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied bekannt.Troy Gentry, Teil des Duos "Montgomery Gentry", kam bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben. Der Absturz habe sich im US-Bundesstaat New Jersey ereignet, hieß es auf der Webseite der Band. Gentry wurde 50 Jahre alt.

Popkulturpreise in Berlin verliehen

Preis versteht sich als alternative Auszeichnung

In der Kategorie "Lieblingsband" ist die Berliner Rockband Beatsteaks ausgezeichnet worden. Sänger und Gitarrist Arnim Teutoburg Weiß nahm die Ehrung stellvertretend für die Band im Berliner Tempodrom entgegen und bedankte sich mit wenigen Worten: "Die Beatsteaks sind auch meine Lieblingsband." Als hoffnungsvollste Newcomerin wurde die deutsch-britische Popmusikerin Alice Merton geehrt. Der ZDF-Moderator Jan Böhmermann wurde - wie bereits im letzten Jahr - ausgezeichnet. In der Kategorie "Lieblingslied" ging der Preis an seinen Song "Menschen Leben Tanzen Welt". Zur Preisverleihung meldete sich der Satiriker per Videobotschaft und sagte mit Blick auf die erneute Auszeichnung: "Die Preise habe ich nur bekommen, weil ich mich mit einem Rechtsanwalt darum gekümmert habe. Das sind quasi eingeklagte Preise." Der Preis für Pop-Kultur wird seit 2016 vom "Verein zur Förderung der Popkultur" verliehen. Die Preisträger wurden aus einer über 600-köpfigen Jury gewählt, die aus Konzertveranstaltern, Musikmanagern, Journalisten und Künstlern besteht.

Die Rolling Stones starten Europatournee in Hamburg

Die Rockband mit Sänger Mick Jagger wird vor 82.000 Fans auftreten.

Für das Konzert der Band wurde eine Wiese im Stadtpark mit Tribünen und einer gigantischen Bühne in eine Open-Air-Arena verwandelt. Das Konzert ist laut Veranstalter ausverkauft. Die „No Filter"-Tournee der Stones umfasst 14 Konzerte in neun europäischen Staaten, darunter mit München und Düsseldorf auch zwei weitere Stationen in Deutschland. Die Tournee geht am 25. Oktobermit einem Konzert in Paris zu Ende. Über Twitter wurden die Fans aufgefordert, einen Song auszuwählen, den die Gruppe auf jeden Fall beim Auftakt spielen soll. Welche weiteren Songs die Stones bei ihrer Europatournee spielen, bleibt bis zuletzt ein Geheimnis. Es hieß lediglich, die Fans könnten sich auf "eine Musikliste vollgepackt mit Klassikern freuen", allerdings gebe es jeden Abend auch "einige unerwartete Tracks" und "ausgewählte Überraschungen" zu hören.

Gomringer lehnt Übermalung seines Gedichts ab

"avenidas" wurde als sexistisch und partriarchalisch kritisiert

In der Debatte um ein angeblich sexistisches Gedicht an der Fassade einer Berliner Hochschule meldet sich jetzt der Dichter selbst zu Wort. Eugen Gomringer sagte, er neige im Moment nicht dazu nachzugeben. Anlass der Diskussion ist Gomringers Gedicht "avenidas" an der Alice Solomon Hochschule in Berlin-Hellersdorf. Die Fassade soll neu gestaltet werden, nachdem Studierende das dort angebrachte Gedicht als sexistisch und partriarchalisch kritisiert hatten.

Schriftstellerin Juli Zeh appelliert an Europa

"Sonst können wir den Laden dicht machen."

Die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh hat sich in die Debatte um die Verteilung von Flüchtlingen in Europa eingeschaltet. Nach der Ankündigung Ungarns, auch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs keine Flüchtlinge aufzunehmen, warnte Zeh die Europäische Union vor Nachlässigkeit. Es dürfe nicht einreißen, dass Gesetze und Urteile der EU nicht mehr gelten, sagte Zeh im Deutschlandfunk. Bei allem Wunsch, das Staatliche zu verachten, müssten wir anerkennen, "dass die meisten Gesetze äußerst sinnvoll sind zur Regelung unseres Zusammenseins und ich hoffe jedenfalls, dass auch Positives gelernt wurde aus einer gewissen Flapsigkeit im Umgang mit dem Europäischen Recht in der Vergangenheit. Und ich wäre sehr dafür, dass wir uns gerade in diesen Zeiten eigentlich permanenter Krisen aufraffen, uns umso stärker an die Gesetze zu halten, sonst können wir den Laden einfach dicht machen."

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