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Mittwoch, 18.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 20. September 2016

Angelina Jolie reicht Scheidung von Brad Pitt ein

Hollywoods Traumpaar gibt auf

Die US-Schauspielerin Angelina Jolie (41) hat die Scheidung von ihrem Ehemann Brad Pitt eingereicht. Das berichten der Sender CNN und das Promi-Magazin TMZ. Das Paar hat sechs Kinder, davon sind drei adoptiert. Jolie und Pitt hatten sich bei den Dreharbeiten zu dem 2005 erschienen Action-Film "Mr and Mrs Smith" kennen und lieben gelernt. Unter dem Spitznamen "Brangelina" galten Pitt und Jolie jahrelang als das Hollywood-Traumpaar. 2015 waren sie erneut als Ehepaar im Kino zu sehen, in dem Ehedrama "By the Sea".

Märchen-Experten versammeln sich in Würzburg

Jahreskongress widmet sich "Macht und Ohnmacht"

Der Internationale Märchenkongress bringt ab Mittwoch Literatur- und Religionswissenschaftler aus Deutschland und den Nachbarländern in Würzburg zusammen. Der Jahreskongress der Europäischen Märchengesellschaft (EMG) widmet sich in diesem Jahr dem Thema «Macht und Ohnmacht». Macht- und Ohnmachtserfahrungen seien nicht nur im Märchen, sondern auch in der Realität allgegenwärtig, erklärten die Veranstalter. EMG-Präsidentin Sabine Lutkat sagte: "Märchen sind nicht per se Kindergeschichten, sondern Lebenserfahrung, aufgearbeitet in symbolischen Bildern."

Louvre Abu Dhabi soll 2017 öffnen

Französische Unterstützung für Aufbau der Sammlung

Der Louvre Abu Dhabi soll im Jahr 2017 seine ersten Besucher empfangen. Wann genau das Museum eröffnet werde, sei noch nicht bekannt, teilte die für den Aufbau der Sammlungen verantwortliche Kommission mit. Die von Frankreichs Stararchitekten Jean Nouvel entworfene Zweigstelle des Pariser Louvre hätte bereits 2013 starten sollen. Aus wirtschaftlichen und politischen Problemen wurde die Eröffnung aber mehrmals verschoben. Die Sammlung des künftigen 24.000 Quadratmeter großen Museums auf der Insel Saadiyat wird mit Hilfe französischer Experten aufgebaut.

Zaimoglu verteidigt Einstellung des Chamisso-Preises

Robert-Bosch-Stiftung hält ihr Ziel für erreicht

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu hat einst selbst den Adalbert-von-Chamisso-Preis bekommen - heute ist er Mitglied der Jury. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt Autorinnen und Autoren mit Migrationsbiographie, die auf deutsch schreiben. Im Deutschlandradio Kultur verteidigte Zaimoglu die Entscheidung der Robert-Bosch-Stiftung, den Preis 2017 zum letzten Mal zu vergeben. "Ich glaube schon, dass die Stiftung recht hat, wenn sie sagt, diese Menschen brauchen jetzt nicht mehr eine Ermutigung. Sie werden gewürdigt, man liest sie, sie sind in der Öffentlichkeit vertreten. Das Ziel ist erreicht", so Zaimoglu. Zuvor hatte der frühere Chamisso-Preisträger Ilja Trojanow die Entscheidung in der FAZ mit den Worten kritisiert: "Da bleibt einem die Spucke weg." Wie die Robert-Bosch-Stiftung mitteilte, soll die bisherige Chamisso-Begleitförderung von Autoren im Gegenzug ausgebaut werden.  

Prozess um Mord an deutschem Journalisten begonnen

Verfahren in Kroatien unter schweren Sicherheitsvorkehrungen

Der gewaltsame Tod des deutschen Journalisten Egon Scotland in Kroatien vor mehr als 25 Jahre kommt vor Gericht. In der Adriastadt Split wurde vor dem Kreisgericht der Prozess gegen den früheren serbischen Freischärlerführer Dragan Vasiljkovic, besser bekannt als Kapetan Dragan, eröffnet. Der 61 Jahre alte Angeklagte soll für Morde und Folterungen während des Bosnien-Krieges verantwortlich sein. Unter seinem Kommando soll im Juli 1991 auch Scotland, der für die "Süddeutsche Zeitung" über den Krieg berichtete, nahe der Stadt Glina von einem Scharfschützen getötet worden sein. Vasiljkovic hat sich zu Prozessbeginn erneut als unschuldig bezeichn Das Gerichtsverfahren findet unter starken Sicherheitsvorkehrungen und großer Beachtung internationaler Medien statt. Der Vorsitzende Richter Damir Romac hat zunächst 55 Zeugen geladen.

Zaimoglu verteidigt Einstellung des Chamisso-Preises

Robert-Bosch-Stiftung hält ihr Ziel für erreicht

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu hat einst selbst den Adalbert-von-Chamisso-Preis bekommen - heute ist er Mitglied der Jury. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt Autorinnen und Autoren mit Migrationsbiographie, die auf deutsch schreiben. Im Deutschlandradio Kultur verteidigte Zaimoglu die Entscheidung der Robert-Bosch-Stiftung, den Preis 2017 zum letzten Mal zu vergeben. "Ich glaube schon, dass die Stiftung recht hat, wenn sie sagt, diese Menschen brauchen jetzt nicht mehr eine Ermutigung. Sie werden gewürdigt, man liest sie, sie sind in der Öffentlichkeit vertreten. Das Ziel ist erreicht", so Zaimoglu. Zuvor hatte der frühere Chamisso-Preisträger Ilja Trojanow die Entscheidung in der FAZ mit den Worten kritisiert: "Da bleibt einem die Spucke weg." Wie die Robert-Bosch-Stiftung mitteilte, soll die bisherige Chamisso-Begleitförderung von Autoren im Gegenzug ausgebaut werden.  

"Grüß Gott in Österreich"

Neue Info-Broschüre für Flüchtlinge

"Grüß Gott in Österreich" heißt eine neue Info-Broschüre für Flüchtlinge - herausgegeben von der Katholischen Kirche und dem Österreichischen Integrationsfonds. Auf 44 Seiten werden österreichische Traditionen, Symbole, Brauchtum sowie Feste und die Grundlagen des christlichen Glaubens in einfachen Formulierungen auf Deutsch/Arabisch oder Deutsch/Farsi erklärt. "Wir erleben bei vielen Flüchtlingen Neugier, aber auch viele offene Fragen, wenn sie unseren Traditionen begegnen", sagte der Wiener Kardinal Christoph Schönborn. Viele Aspekte unserer Kultur - von Weihnachten über den arbeitsfreien Sonntag bis zur Caritas - hätten sich aus dem Christentum heraus entwickelt. "Die Broschüre soll Flüchtlingen helfen, die christlichen Wurzeln Österreichs zu verstehen und damit unser Land besser kennenzulernen", so der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Die Broschüre ist in einer ersten Auflage von 34.000 Stück erschienen. Sie liegt den Angaben zufolge in Kirchen, kirchlichen Einrichtungen und Integrationszentren aus und kann im Pastoralamt jeder Diözese oder beim ÖIF kostenlos bezogen werden.

Deutsch-polnischer Verbund der Archive und Bibliotheken

Engere Zusammenarbeit für Notfälle geplant

Sechs Archive und Bibliotheken aus Frankfurt (Oder) und der polnischen Partnerstadt Slubice haben einen Verbund zur gegenseitigen Hilfe gegründet. Bei Notfällen wie Hochwasser oder Bränden wollen sie gemeinsam das bei ihnen lagernde Kulturgut retten, teilten die beteiligten Institutionen in Slubice mit. Zum Verbund gehören die Bibliothek und das Archiv der Europa-Universität Viadrina, die Bibliothek des Collegiums Polonicums, das Karl Dedecius Archiv, die Stasi-Unterlagenbehörde und das Frankfurter Stadtarchiv.

Mehr als 2000 Handschriften berühmter Frauen

Heinrich-Heine-Institut präsentiert bedeutende Schenkung

Mehr als 2000 Handschriften berühmter weiblicher Persönlichkeiten vom 19. Jahrhundert bis heute hat das Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf erhalten. Die Münchner Sammlerinnen Kirsten Engelmann (75) und Rita van Endert (80) schenkten dem Institut ihre private Autographen-Sammlung mit Briefen, Gedichten, Romanmanuskripten und auch journalistischen Essays. Darunter sind teils handsignierte Texte von Bettina von Arnim, Annette von Droste-Hülshoff, Astrid Lindgren, Christa Wolf und Rita Süssmuth (CDU). "Es ist eine der wertvollsten, umfangreichsten und bedeutendsten Schenkungen in der Geschichte des Instituts", sagte Direktorin Sabine Brenner-Wilczek bei der Präsentation der Sammlung.

Unbekannte Gemälde von Hercules Segers entdeckt

Rijksmuseum präsentiert erste vollständige Retrospektive

Bei der Vorbereitung der Retrospektive der Arbeiten von Hercules Segers sind überraschend sechs bisher unbekannte Gemälde aufgetaucht, die dem niederländischen Maler zugeschrieben werden können. Bis vor kurzem waren lediglich zwölf Gemälde von Segers bekannt. Drei der von einem Research Team des Rijksmuseum neu entdeckten Bilder stammen aus Privatbesitz. Ab Anfang Oktober zeigt das Rijksmuseum Amsterdam die erste vollständige Retrospektive von Segers, der den rätselhaftesten und experimentellsten Künstlern des Goldenen Zeitalters der Niederlande gehört. Anschließend geht die Ausstellung ins New Yorker Metropolitan Museum of Art.

DFFB wird 50 Jahre alt

Filmszene feiert heute das Jubiläum in Berlin

Die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) feiert heute ihr 50jähriges Bestehen. Der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt eröffnete sie am 17. September 1966 in den Räumen des Deutschlandhauses des SFB. Die wechselvolle Geschichte der DFFB wird heute mit einem großen Empfang im Berliner Roten Rathaus gewürdigt. In den 1968ern wurde sie von Studenten besetzt, darunter war auch der zukünftige RAF-Terrorist Holger Meins. Viele Absolventen schrieben später Filmgeschichte, unter anderem Wolfgang Petersen und Harun Farocki, Hartmut Bitomsky, Helke Sander.

Globe Theater zieht nach Berlin

Stadt Schwäbisch Hall bezuschusst den Umzug

Das Globe Theater aus Schwäbisch Hall zieht nach Berlin. Der neue Besitzer des 2001 errichteten und mittlerweile sanierungsbedürftigen Baus werde die Shakespeare Company in Berlin, sagte der Sprecher des Oberbürgermeisters von Schwäbisch Hall, Thorsten Hauck. Derzeit wird dort eine Fläche für den hölzernen Bau gesucht. Die Stadt Schwäbisch Hall bezuschusst den Umzug mit 58 000 Euro, was ungefähr den ursprünglich geplanten Abrisskosten entspricht. In der Nähe des Standorts soll ein neues Theater für 5,2 Millionen Euro als zweite Stätte der Freilichtspiele entstehen. Die Vorbereitung beginnt im Herbst 2016. Als Baubeginn ist das Frühjahr 2017 angesetzt.

Vandenhoeck & Ruprecht übernimmt Verlag Böhlau

Ergänzung im wissenschaftlichen Buchprogramm

Der Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht übernimmt den in Wien und Köln ansässigen Verlag Böhlau. Der Zusammenschluss werde zum 1. Januar wirksam. Die Marke Böhlau soll erhalten bleiben. "Böhlau und Vandenhoeck ergänzen einander im wissenschaftlichen Buchprogramm hervorragend", sagte Vandenhoeck & Ruprecht-Geschäftsführerin Carola Müller. Beide Lektorate hätten gute neue Rahmenbedingungen für eine gemeinsame Programmentwicklung.
"Zudem können wir zukünftig die Investitionen für technische Innovationen bündeln und Synergie-Effekte nutzen." Die Anfänge des Böhlau Verlags gehen auf die Weimarer Hofdruckerei von 1624 zurück. Die Schwerpunkte des Buchprogramms liegen eigenen Angaben zufolge auf Titeln "aus den historisch ausgerichteten Geisteswissenschaften". Der Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 1735 in Göttinger gegründet, publiziert hauptsächlich theologische und andere wissenschaftliche Literatur.

Manifest zur Stärkung der Demokratie

Schauspielerin Renan Demirkan startet Initiative

Mit einem Aufruf zur Stärkung der Demokratie, leidenschaftlichem Protest gegen fremdenfeindliche, rassistische Hetze der AfD und der Einladung zum Dialog haben sich prominente Kulturschaffende und Intellektuelle in die aktuelle Debatte über Fremdenfeindlichkeit, Flüchtlinge und die Integration eingeschaltet.„Abgrenzung und Rassismus sind keine Alternativen –weder für Deutschland noch für irgendein anderes Land. Es gibt keine friedliche Alternative zu offenen Grenzen und der Freiheit der Kulturen“, heißt es in dem von Schauspielerin Renan Demirkan initiierten Manifest mit dem Titel „Checkpoint: Demokratie“, den der Kölner Stadtanzeiger exklusiv veröffentlichte. Zu den mehr als 70 Erstunterzeichnern gehören unter anderem die Schauspieler Heiner Lauterbach, Jochen Busse und Marion Kracht, die Theatermacher Joachim Landgraf, Martin Wölffer und Alexander Netschajew sowie zahlreiche Journalisten und Publizisten.

Bundesregierung plant "Open Access-Strategie"

Staatlich finanzierte Forschung soll frei publiziert werden

Forschungsergebnisse in Deutschland, die aus Steuermitteln finanziert werden, sollen künftig kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Das sieht eine «Open Access-Strategie» der Bundesregierung vor, die das Bundesforschungsministerium gestartet hat. Jedermann solle im Internet auf die Artikel zugreifen, sie lesen und weitergeben können, teilte das Ministerium mit. «Open Access» solle sich als Standardmodell des wissenschaftlichen Publizierens in Deutschland etablieren. «Freier Zugang zu Wissen ist ein Sprungbrett für die gesellschaftliche Entwicklung», sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU). Diese Strategie soll mit einer Vertrags-Klausel für alle durch Ministerium geförderten Projekte durchgesetzt werden. Die wissenschaftlichen Artikel sollten entweder gleich offen publiziert oder nach Ablauf einer Sperrfrist «in einen geeigneten Dokumentenserver» eingestellt werden.

Shortlist für den Deutschen Buchpreis

Romane "mit starker Bodenhaftung" nominiert

Bodo Kirchhoff und Thomas Melle gehören zu den Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2016. Auch Reinhard Kaiser-Mühlecker, André Kubiczek, Eva Schmidt und Philipp Winkler stehen auf der Shortlist, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels veröffentlichte. "Die Romane der diesjährigen Shortlist decken ein breites inhaltliches Spektrum ab", sagte Jury-Sprecher Christoph Schröder. Gemeinsam sei ihnen "eine starke Bodenhaftung, der unmittelbare Bezug zur beobachteten Realität".

Diese sechs Bücher sind nominiert:
Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald (S. Fischer, August 2016)
Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis (Frankfurter Verlagsanstalt, September 2016)
André Kubiczek: Skizze eines Sommers (Rowohlt Berlin, Mai 2016)
Thomas Melle: Die Welt im Rücken (Rowohlt Berlin, August 2016)
Eva Schmidt: Ein langes Jahr (Jung und Jung, Februar 2016)
Philipp Winkler: Hool (Aufbau, September 2016)
Der Sieger wird am 17. Oktober bekanntgegeben. Er erhält 25 000 Euro, die übrigen fünf Autoren der Shortlist je 2500 Euro.

2000 Jahre altes Skelett in Schiffswrack

Spannende DNA-Untersuchung: Wer war "Pamphilos"?

Taucher haben ein 2000 Jahre altes Skelett aus dem antiken Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera geborgen. Das berichtet das Fachblatt "Nature". Das Wrack hatte dadurch Berühmtheit erlangt, dass dort der "Mechanismus von Antikythera" gefunden worden war, eine antike astronomische Rechenmaschine. Das Skelett bestehe aus Teilen des Schädels mit drei Zähnen, zwei Armknochen, einigen Rippenteilen und zwei Oberschenkelknochen, die offenbar alle von derselben Person stammten, erläuterten die Forscher. Archäologen hoffen nun, zum ersten Mal DNA von einer Person analysieren zu können, die zwei Jahrtausende lang im Wasser lag. Die Analyse könnte Aufschluss über die Herkunft des Toten sowie Haar- und Augenfarbe geben. Nach Angaben der Forscher ist es sehr ungewöhnlich, ältere Leichen von Schiffbrüchigen zu finden, weil diese in der Regel weggespült werden und verwesen oder von Fischen gefressen werden. Die jetzt gefundene Leiche tauften die Forscher "Pamphilos", nach einem Namen, der in einen im Wrack gefundenen Weinbecher eingeritzt gewesen war.

Museum zur afro-amerikanischen Geschichte

Washington eröffnet neues Nationalmuseum

Das neue "Nationalmuseum für afrikanisch-amerikanische Geschichte und Kultur" wird am 24. September von Barack Obama in Washington eröffnet. Auf der heutigen Museumsmeile in Washington wurden bis 1850 versklavte Menschen eingesperrt und verkauft. Die Ausstellungen bewegten sich "zwischen Tränen und Freude", erklärte Museumsdirektor Lonnie Bunch.

Luther-Ausstellung aus dem 3-D-Drucker

Reformations-Objekte für zuhause

Die Stiftung Deutsches Historisches Museum in Berlin bietet erstmals zu einer Ausstellung 3-D-Drucke für jedermann. Zur Luther-Präsentation "Here I stand ..." in den USA können sich Interessierte mit ausgewählten Objekten zum Reformationsjubiläum eine eigene Ausstellung zuhause zusammenstellen. Dazu gehört eine Ablasstruhe, ein Pfeifvogel, Spielzeug aus Luthers Elternhaus, sein Bierkrug und ein Schreibset aus Luthers Wohnhaus in Wittenberg.
Das Auswärtige Amt unterstützt das Projekt mit einem einstelligen Millionenbetrag. Die Originale der 3-D-Objekte gehören zu rund 450 Exponaten, die in drei Sonderausstellungen in den USA, in New York, Minneapolis und Atlanta, gezeigt werden. Die 3-D-Daten würden am 29. September ins Internet gestellt - auf die Website "www.here-i-stand.com". Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther (1483-1546) der Überlieferung nach in Wittenberg 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche geschlagen haben. Das Datum gilt als Beginn der weltweiten Reformation und jährt sich 2017 zum 500. Mal.

Zukunftsvision für das Staatsballett

Umstrittene Ko-Intendanten veröffentlichen erste Pläne

Im Streit um die künftige Leitung des Berliner Staatsballetts haben die designierten Intendanten Sasha Waltz und Johannes Öhmann für einen offenen und konstruktiven Dialog mit dem Ensemble geworben. Nach der Absage eines für heute vorgesehen Treffens mit Vertretern des Ballett-Ensembles veröffentlichten die künftigen Ko-Intendanten am Montag ein Schreiben an die Tänzer mit ersten konzeptionellen Vorstellungen ab Sommer 2019. Darin schlagen die beiden Choreographen vor, das klassische Erbe zu pflegen und "gleichzeitig Neukreationen der besten heutigen Choreographen" zu erarbeiten. "Unter unserer Leitung werden 50 Prozent der Produktionen in der Form von klassischen Balletten (wie Schneewittchen, Schwanensee, Giselle, Nussknacker u.a.) programmiert werden", schreiben Waltz und Öhmann in dem Brief an das Ensemble. Außerdem werde das Staatsballett neoklassische und zeitgenössische Werke international führender Choreographen zeigen. Darüber hinaus werde Sasha Waltz neue Stücke für das Staatsballett Berlin erarbeiten. Im Zeitraum von fünf Jahren werde "eine Arbeit pro Spielzeit an die Company übergeben, inclusive Neukreationen". Zudem bleibe die Compagnie "Sasha Waltz & Guests" als eigenständige Struktur weiter bestehen.

Deutscher Historikertag verhandelt "Glaubensfragen"

3500 Historiker aus 20 Nationen

Mit einer Rede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier beginnt heute der 51. Deutsche Historikertag in Hamburg. Steinmeier wird für den Eröffnungsvortrag live aus New York ins Hamburger Rathaus zugeschaltet. Bis Freitag werden 3500 Historiker aus 20 Nationen in der Hansestadt erwartet. Leitthema des Kongresses sind "Glaubensfragen". Den Historikertag gibt es seit 1894. Er findet alle zwei Jahre an wechselnden Orten statt. Partnerland ist diesmal Indien.

First Steps Awards 2016 vergeben

Überzeugende Filme zum Flüchtlingsthema

Die Regisseurin Soleen Yusef hat mit ihrer Geschichte über drei Geschwister, die ihre tote Mutter durch Kurdistan transportieren, bei den First Steps Awards den Preis für große Spielfilme gewonnen - dotiert mit 25 000 Euro. "Haus ohne Dach" sei ein anrührendes Werk zum Flüchtlingsthema, ein "kurdischer Heimatfilm", lobte die Fachjury in Berlin. Yusef wurde 1987 im kurdischen Teil des Irak geboren. Auch in der Kategorie Werbefilme siegte bei dem Nachwuchswettbewerb ein Beitrag, der sich mit Flüchtlingsschicksalen beschäftigt. Die Auszeichnung ging an "Moonjourney" von Chiara Grabmayr. Als bester Dokumentarfilm wurde "Raving Iran" von Susanne Regina Meures geehrt. Darin erzählt sie von DJs in der iranischen Hauptstadt Teheran. Zur Gala des Nachwuchspreises waren etwa 1500 Gäste in das Stage Theater des Westens gekommen, darunter viele Promis wie Iris Berben, Wim Wenders, Robert Stadlober und Emilia Schüle. Die Ehrungen werden seit 2000 jährlich verliehen - für Abschlussfilme von Filmschülern in den deutschsprachigen Ländern.

Jo Fabian wird neuer Schauspieldirektor in Cottbus

Der Regisseur soll sein Engagement am Staatstheater im August 2017 beginnen

Theaterregisseur Jo Fabian wird neuer Schauspieldirektor am Staatstheater Cottbus. Der Stiftungsrat der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus stimmte dem Intendantenvorschlag zu, teilte das Staatstheater mit. Fabians Engagement soll im August 2017 beginnen. Er löst den Schauspieldirektor Mario Holetzeck ab, dessen Vertrag ausläuft. Intendant Martin Schüler erhofft sich nach eigenen Angaben mit Fabian einen positiven "Schub" in der Schauspiel-Sparte. Der Choreograph und Regisseur Fabian wurde 1960 in Ost-Berlin geboren. Bevor er in den 1980er Jahren in der DDR zu inszenieren begann, arbeitete er als Schauspieler. Das Theater in Cottbus ist das einzige Staatstheater in Brandenburg.

Deutscher Kulturrat fordert Kultursenator für Berlin

Berlin brauche ein eigenständiges Kulturressort

Der Deutsche Kulturrat hat nach der Berlin-Wahl einen eigenen Kultursenator für die Hauptstadt gefordert. "Das wäre ein Gewinn für die Stadt und ein positives Signal für das ganze Land, dass Kulturpolitik wirklich wichtig genommen wird", sagte Verbandsgeschäftsführer Olaf Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Seit 2006 ist in Berlin der Regierende Bürgermeister zugleich Kultursenator. "Das ist der Aufgabe nicht zuträglich", so Zimmermann, "nicht, weil der Regierende Bürgermeister das nicht kann, sondern weil er naturgemäß nicht genügend Zeit dafür hat." Die Voraussetzungen sind nach Ansicht des Kulturrats gut, nachdem durch eine Verfassungsänderung 2014 die Zahl der möglichen Senatorenposten von acht auf zehn erhöht wurde. "Wir erwarten, dass die neue Regierung diese Chance für ein eigenständiges Kulturressort nutzt", sagte Zimmermann. Der Deutsche Kulturrat ist die Vertretung von mehr als 200 Bundeskulturverbänden.

Schriftsteller Abbas Khider wird Mainzer Stadtschreiber

Der Stadtschreiber-Literaturpreis von ZDF, 3SAT und der Stadt Mainz ist mit 12.500 Euro dotiert

Der deutsch-irakische Schriftsteller Abbas Khider ist zum Mainzer Stadtschreiber für das Jahr 2017 gewählt worden. Der Autor erzähle "in einer musikalischen und schlanken Sprache" anrührende Geschichten von Menschen, die unter Verfolgung und Vertreibung leiden müssen, begründete die Jury des Literaturpreises in Mainz ihre Wahl: "Er verleiht mit Sensibilität, Humor und Sympathie den Heimatlosen eine authentische, unüberhörbare Stimme." In seinem ersten Roman "Der falsche Inder" thematisierte der Autor seine eigene jahrelange Flucht. In dem Buch "Die Orangen des Präsidenten" schildert er den Irak seiner Jugendzeit. Khiders jüngstes Werk "Ohrfeige" erschien 2016. Für seine Arbeiten erhielt er bereits mehrere Literaturpreise. Als 33. Mainzer Stadtschreiber wird der in Berlin lebende Abbas Khider Nachfolger von Clemens Meyer.

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September 2016
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Fazit

Wolfgang Joops AutobiografieDie Prägungen der Kindheit
Wolfgang Joop blickt freundlich lächelnd in Richtung des Betrachters. (Christoph Soeder / picture alliance / dpa)

Wolfgang Joop ist neben Jil Sander der erfolgreichste lebende deutsche Modemacher und schuf mit seiner Marke JOOP! ein Imperium. Nun hat er eine Autobiografie geschrieben - ein Buch über seine Kindheit, Jugend und die ersten Schritte in der Modebranche. Mehr

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