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Kulturnachrichten

Freitag, 16. September 2016

Polen setzt Kapuscinski-Preis ab

Dem 2007 verstorbenen Kapuscinski wird vorgeworfen, Kommunist gewesen zu sein

Die staatliche polnische Nachrichtenagentur PAP hat die Auslobung des Ryszard-Kapuscinski-Preises abgesetzt. Der neue Chef der Agentur, Artur Dmochowski, habe dies der Witwe des 2007 verstorbenen Journalisten mitgeteilt, berichtete der Nachrichtenkanal TVN24 am Freitag. Zur Begründung habe Dmochowski erklärt, Kapuscinski sei ein "Kommuch" gewesen, eine abwertende Bezeichnung für Kommunist. Der Preis wurde seit 2010 für Reportagen ausgeschrieben. Kapuscinski (1932-2007) gilt als einer bekanntesten polnischen Autoren und Journalisten, dessen Werke in 34 Sprachen übersetzt wurden. Bekannt wurde er für seine Reportagen für PAP und andere polnische Medien aus den Konfliktherden der Dritten Welt während des Kalten Krieges.

Neue Programmdirektorin im Jüdischen Museum Berlin

Die Niederländerin Léontine Meijer-van Mensch folgt auf Cilly Kugelmann

Léontine Meijer-van Mensch wird neue Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin. Die Niederländerin, die zur Zeit stellvertretende Direktorin des Museums Europäischer Kulturen in Berlin ist, soll zum 1. Februar 2017 Nachfolgerin von Cilly Kugelmann werden. Kugelmann werde das Museum weiter bei der Entwicklung der neuen Dauerausstellung beraten, die 2019 öffnen soll. Meijer-van Mensch habe die Auswahlkommission durch ihre internationalen Erfahrungen überzeugt, erklärte Museumsdirektor Peter Schäfer. Sie war unter anderem als Dozentin an der Amsterdamer Hochschule der Künste und im Jüdischen Historischen Museum in Amsterdam tätig.

Ukraine gibt den Niederlanden gestohlene Gemälde zurück

Die Gemälde waren 2005 aus dem Westfriesischen Museum in Hoorn entwendet worden

Mehr als zehn Jahre nach dem Diebstahl aus einem Museum hat die Ukraine den Niederlanden fünf Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert übergeben. "Diese Meisterwerke sollen Museumsbesuchern in der ganzen Welt und nicht Verbrechern Freude bereiten", sagte Generalstaatsanwalt Juri Luzenko bei der Übergabe in Kiew. Unbekannte hatten im Januar 2005 aus dem Westfriesischen Museum in Hoorn 24 Gemälde und 70 Silbergegenstände gestohlen. Der Wert der Bilder von Jan van Goyen, Jacob Waben und anderen wurde mit etwa zehn Millionen Euro angegeben. Fünf Gemälde waren 2015 in einer Villa nahe der Separatistenhochburg Donezk in der Ostukraine gefunden worden. Angehörige einer ukrainischen Freiwilligeneinheit hatten versucht, die Bilder an die Botschaft der Niederlande in Kiew zu verkaufen.

Hochhaus-Preis-Finalisten aus New York und Singapur

Kein einziges Bauwerk aus Europa hat sich für die letzte Runde qualifiziert

Drei Wolkenkratzer aus New York und zwei aus Singapur stehen im Finale für den Internationalen Hochhaus Preis 2016. Wie die Jury bekannt gab, sind das "Four World Trade Center" vom Büro Maki & Associates aus Tokio, "432 Park Avenue" vom New Yorker Büro Viñoly und "VIA 57 West" von der Bjarke Ingels Group aus Kopenhagen nominiert. Dazu kommen zwei Wolkenkratzer aus Singapur: "SkyHabitat" von Safdie Architects aus Boston und "SkyVille@Dawson" von WOHA Architects aus Singapur. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 2. November verliehen. Der Preis wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt, dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank vergeben.

Peter Maffay mit Karl Kübel Preis ausgezeichnet

Daneben würdigte die Kübel Stiftung zwei TV-Beiträge für ihr Engagement für Kinder

Der Musiker Peter Maffay hat in Anerkennung seines Engagements für traumatisierte Kinder den mit 25.000 Euro dotierten diesjährigen Karl Kübel Preis erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm am Sitz der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie im südhessischen Bensheim überreicht. Sie zeichnet mit dem Preis prominente Persönlichkeiten für ein "überdurchschnittlich hohes Engagement für Kinder und Familien" aus. Maffay, so die Kübel Stiftung, kümmere sich seit 16 Jahren mit einer seinen Namen tragenden Stiftung in verschiedenen Ländern um benachteiligte und traumatisierte Kinder und Jugendliche und biete ihnen Schutzräume. Daneben zeichnete die Stiftung mit ihrem Dietmar Heeg Medienpreis zu gleichen Teilen Insa Onken für ihren TV-Beitrag "Safet tanzt" sowie Michaela Bruch und Klaus Bergner für ihren gemeinsamen Fernsehbeitrag "Liebe macht stark - Ein Paar lässt sich nicht unterkriegen" aus. Die Kübel Stiftung vergibt den mit 10.000 Euro dotierten Preis für Beiträge, die Kinder und Familien in besonderer Weise in den Mittelpunkt stellen.

Türkischer Schauspieler Tarik Akan gestorben

Akan war auch als politischer Aktivist tätig

Der türkische Schauspieler und politische Aktivist Tarik Akan ist tot. Wie der türkische Sender NTV berichtete, starb der 66-Jährige an Lungenkrebs. Internationale Anerkennung erlangte Akan mit "Yol - Der Weg", einem Film über Gefangene auf Hafturlaub nach dem Militärputsch in der Türkei 1980. Der Film gewann 1982 die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes. In der Türkei war "Yol", der auch Einblicke in das Leben der kurdischen Minderheit gibt, lange auf dem Index. Erste Bekanntheit erlangte Akan, der mit bürgerlichem Namen Tarik Tahsin Üregül hieß, mit Komödien und anderen Rollen in den 70ern. Später arbeitete er auch als Regisseur und Produzent. Nach dem Putsch 1980 saß der aus einer Militärfamilie in Istanbul stammende Akan für zehn Wochen im Gefängnis. Verurteilt wurde er wegen einer Rede, die er in Frankfurt gehalten hatte. Akan äußerte sich wiederholt kritisch über den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan.

Preis für Nicolas Cage beim Filmfest Oldenburg

Cage ist Ehrengast des 23. Internationalen Filmfests

Hollywood-Star Nicolas Cage erhält beim Internationalen Filmfest Oldenburg den "German Independence Honorary Award". Zudem wird der Oscar-Preisträger mit einem Stern auf der Star-Promenade vor der Oldenburgischen Landesbank geehrt, einer Art "Walk of Fame".

Europäische Wochen Passau mit neuem Intendanten

Kulturmanager Thomas Bauer will Veranstaltungen reduzieren

Der Bariton und Kulturmanager Thomas Bauer ist zum neuen Intendanten der Festspiele Europäische Wochen Passau berufen worden. Das berichtet die "Passauer Neue Presse". "Ich bin ganz gerührt, es ist eine große Ehre dieses Amt zu übernehmen", sagte der in Metten im Landkreis Deggendorf geborene Bauer der Zeitung. Der neue Intendant will die inzwischen auf fünf Landkreise sowie Oberösterreich und Südböhmen ausgedehnten Festspiele mehr auf Stadt und Landkreis Passau konzentrieren und die Zahl der Veranstaltungen von fast 80 auf 40 reduzieren. Bauer sang bereits an der Mailänder Scala und bei den Salzburger Festspielen, er initiierte und leitet das avantgardistische Konzerthaus in Blaibach und gründete mit zwei Freunden 2008 das Kulturwald-Festival im Bayerischen Wald.

Filmfestival von San Sebastián hat begonnen

Regisseurin Maren Ade nimmt Kritikerpreis entgegen

Im nordspanischen Badeort San Sebastián hat das 64. Internationale Filmfestival begonnen. Gleich am ersten Tag wird der deutsche Film "Toni Erdmann" von Maren Ade gezeigt, der im nächsten Jahr für Deutschland ins Oscar-Rennen geht. Die Tragikomödie erhält von der internationalen Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten (FIPRESCI) die Auszeichnung "Film des Jahres". Regisseurin Ade will den Preis bei der Eröffnungsgala selbst in Empfang nehmen. Bei dem neuntägigen Festival konkurrieren 25 Filme aus verschiedenen Ländern um den Hauptpreis der "Goldenen Muschel", darunter drei deutsche Ko-Produktionen. Die Jury leitet der dänische Erfolgsregisseur Bille August.

Keine Landschaftsskulptur für Breivik-Opfer

Regierung in Oslo beugt sich Ablehnung einer Bürgerinitiative

Die norwegische Regierung ist von dem Plan abgerückt, eine Landschaftsskultpur zu errichten, die an die Opfer des Massakers von Ütoya im Juli 2011 erinnert. "Wir wollen eine schmerzliche Auseinandesetzung vor Gericht vermeiden", sagte der zuständige Minister, Jan Tore Sanner, im norwegischen Radio. Eine Bürgerinitiative hatte im Juni Klage gegen das Vorhaben eingereicht.
Die Planungen für die Gedenkstätte sahen vor, dass aus der Halbinsel Sorbraten am Tyrifjorden-See, in dem Ütoya liegt, senkrecht eine Scheibe herausgeschnitten werden sollte. Das preisgekrönte Projekt stammt von dem schwedischen Künstler Jonas Dahlberg. Der Rechtsextremist Anders Behring Breivik hatte im Juli 2011 acht Menschen bei einem Anschlag in Oslo getötet und auf der Insel Utöya 69 Teilnehmer eines Sommerlagers erschossen.

Preis für Westernhagen beim SWR3 New Pop Festival

Musiker wurde für sein Lebenswerk geehrt

Marius Müller-Westernhagen ist auf dem SWR3 New Pop Festival in Baden-Baden mit dem "SWR3 Lifetime Award" für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. "Wir lieben es für Euch zu spielen", sagt der 67-Jährige am Donnerstagabend im voll besetzten Festspielhaus über die undotierte Ehrung und bedankte sich. Bis zu 50 000 Fans werden bis Samstag zu der dreitägigen Veranstaltung im Theater, Kurhaus und Festspielhaus erwartet. Westernhagen feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum als Musiker. Seinen Durchbruch als Sänger hatte er 1978 mit dem Lied "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz". Mit über 11 Millionen verkauften Tonträgern zählt er zu den erfolgreichsten deutschen Musikern. Das "Special" am Donnerstagabend wurde für das Fernsehen aufgezeichnet und wird am 23. September im Ersten ausgestrahlt.

Roberto Saviano mit Medienpreis M100 ausgezeichnet

Bundeskanzlerin Merkel: "Pressefreiheit braucht den Mut engagierter Reporter"

Der italienische Enthüllungsjournalist und Buchautor Roberto Saviano ist am Donnerstag Abend in Potsdam mit dem diesjährigen M100 Media Award ausgezeichnet worden. Er hatte in seinem auch verfilmten Welterfolg "Gomorrha" die Umtriebe der Camorra, der neapolitanischen Form der Mafia, beschrieben. Seit dem Erscheinen des journalistischen Romans wird Saviano bedroht und lebt unter Polizeischutz. Kanzlerin Merkel würdigte ihn als mutigen Kämpfer für die Pressefreiheit. "Wir alle können kaum ermessen, welche Ängste Sie ausstehen, während Sie im Verborgenen leben müssen", sagte sie bei der Preisverleihung in der Orangerie des Schlosses Sanssouci.

Jonassons nächstes Buch spielt in Deutschland

Bestseller-Autor stellt drittes Werk vor, spricht dabei bereits über das vierte

Das nächste Buch sei bereits zu zehn Prozent geschrieben, die restlichen 90 habe er im Kopf, sagte Jonas Jonasson am Abend bei der ersten Veranstaltung der Lit. Cologne Spezial in Köln. Dabei handelt es sich um den kleineren Herbst-Ableger des alljährlich im März stattfindenden Literaturfestivals. Jonasson präsentierte sein drittes Buch, "Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind". Internationale Erfolge feierte der Schwede mit seinem Bestseller "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand".

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70 Jahre FSK Was Kinder sehen dürfen
Ein Filmausschnitt aus "Gier nach Liebe" (1955), mit dem "zu" tiefen Dekolletee von Brigit Bardot und der dazugehörigen Zurückweisung der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Aufgenommen am 10.09.2011 im Deutschen Filmhaus in Wiesbaden. Das Deutsche Filmhaus in Wiesbaden zeigte vom 20. September bis zum 31. Oktober 2011 unter dem Motto "Die erotischen 50er" Filmplakate, Ausschnitte und Werbematerial von "Skandalfilmen" aus den 50er Jahren. Viele der Filme lösten zum Teil politische Debatten über Erotik und Moral aus.  (dpa / Fredrik von Erichsen)

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, die Altersempfehlungen für Filme vergibt, feiert Geburtstag. Als erstes prüfte die FSK vor genau 70 Jahren den Film "Intimitäten". Wie der Prüfalltag heute aussieht, berichtet die Gutachterin Annette Lohse.Mehr

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