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Kulturnachrichten

Montag, 12. September 2016

Schwulenbewegung bekommt Denkmal in Berlin

Sechs überdimensionierte Blumen in Regenbogenfarben

Der Weg für ein Denkmal in Erinnerung an die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung im Berliner Regierungsviertel ist frei. Das Bezirksamt Berlin-Mitte und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hätten sich auf einen Vertrag zur Überlassung einer Teilfläche des Magnus-Hirschfeld-Ufers in Tiergarten verständigt, teilte der LSVD Berlin-Brandenburg mit. Das Denkmal soll im kommenden Jahr eingeweiht werden. Der Entwurf, sechs überdimensionierte Blumen in den Regenbogenfarben, stammt von einer Gruppe aus Künstlern, Architekten und Designern an der Universität der Künste Berlin. Er symbolisiert die sexuelle Vielfalt anhand der Calla-Lilie, die weibliche und männliche Blüten auf einer Pflanze besitzt. Für die Realisierung ist der Architekt Sascha Ratayski zuständig. Das rund 125.000 Euro teure Denkmal wird aus Spenden finanziert.

Jutta Limbach gestorben

Bislang einzige Frau an Spitze des Bundesverfassungsgerichts

Die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Jutta Limbach, ist tot. Die erste Frau an der Spitze des obersten deutschen Gerichts starb am Samstag im Alter von 82 Jahren in Berlin. Limbach war auch Präsidentin des Goethe-Instituts und seit 2003 Vorsitzende der „Beratenden Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter, insbesondere aus jüdischem Besitz“. Die sogenannte Limbach-Kommission befasste sich als staatliche Institution mit Raubkunst und deren Rückgabe an die Erben. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte die Lebensleistung der früheren Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts in einem Kondolenzschreiben: "Mit Jutta Limbach verlieren wir eine hochgeachtete Persönlichkeit, die Demokratie, Rechtsstaat und Kultur in unserem Land zum Guten geprägt hat". Als erste Frau in vielen Ämtern bis hin zur Präsidentin des höchsten Gerichts sei Limbach ein Vorbild für andere Frauen gewesen.

Kulturstiftung gibt fünf Millionen Euro für "Bauhaus Agenten"

Architekten und Designer wollen mit Schülern herausfinden, was die Bauhaus-Museen vermitteln sollen

Die Kulturstiftung des Bundes fördert mit fünf Millionen Euro in den kommenden vier Jahren das Programm "Bauhaus Agenten". Bis zum 100. Jubiläum des Staatlichen Bauhauses sollen am Gründungsort Weimar sowie in Dessau und Berlin junge "Agenten" zusammen mit Schülern neue Vermittlungsangebote für die drei neuen Bauhaus-Museen erarbeiten. Es sei ein spannendes und völlig offenes Experiment, sagte eine Sprecherin der Kulturstiftung in Weimar. In der Klassikerstadt arbeiten in dem Programm drei "Agenten" - beispielsweise junge Architekten oder Designer - in ausgewählten Schulen mit Kindern. Leitlinie soll die bereits 1924 von Bauhausgründer Walter Gropius formulierte Frage sein: Wie wollen wir heute leben, wie Zukunft gestalten, wie unser Gemeinwesen gestalten? "Wir wollen erfahren, was interessiert Schüler aus Regelschule, Gymnasium, Förder- und Berufsschule heute an der Architektur- und Designschule und wie können wir bei der Gestaltung der drei Museen ihren Nerv treffen." Interessiere sie mehr das Handwerkliche oder wollten sie im Zeitalter des Smartphones mehr Multimediales? Die Ergebnisse sollen sowohl inhaltlich als auch gestalterisch in die neuen Ausstellungen einfließen. Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Programm zu 100 Prozent. Für das gesamte Jubiläums-Programm "100 Jahre Bauhaus" gebe es bundesweit bis 2019 rund 16,5 Millionen Euro, hieß es. In Weimar soll das neue 22 Millionen Euro teure Museum bis Ende 2018 fertig sein. In Dessau soll der 25 Millionen Euro teure Neubau bis 2019 stehen. Berlin will das von Bauhaus-Gründer Gropius entworfene Archiv- und Museumsgebäude für 56,2 Millionen Euro sanieren und erweitern.

Berliner Staatsballett gegen Sasha Waltz als Chefin

Ensemble fürchtet um seinen Weltruhm

Die Nominierung von Sasha Waltz als neue Ko-Intendantin des Berliner Staatsballetts sorgt für Unruhe. Waltz und ihr Ko-Chef Johannes Öhman seien fehlnominiert für die Führung eines klassischen Balletts. Die Compagnie startete auf dem Internetportal "Change.org" einen Aufruf gegen das Engagement der Regisseurin. Darin heißt es: "Die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin lehnen die Ernennung von Sasha Waltz und Johannes Öhman zu Co-Intendanten des Staatsballetts ab der Spielzeit 2019/20 ab." Die gesamte Compagnie stehe hinter der Petition, heißt es aus Ballett-Kreisen, man lehne Waltz aus künstlerischen Gründen ab. Die Petition richtet sich auch an den Stiftungsrat, der - so heißt es im Text - die Personalie "auf keinen Fall" ratifizieren soll. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Waltz künftig zusammen mit dem Schweden Johannes Öhman das Staatsballett leiten soll. Waltz tritt damit die Nachfolge des Intendanten Nacho Duato an, dessen Vertrag im Juli 2019 ausläuft.

Regisseurin Doris Dörrie hält Leipziger Poetikvorlesung

Künftig sollen verstärkt Künstler zu Wort kommen, die außerhalb der Literatur tätig sind

Die Filmemacherin Doris Dörrie hält in diesem Jahr die Leipziger Poetikvorlesung. Dörrie werde am 31. Oktober im Alten Rathaus Einblicke in ihre Arbeitsweisen geben, teilten die Veranstalter am Montag mit. Zum zehnten Jubiläum der Veranstaltung sei das Konzept überarbeitet worden: Künftig sollen verstärkt auch Künstler zu Wort kommen, die außerhalb der Literatur tätig sind. Frühere Poetikvorlesungen hatten unter anderem Uwe Tellkamp, Herta Müller und Harry Rowohlt gehalten. Die Poetikvorlesung wird vom Deutschen Literaturinstitut und dem Leipziger Kulturamt veranstaltet.

Fürst Albert von Monaco erhält Deutschen Meerespreis

Auszeichnung soll Engagement des Fürsten für Meeresschutz würdigen

Fürst Albert II. von Monaco, Präsident des Mittelmeerforschungsrates (CIESM), ist mit dem Deutschen Meerespreis ausgezeichnet worden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), Schirmherr der mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung, sagte bei der Verleihung in Kiel: "Sie verbinden politische Entscheidungsmacht mit einem tiefen Wissen um die Belange der Meere". Fürst Albert II. gründete 2006 eine nach ihm benannte Stiftung ("Fondation Albert II de Monaco") zum Schutz der Natur in der Arktis und unterstützt Forschungsprojekte zur Klimaerwärmung und Ozeanversauerung. Die Auszeichnung wird jährlich vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und der Deutschen Bank verliehen. Meerespolitik dürfe nie kleinstaatlich sein, sagte Albig weiter. "Müll und Gift halten sich nicht an die internationalen Seegrenzen. Gute Meerespolitik ist international. Und gute Meerespolitik baut auf herausragende internationale Meeresforschung", so der Politiker. Für Schleswig-Holstein als Land zwischen den Meeren und mit einer langen Tradition in der Meeresforschung sei es eine ganz besondere Ehre, dass mit der Auszeichnung in diesem Jahr auch die Leistungen des Mittelmeerforschungsrates gewürdigt werden. Schließlich sei an dessen Anfängen auch die Meeresforschung aus Kiel beteiligt gewesen, erklärte Albig. Die Verleihung des Meerespreises erfolgte im Rahmen der Eröffnung des 41. CIESM-Kongresses, der erstmals in Deutschland stattfindet.

Transgender-Schauspielerin Alexis Arquette gestorben

Durchbruch mit "Letzte Ausfahrt Brooklyn"

Die amerikanische Transgender-Schauspielerin Alexis Arquette ist tot. Sie sei am frühen Sonntagmorgen in Los Angeles im Alter von 47 Jahren im Kreise ihrer Lieben gestorben, teilte ihre Familie mit. Arquette galt als vielseitige Charakterdarstellerin. Sie entstammt einer bekannten Schauspielerfamilie, ihre Geschwister sind David, Rosanna, Richmond und die Oscarpreisträgerin Patricia Arquette. Der Durchbruch gelang Alexis Arquette im Jahr 1989 mit dem Drama "Letzte Ausfahrt Brooklyn", das von den deutschen Filmemachern Bernd Eichinger und Uli Edel in den USA gedreht wurde. In dem Streifen spielt Arquette die Sexarbeiterin Georgette.In dem Kultfilm "Pulp Fiction" war sie in einer Nebenrolle zu sehen, ebenso in der Horrorkomödie "Chucky und seine Braut". In der Komödie "Hochzeit zum Verlieben" sorgte Arquette als Boy-George-Imitator für Lacher - eine Rolle, an der sie 2014 im Film "Urlaubsreif" anknüpfte. In der Dokumentation "Alexis Arquette: She's My Brother" von 2007 erzählte sie von ihrem langen Weg zu ihrer geschlechtsangleichenden Operation.

Neue Musikdienste noch vor Weihnachten

Zeitung: Verhandlungen von Amazon und Pandora Media mit Musiklabels vor dem Abschluss

Wie die "New York Times" am Sonntag berichtete, stehen bei beiden US-Konzernen Amazon und Pandora Media monatelange Verhandlungen mit den Musiklabels vor dem Abschluss. Pandora könnte bereits in Kürze erste Erweiterungen seines Dienstes ankündigen, um dann bis Weihnachten einen direkten Konkurrenten zu Spotify und Apple aufzubauen. Auch Amazon stehe bereit, einen umfangreichen Musikkatalog vorzustellen. Das Technik-Magazin Recode hatte im August von Amazons Streaming-Plänen berichtet. Dieser solle auf Echo-Besitzer beschränkt sein, hieß es damals. Die Konsole ist in Deutschland nicht erhältlich. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits im Juni gemeldet, Amazon plane einen Streamingdienst. Der Online-Händler bietet seinen Prime-Kunden bereits einen Musikdienst mit einer begrenzten Auswahl an Titeln an.

"Tschick" feiert Weltpremiere in Berlin

Bestseller von Wolfgang Herrndorf kommt nun auch ins Kino

Im Berliner Kino International wird heute Abend eine Weltpremiere gefeiert. Um 20 Uhr wird die Verfilmung des preisgekrönten Herrndorf-Romans "Tschick" gezeigt. Auf dem roten Teppich werden neben Regisseur Fatih Akin auch die Hauptdarsteller Tristan Göbel und Anand Batbileg erwartet. Das Road-Movie erzählt die Geschichte des 14-jährigen Maik und seines Kumpels "Tschick", einem Spätaussiedler aus Russland. Während sich Maiks alkoholkranke Mutter in einer Entzugsklinik aufhält, fährt sein Vater mit Freundin in den Urlaub. Die beiden Jugendlichen brechen daraufhin mit einem alten Lada in die Walachei auf. Von Donnerstag an wird der Film bundesweit in die Kinos kommen. Der Roman des 2013 verstorbenen Wolfgang Herrndorf wurde mehr als zwei Millionen Mal verkauft. Er wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Clemens-Brentano-Preis und dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet.

Rekordbeteiligung am Tag des offenen Denkmals

Über 8.000 Bauwerken und Kulturstätten luden zu Führungen ein, vier Millionen Besucher kamen

Die Zahl der Besucher bei der größten deutschen Kulturveranstaltung wurde wie im Vorjahr auf rund vier Millionen geschätzt. Das Motto lautete "Gemeinsam Denkmale erhalten". Bei der zentralen Eröffnung in Augsburg rief Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) die Länder der Europäischen Union auf, durch das gemeinsame bauliche Erbe ihren Zusammenhalt zu vertiefen. Die Veranstaltungsreihe wird seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) koordiniert. Jeweils am zweiten Septembersonntag öffnen zahlreiche Gebäuden und Orte, die sonst nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind, ihre Tore. Dazu gehören Bau- und Bodendenkmale wie Schlösser, archäologische Ausgrabungsstätten, Gärten und Parks. "Wir sollten das gemeinsame bauliche Erbe viel stärker nutzen, um den Zusammenhalt in Europa zu stärken", sagte Hendricks. Dieses Erbe verbinde die europäischen Städte und zeige die architektonische, politische und soziale Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg.

Evangelischer Publizist Jörg Zink gestorben

Er galt als einer der wichtigsten Mitstreiter der Friedensbewegung

Der evangelische Theologe und Bestseller-Autor Jörg Zink ist tot. Er starb am vergangenen Freitag im Alter von 93 Jahren in seinem Haus in Stuttgart, wie seine Familie mitteilte. Als Prediger und Autor erreichte Zink Millionen von Menschen. Er schrieb rund 200 Bücher, mehr als hundert Mal sprach der Geistliche in der ARD das "Wort zum Sonntag". Zink galt als einer der wichtigsten Mitstreiter der Friedens- und Ökologiebewegung. 1965 übersetzte Zink das Neue Testament in eine verständliche, zeitgemäße Sprache und landete damit einen Bestseller. Für sein Lebenswerk erhielt er 2004 den Predigtpreis des Verlags der Deutschen Wirtschaft. Im vergangenen Jahr wurde er zum Ehrenprofessor des Landes Baden-Württemberg ernannt.

Impressionisten-Ausstellung in Halle großer Erfolg

Zum Abschluss noch einmal großer Andrang

Die Impressionisten-Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg in Halle hat Zehntausende Besucher angelockt. "Es war die erfolgreichste Ausstellung der vergangenen zehn Jahre", sagte Museumssprecherin Katrin Greiner. Genaue Besucherzahlen konnte sie aber noch nicht nennen. Die Besucher seien teilweise von weit her gekommen, so Greiner. Am Wochenende habe es noch einmal sehr großen Andrang gegeben, so dass zusätzliche Führungen angeboten worden seien. Unter dem Titel "Magie des Augenblicks" waren von März an 160 Arbeiten von 14 französischen Postimpressionisten zu sehen - unter anderem von Cézanne, van Gogh, Bonnard und Matisse.

Orhan Pamuk warnt vor "Terrorregime"

Literaturnobelpreisträger besorgt über Entwicklung der Türkei

Nach der Festnahme eines bekannten Journalisten in der Türkei hat der Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk die islamisch-konservative Regierung in Ankara äußerst scharf kritisiert. "Die Gedankenfreiheit existiert nicht mehr. Wir bewegen uns mit großer Geschwindigkeit von einem Rechtsstaat zu einem Terrorregime", schrieb Pamuk in einem Beitrag für die italienische Zeitung "La Repubblica". Derweil setzte die Regierung ihr Vorgehen gegen ihre Gegner fort, zahlreiche Bürgermeister, vor allem im Kurdengebiet, wurden abgesetzt. "Ich bin voller Wut und äußere meine schärfste Kritik an der Festnahme des Schriftstellers Ahmet Altan, einer der wichtigsten Federn des türkischen Journalismus, und seines Bruder Mehmet Altan, einem renommierten Akademiker und Ökonomen", schrieb Pamuk weiter.

Philippinen gratulieren Löwen-Gewinner

Lav Diaz erhielt Hauptpreis in Venedig

Die Philippinen haben mit Freude auf den Sieg von Regisseur Lav Diaz beim Filmfestival von Venedig reagiert. "Wir gratulieren Lav Diaz, der mit seinem Film "The Woman Who Left" ("Ang Babaeng Humayo") den Goldenen Löwen von Venedig gewonnen und seinem Heimatland Ehre gebracht hat", sagte Martin Andanar, ein Sprecher des Präsidenten Rodrigo Duterte. Lav Diaz wurde am Samstagabend mit dem Hauptpreis des Festivals geehrt. Sein Film erzählt in knapp vier Stunden von einer Frau, die nach 30 Jahren im Gefängnis vor den Scherben ihres Lebens steht. Mit dem in Schwarz-Weiß gedrehten Werk zeigt Diaz ein Abbild der philippinischen Gesellschaft. Der Triumph von Venedig sei die jüngste Ergänzung in der erfolgreichen Trophäenjagd der Philippinen bei Filmfestivals in diesem Jahr, fügte Andanar hinzu. Diaz hatte auf der Berlinale bereits den Alfred-Bauer-Preis für das mehr als achtstündige Werk "A Lullaby to the Sorrowful Mystery" erhalten.

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