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Kulturnachrichten

Montag, 5. September 2016

Villa Massimo in Rom wiedereröffnet

Achtmonatige Renovierung ist abgeschlossen

Die "Deutsche Akademie Rom Villa Massimo" ist nach achtmonatiger Renovierung wiedereröffnet worden. Die teils aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäude wurden für insgesamt zwei Millionen Euro aus dem Haushalt der Bundesbebeauftragten für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), saniert. Erneuert wurden Wasserleitungen, Küchen und Wohnmobiliar. Am Montag trafen die neuen Stipendiaten der renommierten Kultureinrichtung ein. Am Freitag steht ein Konzert zur Wiedereröffnung auf dem Programm. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien vergibt für die Villa Massimo knapp einjährige Stipendien an zehn von den Bundesländern und einer nationalen Jury ausgewählte junge Künstler. Der preußische Unternehmer und Mäzen Eduard Arnhold hatte die repräsentative Villa 1913 dem preußischen Staat zusammen mit einem großen Stiftungsvermögen geschenkt.

Hochhaus-Pläne auf der Insel Rügen geplatzt

Bürgerentscheid lehnt Investor-Pläne in Prora ab

Auf der Ostseeinsel Rügen wird es vorerst kein Hochhaus geben. Die Einwohner der Gemeinde Binz haben den umstrittenen Plänen eines Bauinvestors eine Absage erteilt. In einem Bürgerentscheid sprachen sich am Sonntag mehr als vier Fünftel der Wähler gegen einen geplanten 104 Meter hohen Wohnturm unmittelbar hinter der NS-Hinterlassenschaft Prora aus. Der Investor Jürgen Breuer kündigte noch am Sonntagabend an, das Votum zu akzeptieren. Das Projekt "Bücherturm Binz" werde es damit nicht geben, sagte er. Kritiker des Projektes befürchteten eine Verschandelung der Natur, eine weitere Zunahme an Gästebetten und einen Nachahmereffekt auf Rügen. Bislang gibt es auf der Touristeninsel kein vergleichbares Hochhaus.

Schweizer entwerfen Bauhaus-Zentrum in Tel Aviv

Max-Liebling-Haus wird mit deutscher Unterstützung saniert

Schweizer Architekten haben den Ideeenwettbewerb für das Max-Liebling-Haus mit Bauhaus-Zentrum in Tel Aviv gewonnen. Das Büro Holzer Kobler Architekturen in Zürich soll einen Entwurf für die Sanierung des Gebäudes im kommenden Jahr vorlegen, wie das Bundesbauministerium in Berlin mitteilte. Deutschland unterstützt das bilaterale Projekt mit 2,8 Millionen Euro. Die Idee der Schweizer Architekten, die eine Niederlassung in Deutschland haben, sieht unter anderem eine große Spiegelkugel auf dem Dach des Gebäudes vor. Die Einweihung des Zentrums ist für 2017 geplant. Die 1909 gegründete "weiße Stadt" Tel Aviv ist mit mehr als 4000 Häusern die weltweit größte Siedlung mit Gebäuden im Bauhaus-Stil. Aus Nazideutschland geflohene jüdische Architekten brachten den in Weimar von Walter Gropius entwickelten Baustil mit. Seit 2003 gehört die Bauhaus-Sammlung in Tel Aviv zum Unesco-Weltkulturerbe.

Londoner Museum bestätigt Weggang von Martin Roth

Fünfjährige Amtszeit war laut Roth geplant

Das Londoner Victoria and Albert Museum hat bestätigt, dass sein Leiter, der deutsche Kulturwissenschaftler Martin Roth, sein Amt im Herbst aufgibt. Roth hatte dem Museum zu Besucherrekorden in seiner mehr als 150-jähriger Geschichte verholfen. Erst in diesem Jahr war es zum Museum des Jahres gekürt worden. Vor seiner Londoner Zeit hatte Roth zehn Jahre lang die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden geleitet. Er sei stolz, dem Museum zu neuen Erfolgen und Wachstum verholfen zu haben, sagte der 61-Jährige, für den nun ein Nachfolger gesucht wird. Er wolle künftig mehr Zeit für seine Familie in Berlin und Vancouver haben, ließ er mitteilen. Dem Deutschlandfunk sagte er, er höre auf, weil es so gut laufe und er nicht glaube, dass er es noch besser hinbekomme. Er habe von Anfang an geplant, nach fünf Jahren wieder zu gehen. Britische Medien hatten spekuliert, das Roths Entscheidung mit dem Brexit zu tun haben könnte. Der scheidende Museumsdirektor hatte sich stark für einen Verbleib des Königreichs in der EU eingesetzt.

Türkei stoppt österreichische Ausgrabungen in Ephesus

Grund seien andauernde diplomatische Spannungen

Die Türkei hat die Ausgrabungen eines österreichischen Forscherteams in der westtürkischen antiken Stadt Ephesus gestoppt. Die Arbeiten seien auf Anweisung des türkischen Innenministeriums in diesem Jahr vorzeitig eingestellt worden, berichtete die Zeitung "Hürriyet". In dem Schreiben sei als Grund "andauernde politische Spannungen mit Österreich" angegeben worden. Das Österreichische Archäologie Institut führt seit mehr als einhundert Jahren Ausgrabungen in Ephesus durch. Die antike Stadt in der Provinz Izmir war ein bedeutendes Pilgerzentrum und beherbergte mit dem Tempel der Artemis unter anderem eines der Sieben Weltwunder. Die Stadt steht auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes. Nach dem Putschversuch und dem Vorgehen der Türkei gegen mutmaßliche Unterstützer hatte Österreich unter anderem einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei gefordert. Außerdem sorgte eine Werbung am Wiener Flughafen mit der Aufschrift: "Mit Türkei-Urlaub unterstützt man nur Erdogan." für Aufregung.

US-Verleger reagieren auf Zeitungssterben

Berufsverband streicht Wort "Zeitungen" aus Verbandsnamen

Der Verband der nordamerikanischen Zeitungsverleger ändert seine Bezeichnung. Mit dem Verzicht auf das Wort "Newspaper" reagieren die Funktionäre auf massenhafte Schließungen von Print-Redaktionen. Laut der "New York Times" wird der Verband in Zukunft den Namen "News Media Alliance" tragen. Doch das hat nicht nur ästhetische Gründe. Die Umbenennung soll auch eine Reaktion auf die Entwicklungen der Zeitungsbranche sein. Wie die "New York Times" berichtet, sei die Zahl der Zeitungen im Verband in den letzten Jahren stark gesunken. Unter dem neuen Namen soll es nun auch digitalen Nachrichtenportalen wie zum Beispiel "Buzzfeed" erlaubt sein, dem Verband beizutreten. Bisher war es für ein Unternehmen notwendig, Printredakteure zu beschäftigen.

Neue Leiterin für das Festival "Goldener Spatz"

Nicola Jones von der Filmförderanstalt des Bundes übernimmt das Kinderfilmfestival

Nicola Jones von der Filmförderanstalt des Bundes wird neue Chefin von Deutschlands größtem Kinderfilmfestival "Goldener Spatz". Sie habe sich unter den Bewerbern um die Nachfolge von Margret Albers an der Spitze der Deutschen Kindermedienstiftung durchgesetzt, sagte eine Sprecherin in Erfurt. Der Vertrag mit Jones sei nun unterzeichnet. Über die Personalie hatte zuerst der MDR berichtet. Margret Albers hat zwei Jahrzehnte die Geschicke des Festivals geprägt und es von einem Film- zu einem Medien-Festival gewandelt, das auch neue Medien wie das Internet und Online-Spiele in den Blick nimmt.

"Don't Breathe" an der Spitze der US-Kinocharts

Billig produzierter Horror-Thriller liegt weit vor der Konkurrenz

Der Horror-Thriller "Don't Breathe" hat seinen Spitzenplatz in den nordamerikanischen Kinocharts verteidigt. In der letzten Woche dürfte er laut dem Branchenblatt "Variety" fast 20 Millionen Dollar eingespielt haben. Die Produktion des Films über eine Gruppe von Teenagern, die bei einem Hauseinbruch ihr blaues Wunder erleben, hatte nur rund zehn Millionen Dollar gekostet. Er läuft am Donnerstag in den deutschen Kinos an. Sein Herausforderer "Suicide Squad", der Zweitplatzierte, ist eine Comic-Verfilmung mit Will Smith, Jared Leto und Margot Robbie und dürfte weitere 13,6-Millionen-Dollar eingespielt haben. Das Fantasy-Abenteuer "Elliot, der Drache" landete mit erwarteten 8,9 Millionen Dollar auf Rang drei.

Karl-May-Spiele feiern neuen Besucherrekord

Zum vierte Mal in Folge Bestzahlen

Die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg sind am Sonntag zum vierten Mal in Folge mit einer Rekordsaison zu Ende gegangen. Genau 366 369 Zuschauer hätten das Abenteuer "Der Schatz im Silbersee" gesehen, teilten die Veranstalter in Schleswig-Holstein mit. Im vergangenen Jahr hatte das Stück "Im Tal des Todes" 346 677 Menschen angelockt. Zur Abschlussvorstellung kamen den Angaben zufolge 7300 Karl-May-Fans in die 7500 Plätze zählende Kalkberg-Arena. Auch im nächsten Jahr soll Jan Sosniok wieder als Winnetou über die Bühne reiten.

Maler Hockney eröffnet Frankfurter Buchmesse

Kunst ist neuer Themenschwerpunkt der Messe

Der britische Maler David Hockney spricht als Hauptredner auf der Eröffnungs-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse. Aus besonderem Grund: Kunst ist ein neuer Themenschwerpunkt der Messe. Daher wurde nach Angaben der Messe ein Künstler - und nicht wie üblich ein Autor oder Verleger - als "Key Note Speaker" eingeladen. Die weltgrößte Bücherschau hat sich schon seit Jahren dem "Content" verschrieben, um ihr Themenspektrum zu erweitern. Mit "THE ARTS+", einer Messe innerhalb der Messe, sollen dieses Jahr "Inhalte und digitale Geschäftsmodelle im Kulturbereich" zusammengebracht werden. Hockney (79) sei "der ideale Repräsentanten für das, was wir mit THE ARTS+ zeigen wollen", sagt Buchmesse-Direktor Juergen Boos. Es gehe um "die Synthese von Digitalem und Ästhetischen in der Kunst". Für eine Ausstellung schuf Hockney unter anderem großformatige Bilder, die mit einem iPad entstanden sind. Die Buchmesse wird am 18. Oktober eröffnet, 2016 ist der Sprachraum Flandern und Niederlande Ehrengast der Frankfurter Buchmesse.

Status-Quo-Sänger: Brexit ist ein "fucking Fehler"

Selber ist Francis Rossi allerdings nicht zur Wahl gegangen

Status-Quo-Sänger Francis Rossi ist auch mehr als zwei Monate nach der Entscheidung der Briten zum EU-Austritt immer noch fassungslos. "Es ist ein fucking Fehler", sagte er der heutigen Ausgabe der "Passauer Neuen Presse". "Klar läuft manches schief in der EU, aber es läuft doch schief für alle", sagte der 67 Jahre alte Brite: "Wir können nicht zurück in die 50er, da hilft kein Brexit." Allerdings räumte Rossi ein, dass er selbst am 23. Juni nicht zur Abstimmung gegangen ist. "Ich war nicht bei der Wahl - weil ich dachte, wir sind safe", sagte er.

Unbekanntes Bilderbuch von Otto Dix entdeckt

Aquarelle werden ab morgen öffentlich gezeigt

Ein bisher unbekanntes Bilderbuch des Malers Otto Dix mit Aquarellen aus der Legenden- und Bibelwelt ist in Oberbayern entdeckt worden. Es gehörte Hana Koch, deren Vater Hans Koch ein bedeutender Kunstsammler in Düsseldorf war. Seine Frau Martha heiratete später Otto Dix. Die 14 bunten Aquarelle werden ab morgen erstmals öffentlich in einer Düsseldorfer Galerie gezeigt. Ab Februar sind sie in einer großen Dix-Ausstellung in der Kunstsammlung des Landes Nordrhein-Westfalen zu sehen. Das um 1925 entstandene "Bilderbuch für Hana" ist bereits der dritte spektakuläre Fund in einem Nachlass in Oberbayern. Die Aquarelle für Kinder zeigen eine andere Seite des Künstlers. Er gilt sonst als Vertreter der "Neuen Sachlichkeit".

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