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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. September 2015

Mechtild Rössler leitet Unesco-Welterbezentrum

Deutsche Wissenschaftlerin seit 1991 bei der UNESCO

Die Abteilung für das Kulturerbe und das Welterbezentrum der Unesco wird ab sofort von einer Deutschen geleitet: Neue Direktorin ist Mechtild Rössler, wie die deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Die bisherige stellvertretende Direktorin übernimmt das Amt von Kishore Rao, der im August in den Ruhestand ging. Die 56-Jährige ist am Unesco-Hauptsitz in Paris für die Übereinkommen der Vereinten Nationen zum Schutz von Kulturgütern, für das Welterbezentrum und für Projekte zur Kulturgeschichte zuständig. Rössler studierte Geografie und Germanistik an der Universität Freiburg und promovierte an der Fakultät für Geowissenschaften der Universität Hamburg. Zunächst arbeitete sie für das Forschungszentrum "Cité des Sciences et de l'Industrie" in Paris und war Gastdozentin am Institut für Geografie an der Universität Berkeley in Kalifornien.

Auslieferungsprozess um Roman Polanski in Schlussphase

Entscheidung vermutlich Ende Oktober

Die polnische Justiz wird voraussichtlich am 30. Oktober über eine mögliche Auslieferung von Hollywood-Regisseur Roman Polanski (82) an die USA entscheiden. Nach einem Verhandlungstag mit Beweisanträgen der Verteidigung setzte das Krakauer Bezirksgericht das voraussichtliche Verfahrensende für diesen Tag fest. Polanski war heute selbst im Prozess erschienen. Seine Verteidiger legten dem Gericht unter anderem als Beweisantrag eine Stellungnahme des US-Staatsanwalts vor, der vor fast 40 Jahren gegen Polanski wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen ermittelt hatte. Nach Ansicht der Verteidigung ist das Auslieferungsgesuch der US-Justiz unbegründet, weil es bereits in dem damaligen Verfahren zu einer Einigung zwischen Polanski und der Anklagebehörde gekommen sei: Polanski bekannte sich zum Sex mit der Minderjährigen, die Staatsanwaltschaft zog die übrigen Vorwürfe zurück. Sollte das Krakauer Gericht einer Auslieferung zustimmen, liegt die endgültige Entscheidung beim polnischen Justizminister. Wird der Auslieferungsantrag vom Gericht zurückgewiesen, ist die Entscheidung bindend.

Museumsprojekt "Worpswede im Wandel" abgeschlossen

Künstlerdorf für zehn Millionen Euro erneuert

Die kulturelle und touristische Erneuerung des Künstlerdorfs Worpswede im Teufelsmoor zwischen Hamburg und Bremen ist abgeschlossen. Seit 2007 wurden die vier zentralen Museen modernisiert, aufgewertet und erweitert, teilte das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover mit. Zwei herausragende Künstlergärten seien nach den Plänen ihrer Schöpfer, Heinrich Vogeler und Bernhard Hoetger, wiederhergestellt und das denkmalgeschützte "Philine-Vogeler-Haus" zu einem modernen Besucherzentrum umgestaltet worden. Der "Masterplan Worpswede" hatte ein Gesamtvolumen von rund zehn Millionen Euro, davon über sieben Millionen Euro Landesmitteln, sagte Niedersachsens Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). Die Künstlerkolonie wurde 1889 von drei jungen Malern aus Düsseldorf gegründet. Innerhalb weniger Jahre machten Maler wie Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Hans am Ende, Fritz Overbeck, Heinrich Vogeler und Carl Vinnen aus dem ärmlichen Moordorf eine Pilgerstätte für Künstler und Sinnsucher und zur bekanntesten Künstlerkolonie Deutschlands.

Bundesstiftung Umwelt gibt Preisträger bekannt

Klimaforscher und Nachhaltigkeitsexperte werden geehrt

Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif und der schwedische Nachhaltigkeitsexperte Johan Rockström bekommen in diesem Jahr den Deutschen Umweltpreis. Rockströms Verdienste liegen aus Sicht der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) darin, dass er sich intensiv mit den Grenzen der Belastbarkeit des Ökosystems der Erde auseinandergesetzt habe. Latif sei einer der bekanntesten Klimaexperten Deutschlands. Er habe in zahlreichen Veröffentlichungen komplexe Sachverhalte für ein breites Publikum in eine verständliche Sprache übersetzt, teilte die DBU am Dienstag in Osnabrück mit. Beide Wissenschaftler teilen sich ein Preisgeld von 490 000 Euro. Den mit 10 000 Euro dotierten Ehrenpreis bekommt der letzte stellvertretende Umweltminister der DDR, Michael Succow. Er hatte kurz vor der Wiedervereinigung große Flächen als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Der Deutsche Umweltpreis wird am 8. November in Essen von Bundespräsident Joachim Gauck überreicht.

258,3 Milliarden Euro für Bildung und Forschung

Größter Teil der Ausgaben entfällt auf Kita-Ausbau und Schulen

258,3 Milliarden Euro sind für Bildung, Forschung und Wissenschaft in Deutschland im Jahr 2013 ausgegeben worden. Das ist nach vorläufigen Berechnungen ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Jahr davor, wie am Dienstag das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zahlen aus dem Jahr 2014 liegen den Angaben zufolge bisher nicht vor. Ein Grund für die gestiegenen Ausgaben sei der Ausbau bei der Kinderbetreuung. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt seien 9,2 Prozent für Bildung, Forschung und Wissenschaft verwendet worden. Dieser Wert bewegt sich weitgehend auf dem Vorjahresniveau. Mit 148,9 Milliarden Euro entfiel den Angaben zufolge der größte Teil der Ausgaben auf die "Erstausbildung" in Krippen, Kindergärten, Schulen und Hochschulen sowie auf die duale Ausbildung.

Jean-Paul-Preis für Gerhard Roth

Autor setzt sich mit österreichischer Geschichte auseinander

Der österreichische Schriftsteller Gerhard Roth bekommt den Jean-Paul-Preis 2015. "Gerhard Roths Interesse gilt einer Freilegung von Verdrängungsprozessen, die bis heute den Umgang mit der jüngeren Geschichte prägen. Es ist beeindruckend, wie er menschliche Abgründe beschreibt und dabei auf anrührende Weise objektiviert", sagte Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) heute in München. Der mit 15 000 Euro dotierte Literaturpreis des Freistaats Bayern wird alle zwei Jahre vergeben und würdigt das literarische Gesamtwerk eines deutschsprachigen Schriftstellers. Unter den bisherigen Preisträgern waren Friedrich Dürrenmatt, Botho Strauß und Gerhard Polt. Die Preisverleihung findet am 26. Oktober 2015 in München statt.

Dombaumeistertagung in Hamburg

Rund 120 europäische Experten beraten in Sankt Michaelis

In Hamburgs Hauptkirche Sankt Michaelis hat die Dombaumeistertagung begonnen. Michel-Hauptpastor Alexander Röder erklärte zur Eröffnung, die großen Kathedralen und Kirchbauten seien gleichermaßen Zeit- und Glaubenszeugen. Ihr Erhalt sei nicht nur aus denkmalpflegerischen, sondern auch aus historischen und religiösen Gründen außerordentlich wichtig. Der Vorsitzende der europäischen Vereinigung der Dombaumeister, Michael Hauck, hob die Bedeutung von Kirchbauten für die Gesellschaft hervor. Der Verein Dombaumeister wurde 1998 gegründet, um die jährlichen Fachtreffen zu organisieren. Ihm gehören etwa 130 Mitglieder an, die Kirchen aus ganz Europa vertreten.

Pulitzer-Preisträger C.K. Williams gestorben

Der Dichter starb im Alter von 78 Jahren in seiner Heimat New Jersey

Williams sei am Sonntag in seinem Haus in Hopewell/New Jersey einem Krebsleiden erlegen, bestätigte heute seine Kollegin und Vertraute Joyce Carol Oates. Williams war ein leidenschaftlicher Beobachter von Krieg, Entfremdung und der Krankheit, die ihm schließlich sein Leben nahm. Bekannt war er für seine langen, dialogorientierten Verszeilen. Im Jahr 2000 gewann er den Pulitzer-Preis für "Repair" und 2003 den Nationalen Buchpreis für "The Singing". Er war zudem Übersetzer griechischer Dramen und Autor der Memoiren "Misgivings". Der Präsident des Verlags Farrar, Straus & Giroux, Jonathan Galassi, teilte mit, Williams habe gerade eine neue Gedichtsammlung unter dem Titel "Falling Ill" abgeschlossen gehabt. Ein Veröffentlichungstermin stehe noch nicht fest.

Deutsche Buchbranche streitet mit Amazon um Hörbücher

EU prüft Beschwerde des Börsenvereins

Ein Kartellstreit zwischen der deutschen Buchbranche und dem US-Konzern Amazon um Hörbücher beschäftigt neben den deutschen Behörden auch die EU-Kommission. Die obersten Wettbewerbshüter Europas bestätigten in Brüssel, die Beschwerde vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gegen die Amazon-Tochter Audible erhalten zu haben. Laut Börsenverein missbraucht die Download-Plattform ihre Marktmacht. Sie zwinge den oft kleinen deutschen Hörbuchverlagen existenzbedrohende Bedingungen auf. Dem "Spiegel" versucht die Amazon-Tochter, die Verlage in ein Modell mit regelmäßigen Zahlungen - ein Flatrate-Modell - zu drängen, das ihnen deutlich niedrigere Umsätze brächte. Verlagen, die sich weigerten, drohe Audible mit Auslistung. Sollten die EU-Experten einen Verstoß gegen europäisches Wettbewerbsrecht finden, können sie ein förmliches Prüfverfahren gegen Amazon eröffnen. Amazon droht dann eine Strafe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.

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