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Kulturnachrichten

Montag, 14. September 2015

Mauer in Ausgrabungsstätte Pompeji eingestürzt

Weltkulturerbestätte vom Verfall bedroht

In der historischen Ausgrabungsstätte Pompeji im Golf von Neapel ist erneut eine Mauer eingestürzt. Der Schaden an der etwa zwei Meter langen Abgrenzung sei heute entdeckt worden, teilten die Behörden mit. Die Mauer befand sich demnach in einem nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen Bereich der antiken Stadt. Die Unesco-Weltkulturstätte Pompeji ist seit Jahren vom Verfall bedroht, immer wieder stürzen Mauern oder sogar ganze Gebäude ein. Vor einigen Jahren wurde deshalb ein Großprojekt zur Restaurierung Pompejis ins Leben gerufen, doch die dringend notwendigen Arbeiten gehen nur schleppend voran. Jahr für Jahr besuchen Millionen von Touristen das 66 Hektar große Gelände, das bei einem Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahr 79 n. Chr. verschüttet worden war. Der Ort wurde unter einer Ascheschicht begraben und dadurch weitgehend konserviert.

Neue Jury-Vorsitzende für Buchmessenpreis

Kristina Maidt-Zinke übernimmt in Leipzig

Die Literaturkritikerin Kristina Maidt-Zinke ist die neue Jury-Vorsitzende des Preises der Leipziger Buchmesse. Sie löse turnusgemäß den bisherigen Vorsitzenden Hubert Winkels ab, teilte die Messe mit. Maidt-Zinke arbeitet als Literatur- und Musikkritikerin für die "Süddeutsche Zeitung" sowie als Rezensentin für "Die Zeit". Neben ihr gibt es noch drei weitere neue Jury-Mitglieder: Maike Albath, Burkhard Müller und Alexander Cammann. Für den Preis der Leipziger Buchmesse können die Verlage bis zum 1. November Vorschläge einreichen. Er wird in drei Kategorien vergeben: Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Die Preisträger erhalten jeweils 15 000 Euro. Die Auszeichnung wird während der Leipziger Buchmesse im März vergeben.

Erste Christo-Ausstellung in Bulgarien

Verhüllungskünstler stellt zum ersten Mal in seiner Heimat aus

Unter dem Titel "Christo und Jeanne-Claude: Grafiken und Objekte" zeigt die Kunstgalerie der Hauptstadt Sofia ab heute Grafiken und Fotos von weltbekannten Projekten des Künstlerpaares. Die Sammlung wurde von Christo selbst zusammengestellt. Der US-Staatsbürger Christo (80), der vor mehr als 50 Jahren seine damals kommunistische Heimat verlassen hatte, kam gestern Abend nicht zur Eröffnung seiner ersten Ausstellung in Bulgarien. Bis 22. November 2015 sind in der Städtischen Kunstgalerie im Zentrum von Sofia 130 Originalgrafiken sowie Fotos der Verhüllungsprojekte ausgestellt, die Christo von 1963 bis 2014 zusammen mit seiner 2009 gestorbenen Frau Jeanne-Claude schuf. Zu den bekanntesten Großinstallationen des Künstlerpaares gehören der verhüllte Reichstag in Berlin, die Verhüllung von Pont Neuf in Paris sowie die Tore im New Yorker Central Park.

"Fack Ju Göhte 2" bricht Umsatzrekord

Mehr als zwei Millionen Zuschauen in vier Tagen

Der Siegeszug von Zeki Müller und seinen Schülern geht weiter: Noch nie hat ein deutscher Film an seinem ersten Kino-Wochenende so viel eingespielt wie "Fack Ju Göhte 2". Die Fortsetzung der Schulkomödie machte 17,6 Millionen Euro Umsatz - das ist Rekord. "Der Umsatz ist der höchste aller Zeiten für den Start eines deutschen Film", sagte ein Sprecher von Media Control in Baden-Baden. Nach vier Tagen hatten demnach schon mehr als zwei Millionen Kinobesucher gesehen, was Herr Müller (Elyas M'Barek) und seine Schüler auf Klassenfahrt in Thailand erleben. Die amerikanische Marktforschungsfirma Rentrak sah "Fack Ju Göhte 2" an diesem Wochenende weltweit auf Platz sechs - hinter "Mission Impossible", "The Visit", den "Minions", "Maze Runner" und "The Perfect Guy". Den ersten Teil von "Fack Ju Göhte" hatten mehr als sieben Millionen Kinozuschauer gesehen.

Digitalkiosk Blendle startet in Deutschland

Mehrzahl der Kunden unter 35 Jahren

Der Digitalkiosk Blendle, über den Artikel aus Zeitungen und Magazinen online gekauft werden können, ist mit mehr als 100 Titeln offiziell in Deutschland gestartet. Dabei sind etwa "Der Spiegel", die "Süddeutsche Zeitung", "Die Welt", "Die Zeit", die "Bild am Sonntag" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Nutzer können bei Blendle Ausgaben der Medien Seite für Seite durchblättern, lesbar sind dabei allerdings nur die Überschriften.
Will man den gesamten Artikel lesen, muss man zahlen. Der Preis wird von den Verlegern selbst festgelegt und meist nach Länge gestaffelt. Blendle war im Frühjahr 2014 in den Niederlanden gestartet und gewann dort bisher über 400 000 Nutzer. Sie kaufen im Schnitt 10 bis 15 Artikel pro Monat. Etwa zwei Drittel der Kunden seien im Alter unter 35 Jahren.
Blendle, an dem der Medienkonzern Springer und die «"New York Times" beteiligt sind, ist nicht das einzige Angebot dieser Art auf dem deutschen Markt. So startete im Mai der Online-Kiosk Pocketstory.

US-Dramatiker Frank D. Gilroy gestorben

Pulitzer-Preisträger wurde 89 Jahre alt

Der amerikanische Dramatiker Frank D. Gilroy ist tot. Er sei am Samstag in Monroe im US-Staat New York eines natürlichen Todes gestorben, teilte seine Familie mit. Er wurde 89 Jahre alt. Internationale Bekanntheit erlangte Gilroy vor allem als Autor des Theaterstücks "The Subject Was Roses", das im Mai 1964 am Broadway Premiere feierte. Das Stück brachte ihm den Pulitzer-Preis sowie einen Tony-Award ein, der in den USA als die wichtigste Auszeichnung in der Theaterwelt gilt. Zudem schrieb Gilroy das Drehbuch zu der Filmadaptation von "The Subject Was Roses" mit Patricia Neal, Jack Albertson und Martin Sheen in den Hauptrollen. Gilroy wuchs in der New Yorker Bronx auf. Nach seinem Militärdienst studierte er an der Yale Drama School in Connecticut. In seiner langen Karriere machte Gilroy auch als Drehbuchautor von TV-Serien auf sich aufmerksam, außerdem führte er in dem Shirley-MacLaine-Film "Desperate Characters" von 1971 Regie.

Hochs und Tiefs für 2016 stehen zum Verkauf

Berliner Meterologen fördern mit Erlösen die Forschung

Hochdruckgebiete werden 2016 mit Männer-Vornamen verbunden sein, Tiefs mit weiblichen: Wer Namenspate werden will, kann sich ab Mittwoch ans Institut für Meteorologie der FU Berlin wenden. Die Nachfrage ist traditionell groß. Bereits nach einer Woche sei etwas die Hälfte vergeben, teilte das Institut mit. Seit 1954 werden die Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete vergeben, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. Mit den Erlösen wird die studentische Wetterbeobachtung finanziert - de Patenschaften kosten zwischen 236 und 355 Euro. Begonnen wird am Anfang eines jeden Jahres mit dem Buchstaben "A", in alphabetischer Reihenfolge werden dann die Namen der Hochs und Tiefs veröffentlicht.

Nintendo setzt Personalchef an die Konzernspitze

Nachfolger für verstorbenen Branchenstar benannt

Der japanische Spiele-Spezialist Nintendo bekommt rund zwei Monate nach dem Tod von Branchenstar Satoru Iwata einen neuen Chef. Der 65-jährige Tatsumi Kimishima, der bisher Personalchef war, wurde heute zum neuen Präsidenten berufen. Kimishima führte lange das Nintendo-Geschäft in den USA. Satoru Iwata, der seit 2002 das Unternehmen leitete, war im Juli überraschend im Alter von 55 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Er war der erste Nintendo-Chef, der nicht zur Gründerfamilie Yamauchi gehörte und prägte die Branche unter anderem mit der Spielekonsole Wii. Als Nachfolgelösung führten zunächst die Top-Manager Shigeru Miyamoto und Genyo Takeda Nintendo weiter. Miyamoto genießt als Schöpfer von Spielen wie "Super Mario", "Zelda" oder "Donkey Kong" ebenfalls den Status einer Legende.

4 Millionen Besucher beim Tag des offenen Denkmals

Schwerpunkt liegt auf Handwerk und Industrie

Rund vier Millionen Besucher kamen zum Tag des offenen Denkmals. Das sagte Carolin Kolhoff von der veranstaltenden Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Sonntag in Bonn. Das diesjährige Motto "Handwerk, Technik, Industrie" habe damit bundesweit großen Zuspruch gefunden und so viele Besucher wie im Vorjahr angezogen. Mit einer zentralen Veranstaltung hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff in Halle den Tag des offenen Denkmals eröffnet. Denkmäler seien der sichtbare Ausdruck gemeinsamer Kulturgeschichte, sagte Grütters. Das bürgerliche Engagement unzähliger Vereine und Initiativen sei bei der Pflege besonders wichtig. Zum Programm gehörten rund 7.700 historische Bauwerke. Besucher konnten etwa alte Turbinentechnik und den Betrieb von Wassermühlen erleben oder sich die Funktionsweise von Kirchengeläuten erklären lassen. Ziel der Aktion war in diesem Jahr vor allem, die Bedeutung industrieller und technischer Denkmäler herauszustreichen. Seit 1993 werden in Deutschland einmal im Jahr Kulturbauten geöffnet, die sonst nicht oder nur selten zugänglich sind.

Schriftendesigner Frutiger ist tot

Schweizer entwickelte über 30 Schriftenfamilien

Der Schweizer Schriftenentwickler Adrian Frutiger ist tot. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung in ihrer Sonntagsausgabe. Der in Interlaken geborene Frutiger zählt zu den einflussreichsten Typografen des 20. Jahrhunderts und erfand über dreißig Schriftfamilien. Wichtigstes Anliegen beim Erstellen einer neuen Schrift waren für ihn Lesbarkeit und Schönheit. Nach dem Studium an der Kunstgewerbeschule in Zürich ging Frutiger nach Paris und entwickelte dort erste Beschriftungen für die Métro und den Flughafen Roissy. Internationale Bekanntheit erreichte er mit seinen um 1960 entwickelten Schriften "Helvetica" und "Univers". Seine Schrifttypen werden unter anderem für Schweizer Verkehrsschilder, im Betriebssystem Windows und im Logo der Deutschen Post verwendet. Der international hoch geschätzte Frutiger gab auch als Lehrer sein Wissen weiter. Das1978 erschienenes Buch "Der Mensch und seine Zeichen" gilt als Standardwerk zur Zeichentheorie für die praktische grafische Anwendung. Adrian Frutiger starb 87-jährig bei Bern.

Filmfestspiele Venedig enden mit Überraschung

Goldener Löwe geht nach Venezuela

Mit einer Überraschung ist am Samstagabend das 72. Filmfestival von Venedig zu Ende gegangen, denn zum ersten Mal ging die höchste Auszeichnung des Festival, der goldene Löwe, an einen Film aus Lateinamerika. Die Jury verlieh den begehrten Preis an die venezolanischen Produktion "Desde allá". Im Film zeigt Regisseur Lorenzo Vigas eine schwierige Männerbeziehung zwischen Gewalt, Missbrauch und Rache. Auch der Silberne Löwe für die beste Regie ging nach Südamerika: Der Argentinier Pablo Trapero konnte ihn für seine Verfilmung eines wahren Kriminalfalls "El Clan" gewinnen.Weitere Preise gingen an die Italienerin Valeria Golino in "Per amor vostro" und den Franzosen Fabrice Luchini ("L'Hermine") als beste Darsteller. Für das beste Drehbuch wurde das Gerichtsdrama "L'Hermine" von Christian Vincent ausgezeichnet. Der türkische Film "Abluka", ein Drama um zwei Brüder zwischen Paranoia und Bürgerkrieg, konnte den Spezialpreis der Jury gewinnen.

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