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Kulturnachrichten

Samstag, 12. September 2015

Denkmal für Opfer von Mau-Mau-Aufstand eingeweiht

Damalige Kolonialmacht Großbritannien sieht "Chance auf Schlussstrich"

55 Jahre nach dem Aufstand der Mau Mau in Kenia ist in Nairobi ein Denkmal für die tausenden Toten eingeweiht worden - finanziert von der damaligen Kolonialmacht Großbritannien. Der britische Hochkommissar Christian Turner sprach bei der Feier von der "Chance auf einen Schlussstrich, um nach vorn zu gehen". Tausende Mau Mau-Veteranen tanzten unter den Flaggen Kenias und Großbritanniens. Bei der Revolte von 1952 bis 1960 kämpften die Mau Mau um fruchtbares Land, das sich die weißen Kolonialisten unter den Nagel gerissen hatten. Bei der Erhebung und der gnadenlosen Niederschlagung durch die Sicherheitskräfte wurden mindestens 10.000 Mau Mau getötet. Tausende weitere wurden gefoltert, Zehntausende in Lager gesteckt. Die eingeweihte Statue zeigt einen Mau Mau-Kämpfer, gut zu erkennen an seinen Dreadlocks und einem einfachen Gewehr um die Schulter, der von einer Bäuerin einen Korb mit Essen gereicht bekommt. Die beiden Figuren blicken aneinander vorbei - damit sie sich nicht beschreiben können, wenn sie geschnappt werden. "Heute ist ein besonderer Tag", sagte der Chef der Veteranenorganisation der Mau Mau, Gitu wa Kahengeri. "Wir glauben an die Versöhnung für eine bessere Zukunft."

Eisenbahntunnel aus Nazizeit in Polen entdeckt

Rummel um angebliche Nazi-Schätze ruft auch kritische Stimmen auf den Plan

Nachdem zunächst Gerüchte über einen "Nazi-Goldzug" in Niederschlesien für Aufregung gesorgt hatten, sollen nun zwei Eisenbahntunnel entdeckt worden sein, die in ein unterirdisches Stollensystem führen. "Der Komplex hat die Ausmaße einer Großstadt", mutmaßte einer der Entdecker und Chef eines örtlichen Museums, Krzysztof Szpakowski, im Sender TVN24. Die bisher unbekannten Anlagen bei Walbrzych (Waldenburg) sollen demnach Teil des gigantischen NS-Bauvorhabens "Riese" gewesen sein. Es ist seit langem bekannt, dass die Nationalsozialisten unter furchtbaren Bedingungen KZ-Häftlinge zwangen, ein Stollensystem in das Eulengebirge zu graben. Tausende kamen dabei ums Leben. Der Rummel in polnischen Medien um angebliche Nazi-Schätze, Goldverstecke und Panzerzüge hat im Ausland auch kritische Stimmen auf den Plan gerufen. Die Schweizer Zeitung "NZZ" merkt in einem Beitrag an: "Die Gemengelage irritiert: Die Nazis, die systematisch Juden jagten und fabrikmässig vergasten, sollen in freier Natur sagenhafte Schätze vergraben haben, auf die man verzückt Jagd macht."

Schauspielerin des Jahres: Fluch und Segen zugleich

Stefanie Reinsperger fragt sich, ob sie der Auszeichnung standhält

Für Stefanie Reinsperger ist die Wahl zur Schauspielerin des Jahres Fluch und Segen zugleich. "An dem Tag war es echt schön und ich habe mich so gefreut, wie viele Leute sich mit mir gefreut haben, aber am Tag danach gingen schon wieder die nächsten großen Zweifel los – Oh Gott, wie hält man dem jetzt stand?", sagte die 27-jährige Österreicherin im Deutschlandradio Kultur. Sie hatte den Titel vom Fachmagazin "Theater heute" nach dessen jährlicher Umfrage unter Kritikern erhalten und wurde gleichzeitig zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres gewählt. Reinsperger überzeugte die Kritiker vor allem in Wolfram Lotz' Kriegs-Satire "Die lächerliche Finsternis", die mit 27 Stimmen Stück des Jahres wurde. Die Inszenierung am Burgtheater von Dusan David Parízek wurde zur Inszenierung des Jahres gekürt. In der Zusammenarbeit mit ihm spüre sie ein "unfassbares Vertrauen", so Reinsperger. "Dadurch bin ich bereit, sehr, sehr weit zu gehen und die unmöglichsten Tiefen zu erforschen." Vor allem wegen dieser Zusammenarbeit sei sie vor einem Jahr vom Düsseldorfer Schauspielhaus ans Wiener Burgtheater gekommen. Nun ist sie mit ihm zusammen nach nur einer Spielzeit ans Wiener Volkstheater gewechselt.

Matthias Lilienthal: Münchner Kammerspiele sind idyllisch

Es gebe einen "unglaublichen Ehrgeiz", alles möglich zu machen

Für den neuen Intendanten der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, war sein Wechsel vom Berliner Theater Hebbel am Ufer an die Münchner Kammerspiele in etwa so, als ob er vom Fußballtrainer zum Volleyballtrainer geworden sei. "Es sind sehr unterschiedliche Spiele und Regeln", so der Intendant im Deutschlandradio Kultur. Die Münchner Kammerspiele hätten aber, laut Lilienthal, den Spirit "von einer großen freien Gruppe. Das, was es auch an vielen Stadttheatern manchmal gibt, dass die Künstler und die Schauspieler eher bei den Technikern bitten müssen, dass das und das gemacht wird – das ist in München überhaupt nicht der Fall." Es gebe einen unglaublichen Ehrgeiz und eine unglaubliche Liebe, alles möglich machen zu wollen. Insofern seien die Münchner Kammerspiele idyllisch.

Land verleiht zum ersten Mal Klopstock-Literaturpreis

Klopstock zählt zu den wichtigsten Vertretern der Aufklärung

Sachsen-Anhalt hat zum ersten Mal den Klopstock-Preis für neue Literatur verliehen. Der mit 12.000 Euro dotierte Hauptpreis wurde in Wernigerode von Kultusminister Stephan Dorgerloh an die aus den USA stammende Autorin Ann Cotten überreicht. Ihr gelinge es, die beschleunigten Verwandlungen von Lebenswelten und die Brüchigkeit von Biografien stilistisch einzufangen, hieß es zur Begründung. Ein mit 3.000 Euro verbundener Klopstock-Förderpreis ging an den Filmproduzenten und Schriftsteller Mario Schneider. Er wurde für seinen 2014 erschienenen Debütband "Die Frau des schönen Mannes" geehrt. Der Literaturpreis erinnert an den Dichter, Epiker und Dramatiker Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803). Er löst die drei bislang im jährlichen Wechsel verliehenen Auszeichnungen Georg-Kaiser-Förderpreis, Friedrich-Nietzsche-Preis und Wilhelm-Müller-Preis ab. Klopstock zählt zu den wichtigsten Vertretern der Aufklärung.

Daniel Brühl hält nicht viel von sozialen Netzwerken

Schauspieler fühlt sich von "Gedöns" überfordert|

Schauspieler Daniel Brühl hält nicht viel von sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. "Mich überfordert dieses ganze Gedöns. Ich will nicht alles mit der Welt teilen und zu allem meinen Senf dazugeben", sagte der 37-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören. Er sei wohl eher der "altmodische Typ", ergänzte Brühl, der unter unter anderem durch Kinofilme wie "Good Bye, Lenin!" und "Inglourious Basterds" bekannt wurde.

Lutherstätten werden mit Lichtkunst erleuchtet

Bibel soll in den Fokus der Öffentlichkeit rücken

Fünf Lutherstätten in Sachsen-Anhalt und Thüringen werden mit Hilfe von riesigen Licht-Installationen in den kommenden Wochen erstrahlen. Die Kunstaktion startet an der Taufkirche von Martin Luther in Eisleben. Bis zum 26. September sollen auch die Wirkungsstätten des Reformators in Wittenberg, Torgau, Eisenach und Erfurt mit Bibelversen oder bedeutenden Zitaten in Szene gesetzt werden. Ziel der Aktion ist, die Bibel wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Helge Schneider tritt für Zivilcourage ein

Dabei hat er Prügel einstecken müssen

Helge Schneider hat im Alltag Zivilcourage gezeigt - und dabei Prügel kassiert. "Das waren zwei Typen, die wollten einen Penner verkloppen. Da bin ich dazwischen gegangen", erzählte der Komiker und Musiker der "Süddeutschen Zeitung". Der Mann habe daraufhin fliehen können. "Dann hab' ich das abgekriegt." Die Verletzungen hätten sich aber im Rahmen gehalten. "Ich hatte den Kiefer angebrochen." Dennoch betonte Schneider: "Wenn einem etwas direkt im Alltag begegnet, muss man schon ran."

Mehr als 700 Vorschläge für das "Unwort des Jahres"

Flüchtlingsthema bildet Schwerpunkt

Für das „Unwort des Jahres" liegen der Jury bereits zahlreiche Vorschläge vor. Etwa ein Sechstel der Ausdrücke bezögen sich auf das Thema Flüchtlinge, gab ein Mitglied des sprachkritischen Gremiums bekannt. Besonders häufig genannt wurden demnach "Gutmenschen" und "Wirtschaftsflüchtlinge". Mehrmals vorgeschlagen wurden auch Begriffe wie "Flüchtlingsfront" und "Flüchtlingskrise" oder "Asylmissbrauch" und "Asylantenflut". Bis zum 31. Dezember können noch Vorschläge eingereicht werden. Im vergangenen war die vom Anti-Islam-Bündnis Pegida genutzte Parole "Lügenpresse" zum "Unwort des Jahres" gewählt worden.

Chastain und Damon lieben Schwerelosigkeit

Schauspieler von Dreharbeiten zu "The Martian" begeistert

Die Möglichkeit, schwerelos durch den Raum zu gleiten, hat die Hollywood-Stars Jessica Chastain und Matt Damon beim Dreh zum Weltall-Thriller "The Martian" besonders begeistert. Der neue Film von Regisseur Ridley Scott hat beim 40. Toronto International Film Festival Weltpremiere gefeiert. "Die Erfahrung war ein bisschen so, als wenn man als Kind einen Film sieht und hofft, so etwas auch mal machen zu dürfen. Ich möchte gar nicht wirklich ins All, ich will nur so tun als ob. Und es war einfach grandios, diese Möglichkeit zu haben", sagte Chastain bei einer Pressekonferenz. Auch Matt Damon war begeistert: "Das ist etwas, dass am Drehen so viel Spaß macht und gleichzeitig absolut verrückt ist: Wir sind erwachsen und dürfen solche Sachen machen." Damon spielt in "The Martian" einen Astronauten, der auf dem Mars strandet und auf die Rettungsmission seiner Kollegen auf der Erde wartet.

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