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Kulturnachrichten

Donnerstag, 10. September 2015

Italienischer Schauspieler Interlenghi gestorben

Interlenghi gehörte zu den Protagonisten des Neorealismus

Der italienische Schauspieler und Filmproduzent Franco Interlenghi ist tot. Er starb im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Rom, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf seiner Tochter Antonellina berichtete. Der gebürtige Römer gehörte zu den Protagonisten des italienischen Neorealismus. Seine Schauspielkarriere begann schon im Alter von 15 Jahren mit der Hauptrolle in dem Filmdrama "Sciuscià" (Schuhputzer) unter Regisseur Vittorio De Sica (1946). Auch in dem Filmklassiker "Don Camillo und Peppone" von 1952 spielte er mit.

Lindenberg hofft auf Solidaritätskonzert zu anderem Zeitpunkt

Konzert musste wegen technischen Voraussetzungen abgesagt werden

Rockmusiker Udo Lindenberg hofft, dass das abgesagte Solidaritätskonzert zahlreicher Musiker für Flüchtlinge am 4. Oktober in Berlin zu einem späteren Zeitpunkt doch noch stattfindet. "Das ist ganz oben auf meiner Wunschliste", sagte der 69-Jährige in Baden-Baden. "Es wäre eine machtvolle Demonstration unserer Begrüßungskultur", meinte er am Rande des SWR-New-Pop-Festivals. Er sprach von einem "neuen deutschen Sommermärchen", in das das Konzert gut passen würde. Ein Konzertveranstalter hatte ursprünglich geplant, die Bühne und die Technik von den Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit 24 Stunden zuvor zu nutzen. Das sei technisch aber nicht möglich, so der Veranstalter. Der zeitliche Abstand zwischen den beiden Veranstaltungen sei zu kurz. Geplant waren vor dem Reichstagsgebäude Auftritte zahlreicher Musiker, die sich in der Vergangenheit gegen Fremdenfeindlichkeit engagierten. Im Gespräch waren neben Lindenberg unter anderem Herbert Grönemeyer und Peter Maffay.

"Poeten-Bus" rollt 3300 Kilometer durch Deutschland

Vier Poeten stellen sich dem Votum des Publikums

Zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit rollt ein "Poeten-Bus" für eine Poetry-Slam-Tour rund 3300 Kilometer durch ganz Deutschland. Vier Poeten aus Nord, Ost, Süd und West bereisen die Zipfel der Republik und stellen sich mit ihren Texten dem Votum des Publikums, wie die Friedrich-Ebert-Stiftung in Dresden mitteilte. Die Autoren lieferten Geschichten aus den "Zipfeln der Republik", hieß es. Die Tour führt nach dem Start am 27. September in Görlitz über Oberstdorf und Selfkant nach List. Station machen die Poeten auch in Frankfurt am Main, wo am 3. Oktober die zentrale Feier zum 25. Jahrestag der Einheit stattfindet.

Der Liedermacher Christof Stählin ist tot

Sein Markenzeichen war ein arabisches Zupfinstrument

Der Liedermacher, Kabarettist und Schriftsteller Christof Stählin ist tot. Das bestätigte die Stadt Hechingen, wo Stählin lebte. Der aus Rothenburg ob der Tauber stammende Stählin galt als rhetorisch brilliant. Seine Spottlieder begleitete er stets auf seiner arabischen Gitarre, der Vihuela. Laut oder gar aggressiv war er dabei nie. In den 60er und 70er Jahren etablierte er sich in Münchens Liedermacherszene. 1976 gründete er einen Verlag in Tübingen, in dem mehrere Langspielplatten, CDs, Bücher und die Hauszeitschrift "Schöner Denken" erschienen. Mitte der 70er Jahre entstanden auch seine ersten Bühnenprogramme. 2010 wurde ihm für sein Schaffen der Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik verliehen. Christof Stählin starb nach länger schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren.

"Focus" zieht nach Berlin um

Auch die gesamte Produktion wird dort angesiedelt

Das Nachrichtenmagazin "Focus" verlagert seine Redaktion von München nach Berlin. Künftig sollen etwa drei Viertel der Mitarbeiter in der Bundeshauptstadt arbeiten. Auch die gesamte Produktion werde dort angesiedelt, teilte Hubert Burda Media in München mit. Bis zu 55 Mitarbeiter zögen im ersten Halbjahr 2016 nach Berlin um, bis zu 10 blieben in München, wo ein starker Standort bestehen bleibe. "Um sein inhaltliches und thematisches Spektrum zu verbreitern, setzt das Magazin künftig stärker auf ein neues Autoren- und Experten-Netzwerk, das von Berlin aus aufgebaut werden soll", kündigte der Burda-Verlag an. Bereits seit 2012 baut "Focus" seinen Berliner Standort aus. Im Frühjahr 2014 waren Teile der Redaktion aus München umgezogen.

Fernsehen und Radio bleiben meistgenutzte Medien

Studie läuft bereits seit 50 Jahren im Fünf-Jahres-Rhythmus

Fernsehen und Radio sind weiterhin die meistgenutzten Medien bei Menschen ab 14 Jahren in Deutschland. Mit einer Tagesreichweite von 80 Prozent beim Fernsehen und 74 Prozent beim Radio halten die beiden Medien das Internet (46 Prozent) und die Tageszeitung (33 Prozent) auf Abstand, wie neue Ergebnisse der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation zeigen. Die Medienkommission von ARD und ZDF hat die Zahlen in Frankfurt vorgestellt. Die Studie läuft bereits seit 50 Jahren im Fünf-Jahres-Rhythmus. Rund zwei Drittel ihres Zeitbudgets für Medien widmen die Bürger demnach Fernsehen und Radio. Mit insgesamt knapp neuneinhalb Stunden pro Tag bleibe die Mediennutzung auf hohem Niveau stabil, hieß es. Eine parallele Nutzung von mehreren Geräten ist eingerechnet. Im Tagesablauf habe das Radio unverändert die Funktion eines Tagesbegleiters. Fernsehen sei - trotz einer hohen Reichweite schon am Nachmittag - das Abendmedium. Die Tageszeitung sei das Medium für den Morgen, während sich die Internetnutzung gleichmäßig über den Tag verteile.

Wolfgang Laib erhält Praemium Imperiale

Die Auszeichnung gilt als weltweit wichtigster Kunstpreis

Der deutsche Bildhauer Wolfgang Laib wird mit dem japanischen "Praemium Imperiale" geehrt. Die Auszeichnung gilt als weltweit wichtigster Kunstpreis, vergleichbar mit dem Nobelpreis. Es werde damit das Lebenswerk des Künstlers gewürdigt, teilte der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, als deutscher Repräsentant der Japan Art Association in Berlin mit. Weitere Preisträger sind der japanische Maler Tadanori Yokoo, der französische Architekt Dominique Perrault, die japanische Pianistin Mitsuko Uchida und die französische Tänzerin Sylvie Guillem. Die Preise werden am 21. Oktober in Tokio vergeben. Sie sind mit jeweils 112 500 Euro dotiert.

Spiegel-Verlag startet Online-Angebot für Leute unter 30

"bento" soll sich an "Generation Hashtag" richten

Der "Spiegel"-Verlag startet Anfang Oktober ein neues journalistisches Online-Angebot für Leute zwischen 18 und 30 Jahren. Das Projekt "bento" werde von einer eigenständigen Redaktion betreut und orientiere sich bei Themensetzung, Ansprache und Einsatz von Social Media "an den Gewohnheiten" seiner Zielgruppe, erklärte das Unternehmen in Hamburg. Es richte sich an die "Generation Hashtag", die "im Internet zu Hause" sei. Neben "den wichtigsten News des Tages" erhielten Nutzer dort "alle relevanten Informationen über das, was auf Social Media und im Web passiert", hieß es in der Mitteilung des Verlags. Das Konzept von "bento" wurde den Angaben zufolge von der Entwicklungsredaktion des verlagseigenen Nachrichtenportals "Spiegel Online" konzipiert. Traditionelle Ressorts werde es nicht mehr geben, stattdessen würden die Inhalte mit Hashtags wie #Tech, #Gerechtigkeit oder #Style organisiert, teilte das Unternehmen weiter mit.

Überreste neuer Menschenart entdeckt

Homo naledi war klein und zierlich

In einer Höhle in Südafrika haben Forscher die Überreste einer bislang unbekannten Menschenart entdeckt. Den ausgestorbenen Verwandten des modernen Menschen haben sie Homo naledi genannt. Wie alt die homininen Fossilien von mindestens 15 Individuen sind, ist noch nicht genau geklärt, schreibt ein internationales Forscherteam im Fachblatt "eLife". Beteiligt sind auch zwei Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. In der Höhle fanden sich fast alle Knochen von Homo naledi mehrfach, berichtete Teamleiter Lee Berger von der University of the Witwatersrand. Daher sei diese Menschenart der Wissenschaft schon jetzt besser bekannt als alle anderen fossilen Vertreter der menschlichen Abstammungslinie. Homo naledi war demnach etwa 1,50 Meter groß und wog 45 Kilogramm. Die Forscher bescheinigen ihm einen grazilen Körperbau und ein nur etwa orangengroßes Gehirn. Die Überreste gehören zu einem Fossilienfund, der mindestens 1550 Teile umfasst.

Lenin-Kopf bei Berlin geborgen

Tonnenschweres Denkmal wurde 1991 im Wald vergraben

Nach fast zweieinhalb Jahrzehnten ist der vergrabene Lenin-Kopf eines 1991 in Ost-Berlin abgebauten Denkmals geborgen worden. Der Erdhügel, in dem das tonnenschwere Steinhaupt des russischen Revolutionärs vergraben war, wurde in einem Wald bei Berlin freigelegt. Bekannt wurde der Sturz des DDR-Denkmals aus Ost-Berlin nach dem Mauerfall mit dem Film "Good Bye, Lenin!". Ein Millionenpublikum sah in der Tragikomödie, wie die für den Streifen nachgebaute Statue von Wladimir Iljitsch Lenin davonschwebte - ein Symbol für den Untergang der DDR. Der Brocken aus rotem Granit wird in die Spandauer Zitadelle gebracht, wo er Kern einer Ausstellung zu Berliner Denkmälern werden soll. 1991 war die 19 Meter hohe Statue in Teile zerlegt und am Stadtrand abgelegt worden. Nur der Kopf wurde nun freigelegt, die anderen Teile sollen im Boden bleiben.

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Zum Tod von Sigmund JähnDer Kosmonaut der Herzen
Sigmund Jähn, früherer Kosmonaut und erster Deutscher im Weltall, steht im Kosmonautenzentrum in Chemnitz vor dem Modell des Raumschiffes Mir. Jähn besuchte die Einrichtung aus Anlass des 40. Jahrestages der Namensgebung Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn". (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

"Ein unglaublicher Brückenbauer" sei Sigmund Jähn gewesen, sagt Raumfahrt-Experte Dirk Lorenzen über den deutschen Raumfahrt-Pionier, der nun im Alter von 82 Jahren gestorben ist. In der Bundesrepublik hätte Jähn mehr gewürdigt werden müssen.Mehr

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