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Kulturnachrichten

Samstag, 5. September 2015

Parzinger: Humboldtforum braucht internationalen Intendanten

Parzinger wünscht sich Intendanten aus Afrika, Asien oder Südamerika

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, wünscht sich für das Humboldtforum im Nachbau des Berliner Schlosses langfristig einen Intendanten von außerhalb Europas. Ein Intendant aus Afrika, Asien oder Südamerika wäre das sichtbarste Zeichen dafür, dass das geplante Forum dem entspreche, was Besuchern und Herkunftsgesellschaften der Sammlungen versprochen worden sei, sagte Parzinger der "Welt am Sonntag". Er selbst gehört zu den drei Gründungsintendanten. Man werde sehen, ob das Humboldt-Forum später von einer Gruppe oder nur einer Person geführt werden sollte, so Parzinger. Das Schloss soll von Ende 2019 an mit dem Namen Humboldtforum ein Kunst- und Kulturzentrum werden. Für 590 Millionen Euro entsteht ein neues Museum mit einer barocken Originalfassade an drei Seiten. In dem Forum sollen unter anderem die außereuropäischen Sammlungen der Berliner Museen unterkommen.

Dieter Hallervorden wird 80 Jahre alt

Als "Didi" in der Slapstick-Serie "Nonstop Nonsens" wurde er berühmt

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat den Berliner Theaterleiter und Schauspieler Dieter Hallervorden zu dessen 80. Geburtstag beglückwünscht. "Was Dieter Hallervorden seine bewundernswerte Energie und Dynamik verleiht, ist die Liebe zu seiner künstlerischen Leidenschaft, die er zu seinem Beruf gemacht hat. Er hat in seinem Leben eine große Zahl von Rollen verkörpert: Kabarettist und "Wühlmäuse"-Gründer, Comedian, Schauspieler, Regisseur, Fernsehunterhalter, Filmstar, Direktor des "Schlossparktheaters", so Müller. Seit mehr als 55 Jahren steht Hallervorden, der gebürtige Dessauer, der 1958 in den Westen ging, auf der Bühne.

Aretha Franklin stoppt Dokumentarfilm

Film von Sydney Pollack zunächt abgesetzt

Kurz vor der Premiere einer Dokumentation über Aretha Franklin hat die Sängerin den Film per Gerichtsbeschluss gestoppt. Das Telluride Film Festival in Colorado teilte heute mit, der Film "Amazing Grace" könne wegen einer von Franklin erwirkten einstweiligen Verfügung nicht gezeigt werden. Franklins Anwälte hatten argumentiert, dass im Film zu viel Musik von Konzerten und Plattenaufnahmen vorkomme, was Rechte der Künstlerin verletze. "Amazing Grace" ist eine Dokumentation des 2008 verstorbenen Sydney Pollack. Der Regisseur hatte die Dokumentation schon 1972 gedreht, war mit der Qualität des Materials aber so unzufrieden, dass er das Projekt verwarf. Mit verbesserter Technik nahm sich jetzt der Produzent Alan Elliott des Materials an und stellte den Film fertig. Unklar ist noch, ob der Film übernächste Woche auf dem Toronto Film Festival gezeigt werden kann.

Lyriker Rainer Kirsch gestorben

Er wurde 81 Jahre alt

Der Schriftsteller Rainer Kirsch ist tot. Der Lyriker sei in seiner Wohnung in Berlin friedlich eingeschlafen, teilte der Eulenspiegel Verlag mit. Kirsch, ein Vertreter der "Sächsischen Dichterschule", wurde am 17. Juli 1934 im sächsischen Döbeln geboren, studierte Geschichte und Philosophie. Kirsch ist Absolvent des Literaturinstitutes in Leipzig. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Gedichtbände "Gespräch mit dem Saurier", "Auszog das Fürchten zu lernen" und "Kunst in der Mark Brandenburg". Obwohl Rainer Kirsch zwei Mal aus der SED ausgeschlossen wurde und zeitweise in der DDR kaum veröffentlichen konnte, blieb er seiner Heimat bis zuletzt treu. Von 1960 bis 1968 war er mit der 2013 gestorbenen Schriftstellerin Sarah Kirsch verheiratet.

Bands fordern Kampf gegen Neonazi-Gewalt

Gemeinsamer Appell mit "Pro Asyl" und "Kein Bock auf Nazis"

Deutsche Bands wie die Toten Hosen, die Ärzte und Tocotronic haben zum Widerstand gegen rechtsextreme Gewalttäter aufgerufen. Die Ankunft der vielen Flüchtlinge würden Neonazis als Anlass nehmen, "wieder mit Anschlägen und Hass und Gewalt auf diese Gruppe von Menschen loszugehen", sagte Michael Breitkopf, Gitarrist der Toten Hosen, am Freitag in Berlin-Kreuzberg. Zusammen mit den Organisationen "Pro Asyl" und "Kein Bock auf Nazis" stellte er den Appell "Zeit zu handeln" vor. In dem Aufruf heißt es: "Gewalt und Hetze gegen Flüchtlinge haben dramatisch zugenommen." Nötig seien nun ein besserer Schutz und mehr Unterstützung für die ehrenamtlichen Helfer, die sich engagierten. 24 deutsche Bands haben den Appell unterschrieben, darunter auch Sportfreunde Stiller, Beatsteaks, Deichkind, Donots, Fettes Brot, Irie Révoltés und Jan Delay.

Sammlung "Rheingold" wird zerschlagen

Ein halbes Jahr nach Achenbach-Urteil

Fast ein halbes Jahr nach der Verurteilung des prominenten Kunstberaters Helge Achenbach wird die mit seiner Beteiligung gegründete Kunstsammlung "Rheingold" zerschlagen. Große Teile der Kollektion zeitgenössischer Kunst werden in die Sammlung von Achenbachs einstigen Partnern, den Unternehmer-Brüdern Viehof, integriert. Das teilte die Familie Viehof in Mönchengladbach mit. Es handele sich dabei um 427 Arbeiten aus dem einstigen "Rheingold"-Bestand. Zusammen mit der 2008 von den Viehofs erworbenen wertvollen Sammlung Speck, die mehr als 200 bedeutende Werke der Kunst seit 1945 umfasst, ist die Kollektion nun unter dem Dach der "Sammlung Viehof GbR" vereint.

Grimmwelt in Kassel eröffnet

Zwei Jahre hat die Bauzeit gedauert

Die neue Grimmwelt in Kassel ist seit gestern für Besucher geöffnet. Nach zwei Jahren Bauzeit gibt das Museum zu den Brüdern Grimm einen Überblick über das Schaffen der beiden Wissenschaftler und Sammler fantastischer Märchen. Die Grimmwelt zeige "das Werk der Grimms mit all ihren Wundern und Zaubern", sagte Geschäftsführerin Susanne Völker. Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen betonte, das Haus sei "ein Meilenstein auf dem Weg, sich als eine der bedeutendsten Kulturstädte Deutschlands zu positionieren". In dem 20 Millionen Euro teuren Neubau sind unter anderem interaktive Aktionen zu den Märchen entstanden, auch Kunstwerke oder Handausgaben der "Kinder- und Hausmärchen" sind zu sehen, die zum Unesco-Weltdokumentenerbe gehören. Erwartet werden rund 80 000 Besucher pro Jahr.

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