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Kulturnachrichten

Freitag, 4. September 2015

17 Meter hohe Skultpur vor EZB aufgestellt

Ein Kunstwerk des weltweit bekannten Giuseppe Penone

Ein Kunstwerk des Italieners Giuseppe Penone (68) schmückt den Eingangsbereich der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Die Skulptur trägt den Titel "Gravity and Growth" ("Schwerkraft und Wachstum"), ist mehr als 17 Meter hoch und stellt einen aus Bronze und Granit geformten Baum dar, den kugelförmig angeordnete vergoldete Blätter zieren. Die riesigen Baumskulpturen des Künstlers Penone sind weltweit bekannt, waren schon auf der documenta in Kassel oder am Schloss von Versailles zu sehen. "Giuseppe Penones Baum vermittelt ein Gefühl von Stabilität und Wachstum und verkörpert auf wundervolle Weise die humanistischen Werte Europas", sagte EZB-Direktor Benoît Coeuré. EZB-Präsident Mario Draghi wird das Kunstwerk gemeinsam mit einer Skulptur des bulgarischen Künstlers Nedko Solakow und einer Installation des britischen Künstlers Liam Gillick am 6. Oktober enthüllen. Die beiden anderen Werke werden im Inneren des Gebäudes zu sehen sein.

Lyriker Rainer Kirsch gestorben

Er wurde 81 Jahre alt

Der Schriftsteller Rainer Kirsch ist tot. Der Lyriker sei in seiner Wohnung in Berlin friedlich eingeschlafen, teilte der Eulenspiegel Verlag mit. Er wurde 81 Jahre alt. Kirsch, ein Vertreter der "Sächsischen Dichterschule", wurde am 17. Juli 1934 im sächsischen Döbeln geboren, studierte Geschichte und Philosophie. Er arbeitete zudem in der Druck- und Chemieindustrie und in der Landwirtschaft. Kirsch ist Absolvent des Literaturinstitutes in Leipzig. Seit 1961 war er freischaffend. Trotz Schwierigkeiten mit der SED lebte er bis zuletzt in der DDR. Bekannt wurde er mit seinen Gedichten, Liedern und Erzählungen. Von 1960 bis 1968 war er mit der 2013 gestorbenen Schriftstellerin Sarah Kirsch verheiratet.

Grimmwelt in Kassel eröffnet

Zwei Jahre hat die Bauzeit gedauert

Die neue Grimmwelt in Kassel ist seit heute für Besucher geöffnet. Nach zwei Jahren Bauzeit gibt das Museum zu den Brüdern Grimm einen Überblick über das Schaffen der Wissenschaftler und Sammler fantastischer Märchen. Die Grimmwelt zeige "das Werk der Grimms mit all ihren Wundern und Zaubern", sagte Geschäftsführerin Susanne Völker. Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen betonte, das Haus sei "ein Meilenstein auf dem Weg, sich als eine der bedeutendsten Kulturstädte Deutschlands zu positionieren". In dem 20 Millionen Euro teuren Neubau sind unter anderem interaktive Aktionen zu den Märchen entstanden, auch Kunstwerke oder Handausgaben der "Kinder- und Hausmärchen" sind zu sehen, die zum Unesco-Weltdokumentenerbe gehören. Erwartet werden rund 80 000 Besucher pro Jahr.

Sammlung "Rheingold" wird zerschlagen

Ein halbes Jahr nach Achenbach-Urteil

Fast ein halbes Jahr nach der Verurteilung des prominenten Kunstberaters Helge Achenbach wird die mit seiner Beteiligung gegründete Kunstsammlung "Rheingold" zerschlagen. Große Teile der Kollektion zeitgenössischer Kunst werden in die Sammlung von Achenbachs einstigen Partnern, den Unternehmer-Brüdern Viehof, integriert. Das teilte die Familie Viehof heute in Mönchengladbach mit. Es handele sich dabei um 427 Arbeiten aus dem einstigen "Rheingold"-Bestand. Zusammen mit der 2008 von den Viehofs erworbenen wertvollen Sammlung Speck, die mehr als 200 bedeutende Werke der Kunst seit 1945 umfasst, ist die Kollektion nun unter dem Dach der "Sammlung Viehof GbR" vereint.

TU-Präsident bekommt "Sprachpanscher"-Auszeichnung

Wolfgang Herrmann amüsiert es

Mit Ironie hat der Präsident der Technischen Universität München (TU), Wolfgang Herrmann, auf die ihm verliehene Auszeichnung "Sprachpanscher des Jahres" reagiert. Er sei erfreut, sich in Gesellschaft von Preisträgern wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu befinden, sagte er dem "Straubinger Tagblatt" und der "Landshuter Zeitung". Zudem wirke für ihn der Sieg über den zweitplatzierten Deutschen Leichtathletikverband wie Seelenbalsam, da diese Disziplinen bei ihm selbst nie preiswürdig gewesen seien und es auch nie sein würden. Der Verein Deutsche Sprache hatte Herrmann mit dem Negativpreis bedacht, nachdem dieser angekündigt hatte, fast alle Masterstudiengänge nur noch auf Englisch anzubieten. "Mit diesem Kotau vor dem angelsächsischen Kultur- und Wissenschaftsbetrieb fällt Herrmann allen Bestrebungen in den Rücken, das Deutsche als ernstzunehmende Wissenschaftssprache am Leben zu erhalten" hieß es zur Begründung. Inhaltlich ging der TU-Präsident nicht auf die Kritik ein. Er sagte lediglich, die Universität wisse "ziemlich genau, wofür sie bei ihren Studierenden in der Pflicht ist".

IS-Extremisten zerstören weitere antike Grabstätten

Daruner der Turm Elahbel aus dem Jahr 103 nach Christus

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat hat weitere antike Bauwerke zerstört. IS-Kämpfer hätten drei Grabtürme im syrischen Palmyra in die Luft gesprengt. Das teilte der Chef der Altertumsbehörde heute mit. Darunter sei auch der vierstöckige Turm von Elahbel aus dem Jahr 103 nach Christus. Zeugen hätten die Zerstörung der Bauwerke bestätigt. Der IS hatte Palmyra im Mai unter seine Kontrolle gebracht und danach zwei antike Tempel zerstört, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehörten. Extremisten haben in Syrien bereits Dutzende historische Stätten ins Visier genommen, weil mit den Bauwerken nach ihrer Ansicht Gotteslästerung begangen wird. Die Miliz kämpft in Syrien gegen andere Aufständische und die Regierungstruppen von Staatschef Baschar al-Assad.

Privatbibliothek von Christa Wolf geht an Humboldt-Uni

Uni baut eine Christa-und Gerhard-Wolf-Arbeitsstelle auf

Die Privatbibliothek der Schriftstellerin Christa Wolf (1929-2011)und ihres Mannes Gerhard geht an die Berliner Humboldt-Universität. Wie die Hochschule heute mitteilte, hat das Ehepaar "die autobiographisch und zeithistorisch bedeutende Sammlung" der Uni zur Forschung überlassen. Der Schenkungsvertrag sei gestern beurkundet worden. Die Bibliothek umfasse rund 330 Regalmeter Bücher und Zeitschriften und spiegele die sechs Jahrzehnte andauernde Arbeits- und Lebensbeziehung der Wolfs wider, deren zentraler Ort Berlin war. Christa Wolf zählte zu den bedeutendsten Schriftstellerpersönlichkeiten der DDR und erreichte mit Werken wie "Der geteilte Himmel", "Kindheitsmuster" oder "Kein Ort nirgends" internationalen Bekanntheit.

Bonner Beethovenfest zum Thema Veränderungen

Programm wird erstmals von Intendantin Nike Wagner künstlerisch verantwortet

Das Beethovenfest in Bonn steht in diesem Jahr unter dem Motto "Veränderungen". Ausgehend von Beethovens "33 Veränderungen über einen Walzer von Anton Diabelli" zieht sich das Thema Variationen durch das gesamte Festival mit insgesamt 54 Veranstaltungen bis zum 4. Oktober. Nach dem Start mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim heute Abend will das Beethoven-Orchester morgen verschiedene Varianten einer Beethoven-Sinfonie präsentieren. Am Sonntag präsentieren die Wiener Symphoniker Beethovens Siebte. Mit Blick auf den 250. Geburtstag Beethovens in fünf Jahren kündigte Wagner eine Reihe von Uraufführungen an. Den Auftakt für 2015 macht der Italiener Salvatore Sciarrino mit einer Bearbeitung von Beethovens "Chorfantasie". Außerdem hat der Chordirigent und Komponist Clytus Gottwald drei Goethe-Lieder von Ludwig van Beethoven zu A-capella-Chorwerken umgestaltet.

Bands fordern Kampf gegen Neonazi-Gewalt

Rechte Gewalt werde immer noch verharmlost

Deutsche Bands wie die Toten Hosen, die Ärzte und Tocotronic haben zum Widerstand gegen rechtsextreme Gewalttäter aufgerufen. Die Ankunft der vielen Flüchtlinge würden Neonazis als Anlass nehmen, "wieder mit Anschlägen und Hass und Gewalt auf diese Gruppe von Menschen loszugehen", sagte Michael Breitkopf, Gitarrist der Toten Hosen, heute in Berlin-Kreuzberg. Zusammen mit den Organisationen "Pro Asyl" und "Kein Bock auf Nazis" stellte er den Appell "Zeit zu handeln" vor. In dem Aufruf heißt es: "Gewalt und Hetze gegen Flüchtlinge haben dramatisch zugenommen." Nötig seien nun ein besserer Schutz und mehr Unterstützung für die ehrenamtlichen Helfer, die sich engagierten. 24 deutsche Bands haben unterschrieben, darunter auch Sportfreunde Stiller, Beatsteaks, Deichkind, Donots, Fettes Brot, Irie Révoltés und Jan Delay.

Zwei Gewinner im Wettbewerb für Bauhaus-Museum

Wie das neue Bauhaus-Museum in Dessau aussehen wird, bleibt unklar

Die beiden Erstplazierten kämen aus Barcelona und New York, teilte die Stiftung Bauhaus Dessau heute mit. Beide Entwürfe seien sehr gegensätzlich - das sei eine Chance, jetzt international in der Öffentlichkeit und mit Fachleuten eine Diskussion zu beginnen. Das Bauhaus-Museum Dessau soll bis zum Jahr 2019 für 25 Millionen Euro entstehen. Dann wird die Gründung des Bauhauses vor 100 Jahren gefeiert. Insgesamt waren für den Wettbewerb 830 Vorschläge aus der ganzen Welt eingereicht worden.

Spotify formuliert Datenschutz-Regeln klarer

Zuvor hatte es heftige Kritik gegeben

Nach einem Nutzer-Aufschrei über neue Regeln, die sich wie ein Blanko-Brief zum Datenzugriff lasen, bessert der Musikdienst Spotify wie versprochen nach. In dem veröffentlichten neuen Text ist klarer eingegrenzt, wofür welche Informationen verwendet werden sollen.So heißt es jetzt zum Beispiel, Spotify brauche Ortsdaten, weil die Deals mit der Musikindustrie oft nur für einige Regionen gelten. Deshalb müsse das Unternehmen wissen, wo sich der Nutzer gerade aufhalte. Nach dem Zugang zum Mikrofon eines Smartphones werde Spotify erst fragen, wenn man eine Funktion zur Steuerung des Dienstes per Sprache entwickeln sollte. In der vorherigen Version der Datenschutzbestimmungen erweckte das Fehlen solch präziser Einschränkungen den Eindruck, Spotify wolle sich pauschal den Zugriff auf möglichst viele Informationen sichern. Entsprechend stark war die Welle der Kritik. Gründer und Chef Daniel Ek entschuldigte sich und versprach mehr Klarheit. Spotify gilt als Marktführer unter den neuen Streaming-Diensten. Zugleich wächst die Konkurrenz: Ende Juni stieg auch Apple in das Geschäft ein.

Deutschlands beste Radiomacher gekürt

Stars appellieren gegen Fremdenhass

In Hamburg ist gestern Abend zum sechsten Mal der Deutsche Radiopreis verliehen worden. Auszeichnungen gab es in elf Kategorien, darunter für die beste Sendung. Der Preis ging an Bayern 3, wo nach dem Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo  ein Christ, ein Muslim und ein Jude Witze über ihren Glauben erzählten. Als beste Moderatoren wurden zwei Mitarbeiter von Eins Live und von Funkhaus Europa gekürt, beides Programme des WDR. Die beste Reportage kam vom Berliner Privatsender Spreeradio und befasste sich mit Schlepperbanden. An die norwegische Band a-ha ging der Sonderpreis des Beirats. Eine vom Grimme-Institut berufene Jury aus elf Medienexperten hatte die Nominierten und schließlich auch die Gewinner ausgewählt. Viele Stars nutzten ihre Auftritte, um an das Schicksal der Flüchtlinge zu erinnern. Mit eindringlichen Worten wandte sich Schauspielerin Iris Berben gegen Fremdenhass: Der Mob müsse Angst bekommen - nicht die Flüchtlinge.

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