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Kulturnachrichten

Donnerstag, 3. September 2015

Bands appellieren gegen Angriffe auf Flüchtlinge

Musiker fordern mehr Schutz vor Neonazis

Zwanzig bekannte deutsche Bands unterstützen einen Aufruf gegen rechtsextreme Angriffe auf Flüchtlinge. Der Appell wurde von den Organisationen "Pro Asyl" und "Kein Bock auf Nazis" initiiert. Sie fordern mehr Schutz für Asylbewerber; die Bedrohung durch rechtsextreme Gewalttäter werde immer gefährlicher. Der Aufruf wurde unter anderem von den Ärzten, den Toten Hosen, Sportfreunde Stiller, Tocotronic, Deichkind und Jan Delay unterzeichnet. Die Initiatoren wollen mit Breiti von den Toten Hosen das Papier im Club SO 36 in Berlin-Kreuzberg vorstellen. Symbolisch setzt sich die "Aktion Arschloch" für Flüchtlinge ein. Sie will das Lied "Schrei nach Liebe" von den Ärzten wieder in die Charts zu bringen. Der 1993 veröffentlichte Song richtet sich gegen Neonazis. Die Initiatoren wollen damit nach eigenen Angaben dazu beitragen, ein Zeichen gegen die in Deutschland grassierende Fremdenfeindlichkeit zu setzen.

Paolo Sorrentino erhält Filmpreis Köln

Der Regisseur zählt zu den wichtigsten europäischen Filmemachern der Gegenwart

Paolo Sorrentino (45), italienischer Regisseur, Drehbuchautor und Schriftsteller, erhält in diesem Jahr den Filmpreis Köln. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 1. Oktober im Rahmen der Cologne Conference vergeben. Das gab die Film- und Medienstiftung NRW und die Stadt Köln bekannt. "Mit Paolo Sorrentino ehrt der Filmpreis Köln einen der wichtigsten europäischen Regisseure der Gegenwart", so die Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, Petra Müller. "Vielschichtig und anspielungsreich erzählt, verbinden seine Filme virtuos politische und gesellschaftliche Analyse mit großartigen Bildern, die lange im Gedächtnis bleiben." Sorrentino wurde 2008 mit seinem Film "Il Divo" bekannt. Dafür erhielt er den Jurypreis der Filmfestspiele in Cannes. Mit "La Grande Bellezza" gewann er 2013 vier Europäische Filmpreise, 2014 den Oscar sowie den Golden Globe in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film.

Dirigent Riccardo Chailly verlässt Leipziger Gewandhaus

Letztes Konzert für Juni 2016 geplant

Der Dirigent Riccardo Chailly verlässt das Leipziger Gewandhausorchester, teilt das Gewandhaus mit. Seine letzten Konzerte werde der Kapellmeister Mitte Juni 2016 dirigieren. Oberbürgermeister Burkhard Jung bedauerte die Entscheidung Chaillys. Er sei zu einem außerordentlichen Botschafter der Stadt Leipzig geworden, erklärte Jung. Der italienische Dirigent habe mit dem Gewandhausorchester eine internationale Strahlkraft entwickelt. Dank seiner Führung gehöre das Orchester zu den besten Klangkörpern der Welt, sagte der Intendant des Gewandhausorchesters, Andreas Schulz. Chailly ist auch Musikdirektor der Mailänder Scala. Am Gewandhaus wirkt er seit der Saison 2005/06.

Osnabrück weist Kritik an Remarque-Friedenspreis zurück

Syrische Oppositionelle hatten Vergabe an Lyriker Adonis verurteilt

Nach dem Jury-Vorsitzenden Thomas Schneider weist auch die Stadt Osnabrück die Kritik an der Vergabe des Erich-Maria-Remarque Friedenspreises an den syrischen Lyriker Adonis zurück. Der Journalist Ahmad Hissou und der Schriftsteller Navid Kermani hatten die Preisverleihung an den 85-jährigen Adonis stark kritisiert, denn er habe sich nicht deutlich genug von den Gräueltaten der syrischen Regierung distanziert. Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert zitiert als Gegenbeweis dabei den Dichter selbst. In einem Interview hatte Adonis 2011 geäußert, er befinde sich in einem ständigen Kampf mit der Diktatur des bestehenden Regimes und missbillige Gewalt von Seiten des Regimes. Griesert betonte, dass die Stadt mit der Preisverleihung vor allem Adonis' Eintreten für eine Trennung von Religion und Staat sowie die Gleichberechtigung der Frauen in der arabischen Welt würdige.

Deutsche Top-Universitäten klar im Aufwind

Exzellenzinitiative lohnt sich

Die seit 2006 mit Milliardenaufwand betriebene Exzellenzinitiative von Bund und Ländern für herausragende Wissenschaft hat Hochschulen und Forschungseinrichtungen enorm gestärkt. Zu diesem Ergebnis kommt der in Berlin vorgestellte "Förderatlas" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Bei der Einwerbung von Fördergeldern seien die 45 an der Exzellenzinitiative beteiligten Universitäten im Zeitraum der Studie - 2011 bis 2013 - mit mehr als drei Vierteln vom Gesamtbetrag besonders erfolgreich gewesen, sagte DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek. Auch auf Forschungsleistungen und Attraktivität für ausländische Wissenschaftler wirke sich die im kommenden Jahr zur Verlängerung anstehende Bund/Länder-Initiative positiv aus. Sie habe "sehr geholfen, institutionelle Stärken des deutschen Hochschulsystems international sichtbar zu machen", sagte der Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz, Ulrich Rüdiger.

Modemesse Bread & Butter entfällt

In zwei der Tempelhofer Hangars sollen Flüchtlinge unterkommen

Die Modemesse Bread & Butter im früheren Berliner Flughafen Tempelhof fällt im nächsten Januar aus. Grund seien die Überlegungen des Senats, in zwei der sieben Hangars Flüchtlinge unterzubringen. "Wir können keine Party neben traumatisierten Flüchtlingen machen", sagte ein Sprecher des Modehändlers Zalando, der die insolvente Messe im Juni gekauft hatte. Er bestätigte damit Medienberichte. Eigentlich wollte Zalando in Kürze das neue Konzept für die Streetwear-Schau vorlegen. Zunächt hieß es, dass Zalando der Tempelhof-Betriebsgesellschaft mitgeteilt habe, dass er gar nichts davon hielte, wenn seine Messebesucher mit Flüchtlingsmode konfrontiert würden. Nun werde für Anfang 2016 ein Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten von Flüchtlingen vorbereitet, sagte der Sprecher. Das Unternehmen wolle zudem dem Land helfen, die Hangars für die Unterbringung auszurüsten.

Trautmann wird Präsident der Deutschen Grammophon

Der Musiker und Jurist leitet ab Ende des Jahres die traditionsreiche Plattenfirma

Der Medienmanager und Musiker Clemens Trautmann (38) wird Präsident des Klassik-Labels Deutsche Grammophon. Der studierte Klarinettist und Jurist tritt zum 1. Dezember die Nachfolge von Mark Wilkinson an, der in London zentrale Aufgaben im Klassikbereich des Mutterkonzerns Universal übernimmt, teilte Universal in Berlin mit. Trautmann war bisher für das Medienhaus Axel Springer tätig, unter anderem als Büroleiter des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner und Geschäftsführer des Immobilienportals Immonet. Er studierte Klarinette in Lübeck und der Juilliard School New York und hat als Solist und Kammermusiker in Konzerten und Musikaufnahmen mitgewirkt, für die er auch mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Deutsche Grammophon besteht seit 117 Jahren und ist die Plattenfirma von Klassikstars wie Daniel Barenboim, Gustavo Dudamel, Hélène Grimaud, Anne-Sophie Mutter und Rolando Villazón.

Ideenwettbewerb für Museum der Moderne gestartet

Eingeladen sind Architekten aus aller Welt

Kulturstaatsministerin Monika Grütters und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz haben einen Ideenwettbewerb für das in Berlin geplante Museum der Moderne gestartet. "Dieses kulturpolitische Mammutprojekt verdient die besten Architekten", sagte Grütters heute bei der Vorstellung des weiteren Verfahrens in Berlin. An dem Wettbewerb können sich Architekten aus aller Welt beteiligen. In einer zweiten Ausschreibung wird dann der endgültige Entwurf ermittelt. Das Museum soll die Berliner Kunst des 20. Jahrhunderts aufnehmen, darunter auch die Sammlungen von drei privaten Mäzenen. Nach langem Streit um den Standort ist jetzt ein Grundstück zwischen der Neuen Nationalgalerie und der Berliner Philharmonie vorgesehen.

Originalmanuskript von "Happy Birthday" entdeckt

Es ist 120 Jahre alt

Das Manuskript des Liedes "Happy Birthday To You" ist in den USA entdeckt worden. "Es war ein Zufallsfund", sagte der Direktor der Musikbibliothek der University of Louisville in Kentucky, James Procell, der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe einen Ordner, der schon seit den 1950er Jahren bei uns liegt, archivieren wollen, und statt ein paar Zeitungsausschnitten fand ich ein 120 Jahre altes Manuskript mit etwa 30 Liedern." In der Handschrift von Mildred Hill, die das Lied zusammen mit ihrer Schwester schrieb, waren auch Text und Noten für "Good Morning To You", woraus später das Geburtstagslied wurde. "Es ist ein Schatz", sagte Procell, "und bibliothekarisch eine kleine Sensation".

Urheberrechte für "Mein Kampf" laufen aus

Hitler schrieb die Hetzschrift in den 1920er Jahren

Adolf Hitler (1889-1945) schrieb Mitte der 1920er Jahre seine Hetzschrift "Mein Kampf". Der erste Band erschien 1925, der zweite 1926. Bis 1944 wurde das Propagandabuch etwa 12,4 Millionen mal gedruckt, war in fast jedem deutschen Haushalt zu finden und hinterließ dort seine Spuren. Hitler beschrieb darin zunächst seine Entwicklung zum Politiker und "idealen Führer". Sein Hauptziel war jedoch, mit der Kampf- und Propagandaschrift die NSDAP unter seiner Führung zu stärken. Das Buch ist eine Art Handlungsanleitung für seine politischen Ziele. So beschwört er darin bereits die Juden als Feinde. In Deutschland ist der Besitz des Buches zwar erlaubt, seine Verbreitung aber verboten. Der Freistaat Bayern als Besitzer der Urheberrechte hat bislang eine Neuauflage verboten. Ende 2015 laufen diese Rechte aber 70 Jahre nach dem Tod des Diktators aus, so dass ab Anfang 2016 "Mein Kampf" wieder gedruckt werden könnte.

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