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Kulturnachrichten

Mittwoch, 2. September 2015

Berliner Ensemble zeigt Solidarität mit Flüchtlingen

Zitat von Heinrich Heine auf dem Theaterdach

Das Berliner Ensemble setzt ein Zeichen gegen Fremdenhass. "Wo Häuser brennen, brennen auch Menschen", steht als Mahnung frei nach Heinrich Heine auf der neuen Fahne auf dem Theaterdach. Das Berliner Ensemble wolle damit seinen Protest ausdrücken "gegen die Barbaren", die immer wieder Flüchtlingsheime und geplante Unterkünfte für Asylbewerber in Brand setzen, so das Theater. Zusammen mit örtlichen Organisationen lädt das Berliner Ensemble Flüchtlinge auch ins Theater ein. "Das Theater will auf seine Weise dazu beitragen, den Menschen, die in ihrer Not ihre Heimat verlassen mussten, zu helfen, sich - in der für sie neuen Welt - zurechtzufinden."

David Bowie komponiert SpongeBob-Musical

Auch Cyndi Lauper und Aerosmith bei Schwamm-Abenteuer dabei

Rock-Veteran David Bowie hat ein neues Betätigungsfeld entdeckt: Der 68-Jährige wird Lieder für ein SpongeBob-Musical komponieren. Der britische Sänger werde die Federführung für die Musik übernehmen, teilte das Oriental Theatre in Chicago mit. In der US-Metropole soll das Musical im Juni kommenden Jahres Premiere haben. Unter Bowies Federführung sollen weitere namhafte Künstler Lieder für das Musical beisteuern. Dazu zählen Cyndi Lauper sowie die Hardrocker von Aerosmith. Auch die US-Bands The Flaming Lips und They Might Be Giants, die ebenso wie Bowie eher für tiefsinnigere Texte bekannt sind, wollen sich an dem leichten Thema versuchen. Das Musical basiert auf der Zeichentrickserie "SpongeBob Schwammkopf", die die Erlebnisse eines Schwamms in der im Meer gelegenen Stadt Bikini Bottom erzählt. Die Figur hat Fans in aller Welt, nicht nur unter den Kindern. Unter anderem hat sich US-Präsident Barack Obama als SpongeBob-Fan geoutet.

Juli Zeh erster Gast im neuen "Literarischen Quartett"

Nach 14 Jahren Pause wird die erste Sendung im Oktober ausgestrahlt

Die Berliner Autorin und Publizistin Juli Zeh (41, "Nullzeit") wird der erste Gast im wiederbelebten ZDF-Klassiker "Das Literarische Quartett". Der neue Moderator Volker Weidermann kündigte an, dass er die Besetzung der Runde im Vergleich zu seinem legendären Vorgänger Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) mehr öffnen wolle. "Natürlich soll nicht unbedingt jeder Politiker kommen, der mal ein Buch in die Kamera halten will, aber es müssen nicht nur Kritiker sein", sagte der künftige Gastgeber und Literaturverantwortliche des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Das neue "Literarische Quartett" soll nach fast 14 Jahren Pause am 2. Oktober wieder anlaufen. Feste Mitstreiter Weidermanns sind die Moderatorin und Autorin Christine Westermann ("Zimmer frei") sowie der Autor und Kolumnist Maxim Biller ("Esra"). Als Vierter kommt in den sechs Sendungen pro Jahr ein wechselnder Gast hinzu.

Bühnenstatistik: Herrndorfs "Tschick" vor Goethes "Faust"

"Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller auf Platz 3

Wolfgang Herrndorfs Ausreißerroman "Tschick" ist auch auf den deutschen Bühnen eine Erfolgsgeschichte. Die Bühnenfassung wurde in der Spielzeit 2013/2014 in 41 Inszenierungen 954 Mal aufgeführt, wie der Deutsche Bühnenverein in Köln mitteilte. Bereits im Vorjahr stand das Jugendstück an der Spitze bei den Aufführungen, musste allerdings Goethes "Faust" bei der Anzahl der Inszenierungen noch den Vorrang lassen. Der Klassiker landete in der aktuellen Werkstatistik mit 34 Inszenierungen auf Platz zwei. Auch beim Zuschauerzuspruch hat "Tschick" den Spitzenplatz übernommen. Bundesweit sahen 143 401 Besucher das Stück über zwei Jungs aus Berlin, gefolgt von Goethes "Faust" (123 392) und "Kabale und Liebe" von Schiller (77 235).

Festival Venedig: Eröffnung mit "Everest"

Die "Löwen" werden am 12. September verliehen

Mit viel Prominenz werden heute die 72. Filmfestspiele Venedig eröffnet. Zum Auftakt läuft am Abend das Bergsteigerdrama "Everest" des Isländers Baltasar Kormákur ("101 Reykjavik"). Das in 3D gefilmte Werk wird beim Festival außer Konkurrenz gezeigt. Um den Hauptpreis, den Goldenen Löwen, konkurrieren 21 Filme im Wettbewerb. Dazu gehören etwa "Rabin, the Last Day" über die Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin sowie "The Danish Girl", in dem der Brite Eddie Redmayne eine Transsexuelle spielt. Hinzu kommen zwei deutsche Koproduktionen: "Remember" von Atom Egoyan über die Rache an einem Nazi (besetzt mit Christopher Plummer und Bruno Ganz) sowie Alexander Sokurows "Francofonia" über den Pariser Louvre zur NS-Zeit. Die Preise des 72. Festivals werden am 12. September von einer internationalen Jury verliehen. Das Filmfest Venedig ist das älteste der Welt und gehört zu den wichtigsten der Branche.

Wikipedia sperrt Hunderte Nutzerkonten

Artikel waren gegen Geld geschrieben

Wikipedia hat 381 Konten von Nutzern gesperrt, die gegen Geld Artikel für das Online-Nachschlagewerk geschrieben haben, ohne dies öffentlich zu machen. Es habe sich um eine organisierte Gruppe gehandelt, die von Personen und Unternehmen teils sogar Geld für den "Schutz" ihrer Wikipedia-Einträge erpresst habe. Das berichtet der "Independent". Die Wikipedia-Betreiber teilten in ihrem Blog mit, dass Mitarbeiter nach "wochenlanger Ermittlung" die Nutzerkonten gesperrt und 210 Artikel gelöscht hätten. Unternehmen, Unternehmer und Künstler seien betroffen gewesen. Die Artikel seien in der Regel werbend gewesen und oft einseitig. Bei Wikipedia kann jeder zu jedem Thema schreiben und Artikel überarbeiten. Es gehört aber zu den Geschäftsbedingungen, dass dabei Interessen offengelegt werden - etwa, wenn Mitarbeiter eines Museums den Einträge zu diesem Museum oder seinen Ausstellungen bearbeiten.

Bochumer Theater erinnert an Flüchtlingsdrama

Die Aktion soll das Unvorstellbare konkret machen

Knapp eine Woche nach dem Fund von 71 erstickten Flüchtlingen in einem Kühllastwagen in Österreich ist vor dem Bochumer Schauspielhaus eine Mahnaktion geplant. Der Spediteur Gerard Graf will heute abend um 18 Uhr einen baugleichen Lastwagen auf den Theatervorplatz stellen. Für eine halbe Stunde sollen Menschen mit den Fluchtbedingungen konfrontiert werden. Wer den Mut hat, kann laut der Ankündigung des Schauspielhauses in den 15 Quadratmeter großen Laderaum steigen und für einen kurzen Moment erleben, wie es sich anfühlt, wenn die Türen sich schließen. Der leitende Dramaturg Olaf Kröck will die Aktion nicht als Inszenierung oder Kunst verstanden wissen: Sie sei humanitär motiviert. "Und die Aktion, die wir da machen, ist nur ein kleiner Versuch, mal etwas zu versinnlichen, was wir im Moment ständig auf dem Tisch liegen haben", erklärte er. Auch Spediteur Graf will durch die Aktion mit dem Lkw das Unvorstellbare konkret machen.

Azubis mit Migrationshintergrund werden diskriminiert

Obwohl jeder fünfte schon schlechte Erfahrungen gemacht hat, sind 67 Prozent mit ihrer Ausbildung zufrieden

Rund 22 Prozent der Auszubildenden mit Migrationshintergrund in Deutschland sind in ihrer Ausbildung schon einmal diskriminiert worden. Gut zwölf Prozent von ihnen fühlten sich aufgrund ihrer Herkunft zudem bei der Suche nach einer Lehrstelle benachteiligt, wie aus dem DGB-Ausbildungsreport 2015 hervorgeht. Dennoch gaben gut 67 Prozent an, mit ihrer Lehre zufrieden zu sein. Bei den Auszubildenden ohne Migrationshintergrund sind es rund 73 Prozent. DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller sprach von einem unakzeptablen Zustand. "Solche Entwicklungen darf sich kein Unternehmen leisten. Wir brauchen in den Betrieben eine bessere Antidiskriminierungspolitik", erklärte er. Für den DGB-Ausbildungsreport wurden mehr als 18.600 Lehrlinge aus den 25 in Deutschland häufigsten Ausbildungsberufen befragt. Etwa ein Viertel von ihnen wies einen Migrationshintergrund auf. Das entspricht laut DGB auch dem entsprechenden Anteil an der Gesamtbevölkerung zwischen 18 und 25 Jahren.

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Fazit

Zum Tod von Sigmund JähnDer Kosmonaut der Herzen
Sigmund Jähn, früherer Kosmonaut und erster Deutscher im Weltall, steht im Kosmonautenzentrum in Chemnitz vor dem Modell des Raumschiffes Mir. Jähn besuchte die Einrichtung aus Anlass des 40. Jahrestages der Namensgebung Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn". (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

"Ein unglaublicher Brückenbauer" sei Sigmund Jähn gewesen, sagt Raumfahrt-Experte Dirk Lorenzen über den deutschen Raumfahrt-Pionier, der nun im Alter von 82 Jahren gestorben ist. In der Bundesrepublik hätte Jähn mehr gewürdigt werden müssen.Mehr

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