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Kulturnachrichten

Sonntag, 28. September 2014

Spanischer Film "Magical Girl" gewinnt Festival von San Sebastián

Christian Petzold erhielt den Preis der internationalen Filmkritik

Der Film "Magical Girl" des spanischen Regisseurs Carlos Vermut hat im baskischen San Sebastián (Donostia) die "Goldene Muschel" als bester Beitrag des Festivals gewonnen. Der Filmemacher bekam auch den Preis für die beste Regie, die "Silberne Muschel". Bei der Entgegennahme der Preise während der Abschlussgala in der nordspanischen Küstenstadt sagte Vermut: "Es ist für uns eine Ehre und ein Privileg". "Magical Girl" erzählt die Geschichte eines an Leukämie erkrankten Mädchens namens Alicia, das sich das Kleid der Heldin einer japanischen Serie wünscht. Ihr erwerbsloser Vater tut alles, um seiner im Sterben liegenden Tochter ihren Wunsch zu erfüllen. Der spanische Schauspieler Javier Gutiérrez wurde als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als Polizist im spanischen Thriller "La isla mínima" von Alberto Rodríguez ausgezeichnet. Ebenfalls eine "Silberne Muschel" - als beste Hauptdarstellerin - erhielt die Dänin Paprika Steen für ihre Darstellung im Sterbehilfe-Familiendrama "A Silent Heart" ihres Landsmanns Bille August. Der deutsche Filmemacher Christian Petzold hat den Preis der internationalen Filmkritik gewonnen. Der 54-Jährige erhielt die Auszeichnung für sein Drama "Phoenix", das von einer Überlebenden eines Konzentrationslagers erzählt. San Sebastián gehört neben Cannes, Venedig und Berlin zu den wichtigsten internationalen Filmfestivals.

Gründerin des Modehauses Chloé mit 93 Jahren gestorben

Gaby Aghion gründete französisches Unternehmen 1952

Die Gründerin des französischen Modeunternehmens Chloé ist tot. Gaby Aghion sei mit 93 Jahren in Paris gestorben, teilte der Konzern gestern mit. "Sie hat uns heute diskret und friedlich verlassen", hieß es auf der offiziellen Twitter-Seite des Modehauses. Die neueste Kollektion, die am Sonntag bei der Pariser Modewoche vorgestellt werden sollte, werde ihr gewidmet. Aghion wurde 1921 in Ägypten in eine Familie von Intellektuellen geboren und interessierte sich schon früh für die Mode. Im Jahr 1952 gründete sie mit ihrem Geschäftspartner Jacques Lenoir das Unternehmen Chloé, wobei sie sich beim Namen von einer Freundin inspirieren ließ. Heute ist Chloé für elegante Damenmode, Accessoires und Parfum bekannt. Von 1966 bis 1984 war Karl Lagerfeld Chefdesigner bei Chloé. Der deutsche Modeschöpfer würdigte am Samstag Aghions "unglaubliche Dynamik". Zwar hätten sie sich zuletzt nicht mehr oft gesehen, aber er habe sie stets bewundert und er erinnere sich gut an die gemeinsame berufliche Zeit, erklärte Lagerfeld.

Herta Müller nennt Putin "Prototyp eines Funktionärs"

Morgen erscheint Müllers neues Buch "Mein Vaterland war ein Apfelkern"

Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin erneut scharf kritisiert. "Ich finde es dreist und riskant, was Putin sich in der Ukraine mit der Annexion der Krim erlaubt hat", sagt die 61-jährige Müller im Interview des Magazins "Der Spiegel". Putin hebe eine Weltordnung aus den Angeln. Sie traue Umfragen nicht, nach denen Putin großen Zuspruch im Land genieße. "Niemand dort sagt, was er denkt. Außerdem wirkt die Propaganda." Putin sei für sie der Prototyp eines sozialistischen Funktionärs. "Die Körpersprache, das Dominante. Putin geht mit niemandem von gleich zu gleich um. (...) Putin ist Präsident, es gibt nur Unterwürfigkeit um ihn herum." 2009 wurde die rumäniendeutsche Schriftstellerin für ihren Roman "Atemschaukel" mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Die Autorin hatte sich in den vergangenen Wochen bereits kritisch über Putin und dessen Ukraine-Politik geäußert.

Regisseurinnen fordern Quote für Filmförderung

Zu den Unterstützern gehören Senta Berger, Veronica Ferres, Doris Dörrie sowie Volker Schlöndorff

Eine Quote für die Vergabe von Regieaufträgen und Fördermitteln haben 170 deutsche Regisseurinnen gefordert. Sie schlossen sich zu der Initiative Pro Quote Regie zusammen, wie das Magazin "Der Spiegel" heute berichtete. Die Gruppe wünscht die Quote sowohl bei Kino- als auch bei Fernsehproduktionen. "Eine konsequente Gleichstellung von Frauen bei der Verteilung von Regieaufträgen ist ein wesentlicher Schritt, um Pluralität zu fördern", heißt es in dem Aufruf. Derzeit werde trotz der sehr vielfältigen Gesellschaft in 85 Prozent der Kino- und Fernsehfilme "eine männliche Sicht auf die Welt inszeniert". Unter 115 vom Deutschen Filmförderfonds (DFFF) im Jahr 2013 geförderten Projekten seien nur 13 von Regisseurinnen gewesen, schreiben die Initiatorinnen. Demnach habe der DFFF von 62,5 Millionen Euro lediglich knapp 6 Millionen an Regisseurinnen vergeben. Auch bei der Auftragsvergabe durch Fernsehredaktionen, die in Deutschland das "Nadelöhr des Filmemachens" seien, seien in den vergangenen zehn Jahren weniger als 15 Prozent der Regieaufträge im Fernsehen an Frauen vergeben worden. Dabei seien 42 Prozent der Regiediplom-Absolventen von Filmhochschulen weiblich.

Jubel für neues Jelinek-Stück zum NSU-Prozess

"Das schweigende Mädchen" wird in München als szenische Lesung inszeniert

An den Münchner Kammerspielen ist gestern Abend mit großem Erfolg ein neues Werk der österreichischen Autorin Elfriede Jelinek herausgekommen. Das zweistündige Stück mit dem Titel "Das schweigende Mädchen" handelt von dem Münchner Prozess um die rassistische Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) mit Beate Zschäpe als Hauptangeklagter. Der NSU-Prozess begann im Mai 2013 und gilt als größter Strafprozess seit der Wiedervereinigung. Zschäpe hat bislang jede Aussage verweigert. In einer Art endloser Textschleife reflektieren acht Schauspieler Zeugenaussagen aus dem Megaprozess sowie Medien- und Obduktionsberichte und Jelineks oft in absurde Wortspiele gekleidete Gedanken über die Umstände, die dazu führten, dass ein halbes Jahrhundert nach dem Holocaust wieder brutaler Terror von rechts gedeihen konnte. Regisseur Johan Simons, Intendant der Kammerspiele, gestaltete das Werk als eine Art szenischer Lesung, die wirkungsvoll mit Bühnenmusik angereichert war. Die Bühne zeigte Versatzstücke aus einem von den Täter ersonnenen, perversen Gesellschaftsspiel, das sie "Pogromly" getauft hatten, in Anlehnung an das bekannte Spiel "Monopoly".

Philippinischer Beitrag gewinnt Hauptpreis bei Kinder-Filmfestival

Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert

Der philippinische Beitrag "Purok 7/Zone 7" ist in Frankfurt als bester Langspielfilm des 37. Internationalen Kinderfilmfestivals "Lucas" ausgezeichnet worden. Der autobiografisch geprägte Film erzählt die Geschichte von zwei philippinischen Geschwistern, die sich allein durchschlagen müssen, weil ihre Eltern sich getrennt haben und die Mutter in China Arbeit sucht, wie die Festivalveranstalter mitteilten. "Das intensive Spiel der Kinderhauptdarsteller ließ uns ein Land und seine Menschen entdecken und ein Gefühl des Zusammenseins miterleben", urteilte die aus vier Kindern und vier Filmexperten bestehende Jury. Als bester Kurzspielfilm wurde die norwegische Produktion "Pyse/Memme" (2013) geehrt, als bester animierter Kurzfilm "The Magnificent Lion Boy/Der wundersame Löwenjunge" (2013) aus Großbritannien (je 3.000 Euro). Der "Sir Peter Ustinov Jugendfilmpreis" ging an den niederländischen Film "Jongens/Boys" (2013), den "Sir Peter Ustinov Newcomer Award" erhielt der Kinderdarsteller Ahmad Bayatra für seine Rolle in dem Film "Giraffada" (Palästina/Italien/Deutschland/Frankreich 2013). Die beiden letzten Preise von je 1.000 Euro wurden allein von einer Jury aus fünf 14- bis 16-jährigen Schülern vergeben. Der anhand von Stimmzetteln ermittelte "Lucas-Publikumspreis" in der Langfilmsektion ging an die niederländische Produktion "Mees kees op kamp/Mister Twister geht zelten" (2013). Insgesamt präsentierte das 37. Internationale Kinderfilmfestival vom 21. bis 28. September 60 Filme aus 26 Ländern. Zum Festival waren rund 500 Titel eingereicht. "Lucas" ist das älteste Kinderfilmfestival Deutschlands. Es wurde 1974 ins Leben gerufen.

Pergamonaltar für mindestens fünf Jahre nicht zu sehen

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz rechnet mit dem Abschluss der Sanierung im betroffenen Trakt bis 2019

Der weltberühmte Pergamonaltar in Berlin wird von heute Abend für mindestens fünf Jahre nicht zu sehen sein: Das eigens für ihn geschaffene Pergamonmuseum muss wegen seines schlechten baulichen Zustands von Grund auf saniert werden. Tagsüber können Besucher den Altar, der als eines der Hauptwerke der Antike gilt, zum vorerst letzten Mal besichtigen. Während der Bauarbeiten wird er dann "eingehaust" und ist für Besucher nicht mehr zugänglich.

Französin Camille Henrot gewinnt Preis der Kunststiftung NRW

Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben

Die französische Künstlerin Camille Henrot hat den mit 25 000 Euro dotierten "Nam June Paik Award" der Kunststiftung NRW gewonnen. Der mit 15 000 Euro dotierte Förderpreis ging an den in Düsseldorf lebenden Künstler Manuel Graf. Die Medienkunstpreise wurden heute in Krefeld übergeben. Henrot hatte im vergangenen Jahr bei der Kunst-Biennale in Venedig den silbernen Löwen für den vielversprechendsten jungen Künstler erhalten. Der Preis ist nach dem koreanischen Medienkünstler Nam June Paik gilt (1932-2006) benannt, der als Erfinder der Videokunst gilt.

In "Arche Nebra" bleibt der Besucherstrom aus

Die Himmelsscheibe von Nebra gehört zum Unesco-Dokumentenerbe "Memory of the World"

Das Informationszentrum "Arche Nebra" hat weniger Besucher als zur Eröffnung vor rund sieben Jahren erwartet. Jährlich würden rund 60 000 Menschen auf den Hügel bei Nebra im Saale-Unstrut-Tal kommen, sagte die Geschäftsführerin der "Arche Nebra", Bettina Pfaff. Geplant waren einst rund 100 000 Gäste. 2008 habe die Archäologiestätte mit 105 000 Besuchern den größten Ansturm erlebt. Die "Arche Nebra" liegt unweit des Fundorts der rund 3600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra. Die Bronzeplatte ist den Angaben zufolge die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene. Das Original steht im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle.

Prominente fordern Hilfe für Bibliotheken

Zu den ersten Unterzeichnern des "Weimarer Appells" gehörten Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, Verlegerin Friede Springer, Modedesigner Karl Lagerfeld und die Musikerin Anne-Sophie Mutter

Rund 3000 Prominente - darunter Politiker, Wissenschaftler und Künstler - haben bislang den "Weimarer Appell" zur Erhaltung alter Bücher und Dokumente unterzeichnet. Auch die Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des Bundestages, Claudia Roth, unterstütze die Erklärung, mehr Geld für die Bewahrung und Sicherung des schriftlichen Erbes bereitzustellen, sagte eine Sprecherin der Klassik Stiftung Weimar. Roth erklärte zur Unterzeichnung: "Auch, wenn wir in digitalen Zeiten leben, ist es wichtig, dass wertvolle Originale gedruckter oder handschriftlicher Überlieferungen geschützt werden." Zehn Jahre nach dem verheerenden Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek hatten Ende August zwölf große Bibliotheken und Archive in Deutschland auf die teils katastrophale Lage in den Einrichtungen in Deutschland aufmerksam gemacht und Prominente um Unterstützung gebeten. Die Bibliotheks- und Archivleiter kritisierten vor allem, dass es nach wie vor kein nationales Konzept gebe, um altes Papier vor dem Zerfall zu retten und Einbände zu restaurieren. Auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Depots und Magazinen seien oft nicht optimal.

Deutsche Volksfeste sollen Weltkulturerbe werden

Schaustellerbund bewirbt sich um Anerkennung der Unesco

Die deutschen Volksfeste sollen zum Unesco-Weltkulturerbe werden. Der Schaustellerbund bewerbe sich um Aufnahme in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes, wie der "Spiegel" am Sonntag vorab berichtete. Unterstützt werden die Schausteller demnach von Bundestagsabgeordneten aller Parteien, von Arbeitsministerin Andrea Nahles und von Familienministerin Manuela Schwesig (beide SPD): Die Politiker preisen in mehr als 40 Videos ihre Erinnerungen an gebrannte Mandeln und an verlässliche Freunde, die einen nachts nach dem Schützenfest auf den richtigen Weg bringen. Deutschland ist laut Schaustellerbund das Volksfestland Nummer eins in der Welt. Hier gibt es jährlich 9900 Volksfeste und mehr als 1400 Weihnachtsmärkte - das größte ist das Oktoberfest. Gezählt werden 233 Millionen Besucher, der Umsatz liegt bei 3,7 Milliarden Euro.

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