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Kulturnachrichten

Dienstag, 23. September 2014

Dieter Wedel neuer Intendant der Bad Hersfelder Festspiele

Der Erfolgsregisseur übernimmt die künstlerische Leitung des renommierten Freilicht-Theaterfestivals ab Oktober.

Zunächst für die Spielzeiten 2015 bis 2018, berichtete die Stadt Bad Hersfeld nach einer Magistratssitzung. Wedel übernimmt die Nachfolge von Intendant Holk Freytag, dem am Ende der diesjährigen Sommer-Saison fristlos gekündigt worden war. Voraus gegangen war ein langer und erbitterter Streit um die Festspiel-Finanzen zwischen Bürgermeister Thomas Fehling und dem profilierten Theater-Macher. Wedel hatte dieses Jahr Abschied als Intendant der Wormser Festspiele genommen.

Historikertag in Göttingen

Bundespräsident Gauck eröffnet am Abend den 50. Historikertag.

Das Jahr 2014 ist voller historisch bedeutsamer Jahrestage: Vor genau 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite - und vor 25 Jahren fiel die Berliner Mauer. Das sind einige Themen der Diskussionen beim 50. Deutschen Historikertag. Unter dem Motto "Gewinner und Verlierer" laufen ab heute bis 26.9. Veranstaltungen in Göttingen. Internationale Experten diskutieren in 70 Themenblöcken unter anderem über die Folgen des ersten Weltkriegs, die DDR-Diktatur, Popmusiksgeschichte und Staatsverschuldung oder die Rolle der Deutschen Geheimdienste. Bis zu 3 500 internationale Teilnehmer werden erwartet.

Neuer Prozess um Immendorff-Nachlass

Zu der Prozessserie um den Nachlass des 2007 gestorbenen Künstlers ist ein weiterer verzwickter Streit gekommen.

Diesmal geht es um eine Sammlung von fast 400 Druckgrafiken des Malers mit einem Schätzwert von rund 300 000 Euro. Geklagt hat die Frau des Ex-Miteigentümers einer Düsseldorfer Galerie, in der die Sammlung seit Jahren aufbewahrt wird. Die Klägerin fordert nun die Herausgabe der Grafiken. Sie will ihrem Mann die Sammlung vor Jahren abgekauft haben. Der verklagte Düsseldorfer Galerist weigert sich, die Blätter herauszugeben. Er sei auch gar nicht der Eigentümer, sondern habe die Grafiken nur als Leihgaben von Immendorff bekommen und sie sorgfältig gelagert. Weder seinem Ex-Geschäftspartner noch dessen Ehefrau hätten die Grafiken jemals gehört. Auch Immendorffs Witwe Oda Jaune erhebt inzwischen Ansprüche darauf. Das Landgericht Düsseldorf will am 18. November eine Entscheidung verkünden.

Marie Luise Kaschnitz-Preis für Lutz Seiler

Der 51-jährige Dichter und Schriftsteller wird von der Evangelischen Akademie Tutzing geehrt.

"Lutz Seilers Gedichte, Essays und Erzählungen sind bestechende poetische Erkundungen ostdeutscher Industrielandschaften, in denen Geigerzähler, Vergasernadeln oder süßliche Gase magische Qualitäten gewinnen", heißt es in der Begründung der Jury. Der bereits für den Deutschen Buchpreis nominierte Dichter und Schriftsteller, der mit seinem DDR-Roman «Kruso» auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis steht, wird für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. Die Verleihung des mit 7500 Euro dotierten Preises findet am 19. April 2015 in Tutzing statt. Erst in der vergangenen Woche war Seiler für «Kruso» mit dem Uwe-Johnson-Literaturpreis geehrt worden. Der Marie Luise Kaschnitz-Preis wurde 1984 anlässlich des 10. Todestages der Schriftstellerin ins Leben gerufen und wird seitdem regelmäßig verliehen.

Stipendien für syrische Studenten

Die Bundesregierung weitet die Unterstützung für junge syrische Studierende aus.

Wie das Außenministerium mitteilte, sollen in den nächsten Jahren ab 2015 bis zu drei Millionen Euro jährlich für Stipendien zur Verfügung stehen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass infolge des Syrien-Konflikts eine verlorene Generation heranwächst. Gerade die jungen Syrerinnen und Syrer sind entscheidend für den Wiederaufbau und die Zukunft ihres Landes, wenn dieser schreckliche Konflikt beigelegt ist", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Das neue beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) angesiedelte Programm "Leadership for Syria" umfasst zufolge ein Gesamtvolumen von 7,8 Millionen Euro. Damit sollen bis zu 100 Studierende ihr Studium in Deutschland absolvieren und an einem gesellschaftspolitischen Begleitprogramm teilnehmen können. Zudem wird die Zahl der regulären DAAD-Stipendien verdoppelt.

Frankreich schickt "Saint Laurent" ins Rennen um die Oscars

Die Biografie über den verstorbenen Modeschöpfer wird in Kategorie Auslandsoscar eingereicht.

Das bestätigte das Centre national du cinéma. Mit dem Film von Bertrand Bonello, der das Leben des Designers zwischen 1967 und 1976 erzählt, hofft Frankreich nach mehr als 20 Jahren wieder auf die begehrte Hollywood-Trophäe. Der Film mit Gaspard Ulliel in der Hauptrolle wurde im Mai bereits im Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes gezeigt. Zuletzt gewann Frankreich mit "Indochine" von Regis Wargnier im Jahr 1993 den Oscar für den besten ausländischen Film. Die Nominierungen für die Oscars werden am 15. Januar 2015 bekanntgegeben, die Oscarverleihung ist am 22. Februar.

Sicheres Surfen im "Netz für Kinder"

Auf der Internetplattform "Ein Netz für Kinder" können 6- bis 12-Jährige sicher und geschützt surfen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters schaltete heute die Homepage mit vielen neuen Inhalten frei. 68 ausgewählte Seiten bieten altersgerecht Informationen, Spaß und Unterhaltung. "Sie sind ein wichtiges Angebot für Kinder, um sich die Kompetenzen anzueignen, die im digitalen Zeitalter unverzichtbar sind", so Grütters. "Ein Netz für Kinder" ist seit 2008 eine gemeinsame Initiative von Politik, Wirtschaft und Institutionen des Jugendschutzes. Grütters' Haus fördert das Projekt mit jährlich bis zu einer Million Euro. Zum Angebot gehört auch die Kinder-Suchmaschine www.fragFINN.de , die ausschließlich auf geprüfte und für Kinder unbedenkliche Seiten führt.

Jüdische Archive sollen online gestellt werden

Amerikanische und litauische Wissenschaftler wollen Archivmaterialien über das Leben litauischer Juden vor dem Zweiten Weltkrieg digitalisieren und ihre Archivbestände online zusammenschließen.

Der litauische Kulturminister Sarunas Sabaitis sprach von einer "unbezahlbaren digitalen Bibliothek mit Informationsquellen über das Leben der jüdischen Bevölkerung und den Holocaust, die Wissenschaftlern in aller Welt und der Öffentlichkeit offensteht". Die Arbeit an dem Projekt soll im kommenden Jahr zusammen mit dem New Yorker Institut für Jüdische Forschung aufgenommen werden und wird voraussichtlich sieben Jahre dauern, berichtete die Agentur BNS. Mehr als 1,5 Millionen Dokumente sollen digitalisiert und auf einer Webseite zugänglich gemacht werden. YIVO-Direktor Jonathan Brent sprach von einem der wichtigsten Projekte zur Bewahrung jüdischer Vergangenheit im östlichen Europa. Vilnius war vor dem Zweiten Weltkrieg ein Zentrum jüdischer Wissenschaft und Kultur.

Aus für Berliner «Jedermann»-Festspiele

Nach fast drei Jahrzehnten finden die Berliner «Jedermann»-Festspiel diesem Herbst zum letzten Mal statt.

Wie Brigitte Grothum, die Produzentin, Schauspielerin und Regisseurin sagte, hätten finanzielle Gründe sie zu dieser Entscheidung gezwungen.Grothum, die vielen auch als eine der drei Damen vom Grill bekannt ist, hatte das Mysterienspiel von Hugo von Hofmannsthal 1987 zum ersten Mal inszeniert. Seit 1993 wird der «Jedermann» in wechselnder prominenter Besetzung im Berliner Dom aufgeführt.Dieses letzte Mal stehen vom 16.-26.Oktober Georg Preusse als Jedermann, Achim Wolff als Tod, Barbara Wussow als Buhlschaft und Peter Sattmann als Teufel auf der Bühne. In weiteren Rollen sind Ilja Richter, Herbert Köfer und Ursula Karusseit zu sehen.

Werke zeitgenössischer Künstler 1,6 Milliarden Euro Rekordumsatz

Das Geschäft mit zeitgenössischer Kunst läuft so gut wie nie zuvor.

Bei Auktionen sind binnen eines Jahres weltweit Werke - entstanden nach 1945- im Rekordwert von 2,05 Milliarden Dollar (knapp 1,6 Milliarden Euro) verkauft worden. Der Umsatz lag damit zwischen Juli 2013 und Juli 2014 um 40 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Das teilte das auf Kunstmärkte spezialisierte französische Unternehmen Artprice in Paris mit. "Aus historischer Sicht ist bedeutsam, dass zeitgenössische Kunst von 1970 bis zum Ende der 90er Jahre der Schwachpunkt im Kunstmarkt war", sagte Artprice-Chef Thierry Ehrmann. Inzwischen habe sich zeitgenössische Kunst als "bedeutsames Segment" im Kunstmarkt etabliert.Befeuert wird der Markt unter anderem durch die wachsende Nachfrage aus China.In New York wurde ein "Balloon Dog" - eine Skulptur, die aussieht wie ein aus verknoteten Luftballons geformter Hund - des US-Künstlers Jeff Koons bei einer Auktion für 58,4 Millionen Dollar versteigert. Es ist der höchste Preis, den ein Werk eines zeitgenössischen Künstlers jemals erzielte.

UN-Studie Filmindustrie diskriminiert Frauen

Frauen sind in internationalen Filmen deutlich unterrepräsentiert und spielen oft klischeebesetzte Rollen.

Das Ergebnis dieser Untersuchung der Frauenorganisation der Vereinten Nationen zeige eine tiefsitzende Diskriminierung und Stereotypisierung von Frauen und Mädchen, kritisierte das deutsche Komitee von UN Women in Bonn. Frauen machen zwar die Hälfte der Weltbevölkerung aus, besetzen aber weniger als ein Drittel der Sprechrollen in Filmen. Zudem werden sie häufig als Sexobjekte besetzt. Besonders häufig in Deutschland.39,2 Prozent der Frauen in Filmen wurden fast oder vollständig nackt gezeigt. Im weltweiten Durchschnitt waren es 24,2 Prozent. Die meisten Sprechrollen für Frauen vergaben Großbritannien, Brasilien und Südkorea.Schlusslichter waren Indien und amerikanisch-britische Co-Produktionen.Die Studienautoren kritisieren zudem, dass lediglich rund 14 Prozent der Führungspositionen in Filmen mit Frauen besetzt worden.

Verstorben Niederländischer Filmemacher George Sluizer

Der niederländische Filmemacher George Sluizer ist tot.

Der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent verstarb nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren. Das teilten die Internationalen Filmfestspiele Berlin mit. «Wir trauern um einen großen Filmemacher, der im Fiktionalen wie im Dokumentarischen gleichermaßen aktiv war», erklärte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Beim Berliner Filmfestival zeigte Sluizer insgesamt fünf Filme, darunter sein Spielfilmdebüt «Joao en het mes» (Joao und das Messer/1972) und «The Commissioner» (1998) - beide im offiziellen Berlinale-Wettbewerb. Außerdem die Bruce-Chatwin-Verfilmung «Utz» (1992). Sein Hauptdarsteller Armin Mueller-Stahl erhielt für seine Rolle als Baron Kaspar Joachim von Utz den Silbernen Bären der Berlinale als bester Darsteller.Im vergangenen Jahr war Sluizer außer Konkurrenz im Wettbewerbsprogramm mit dem existenzialistischen Western «Dark Blood» vertreten. Hauptdarsteller River Phoenix war kurz vor Abschluss der Dreharbeiten 1993 gestorben. Erst Jahre später fertigte Sluizer die Endfassung.

Zivilisierte Welt darf vor IS-Kulturbarbarei nicht schweigen

US-Außenminister John Kerry hat die Zerstörung von Kulturdenkmälern durch die Terrormiliz Islamischer Staat als globale Herausforderung bezeichnet.

"Was im Irak und in Syrien passiert, ist eine Tragödie für alle zivilisierten Menschen und die zivilisierte Welt darf nicht schweigen", sagte Kerry in New York. "Wenn die Islamisten Jahrhunderte alte Moscheen sprengen, Gräber schänden und 3000 Jahre alte Statuen dem Erdboden gleichmachen, ist das eine Tragödie. Das ist der größte Angriff auf die Kultur seit 1945. Und sie brüsten sich auch noch damit." Kerry sprach zur Eröffnung einer Ausstellung im Metropolitan Museum, die sich Syrien und dem Irak widmet. Auch die Chefin der UN-Kulturorganisation Unesco, Irina Bokova, forderte vom UN-Sicherheitsrat eine Resolution, die den Handel mit geraubter Kunst aus dem Irak und Syrien verbietet. "Die Politik muss eingreifen", sagte die Bulgarin. "Es ist ein Angriff auf die Kultur. Sie töten nicht nur Menschen, sondern auch ihre Kultur, ihre Tradition und ihre Vergangenheit und damit auch ihre Zukunft."

Proteste zum Saisonbeginn der Metropolitan Oper

Mehrere hundert Menschen demonstrierten vor dem Gebäude in New York mit Plakaten und Sprechchören gegen die geplante Aufführung der Oper "The Death of Klinghoffer".

Das Werk sei antisemitisch, kritisierten sie. Die Oper des amerikanischen Komponisten John Adams, die 1991 erstmals aufgeführt wurde, handelt von dem jüdischen Amerikaner Leon Klinghoffer, der 1985 auf dem von Palästinensern gekaperten Schiff "Achille Lauro" ermordet wurde. Die Metropolitan Oper hat in dieser Spielzeit acht Aufführungen geplant. Eine ursprünglich ebenfalls geplante weltweite Kino-Übertragung wurde wegen der laut gewordenen Antisemitismus-Bedenken aber bereits abgesagt. Am Abend startete die Metropolitan-Oper ihre Saison mit der Mozart-Oper "Die Hochzeit des Figaro" mit der Sopranistin Marlin Petersen in der Hauptrolle. Das Publikum feierte die Aufführung mit viel Applaus. Unter die Zuschauer mischten sich unter anderem der Schauspieler Josh Lucas, der Sänger Rob Thomas und die Star-Designerin Vera Wang.

"Körperwelten"-Museum verboten

Der Berliner Bezirk Mitte das geplante Museum im Sockelgeschoss des Fernsehturms verboten.

"Wir haben jetzt den Bescheid herausgeschickt und die Ausstellung untersagt", sagte Mittes Bürgermeister Christian Hanke der Berliner Zeitung. Das geplante Museum des Leichen-Präparators Gunther von Hagens widerspreche dem Berliner Bestattungsgesetz. Nach Einschätzung des Bezirks handelt es sich bei den Plastinaten - also konservierten Körpern - um Leichen. Von Hagens plante, im Herbst sein "Körperwelten"-Museum auf 1200 Quadratmetern Fläche zu eröffnen. Scharfe Kritik gab es unter anderem von der Tourismus-Werbeagentur Visit Berlin und der Berliner CDU. Die beiden Kirchen lehnen die Schau als würdelos ab.

Navid Kermani erhält Gerty-Spies-Literaturpreis

Der Islamwissenschaftler wird heute in Mainz mit dem Preis ausgezeichnet.

Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz vergeben. "Kermanis Eintreten für den offenen Umgang in der Einwanderungsgesellschaft Deutschlands, sein proeuropäischer Wertekanon, angereichert durch sein beeindruckendes poetisches Werk, überzeugten unsere Jury", hieß es. Der Autor wurde 1967 in Siegen geboren und lebt in Köln. Der Preis ist nach der Schriftstellerin und Holocaust-Überlebenden Gerty Spies benannt. Frühere Preisträger sind Eva Menasse, Christoph Hein und Günter Wallraff.

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