Montag, 21.10.2019
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 14. September 2014

Filmfest Toronto: Publikumspreis für "The Imitation Game"

Die Filmbiografie des norwegischen Regisseurs Morten Tyldum hat den People's Choice Award des Internationalen Kinofestials gewonnen.

"The Imitation Game" erzählt die Lebensgeschichte des britischen Mathematikers Alan Turing (Benedict Cumberbatch), der den Enigma-Code der Deutschen im Zweiten Weltkrieg knackte und die Basis für Computer schuf. Turing wurde nach dem Krieg in England wegen seiner Homosexualität verurteilt und beging Selbstmord.

Zum besten Dokumentarfilm wählte das Publikum "Beats of the Antonov" von Hajooj Kuka. Der Film erzählt Geschichten sudanesischer Flüchtlinge, die durch Musik tragische
Erlebnisse verarbeiten.
Beim 39. Toronto Film Festival standen in diesem Jahr fast 400 Lang-und Kurzfilme aus über 70 Ländern auf dem Programm. Deutschland war mit 31 Beiträgen, darunter Christian Petzolds Nachkriegsdrama "Phoenix" mit Nina Hoss.

Jüdisches Museum in Brüssel nach Anschlag wiedereröffnet

Feierliche Wiedereröffnung vier Monate nach blutigem Anschlag

Rund 300 Gäste wohnten heute der Zeremonie bei, darunter der belgische Ministerpräsident Elio Di Rupo. "All jene, die Dummheit predigen, Brutalität, Schandtaten und entsetzlichen Schrecken, sollen wissen, dass wir aufrechter denn je vor ihnen stehen", sagte Museumsdirektor Philippe Blondin am Tag der Jüdischen Kultur in Europa. Di Rupo versprach die "rigorose Verfolgung" aller antisemitischen und rassistischen Verbrechen in Belgien. Anders als Synagogen und andere jüdische Einrichtungen in Belgien verfügte das Museum in Brüssel bislang über keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Künftig steht es unter Polizeischutz und darf nur noch betreten werden, nachdem ein Metalldetektor, Leibesvisitationen und Taschenkontrollen passiert wurden. Nach dem endgültigen Abschluss der Ermittlungen soll es auch eine Schleuse am Eingang des Gebäudes geben, die von einem Mitarbeiter hinter einer schusssicheren Scheibe bedient wird.
Am 24. Mai hatte ein bewaffneter Mann im Eingangsbereich des Museums das Feuer eröffnet. Drei Menschen starben am Tatort, ein viertes Opfer erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der mutmaßliche Täter, ein algerischstämmiger Franzose, sitzt in Belgien in Haft. Nach Angaben des Museums weigert sich Mehdi Nemmouche, an einer Rekonstruktion des Tathergangs teilzunehmen.

Oskar Pastior Preis in Berlin verliehen

Die Oskar Pastior Stiftung verleiht den Oskar Pastior Preis 2014 an Marcel Beyer

Im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin wurde heute der mit 40.000 Euro dotierte Oskar Pastior Preis an den Schriftsteller Marcel Beyer verliehen. Das Werk des 48-Jährigen zeichne sich «durch eine intensive Beobachtung des sprachlichen Materials aus, die durch die harten Themen hindurch in offenes poetisches Gelände führt», so die Jury. Erst im Mai war Beyer auch der Kleist-Preis 2014 zugesprochen worden. Der Lyriker und Erzähler, der seit 1996 in Dresden lebt, ist mit Werken wie «Flughunde», «Erdkunde» und «Putins Briefkasten» bekannt geworden.

Gegen Antisemitismus bei Berliner Großkundgebung

Jüdischer Weltkongress hat zu einer entschiedenen Bekämpfung des Judenhasses in Deutschland aufgerufen

Vor der Berliner Großkundgebung gegen Antisemitismus am heutigen Sonntag hat der Jüdische Weltkongress zu einer entschiedenen Bekämpfung des Judenhasses in Deutschland aufgerufen. «Ein freiheitliches Land kann und darf nicht hinnehmen, wenn jemand auf der Straße wegen Israels Politik attackiert oder verleumdet wird», schreibt der Präsident des Weltkogresses, Ronald S. Lauder in der "Bild am Sonntag". Politik, Medien und die gesamte Gesellschaft müssten darauf reagieren.
Zu der großen Demonstration am Brandenburger Tor erwartet der Zentralrat der Juden heute rund 5.000 Menschen. Unter dem Motto «Steh auf! Nie wieder Judenhass!» soll gegen die jüngsten Anfeindungen gegen Juden in Deutschland protestiert werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält die Hauptrede, auch Bundespräsident Joachim Gauck sowie die Spitzenvertreter von evangelischer und katholischer Kirche werden erwartet.

Sex-Krise und rohe Gewalt : Saisonstart am «Theater des Jahres»

Mit "Erotic Crisis" und "Fallen" startet die Spielzeit im Maxim Gorki Theater

Erotische Krisen und eruptive Gewaltausbrüche - mit dieser explosiven Mischung startete das gerade zum «Theater des Jahres» gekürte Berliner Maxim Gorki Theater am Freitag und am Samstag Abend in die neue Saison. In gleich zwei Uraufführungen ging es zum Spielzeitauftakt um das Verhältnis der Deutschen zu ihrem Körper. «Erotic Crisis» von Yael Ronen blickt in die Betten von Paaren und Singles und attestiert ganz klar eine Sex-Krise. «Fallen» von Sebastian Nübling und Ives Thuwis ist eine getanzte Studie über Gewalt - mit 10 Männern und 70 Tonnen Sand. Das Maxim Gorki Theater wurde bei der jährlichen Umfrage unter deutschsprachigen Theaterkritikern gerade zur besten deutschsprachigen Bühne gewählt - ein Riesen-Erfolg für die neuen künstlerischen Leiter Shermin Langhoff und Jens Hillje gleich in ihrer ersten Spielzeit.

Jüdische Kulturtage erzielen Besucherrekord

Ausdruck der Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft

Rund 28.700 Menschen haben die Jüdischen Kulturtage 2014 in Berlin besucht. Damit erzielte das Festival, das heute zu Ende geht, einen Besucherrekord. Im vergangenen Jahr waren 26.000 Gäste beim größten Festival jüdischer Kunst und Kultur in Deutschland gezählt worden.
Der Besucherrekord sei nicht nur eine Bestätigung für die Künstler, sondern auch Ausdruck der Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft, sagte Hermann Simon, Künstlerischer Leiter der Jüdischen Kulturtage und Direktor des Centrum Judaicum. Die Jüdischen Kulturtage 2014 hätten zudem ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt. Zwei Tage vor dem Abschlusskonzert mit Avishai Cohen betonte der Sprecher der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Ilan Kiesling, die positive Resonanz auf das Festival sei wichtig für die in Deutschland lebenden Juden. Kultur dürfe jedoch nicht "als eine Art Naturschutzgebiet für das Judentum dienen, während außerhalb der Festivals Juden mit unterschwelligen Ressentiments oder offenem Hass konfrontiert werden", sagte Kiesling.

Rheingau-Musik-Festival : Von Wasserschaden zu "Wassermusik"

Mit Händels «Wassermusik» als ironisch-versöhnlichem Kommentar ging das Fest zu Ende

In der Basilika von Kloster Eberbach im Rheingau spielte am Samstagabend die Academy of Ancient Music unter Leitung von Richard Egarr. Zu 159 Konzerten und Veranstaltungen der Saison kamen 113 700 Zuhörer in die Schlösser, Kirchen und Weingüter des Rheingaus, wie die Veranstalter mitteilten. Bei der «Wassermusik», der «Feuerwerksmusik» und vier Krönungshymnen, die Händel für den englischen Königshof schrieb, kommen natürlich Kesselpauken und Barocktrompeten zu ihrem Recht. Doch Egarr und seine Musiker brachten gerade auch die leisen, intimen Momente der königlichen Festmusik zum Klingen. Die «Wassermusik» ließ sich als versöhnlicher Schlusspunkt einer Konzertsaison verstehen, die unter einem schweren Wasserschaden im Wiesbadener Kurhaus gelitten hatte. Die Spielstätte großer Orchesterkonzerte war über Wochen nicht nutzbar, weil ein Unwetter Anfang Juli den Keller unter Wasser gesetzt hatte. Der Schaden für die Stadt Wiesbaden geht in die Millionen. Das nächste Rheingau-Musik-Festival beginnt am 27. Juni 2015.

Kulturnachrichten hören

September 2014
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur