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Kulturnachrichten

Freitag, 12. September 2014

Ostdeutsche Kultureinrichtungen erhalten 3,3 Millionen Euro vom Bund

Über eine Million Euro sind für Sachsen-Anhalt eingeplant

Berlin (KNA)Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat weitere 3,3 Millionen Euro für bedeutende ostdeutsche Kultureinrichtungen bewilligt. Das erfolge im Rahmen des Förderprogramms "Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland", wie Grütters heute in Berlin bekanntgab. Dies komme auch vielen Bau- und Handwerksbetrieben zugute und löse weitere private Investitionen aus. Gefördert werden unter anderem die Slawenburg Raddusch im brandenburgischen Vetschau und Schloss Wilhelmsthal im Wartburg-Kreis (Thüringen). Auch das Melanchthon-Haus in Wittenberg, die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden und das Schloss Schwerin werden unterstützt. Sachsen-Anhalt soll aus den Bundesmitteln eine Förderung von mehr als eine Million Euro erhalten.
Im Rahmen des Förderprogramms brachte der Bund seit 2004 rund 68 Millionen Euro auf. Die ostdeutschen Bundesländer steuerten jeweils mindestens 50 Prozent zu den Projekten bei.

Jüdische Kulturtage erzielen Besucherrekord

Gestiegenes Interesse ist auch Ausdruck der Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft

Rund 28.700 Menschen haben die Jüdischen Kulturtage 2014 in Berlin besucht. Damit erzielte das Festival, das am Sonntag zu Ende geht, einen Besucherrekord, wie die Organisatoren heute mitteilten. Im vergangenen Jahr waren 26.000 Gäste beim größten Festival jüdischer Kunst und Kultur in Deutschland gezählt worden.
Der Besucherrekord sei nicht nur eine Bestätigung für die Künstler, sondern auch Ausdruck der Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft, sagte Hermann Simon, Künstlerischer Leiter der Jüdischen Kulturtage und Direktor des Centrum Judaicum. Die Jüdischen Kulturtage 2014 hätten zudem ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt. Zwei Tage vor dem Abschlusskonzert mit Avishai Cohen betonte der Sprecher der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Ilan Kiesling, die positive Resonanz auf das Festival sei wichtig für die in Deutschland lebenden Juden. Kultur dürfe jedoch nicht "als eine Art Naturschutzgebiet für das Judentum dienen, während außerhalb der Festivals Juden mit unterschwelligen Ressentiments oder offenem Hass konfrontiert werden", sagte Kiesling.

Lübecker Doppelausstellung über Thomas Mann und die bildende Kunst

Buddenbrookhaus präsentiert vor allem Illustrationen zu Texten von Thomas Mann

Der Schriftsteller Thomas Mann und seine Beziehungen zur bildenden Kunst sind Thema einer Doppelausstellung in Lübeck.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) eröffnete am Freitag die Schau "Augen auf!", die bis 6. Januar 2015 im Buddenbrookhaus und im Museum Behnhaus Drägerhaus zu sehen ist.
Das Behnhaus gibt einen Einblick, welche bildenden Künstler Thomas Mann in besonderer Weise geprägt haben. Die Doppelausstellung biete die Chance, neue Facetten und Blickwinkel des Literaturnobelpreisträgers zu entdecken, sagte Grütters.
Zu den Künstlern, die Thomas Mann prägten, zählen Maler wie Hans Thoma, Max Liebermann oder Oskar Kokoschka. Michelangelo und Albrecht Dürer boten ihm Bezüge zu seinem Selbstverständnis als Künstler.
Umgekehrt war auch Thomas Mann selbst Objekt von Künstlern, die ihn in Porträts und Karikaturen darstellten. Illustrationen seines literarischen Werks von Alfred Kubin, Emil Preetorius oder Karl Walser provozierten wiederum Stellungnahmen des Schriftstellers.

Iris Berben erhält Erich-Kästner-Preis in Dresden

Schauspielerin erhält den Preis für ihr Engagement gegen Ausgrenzung

Die Schauspielerin Iris Berben (64) wird in Dresden mit dem Erich-Kästner-Preis ausgezeichnet. Sie nimmt die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung am 21. September auf Schloss Albrechtsberg entgegen, wie der Presseclub Dresden am Freitag mitteilte. Mit Berben werde eine Künstlerin geehrt, die sich mit viel Leidenschaft gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und jede Form der Ausgrenzung engagiere, hieß es zur Begründung. Die Laudatio hält Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Der Preis wird seit 1994 vom Presseclub Dresden verliehen. 2013 wurde der inzwischen gestorbene Kabarettist Dieter Hildebrandt geehrt.

Helmut Schmidt Journalistenpreis geht an ADAC-Enthüller

Ehrungen für besondere Leistungen des Verbraucherjournalismus

Bastian Obermayer und Uwe Ritzer von der "Süddeutschen Zeitung" erhalten in diesem Jahr den mit 15 000 Euro dotierten Helmut Schmidt Journalistenpreis. Das teilte die Bank ING-DiBa am Freitag in Frankfurt/Main mit. Die beiden Autoren hatten in ihrem Beitrag "Abgefahren" im Januar die Manipulationen innerhalb des ADAC bei der Wahl zum Lieblingsauto des Jahres enthüllt. Der zweite Preis (10 000 Euro) ging an den Dokumentarfilmer Marc Bauder, der in seinem Film "Masters of the Universe" Einblick in die Welt der Investmentbanker vermittelt. Den dritten Preis (5000 Euro) gewann das Autorenduo Stefan Aust und Thomas Ammann für die Dokumentation "Der geplünderte Staat", die sich kritisch mit öffentlich-privaten Finanzierungsmodellen auseinandersetzt.
Die ING DiBa schreibt den Helmut Schmidt
Journalistenpreis seit 1996 für besondere Leistungen im Bereich des Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherjournalismus aus, also für Journalismus, der Lebenshilfe gibt und Entscheidungen erleichtert.
Der Preis soll am 23. Oktober in Anwesenheit Helmut Schmidts in Hamburg übergeben werden.

Gedenktafel für Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki in Berlin enthüllt

Ehrung am Haus seiner Kindheit

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) wird in Berlin mit einer Gedenktafel geehrt. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Andrew Ranicki, Sohn des im vergangenen Jahr gestorbenen Autors, enthüllten die Tafel am Freitag an der Güntzelstraße 53 in Berlin-Wilmersdorf. Dort hatte Reich-Ranicki von 1929 bis 1938 mit seinen Eltern gelebt.
Zur Zeremonie kamen auch die Enkelin Carla Ranicki und deren Mutter Ida Thompson sowie Hellmuth Karasek, Reich-Ranickis Mitstreiter in der "ZDF"-Sendung "Das Literarische Quartett".
Es sei an der Zeit, Reich-Ranicki in der Stadt seiner späten Kindheit und Jugend zu würdigen, hatte Wowereit zuvor betont. Berlin habe Reich-Ranicki viel zu verdanken, sein Tod vor knapp einem Jahr habe eine tiefe Lücke gerissen. Er sei nicht nur Deutschlands größter Literaturkritiker, sondern selbst ein Star gewesen.
"Meine Heimat ist die Literatur" - mit diesem Satz erinnert die Tafel an die Vertreibung Reichs-Ranickis aus Berlin 1938, die Flucht mit seiner Frau Teofila aus dem Warschauer Ghetto sowie an seine Karriere bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ab 1958. Vor dem Haus erinnern bereits zwei sogenannte Stolpersteine an Reich-Ranickis Eltern. Sie wurden ebenfalls aus Berlin in das Warschauer Ghetto deportiert und 1942 im Konzentrationslager Treblinka ermordet.

Startenor Peter Seiffert wird als Berliner Kammersänger geehrt

Paraderollen sind Mozart- und Wagnerpartien

Der Tenor Peter Seiffert (60) wird mit dem Titel Berliner Kammersänger geehrt. Die Urkunde solle dem Sänger am 7. Dezember im Anschluss an eine Vorstellung von Richard Wagners "Tannhäuser" von Kulturstaatssekretär Tim Renner überreicht werden, teilte die Deutsche Oper Berlin am Freitag mit. Seiffert sei einer der ganz Großen seines Faches und singe an allen großen Opernhäusern der Welt.
Nach ersten Erfolgen in Düsseldorf und München war er von 1982 bis 1992 im Ensemble der Deutschen Oper Berlin engagiert. Zu seinen Paraderollen gehören neben Mozart-Partien vor allem die großen Rollen aus Richard Wagners Opern. In den letzten Jahren war er in Berlin als Tannhäuser, Siegmund, Otello und Tristan zu erleben.
Der Titel Berliner Kammersänger wird seit 1962 durch den Senat von Berlin verliehen, weitere Titelträger sind u.a. der 2012 verstorbene Bariton Dietrich-Fischer Dieskau und die US-amerikanische Sopranistin Karan Armstrong.

Kolonnade am Neuen Palais in Potsdam wieder eröffnet

Kulturstaatsministerin Monika Grütters: "Ein Meisterwerk"

Nach sechs Jahren Sanierung ist heute die Kolonnade am Neuen Palais im Park von Potsdam-Sanssouci wiedereröffnet worden. Die Wiederherstellung der Kolonnaden sei eines der größten Projekte im Sonderinvestitionsprogramm der Stiftung Preußische Schösser und Gärten Berlin-Brandenburg gewesen, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Die Sanierung der Kolonnaden mit rund 150 Säulen und einem imposanten Triumphtor in der Mitte begann 2008. Das Projekt kostete knapp 25 Millionen Euro, davon 16,5 Millionen aus dem Sonderinvestitionsprogramm. In diesem Programm stehen bis 2017 insgesamt rund 155 Millionen Euro bereit. Es wird aus Mitteln des Bundes sowie der Länder Berlin und Brandenburg finanziert. Die Schlossanlage Neues Palais wurde von Preußenkönig Friedrich II. (1712-1786) gebaut. Sie entstand in Rekordbauzeit nach dem Siebenjährigen Krieg von 1763 bis 1769. Heute ist sie Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Nach Bombentreffern im April 1945 war die Kuppel über dem zentralen Triumphtor eingestürzt. Später blieb das größte Natursteinbauwerk im Park von Sanssouci lange Zeit dem Verfall preisgegeben.

Rektor der Musikhochschule Hanns Eisler tritt zurück

Jörg-Peter Weigle geht aus gesundheitlichen Gründen

Der Rektor der Berliner Musikhochschule Hanns Eisler, Jörg-Peter Weigle, gibt sein Amt auf. Er trete aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung zurück, teilte die Hochschule am Freitag mit. Die erste Prorektorin Birgitta Wollenweber übernehme zunächst seine Aufgaben. Weigle, der erst am 1. April kommissarisch Rektor geworden war, wolle sich wieder seinen Aufgaben als Hochschullehrer für Chordirigieren widmen. Er war bereits von 2008 bis 2012 Rektor der Hochschule. Das Amt soll nun neu ausgeschrieben werden.

"Theater des Jahres" startet mit Gewaltstudie in neue Saison

Die zweite Produktion erforscht das Sex-Leben der Berliner

Das Berliner Maxim Gorki Theater, gerade zum "Theater des Jahres" gekürt, startet mit zwei aufsehenerregenden Produktionen in die neue Spielzeit. Heute Abend feiert auf dem Vorplatz des Theaters "Fallen" Premiere. Für die getanzte Gewaltstudie von Sebastian Nübling und Ives Thuwis wurden dort 70 Tonnen Sand aufgeschüttet. Zehn junge Männer nehmen in der Openair-Aufführung künstlerisch den Kampf mit dem Sand auf. Morgen Abend wird das Stück "Erotic Crisis" uraufgeführt. Darin erforschen die israelische Regisseurin Yael Ronen und ihr Ensemble das Sex-Leben der Berliner, wie das Theater ankündigte.

Schaupieler Donald Sinden ist tot

Sir Donald Sinden war vor allem durch seine Shakespeare-Interpretationen bekannt

Der britische Schauspieler Donald Sinden ist im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in Kent gestorben. Das teilte sein Sohn, der Schauspieler und Regisseur Marc Sinden, heute der britischen Presse mit. Er spielte in 70 Film- und Bühnenproduktionen, darunter in einigen Sitcoms. Sein Leinwanddebüt hatte der Brite 1953 in dem Filmklassiker "Der große Atlantik". Andere TV-Produktionen waren "Das Gespenst von Canterville" (1997), "Fünf gegen den Rest der Welt" (1996), "Ende gut, alles gut" (1981) sowie Gastauftritte in der 1960er-Kultserie "Nummer 6". Donald Alfred Sinden wurde 1923 in Plymouth geboren und wollte eigentlich Architekt werden, bevor er 1942 in einem Amateur-Theater in Brighton entdeckt wurde und sich einer Schauspieltruppe anschloss, die die Soldatentruppen unterhielt.

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