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Kulturnachrichten

Donnerstag, 11. September 2014

Gedenktafel für Marcel Reich-Ranicki in Berlin

Star der Literaturkritik verbrachte dort einen Teil seiner Kindheit

Mit einer Gedenktafel an seinem früheren Wohnhaus erinnert nun auch Berlin an Marcel Reich-Ranicki (1920-2013). Es sei an der Zeit, den Literaturkritiker in der Stadt seiner späten Kindheit und Jugend zu würdigen, erklärte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Donnerstag. Die Tafel soll an diesem Freitag von Wowereit in der Güntzelstraße 53 in Berlin-Wilmersdorf enthüllt werden. In dem Haus hatte Reich-Ranicki von 1934 bis 1938 gelebt.
Zugleich werden im Gedenken an seine in der NS-Zeit ermordeten Eltern vor dem Gebäude zwei sogenannte Stolpersteine übergeben. Dazu werden auch Familienangehörige Reich-Ranickis erwartet.
Berlin habe Reich-Ranicki viel zu verdanken, sein Tod vor knapp einem Jahr habe eine tiefe Lücke gerissen, betonte Wowereit. Er sei nicht nur Deutschlands größter Literaturkritiker, sondern selbst ein Star gewesen.

Barbara Laugwitz wird neue Chefin bei Rowohlt

Vorgänger Alexander Fest bleibt dem Verlag als Berater erhalten

Barbara Laugwitz (43) löst zum 14. September den bisherigen verlegerischen Geschäftsführer des Rowohlt-Verlages, Alexander Fest, ab. Das teilte der Holtzbrinck-Verlag, zu dem Rowohlt gehört, heute mit. Unter der bisherigen Verlagsleiterin wurden zahlreiche Bestseller von Autoren wie Jan Weiler, Eckart von Hirschhausen, Max Moor, Ildikó von Kürthy, Jan Josef Liefers, Iris Radisch und Jennifer Teege veröffentlicht. Alexander Fest werde dem Verlag, den er 13 Jahre lang führte, als «editor at large» erhalten bleiben, hieß es. Er werde die Geschäftsführung beratend unterstützen und viele seiner Autoren weiterhin betreuen.

Fernsehlegende Joachim Fuchsberger ist tot

Joachim "Blacky" Fuchsberger starb im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Grünwald bei München.

Frank Elstner zeigte sich erschüttert: "Ich verliere mit Blacky einen meiner großen Freunde und Förderer und wir alle verlieren mit ihm einen vorbildlichen Menschenfreund. Mit ihm verliert das Publikum einen der letzten großen Allrounder." Auch für die Schauspielerin Karin Dor, mit der zusammen Fuchsberger viel vor der Kamera gearbeitet hatte, war die Nachricht "ein Schlag in die Magengrube".

Fuchsbergers Karriere begann in den 50er Jahren als Radiosprecher, später jagte er im Fernsehen die Mörder von Edgar Wallace. 1977 wurde er Fernsehmoderator und Showmaster mit "Nur nicht nervös werden" ,"Auf los geht's los" und "Heut' abend". Außerdem schrieb er Liedtexte für Udo Jürgens, Howard Carpendale und Jürgen Marcus.
2011 war mit dem Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk geehrt worden.
Abseits der Bühne engagierte sich der alleseits beliebte Fuchsberger für die Belange von Kindern und wurde 1984 erster deutscher Botschafter für die UNICEF. Vor vier Jahren hatte er seinen Sohn Thomas bei einem Unfall verloren.

Bundesbildungsministerin: Etat 2015 um 8,6 % erhöht

1,2 Milliarden Euro mehr im Bildungsetat 2015: Dafür hat Johanna Wanka (CDU) bei den Haushaltsberatungen im Bundestag die Kanzlerin gelobt. Dieses Geld gebe es "Cash", die Globale Minderausgabe sei dabei schon abgerechnet, erklärte sie.

Die Bundesbildungs- und Forschungsministerin reagierte damit offensichtlich auf einen Bericht der Rechnungsprüfer, aus dem der "Tagesspiegel" heute zitiert. Demzufolge sei die Ministerin im kommenden Jahr gezwungen, de facto 480 Millionen Euro für die so genannte Globale Minderausgabe zu verbuchen.
Der enorme Spardruck, so die Rechnungshofprüfer, sorge dafür, dass „die Entscheidung, für welche Zwecke Mittel tatsächlich ausgegeben werden, in bedenklichem Ausmaß auf die Exekutive verlagert" werde, weil nicht die Haushälter, sondern die Beamten des Ministeriums über die Vergabe bzw. Streichung von projektbezogenen Fördermitteln entscheiden.

Platz in Berlin: Für Fromet und Moses Mendelssohn

Der Platz vor der Akademie des Jüdischen Museums in Berlin trägt jetzt die Namen des Philosophen Moses Mendelssohn und seiner Frau Fromet tragen.

Das zuständige Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg teilte mit, das Paar sei mit seiner gleichberechtigten Ehe ein Vorbild für Generationen gewesen.
In dem Berliner Bezirk sollen neue Straßen und Plätze so lange ausschließlich nach Frauen benannt werden, bis eine Quote von 50 Prozent erreicht ist.
Der Ehrung von Fromet Mendelssohn war trotz des Beschlusses eine lange und hitzige Diskussion unter den Abgeordneten vorausgegangen.

Thomas Hengelbrock bleibt Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters

Zusammenarbeit bis 2019 vereinbart

Seit 2011 ist Thomas Hengelbrock (56) Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters. Heute, einen Tag vor Eröffnung der neuen Saison, wurde vereinbart, dass er über das Jahr 2016 hinaus bis zum 30. Juni 2019 dem Orchester verbunden bleibt. "Thomas Hengelbrock lebt Musik. Er ist ein herausragender Dirigent, der mit Charisma und Überzeugungskraft Musiker und Publikum gleichermaßen begeistert», sagte NDR-Intendant Lutz Marmor am Donnerstag in Hamburg. Das NDR-Sinfonieorchester habe sich unter seiner Leitung auf sehr hohem Niveau weiterentwickelt. Mit einem größeren Repertoire und neuen Ideen in der Jugendförderung habe Hengelbrock mit dem Orchester eindrucksvolle Akzente gesetzt.
Hengelbrock, 1958 in Wilhelmshaven geboren, ist als Nachfolger von Christoph Eschenbach und Christoph von Dohnányi seit 2011 Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters. "Ich bin stolz und glücklich, auch in Zukunft Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters zu sein", sagte Hengelbrock. "Vielfalt, Wandlungsfähigkeit und Klangkultur des Ensembles haben mich immer wieder beeindruckt." Das Orchester werde als Residenzorchester einen "herausragenden Beitrag dazu leisten, die Elbphilharmonie mit Musik zu erfüllen".

Offenlegung: Hamburg gibt Einblick in Provenienzforschung

Woher stammt dieses Silberbesteck? Haben wir die kostbare chinesische Vase rechtmäßig erworben? Ob und wie diese Fragen beantwortet werden können, macht Hamburg öffentlich.

Das Museum für Kunst und Gewerbe liefert dazu erstmals Einblicke in die systematische Erforschung der Herkunft seiner Exponate. «Wir wollen nichts behalten, was uns nicht gehört», sagte Direktorin Sabine Schulze. Deshalb will das Museum seinen gesamten Bestand untersuchen. Bei 500.000 Objekten "ein großes Vorhaben", räumte sie ein. Die Ausstellung bis zum 1. November
zeichnet nach, was Provenienzforscher über 100 Exponate herausfinden konnten.
Wir berichten heute ausführlich in "Fazit" ab 23:05 Uhr.

EuGH: Unis dürfen Lehrbücher ungefragt für Leseplätze digitalisieren

Verlage haben Ausgleichsanspruch für Ausdrucken oder Speichern

Uni-Bibliotheken dürfen Lehrbücher auch ohne Zustimmung der Verlage digitalisieren, um sie an elektronischen Leseplätzen bereitzustellen. Falls die Nutzer das Buch aber ausdrucken oder auf einem USB-Stick speichern können, haben die Verlage Anspruch auf einen "angemessenen" finanziellen Ausgleich, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil entschied. Nach Auffassung des Gerichtshof sollen öffentlich zugängliche Bibliotheken grundsätzlich Forschung und private Studien fördern. Deshalb dürfen sie Bücher aus ihrem Bestand digitalisieren und an speziellen Leseterminals anbieten, anstatt entsprechende E-Books erwerben zu müssen. Dieses Recht umfasst laut Urteil aber nicht das kostenlose Ausdruckend oder Speichern der Bücher auf einem Stick. Für solche "Vervielfältigungshandlungen" hätten die Rechteinhaber Anspruch auf einen Ausgleich.
Anlass der Entscheidung ist die Vorlage des Bundesgerichtshofs zum Rechtsstreit zwischen der Uni Darmstadt und dem Eugen Ulmer Verlag. Der Verlag hatte geklagt, weil die Universität eines seiner Bücher digitalisiert und an Leseplätzen angeboten hatte, die das Speichern des Buches auf einem Stick ermöglichte. Das Angebot des Verlags, E-Books zu erwerben, hatte die Uni abgelehnt.

Älteste Zeitung Venezuelas gibt auf

110 Jahre lang erschien "El Impulso" in Venzuela. Nun sei das Papier ausgegangen, gab das Traditionsblatt bekannt.

Grunde für die Einstellung der Zeitung seien aber auch fehlende Anzeigeneinnahmen sowie die steigende Inflation im Land gewesen. In den vergangenen Monaten mussten große Zeitungen in Venezuela die Anzahl ihrer Seiten deutlich reduzieren, mindestens neun Regionalzeitungen stellten laut der journalistischen Überwachungsorganisation "Public Space2" ihren Betrieb komplett ein.

Zeppelin-Universität: Präsident Jansen gibt Amt vor der Zeit auf

Das "von den Gesellschaftern eingeführte universitäre Vergütungssystem" sei "nicht ursächlich für die Rückzugsentscheidung", schrieb Stephan Jansen zu seinem Rücktritt mit sofortiger Wirkung. Eigentlich geplant war, das Präsidentenamt im kommenden Jahr abzugeben.

Laut einer Mitteilung der privaten Hochschule in Friedrichshafen will Jansen sich wieder Forschung und Lehre widmen. Jansen ist auch Professor für Strategische Organisation und Finanzierung.
Mitte August hatte die Trägerstiftung der Universität Kanzler Niels Helle-Meyer abberufen. Dagegen hatten mehrere Professoren und Mitarbeiter protestiert und dabei auch Jansens Führungsstil kritisiert. Der "Spiegel" mutmaßt, Jansens plötzlicher Rückzug sei nicht "völlig freiwillig" gewesen. Jansen habe beispielsweise Bonuszahlungen an Professoren in Höhe von bis zu fünf Prozent eingeworbener Drittmittel als "ganz normale, leistungsbezogene Zulage" verteidigt. Und das, obwohl die Zeppelin-Universität Medienberichten zufolge mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat.

Eine neue Führung der Hochschule soll bis Jahresende ernannt werden. Bis dahin führt Vizepräsident Alfred Kieser die Universität kommissarisch. Jansen war kurz nach der Gründung der Hochschule 2003 zu deren Präsidenten ernannt worden. 2015 will er an die amerikanische Stanford-Universität gehen.

Urteil in Indien: Beisetzung nicht getrennt nach Kasten

Das Gericht im Bundesstaates Rajasthan begründet sein Urteil mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Das meldet "The Hindu".

Demnach dürfen die staatlichen Krematorien die Toten nicht mehr getrennt nach Kasten einäschern.
Bislang gibt es in Indien für jede Kaste separate Feuerbestattungsanlagen bzw Verbote für bestimmte Kastenzugehörige.
Laut indischer Verfassung von 1950 darf niemand wegen seiner "Religion, Rasse, Kaste, seines Geschlecht oder des Geburtsorts" diskriminiert werden.

Frankfurter Philiosophicum: Im nächsten Wintersemester Studentenwohnheim

Das Frankfurter Philosophicum wird nicht zum Wohnhochhaus für gut Situierte. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Zum Wintersemester 2015/16 sollen Studenten in das denkmalgeschützte Seminargebäude einziehen.

270 Appartements sind geplant. Dazu wird die städtische Wohnungsgesellschaft ABG das Haus für 8,2 Millionen Euro an das Unternehmen RMW verkaufen. Es soll saniert und durch einen Anbau erweitert werden. Im Erdgeschoss sind eine Kita und ein Café geplant.
Zuvor war eine Bürgerinitiative mit ihrem Projekt gescheitert, in dem Gebäude ein Sozialprojekt einzurichten.

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