Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Samstag, 14.12.2019
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Kulturnachrichten

Montag, 8. September 2014

Denkmalwettbewerb für Retter polnischer Juden ausgelobt

Holocaust-Überlebende wollen ihren Rettern ein Denkmal in Warschau setzen.

Heute wurde der internationale Wettbewerb zur Gestaltung des Projekts ausgelobt. Architekten können bis zum 5. Dezember ihre Vorschläge einreichen, teilten die Organisatoren in Warschau mit. Der endgültige Sieger steht dann Mitte April fest. Initiator des Denkmalprojekts ist der Holocaust-Überlebende Zygmunt Rolat. Er wanderte nach dem Krieg in die USA aus und engagiert sich seit Jahren für Kultureinrichtungen in Polen, darunter auch das Museum der Geschichte der polnischen Juden. Das Denkmal soll in unmittelbarer Nähe des Museums auf dem Gelände des ehemaligen Warschauer Ghettos gebaut werden. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte in Polen die größte jüdische Diaspora Europas, etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung.

Aufführungsrekord "Tschick" überholt Goethe und Schiller

Die Jugendgeschichte «Tschick» ist zum Lieblingsstück an deutschen Bühnen avanciert.

Die Ausreißergeschichte «Tschick» nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf hat an einen Aufführungsrekord aufgestellt und dabei sogar Goethe und Schiller überholt. Das auch bei Erwachsenen beliebte Jugendstück sei in der Saison 2012/13 in 29 Inszenierungen 764 Mal gespielt worden, teilte der Deutsche Bühnenverein mit. Goethes «Faust» steht zwar bei der Zahl der Inszenierungen (43) weiterhin an der Spitze, kam aber nur auf 380 Aufführungen. Die meisten Besucher hatten die bundesweit 24 Inszenierungen von Schillers «Kabale und Liebe». Die Freundschaftsgeschichte «Tschick» - das Stück über zwei Jungs aus Berlin - wird eher auf kleinen Studiobühnen gespielt wird. Der Ansturm auf das Staatsschauspiel Dresden und das Deutsche Theater in Berlin war aber so groß, dass die Inszenierungen in größere Säle verlegt werden mussten. Der an einen unheilbaren Hirntumor erkrankte Bestsellerautor Herrndorf hatte sich 2013 das Leben genommen.

Tübkes Bauernkriegspanorama: Millionen Besucher in einem Vierteljahrhundert

Das thüringische Bad Frankenhausen hat in den 25 Jahren seines Bestehens 2,6 Millionen Betrachter von Werner Tübkes Bauernkriegspanorama gezählt.

Über 14 Prozent der Gäste kamen aus dem Ausland, insbesondere aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden, teilte die Stadt mit.
Das Museum war am 14. September 1989 als Prestigeobjekt der DDR im
Beisein von Partei- und Staatsfunktionären eröffnet worden. Werner Tübke
hatte sein Werk bereits im Oktober 1987 fertiggestellt. Für sein Gemälde stand der Leipziger Maler seit 1976 bei der DDR-Führung unter Vertrag.

Dennis Scheck macht noch mehr Fernsehen: Literaturkritiker jetzt auch beim SWR

Der 49jährige wird im Wechsel mit Felicitas von Lovenberg die wöchentliche Sendung "lesenswert" moderieren. Das teilte der SWR mit.

Schecks Premiere wird am Donnerstag, den 11. September ausgestrahlt. Wie der Sender überdies mitteilte, sollen zukünftig mehr Filme über das Leben und Schaffen der jeweiligen Gäste gezeigt
werden. Erster Gast von Scheck ist der österreichische Autor Wolf
Haas, dessen neuer Roman «Brennerova» gerade herausgekommen ist. Die
Moderation der ARD-Literatursendung «druckfrisch» behält Scheck bei.

Sibylle Lewitscharoff mokiert sich: Über ältere Menschen im Sommerdress

"Ältere Männer zeigen Beine von schwer zu beschreibender Hässlichkeit" und viele Frauen in leichter Kleidung seien "alt oder fettleibig oder sonst irgendwie unschön geformt", schreibt die Büchner-Preisträgerin in der Süddeutschen Zeitung.

Lob gab es für die Frau mit Tradition: "Allesamt schwarz. Mit weißem Kragen, der von einer
Brosche gehalten wurde. Die Haare zum Knoten gebunden, keine albernen
Kurzhaarfrisuren. Würdig, respektgebietend, schön."
Die 60jährige Lewitscharoff hatte Anfang März mit einer Rede im Staatsschauspiel Dresden für einen Eklat gesorgt, als sie künstlische Befruchtung als "Fortpflanzungsgemurkse" und so gezeugte Kinder als "Halbwesen" bezeichnet hatte.

Ausgeprägter Kinderwunsch bei jungen Erwachsenen in Deutschland

Die große Mehrheit der jungen Deutschen wünscht sich Kinder.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Zeitschrift «Neon» bei 18- bis 35-Jährigen. Neun von zehn der kinderlosen Befragten gaben an, ein Kind haben zu wollen, das sind 88 Prozent. - Bei einer gleichen Studie aus dem Jahr 2005 waren es noch 70 Prozent. Dabei ist der ausdrückliche Kinderwunsch in Westdeutschland mit 63 Prozent deutlich ausgeprägter als bei den Ostdeutschen mit 47 Prozent. Die elf Prozent, die angaben, «auf keinen Fall» ein Kind haben zu wollen, fürchten in erster Linie, dass ihre Freiheit eingeschränkt werden würde.

Wettbewerb Verfemte Musik: Noch nie so viele Teilnehmer wie in diesem Jahr

Rund 80 junge Musiker aus 21 Ländern werden Anfang Oktober in Schwerin erwartet. Das teilte der Veranstalter mit.

Eingebettet in den Wettbewerb, der zum sechsten Mal stattfindet, ist ein dreiwöchiges Festiva. Es wird am kommenden Montag mit einem Konzert der
Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin eröffnet. Der mecklenburg-vorpommersche
Landesverband "Jeunesses Musicales" als Veranstalter erwartet zudem Zeitzeugen, die in Schulen im ganzen Land von ihrem Schicksal erzählen werden. Eingeladen ist unter anderem die Cellistin Anita Lasker-Wallfisch, eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters im KZ Auschwitz. Lasker-Wallfisch ist Ehrenvorsitzende der Wettbewerbsjury. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt.

Weltweite Lesung für Edward Snowden

Das Internationale Literaturfestival Berlin hat für zu einer weltweiten Lesung für Edward Snowden aufgerufen.

Vorgetragen werden Texte zum Thema Überwachung. So hat die Schrifststellerin Elfriede Jelinek aus einem Interview von Edward Snowden vorgelesen. Ziel der weltweit stattfindenden Veranstaltung sind die Anerkennung der Bedeutung der Enthüllungen durch Edward Snowden für die Demokratie im digitalen Zeitalter. Außerdem soll für Edward Snowden durch Rücknahme aller Beschuldigungen und rechtlichen Schritte der US-amerikanischen Regierung wieder ein Leben in Freiheit möglich sein. Bis dahin sollen die Mitgliedsstaaten der EU Edward Snowden Asyl anbieten. Das Internationale Literaturfestival Berlin beginnt übermorgen.

Gesicht der ersten Fernsehjahre: Moderatorin Ruth Kappelsberger gestorben

Die Münchnerin starb nach Angaben des Bayerischen Rundfunks mit 86 Jahren.

Sie gehörte zu den ersten Ansagerinnen des Deutschen Fernsehens. Nach der Schauspielschule hatte sie Engagements an Boulevardbühnen, spielte in diversen Heimatfilmen und arbeitete für das Kabarett "Schaubude". 1946 begann sie beim Hörfunk. 1954 war sie das erste Mal im Fernsehen zu sehen.
1966 hatte Kappelsberger den im Januar gestorbenen Sänger Fred Bertelmann geheiratet. Von 1978 bis 1984 saß sie als Parteilose im Kreistag von Starnberg.

1700 Jahre altes Grabmal in Augsburg entdeckt

Bei Ausgrabungen ist das vollständig erhaltene antike Grabmal zweier römischer Kinder gefunden worden.

Archäologen stießen jetzt auf den zweieinhalb Meter hohen Grabstein auf dem antiken Friedhof, der vor zwei Jahren beim Bau eines Gesundheitszentrums am Krankenhaus Vincentinum entdeckt worden war. «Das ist ein sensationeller Fund», sagte ein Sprecher der Augsburger Kunstsammlung. Der Friedhof am Ostrand der Stadt war vermutlich durch ein Hochwasser im Mittelalter mit einer drei Meter dicken Kieselschicht bedeckt worden.

US-Museum zeigt Soldaten-T-Shirt von Einsatz gegen Bin Laden

Im New Yorker Museum zum Gedenken an die Anschläge vom 11. September 2001 wird ein umstrittenes Ausstellungsstück gezeigt.

Es ist ein T-Shirt, das ein Angehöriger der US-Spezialeinheit Seal während des Geheimeinsatzes gegen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden trug. Das schwarz-braune Shirt mit der US-Flagge auf einem Ärmel ist Teil einer Sonderausstellung zur langjährigen Jagd auf den Gründer des Terrornetzwerks. Im Mai 2011 wurde bin Laden in seinem Versteck im pakistanischen Abbottabad von dem Seal-Kommando erschossen. Das US-Magazin "Newsweek" kritisierte die Ausstellung des T-Shirts. Es sei unpassend, den Beweis des Sieges an einem Ort auszustellen, der ein Raum der Trauer und des stillen Gedenkens sein sollte. Das Museum erklärte dagegen, die Ausstellung ehre den Mut und die Opfer der US-Soldaten. Neben dem T-Shirt wird auch ein Ziegelstein aus Bin Ladens Villa in Abbottabad gezeigt.

Kein Schlamm in den Barrier-Reef-Nationalpark

Das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Great Barrier Reef wird weiter geschützt.

Die umstrittene Entsorgung von drei Millionen Kubikmeter Meeresschlamm im Gebiet um das einzigartige Riff vor Australien ist vom Tisch. Die Regierung des Staates Queensland billigte nach Protesten von Umweltschützern einen Alternativplan zur Erweiterung des Kohlehafens Abbot Point. Der Schlamm vom Meeresboden, der dabei ausgehoben wird, soll stattdessen an Land verwendet werden, sagte Ministerpräsident Newman. Dadurch würden einerseits die einzigartigen Werte des Great Barrier Reef geschützt und andererseits die stufenweise Entwicklung des wichtigen Hafens Abbot Point ermöglicht. Eine staatliche Firma hatte 2013 von Bundesumweltminister Hunt die Genehmigung erhalten, den Schlamm in den Meeresnationalpark zu kippen. Umweltschützer hatten gegen den ursprünglichen Plan geklagt, weil dadurch ihrer Ansicht nach eines der fragilsten Ökosysteme des Planeten noch weiter bedroht wird. Sie fürchteten, dass die Sedimente die Korallen völlig überdecken würden. Zudem würde der zusätzliche Schiffsverkehr die Gefahr von Unfällen erhöhen, bei denen Öl in den Nationalpark auslaufen könnte. Die Arbeiten für den Ausbau des Kohlehafens sollen im Juni 2015 beginnen. Das Great Barrier Reef wurde im Jahr 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Göttinnen der Anmut wieder auf dem Neuen Palais

Die Figurengruppe der drei Grazien ist nach umfangreicher Restaurierung seit heute wieder auf dem Neuen Palais in Potsdam-Sanssouci zu sehen.

Die Göttinnen der Anmut tragen auf einem Kissen die Königskrone und leuchten wie einst golden. Die Restaurierung kostete nach Angaben der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg rund 430 000 Euro. Das Geld stammt aus dem Sonderinvestitionsprogramm des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg für die preußischen Schlösser. Das Neue Palais ist das größte und prunkvollste der von Preußenkönig Friedrich II. gebauten Schlösser.

Vatikan plant Ausstellung zur Reformation

Die Schau mit dem Thema "Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt" findet anlässlich des Reformationsgedenkjahres 2017 statt.

An dem Projekt beteiligen sich die vatikanischen Museen und weitere Institutionen und Sammlungen. Über das Projekt soll es Mitte Oktober eine Fachtagung mit Historikern, Kunsthistorikern und Theologen in Mannheim geben. Zu den Teilnehmern gehören unter anderem der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, der frühere EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber, der evangelische Kirchenhistoriker und frühere Präsident der Berliner Humboldt-Universität Christoph Johannes Markschies, sowie der zuständige Direktor der Vatikanischen Museen, Arnold Nesselrath. Einzelheiten über das Ausstellungsvorhaben stehen noch nicht fest. Erste Details wollen die Organisatoren am 16. Oktober vorstellen.

Kulturnachrichten hören

September 2014
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur