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Kulturnachrichten

Mittwoch, 3. September 2014

Charakterdarsteller Gottfried John gestorben

Bond-Bösewicht und Fassbinder-Schauspieler erlag seinem Krebsleiden

Der Schauspieler Gottfried John starb bereits am Montag im Alter von 72 Jahren in der Nähe von München. Der gebürtige Berliner John lebte lange in Utting am Ammersee. Prägend für ihn war die Zusammenarbeit mit Regisseur Rainer Werner Fassbinder, der ihn 1972 für den ARD-Fünfteiler «Acht Stunden sind kein Tag» als Hauptdarsteller engagierte. Lange blieb der Schauspieler mit dem markanten Gesicht Fassbinder und dem Neuen Deutschen Film treu, spielte etwa auch in «Die Ehe der Maria Braun» oder in «Lili Marleen» mit. Einer seiner größten internationalen Erfolge war 1995 die Rolle als Bösewicht im 17. James-Bond-Film «Goldeneye» als Gegenspieler von Pierce Brosnan. WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte John: «Unvergessen bleibt seine wunderbare Darstellung in Fassbinders «Berlin Alexanderplatz». Wir werden Gottfried John in Erinnerung behalten als einen großen Charakterdarsteller - und als einen ebenso bescheidenen wie warmherzigen Menschen.»

Bildungsministerium: Kein Ehrendoktor für Snowden in Rostock

Nachweis der besonderen wissenschaftliche Leistung fehlt

Der US-Whistleblower Edward Snowden wird doch kein Ehrendoktor der Universität Rostock. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) bestätigte am Mittwoch, dass die durch Uni-Rektor Wolfgang Schareck gemachten Beanstandungen rechtmäßig sind. Schareck hatte im Mai sein Veto eingelegt gegen den Beschluss der Philosophischen Fakultät, Snowden die Ehrendoktorwürde zu verleihen.
Es sei unbestreitbar, dass das Handeln Snowdens ein hohes Maß an Courage erfordert und «unser Wissen über geheimdienstliche Tätigkeiten stark verändert hat», sagte Brodkorb. Das Landeshochschulgesetz stelle im Vergleich zu den Gesetzen anderer Bundesländer aber besonders hohe Anforderungen an die Ehrenpromotion.
Während anderswo auch Personen geehrt werden können, die sich um Demokratie, Kultur oder Wissenschaft verdient gemacht haben, müssten für Ehrenpromotionen in Mecklenburg-Vorpommern eigenständige "besondere wissenschaftliche Leistungen" nachgewiesen werden. Diesen Nachweis habe die Philosophische Fakultät "nicht in hinreichender Weise" geführt.
Vor rund einem Jahr hatte Snowden die Überwachungs- und Spionagetätigkeiten von Diensten in den USA und Großbritannien öffentlich gemacht. Seine Enthüllungen lösten weltweite Empörung aus.

Peter Fox eröffnet Trommel-Schule in Berlin

Ausbildung nach US-Vorbild

Der Musiker Peter Fox eröffnet eine Trommel-Schule in Berlin. Ziel sei es, "die in Deutschland kaum verbreitete Art des Showtrommelns zu unterrichten", heißt es auf der Homepage von BÄM, der "Berliner Äcademy für Marching Drums". Die Ausbildung nach US-Vorbild richte sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene um etwa bei Straßenumzügen,Sportveranstaltungen und eigenen Bühnen-Shows aufzutreten.
Pierre Baigorry, wie Peter Fox eigentlich heißt, wollte am Mittwochabend bei der Eröffnungsparty der Berlin Music Week höchstpersönlich Spenden sammeln. Damit würden etwa Stipendien für Kinder finanziert, deren Eltern sich den Unterricht nicht leisten können. Die Schule in Berlin-Kreuzberg soll noch im September eröffnen.

Rheingau Literatur Preis geht an Stephanie Bart

Debütroman «Deutscher Meister» erzählt die wahre Geschichte des Berliner Boxers Johann Rukelie Trollmann

Der maßgeblich vom Rheingau Musik Festival und hessischen Kunstministerium finanzierte Preis ist mit 11 111 Euro und 111 Flaschen Rheingauer Wein dotiert. Die 1965 in Esslingen am Neckar geborene Bart zeichnet nach Ansicht der Jury in ihrem Roman ein Gesellschaftsbild, «in dem die Schrecken der noch jungen Naziherrschaft ebenso abgebildet werden wie die grotesken Aspekte der vorauseilenden «Gleichschaltung» in einem deutschen Sportverband». In ihrem Buch erzählt die Autorin die wahre Geschichte des Berliner Boxers Johann Rukelie Trollmann. Er hatte 1933 Anspruch auf einen deutschen Titelkampf, war aber als Angehöriger der Sinti den neuen NS-Machthabern nicht genehm. Bart hat für ihren Roman jahrelang recherchiert und lässt eine Vielzahl von Stimmen in dem Buch zu Wort kommen. Der Preis wird am 28. September im Rahmen des Rheingau Literatur Festivals auf Burg Schwarzenstein verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Robert Gernhardt, Clemens Meyer, Ursula Krechel, Christoph Peters, Josef Haslinger, Sten Nadolny und Ralph Dutli.

Islamischer Friedenspreis für Wiener Historikerin und Berliner Rabbiner

Auszeichnung wird für Engagement für Versöhnung von Juden und Muslimen vergeben

Die Wiener Historikerin Valeria Heuberger und der Berliner Rabbiner Tovia Ben-Chorin werden mit dem Friedenspreis des Zentralinstituts Islam Archiv Deutschland geehrt. Der undotierte Muhammad-Nafi-Tschelebi-Preis wird für die Förderung des Dialogs zwischen Juden, Christen und Muslimen verliehen, wie das Zentralinstitut am Mittwoch in Soest mitteilte. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr am 26. Oktober in Paderborn übergeben. Heuberger habe sich in Österreich für die Eingliederung von Muslimen stark gemacht, begründete Islam-Archiv-Leiter Salim Abdullah die Entscheidung. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Balkankommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat sich in Lehrveranstaltungen und Veröffentlichungen mit der Geschichte des Islams in Südosteuropa und Osterreich befasst.
Rabbiner Ben-Chorin erhält die Auszeichnung für sein Engagement für die Versöhnung von Juden und Muslimen, sagte Abdullah. Der Sohn des jüdischen Religionswissenschaftlers Schalom Ben-Chorin gibt weltweit Seminare und ist im jüdischen, christlichen und muslimischen Trialog engagiert. Ben-Chorin ist Direktoriumsmitglied des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam sowie Dozent in der Ausbildung für Rabbiner und Kantoren. Der seit Ende der 90er Jahre vergebene Preis ist nach dem Syrer Muhammad Nafi Tschelebi benannt, der das Zentralinstitut 1927 in Berlin gründete. Zu den bisherigen Preisträgern gehören etwa die frühere Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John, der ehemalige Generalsekretär des Weltkirchenrates, Konrad Raiser, und Rabbiner Henry G. Brandt aus Augsburg.

Netflix kommt! Deutschland in Alarmstimmung

USA-Platzhirsch unter den Online-Videotheken startet im September

In dem noch jungen Geschäft mit dem Videostreaming von Filmen und Serien aus dem Internet herrscht in Deutschland Alarmstimmung. Die Anbieter bereiteten sich vor dem für September anvisierten Start des Branchenpioniers ganz offensichtlich auf einen Ernstfall vor. Amazon preschte mit einem Jahresabo für 49 Euro in seinem «Prime»-Angebot vor. Beim Bezahlsender Sky fängt der Preis für den Streaming-Dienst Snap jetzt bei 3,99 Euro an statt zuvor 9,90 Euro. Soviel ist schon mal klar: Netflix steht hierzulande vor einer großen Herausforderung. Der US-Überflieger trifft mit einem noch schmalen Start-Angebot auf einen bereits dicht bevölkerten Markt mit gut vorbereiteten Rivalen. Außerdem ist die Ausgangsposition in Deutschland mit vielen frei empfangbaren Programmen ohnehin deutlich ungünstiger für Pay-TV-Angebote als im Heimatmarkt, wo kaum etwas ohne ein teures Kabel- oder Satelliten-Abo geht. Allerdings wäre es viel zu früh, Netflix abzuschreiben. Denn das Startup hat in den USA bewiesen, wie es sich in einem hart umkämpften Markt durchbeißen kann.

Universität Tübingen verleiht Ehrensenatorenwürde

Evangelische Reformationsbotschafterin Margot Käßmann wird Ehrensenatorin

Die feierliche Einführung der evangelischen Theologin in das Hochschulgremium findet am 15. Oktober statt, wie eine Hochschulsprecherin mitteilte. Zu den derzeit 32 Ehrensenatoren, die auf Lebenszeit berufen sind, gehören der frühere Bundespräsident Horst Köhler, der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel und der Schriftsteller Peter Härtling. Einzige Frau ist bisher die Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Die Universität Tübingen verleiht die Ehrensenatorenwürde eigenen Angaben zufolge an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und gesellschaftliche Verständigung verdient gemacht haben.

5. Berlin Music Week - Festival an neuem Standort

Konzerte, Partys, Konferenzen: Zehntausende Musikfans feiern an der Spree

Heute beginnt die 5. Berlin Music Week. Experten diskutieren auf Konferenzen, Newcomer spielen in Kiez-Clubs und Straßenmusiker hoffen auf den Durchbruch. Unter dem Motto «Music Released» soll es im Konferenzteil um die Veränderung der Musikwirtschaft im Zuge der Digitalisierung und globalen Vernetzung gehen. Höhepunkt und Abschluss bildet am Wochenende das Berlin Festival, bei dem unter anderen Woodkid, Editors, Neneh Cherry, K.I.Z. oder Moderat auf der Bühne stehen. Das Spektakel kehrt dem weitläufigen Tempelhofer Feld den Rücken. In diesem Jahr wird erstmals im Arena-Park gefeiert, wer möchte 48 Stunden nonstop. Insgesamt wird es rund 100 Veranstaltungen mit mehr als 200 Experten aus 30 Ländern geben. Zum Abschluss wird am Sonntag außerdem der New Music Award verliehen.

3000 Jahre alte Bronzewerkstatt bei Preußlitz entdeckt

Archäologen erhoffen neue Erkenntnisse zum Wirtschaftssystem während der Bronzezeit

Während Bronzefunde häufiger vorkämen, werde eine Bronzewerkstatt selten gefunden, teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie mit. Das Areal bei Preußlitz wird heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben Bronzegussformen für Nadeln und Sicheln wurden auch die Spuren eines Kreisgrabens freigelegt. Das Bauwerk diente als Schutzwall. Zusammen mit bereits früher in unmittelbarer Umgebung des Areals entdeckten bronzenen Sicheln und Geräten erhoffen sich die Archäologen neue Erkenntnisse zum Wirtschaftssystem der Region während der Bronzezeit. Die Grabungen erfolgen bis Jahresende vor dem Bau einer 37 Kilometer langen Flüssiggasleitung zwischen Landsberg-Peißen (Salzlandkreis) und Bitterfeld-Wolfen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld).

«Unesco-Welterbe Harz» Streit um Bezeichnung

Unesco-Komission fürchtet falschen Eindruck

Die Kurzbezeichnung «Unesco-Welterbe Harz» ist nach Darstellung der deutschen Unesco-Kommission unzulässig. Dadurch werde der falsche Eindruck erweckt, die Unesco habe den gesamten Harz als Welterbe anerkannt, sagte ein Sprecher der Kommission in Bonn. Die Harzer Welterbestiftung sei deshalb aufgefordert, die Kurzbezeichnung nicht mehr zu verwenden. Ein Stiftungssprecher in Goslar sagte, der offizielle Titel «Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft» werde, obwohl er recht umständlich sei, selbstverständlich weiter verwendet. Als Marketing-Dachmarke zum Beispiel für Prospekte und Broschüren habe eine kürzere Bezeichnung allerdings viele Vorteile.

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