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Freitag, 30.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 30. Oktober 2020

Auch Museen müssen im November schließen

Die Kultusminister der Bundesländer haben verfügt, dass auch Museen in den nächsten vier Wochen geschlossen bleiben. Das geht laut der Deutschen Presse-Agentur aus einem Beschluss hervor, den die Ressortchefs in einer Konferenzschaltung fassten. In der Vereinbarung von Bund und Ländern zur Verschärfung der Corona-Einschränkungen wurden die Museen bislang nicht explizit erwähnt. Vorgesehen ist offenbar auch, dass der Probebetrieb in den Theatern weitergehen kann. Damit soll ermöglicht werden, dass der Spielbetrieb im Dezember auch wieder aufgenommen werden kann. Bibliotheken, Archive und Musikschulen dürfen geöffnet bleiben.

Internationaler Hochhauspreis geht nach Schweden

Als weltweit innovativster Wolkenkratzer sind die Doppel-Türme "Norra Tornen" in der schwedischen Hauptstadt Stockholm ausgezeichnet worden. Das Wohngebäude erhielt in Frankfurt am Main den Internationalen Hochhauspreis. Die Jury hob die kastenartigen Betonfertigteilelemente hervor, mit denen die Fassaden der bis zu 125 Meter hohen "Nördlichen Türme" rings herum bestückt sind. Es handele sich um zeitlos-wegweisende Architektur, die einen Beitrag zu einem stimmigen Stadtgefüge leiste. Im Finale war auch ein Neubau im Frankfurter Bankenviertel, der "Omniturm" des dänischen Architekten Bjarke Ingels. Das Gebäude mit seinem charakteristischen Hüftschwung gehört damit nach Ansicht der Jury immerhin zu den fünf besten Wolkenkratzern der Welt. Der Hochhauspreis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt, dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank vergeben.

Reformplan für Stiftung Preußischer Kulturbesitz bis Sommer

Die Reformkommission für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) will bis zum Sommer 2021 eine Entscheidung zur künftigen Ausrichtung vorlegen. Darauf haben sich die Mitglieder auf ihrer ersten Sitzung verständigt. Das teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mit. Es sei ihr wichtig, dass in die Reformdebatte nicht nur die Leitung der SPK und die Länder, sondern auch die Direktorinnen und Direktoren der Einrichtungen und die Mitarbeiter aktiv eingebunden würden, erklärte Grütters. Gemeinsames Ziel sei es, die Stiftung modern und zukunftsfähig zu gestalten, damit die Museen und Kultureinrichtungen ihr Potenzial besser entfalten können. Anfang Juli hatte der Wissenschaftsrat der Institution dringenden Reformbedarf attestiert und deshalb deren Auflösung in ihrer jetzigen Form empfohlen. Die einzelnen Häuser sollen künftig bei personellen, finanziellen und strukturellen Belangen eigenständiger werden.

New Yorker Brooklyn Museum versteigert Werke

In der Corona-Krise hat das New Yorker Brooklyn Museum zahlreiche Werke versteigert, darunter ein Esstisch des italienischen Designers Carlo Mollino. Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, brachte die Versteigerung insgesamt umgerechnet rund elf Millionen Euro ein. Das Museum hatte die Werke freigegeben, um in der Corona-Krise die Instandhaltung der restlichen Sammlung gewährleisten zu können. Das Baltimore Museum zog seine Werke dagegen nur wenige Stunden vor der Auktion wieder zurück. Medienberichten zufolge hatten zuvor einflussreiche Unterstützer des Museums mit dem Stopp von Spenden gedroht.

Goncourt-Akademie will Literaturpreis verschieben

Nach den neu verhängten Ausgangsbeschränkungen in Frankreich behält sich die renommierte Académie Goncourt vor, ihren begehrten Literaturpreis zu verschieben. Sollten die Buchhandlungen zum Zeitpunkt der Bekanntgabe geschlossen bleiben, werde man aus Solidarität zu ihnen den Prix Goncourt verschieben, teilte die Akademie mit. Der Preisträger der prestigeträchtigen Literaturauszeichnung soll am 10. November bekanntgegeben werden. Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle soll in Frankreich ab Freitag bis zum 1. Dezember wieder ein landesweiter Lockdown gelten. Nur wichtige Wirtschaftszweige, der öffentliche Dienst und Schulen bis zur Mittelstufe sollen geöffnet bleiben. Der Prix Goncourt ist zwar nur mit symbolischen 10 Euro dotiert, kurbelt vor allem aber die Verkaufszahlen an.

Kunstbiennale "Manifesta" in Marseille schließt vorzeitig

Die Kunstbiennale "Manifesta 13" in Marseille muss wegen der französischen Corona Restriktionen vorzeitig beendet werden. Die Veranstalter teilten mit, dass die Ausstellung für zeitgenössische Kunst heute um 18 Uhr geschlossen wird. In den nächsten Tagen sollen Pläne für ein digitales Format bekannt gegeben werden. Ursprünglich sollte die "Manifesta 13" bis zum 29. November für Publikum geöffnet sein. Sie ist die zweitgrößte Kunstbiennale in Europa und findet nomadisch alle zwei Jahre in einer anderen Stadt statt.

Experiment zeigt: Konzerte in Hallen sind möglich

Kultur- oder Sportveranstaltungen können unter bestimmten Voraussetzungen auch in einer Pandemie in großen Hallen mit Publikum stattfinden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer Studie unter dem Motto "Restart 19", deren Ergebnisse in Halle vorgestellt wurden. Grundlage für die Studie war ein Konzert-Experiment im Sommer in der Arena Leipzig mit Tim Bendzko und 1.400 freiwilligen Teilnehmern. Das A und O sei eine gute Belüfttechnik, die die Luft regelmäßig austausche, so der Studienleiter Stefan Moritz von der Universitätsmedizin Halle. Unabdingbar sei außerdem die strenge Einhaltung von Abstandsregeln, eine Maskenpflicht während der gesamten Veranstaltung und Sitzplätze. Die Zahl der Besucher müsse dem aktuellen Infektionsgeschehen angepasst werden.

Erben fordern Rückgabe von Kandinsky-Bild

Die Erben der jüdischen Familie Lewenstein haben vor einem Amsterdamer Gericht die Rückgabe eines Gemäldes von Wassily Kandinsky gefordert. Das "Bild mit Häusern" von 1909 sei 1940 unter Druck des Nazi-Regimes dem Stedelijk Museum verkauft worden, gemeinsam mit einem anderen Kandinsky-Werk. "Das bunte Leben" hängt heute im Münchner Lenbachhaus und wird auch von den Erben zurückfordert. Sie wollen, dass das Gericht eine Entscheidung der staatlichen Rückgabe-Kommission für ungültig erklärt. Diese hatte 2018 den Anspruch der Erben abgewiesen. Das Bild sei auch wegen finanzieller Schwierigkeiten der Lewensteins verkauft worden. Das Interesse des Museums wiege schwerer als das der Erben. Der Spruch aber verstößt nach Ansicht der Kläger gegen die sogenannten Washingtoner Prinzipien zum Umgang mit NS-Raubkunst.

PEN kritisiert Erdogan-Äußerungen scharf

Das PEN-Zentrum Deutschland hat Äußerungen einiger islamischer Staatschefs im Zusammenhang mit der Enthauptung des französischen Lehrers Samuel Paty scharf kritisiert. Statt den abscheulichen Mord zu verurteilen, protestierten sie gegen die von der französischen Verfassung garantierten Rechte und Freiheiten und gegen die Menschenrechte. Das erklärte die Schriftstellervereinigung in Darmstadt. Damit attackierten der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, die Führung der Islamischen Republik Iran "und anderer despotischer Regime" auch das Grundgesetz und den Rechtsstaat. Samuel Paty war vor zwei Wochen getötet worden, weil er im Unterricht die Mohammed-Karikaturen behandelt hatte.

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