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Samstag, 23.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Montag, 16. August 2021

Entscheidung zu Fotoinstitut auf nach der Wahl vertagt

Die Entscheidung über ein Bundesinstitut für Fotografie ist auf einen Zeitpunkt nach der Bundestagswahl im September verschoben worden. Grund ist offenbar die immer noch umstrittene Standortfrage. Sowohl Düsseldorf als auch Essen wollen das von Kulturstaatsministerin Monika Grütters vorangetriebene Projekt bei sich ansiedeln. Zu einem möglichen dritten Standort als Alternative für die zerstrittenen Bewerber gab es nach einem Gespräch in Berlin zunächst keine Informationen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. In einer Mitteilung von Grütters hieß es aber, in einem offenen Austausch sei erneut deutlich geworden, dass die drängenden Fragen zu Erhalt, Pflege und Vermittlung des fotografischen Kulturerbes nicht durch eine Standortdebatte überlagert werden dürfen. In einem Bundesinstitut für Fotografie sollen Nachlässe von Fotografen gesammelt, Forschung zu Restaurierung und Konservierung vorangetrieben sowie Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen organisiert werden.

Urteil gegen polnische Holocaustforscher aufgehoben

Das Berufungsgericht in Warschau hat ein umstrittenes Urteil gegen zwei renommierte Holocaust-Forscher aufgehoben. Im Februar hatte ein Warschauer Gericht die Historiker Barbara Engelking und Jan Grabowski verurteilt, sich für Ungenauigkeiten in einem Buch zu entschuldigen. In einer gemeinsamen Stellungnahme auf Grabowskis Twitter-Account zeigten sich die beiden Wissenschaftler zufrieden mit ihrer erfolgreichen Berufung. In ihrem 2018 erschienenen Buch «Dalej jest noc» («Und immer noch ist Nacht») hatten sich die Wissenschaftler mit der Vernichtung der Juden in der polnischen Provinz unter deutscher Besatzung befasst. Sie wurden von der Nichte eines früheren Ortsvorstehers aus Ostpolen verklagt. Die Frau sah die Erinnerung an ihren Onkel diffamiert, weil die Historiker schrieben, er sei mitschuldig am Tod von mehr als 20 im Wald versteckten Juden gewesen, die den Deutschen übergeben worden seien. Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem hatte damals betont, jeder Versuch, akademischen oder öffentlichen Diskurs durch politischen oder juristischen Druck einzuschränken, sei inakzeptabel. Polen hatte 2018 in einem umstrittenen Gesetz die Andeutung einer Mitwirkung oder Mitverantwortung von Polen am Holocaust unter Strafe gestellt.

Madonna bringt Alben nochmal heraus

Die US-Musikerin Madonna will ihre bisherigen Alben noch einmal herausbringen.
Ab dem kommenden Jahr, in dem die Veröffentlichung der ersten Single der Sängerin 40 Jahre her ist, werde Madonna «persönlich ausgiebige Luxus-Ausgaben ihrer wichtigsten Alben kuratieren» hieß es in einer Mitteilung des Konzerns Warner Music Group. Die mit Hits wie «Like a Virgin» oder «Material Girl» weltberühmt gewordene Sängerin hatte in den ersten 25 Jahren ihrer Karriere mit Warner Music zusammengearbeitet, verließ das Label dann aber 2007 vorübergehend.

Chorverbände planen eigene Teststrategie

Der Allgemeine Cäcilien-Verband für Deutschland (ACV) und der deutsche Chorverband Pueri Cantores planen eine eigene Teststrategie für Sängerinnen und Sänger. Laut Angaben des ACV können Chöre per Online-Schulung bis zu sechs Personen als Tester für die Corona-Schnelltests ausbilden lassen. Sie dürfen anschließend offizielle Nachweise über die Testergebnisse ausstellen. Chöre können so direkt vor den Proben Schnelltests durchführen.

Komponist Raymond Murray Schafer gestorben

Der Komponist und Klangforscher Raymond Murray Schafer ist tot. Er starb bereits am Samstag vergangener Woche im Alter von 88 Jahren, wie am Montag seine Ehefrau bestätigte. Schafer galt als einer der wichtigsten kanadischen Komponisten der Gegenwart. Er schrieb über 120 Werke für Chor, Orchester und kammermusikalische Besetzungen, schuf aber auch Opern und Multimedia-Installationen. Außerdem prägte Schafer den Begriff "soundscape" für die akustische Umgebung und untersuchte deren Einfluss auf Menschen.

Daniel Donskoy moderiert beim Deutschen Filmpreis

Der Schauspieler und Musiker Daniel Donskoy (31) wird die nächste Ausgabe des Deutschen Filmpreises am 1. Oktober moderieren, wie die Veranstalter am Montag mitteilten. Donskoy ist unter anderem für die Late-Night-Talkshow "Freitagnacht Jews" (WDR) bekannt, der gebürtige Moskauer spielte auch in Serien ("Sankt Maik", "The Crown") und Filmen ("Crescendo") mit. Der Deutsche Filmpreis ist mit insgesamt knapp drei Millionen Euro die höchstdotierte nationale Auszeichnung für Kino- und Filmschaffende. Die Preisträger werden von den Mitgliedern der Deutschen Filmakademie gekürt. Die Nominierungen für die Lola-Trophäen werden am 19. August im Livestream verkündet.

Jugendliche surfen über 70 Stunden pro Woche im Netz

Die Internetnutzung der Jugendlichen in Deutschland bleibt in der Corona-Krise auf hohem Niveau. 16- bis 18-Jährige verbringen derzeit im Schnitt 70,4 Stunden pro Woche online und damit nur 1,1 Stunden weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich: 2019, also vor der Pandemie mit Lockdowns und Homeschooling, waren es noch 58 Stunden. Das geht aus der am Montag in Bonn veröffentlichten repräsentativen Jugend-Digitalstudie der Postbank hervor. Für die Studie wurden im Mai und Juni 1.000 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren befragt.

Stadt überstreicht Banksy-Kunstwerk

An einem Strand nahe der ostenglischen Stadt Great Yarmouth ist ein Werk des berühmten Grafitti-Künstlers Banksy wegen eines Todesfalls in der Nähe überstrichen worden. Angesichts eines tragischen Unfalls, bei dem 2018 ein Mädchen auf einem geplatzten aufblasbaren Trampolin ums Leben kam, sei das Werk am Strand entfernt worden, teilte die Stadtverwaltung einem BBC-Bericht zufolge mit. Diese Entscheidung respektiere die Gefühle der Menschen vor Ort, hieß es. Banksys Werk zeigt ein aufblasbares Schlauchboot, an dessen Rand sich ein Mädchen festhält. Das Boot hat die Verbindung zu einem Blasebalg verloren, den ein trinkender Mann bedient. "Wir danken Banksy für das wundervolle Kunstwerk und erkennen an, dass der Künstler diese Umstände nicht kannte", hieß es in der Mitteilung. Man sei zuversichtlich, dass das Werk wiederhergestellt und später an einer anderen, besser passenden Stelle gezeigt werden könnte.

Deutsche Entertainment AG übernimmt Lit.Cologne

Der Konzertveranstalter Deutsche Entertainment AG Classics in Berlin übernimmt die Mehrheit des Kölner Literaturfestivals Lit.Cologne. DEAG Classics steige als strategischer Partner mit einer Beteiligung von 66 Prozent bei der Lit.Cologne ein, teilte das nach eigenen Angaben größte Literaturfestival Europas am Montag in Köln mit. Alleiniger Geschäftsführer bleibe Rainer Osnowski, auch die Struktur und das Team der Lit.Cologne würden sich nicht ändern. Das Festival als solches bleibe "inhaltlich und strukturell unangetastet", versicherte Osnowski. Vergangenes Jahr hatten die Veranstalter das privatwirtschaftlich organisierte Festival wegen Corona kurzfristig absagen müssen. Die Lit.Cologne geriet dadurch in eine Existenzkrise.

Steinmeier sagt Besuch der Wagner-Festspiele ab

Vor dem Hintergrund der Lage in Afghanistan hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seinen für Montag geplanten Besuch der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth abgesagt. Angesichts der dramatischen Entwicklung in Afghanistan spreche Steinmeier mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Außenminister Heiko Maas (SPD) und Afghanistan-Experten, um sich ein eigenes Bild von der Lage in dem Land zu machen, teilte eine Sprecherin des Bundespräsidentin mit.

Afghanische Medien nur sehr eingeschränkt in Betrieb

Afghanische Medien und Fernsehsender arbeiten seit der Übernahme der Hauptstadt Kabul durch die militant-islamistischen Taliban nur noch sehr eingeschränkt. Die beliebten Fernsehkanäle ToloNews oder Ariana etwa senden nicht mehr live. Reine Musik-Kanäle sind momentan in Kabul Bewohnern der Stadt zufolge nicht mehr zu empfangen. Auch Programme mit Frauen werden nur eingeschränkt gezeigt. Türkische Serien, die bereits vor der Taliban-Übernahme von konservativen Afghanen als nicht mit afghanischen Werten übereinstimmend kritisiert wurden, seien auch aus den Programmen genommen worden.

Uwe Timm sieht Currywurst nicht gefährdet

Der Schriftsteller Uwe Timm ("Die Entdeckung der Currywurst") sieht die geplante Abschaffung der Currywurst in einer der VW-Werkskantinen nicht als größeren Verlust für die Esskultur. "Die Currywurst gehört sowieso auf die Straße", sagte der 81 Jahre alte Autor der Deutschen Presse-Agentur. Der Verzehr in einem Imbiss mit gemischtem Publikum und im Stehen könne sehr lustvoll sein. "Bei VW handelt es sich hingegen um ein Kantinengericht und demnach um eine domestizierte Wurst. Das entspricht nicht meiner Vorstellung." VW hatte intern erklärt, dass das Betriebsrestaurant im Markenhochhaus der Zentrale in Wolfsburg nach dem Werksurlaub Ende August fleischfrei sein soll. Von einer Totalabschaffung ist keine Rede. Die Pläne hatten für Diskussionen gesorgt - unter anderem hatte Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder seine Liebe zur Currywurst öffentlich bekräftigt.

Abstimmung für "Denkfabrik 2022" startet

Hörerinnen und Hörer können bis zum 30. September darüber entscheiden, welchem Debatten-Thema sich die bundesweiten öffentlich-rechtlichen Radiosender Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova im Jahr 2022 besonders widmen. Auf deutschlandradio.de gibt es von diesem Montag an ein Online-Voting über fünf Themen der sogenannten Denkfabrik des Deutschlandradios. Sie lauten: 1. "Unser Staat: fürsorglich oder übergriffig?", 2. "Der beschleunigte Wandel: Verändert Euch!", 3. "Was bedeutet Glück?", 4. "Von der Hand in den Mund - die Working Class in Deutschland" und 5. "Was wird bleiben von der Pandemie?". Das Ergebnis soll Anfang Oktober bekanntgegeben werden.

Musikalische Spurensuche in Theresienstadt

Studierende aus Deutschland und Tschechien gehen im früheren Ghetto Theresienstadt gemeinsam auf musikalische Spurensuche. Von den Nationalsozialisten ermordete Komponisten, wie Viktor Ullmann, Hans Krasa und Pavel Haas stehen im Mittelpunkt einer Sommerschule, die im heutigen Terezin in Tschechien beginnt. Die Teilnehmer kommen von der Hochschule für Musik und Tanz Köln und der Masaryk-Universität in Brünn. Auf dem Programm stehen wissenschaftliche Vorträge. Außerdem geht es darum, die Musik der ermordeten jüdischen Künstler vor Publikum aufzuführen. Die deutschen Nationalsozialisten hatten die Festung Theresienstadt 1941 zum Ghetto und Durchgangslager nach Auschwitz gemacht. Mehr als 33 000 Häftlinge starben im Ghetto selbst, rund 88 000 wurden ins Vernichtungslager deportiert.

Baseler Museum zeigt Tinguelys Kunst auf Schiff

Ein Kunst-Schiff des Baseler Museums Tinguely macht heute und morgen Station in Gelsenkirchen. Thema ist das Werk des Schweizer Künstlers Jean Tinguely (1925-1991). An Bord des umgebauten Binnenschiffs sind neben einer kleinen Ausstellung Modelle seiner sogenannten kinetischen Werke zu erleben. Auf dem Deck steht die Brunnenskulptur "Schwimmwasserplastik", die normalerweise vor dem Museum montiert ist. Anlass für die Fahrt entlang wichtiger Stationen des Künstlers ist das 25-jährige Bestehen des Museums. In Gelsenkirchen hatte Tinguely kinetische Wandobjekte für das 1959 eröffnete Musiktheater geschaffen. Tinguely ist bekannt für große Skulpturen, die sich bewegen und Geräusche machen.

130.000 Arbeitsplätze von Freiberuflern gefährdet

Freiberufler fürchten einer Umfrage zufolge in den kommenden Monaten infolge der Corona-Pandemie einen drastischen Abbau von Jobs und Aufträgen. Mindestens 130.000 Arbeitsplätze seien im kommenden halben Jahr bedroht, berichten Zeitungen der Funke-Mediengruppe und berufen sich auf den Bundesverband der Freien Berufe. Demnach ist für jeden fünften Freiberufler die wirtschaftliche Lage im Vergleich zum Vorjahr noch schlechter geworden. Das gelte besonders für die freien Kulturberufe, solo-selbstständige Freiberufler und ganz junge Unternehmen. Dagegen habe sich nur für jeden vierten Befragten die Lage im Jahresvergleich verbessert.

Medien fordern Visa für afghanische Mitarbeiter

In einem offenen Brief haben mehrere deutsche Verlage, Medienhäuser, Sender und Redaktionen die Bundesregierung um Hilfe für ihre einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Afghanistan gebeten. Sie forderten in einem am Sonntag veröffentlichten Hilferuf an Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Maas ein Visa-Notprogramm angesichts des Vordringens der Taliban. Das Leben dieser freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei akut gefährdet. "Unsere Berichterstattung, die die deutsche Öffentlichkeit und Politik mit Analysen, Erkenntnissen und Eindrücken aus dem Land versorgt hat, war nicht denkbar ohne den Einsatz und den Mut der afghanischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns vor Ort unterstützt haben", heißt es in dem Appell. In dem Schreiben wird auch darauf hingewiesen, dass die Zahl der Betroffenen überschaubar sei. Es handele sich um einige wenige Dutzend Menschen, einschließlich ihrer Familien. Der Offene Brief ist eine gemeinsame Initiative von Arte, Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger, Der Spiegel, Deutsche Welle, Deutschlandradio, Die Zeit, Deutsche Presse-Agentur, Frankfurter Allgemeine Zeitung, n-tv, Reporter ohne Grenzen, RTL, Stern, Süddeutsche Zeitung und taz.

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