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Kulturnachrichten

Mittwoch, 11. August 2021

Grütters: Aufarbeitung von SED-Diktatur ist zentrale Aufgabe

Vor dem 60. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Erinnerung an ihre Opfer zu einer "zentralen Aufgabe für die Zukunft" erklärt. "Wir sind es den Opfern von Mauer und Schießbefehl schuldig, uns weiter an das Leid zu erinnern, das die kommunistische Gewaltherrschaft über unzählige Menschen gebracht hat", erklärte Grütters. Der Bund werde dafür auch weiterhin erhebliche Mittel zur Verfügung stellen. Gefördert werden den Angaben zufolge bereits unter anderem die Stiftung Berliner Mauer, die Gedenkstätten Berlin-Hohenschönhausen und Deutsche Teilung Marienborn. Die zentrale Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an den Beginn des Baus der Berliner Mauer am 13. August 1961 wird am Freitag in der Gedenkstätte Berliner Mauer stattfinden.

Böll-Stiftung sieht Baerbock bei Stipendium entlastet

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat ihr Promotionsstipendium von der parteinahen Heinrich-Böll-Stiftung in den Jahren 2009 bis 2012 nach deren Einschätzung zurecht erhalten. Die Entscheidungen über die Gewährung und Verlängerung der Promotionsförderung seien "auch in der Rückschau nicht zu beanstanden", schreibt die Stiftung in einer aktuellen Bewertung, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Zuvor hatte die Stiftung die Umstände der Förderung geprüft. "Tagesspiegel" und "Bild" hatten Anfang Juli über die Förderung berichtet. Grund waren Richtlinien, wonach Stipendiaten nur in begrenztem Umfang arbeiten oder sich anderweitig engagieren dürfen. Baerbock war von 2009 bis 2013 Landesvorsitzende der Grünen in Brandenburg. Sie selbst bat die Böll-Stiftung um eine Prüfung.

ARD Hörspieltage wieder mit Publikum geplant

Deutschlands größtes Hörspielfestival, die ARD Hörspieltage in Karlsruhe, haben die Veranstalter dieses Jahr wieder als Live-Präsenzveranstaltung geplant. Das teilte der Südwestrundfunk (SWR) mit. Mit Blick auf Corona wurde das Festival auf zwei Tage - 12. und 13. November - verdichtet. Die Wettbewerbsjury wird öffentlich über die Hörspiele diskutieren, die um den Deutschen Hörspielpreis der ARD konkurrieren. Dabei wird nach jetzigem Planungsstand auch Publikum zugegen sein. Die Wettbewerbsstücke werden in diesem Jahr ausschließlich online auf hoerspieltage.ARD.de und in der ARD Audiothek zu hören sein. Sie sind bereits ab dem 27. Oktober verfügbar.

Italienischer Dirigent Gianluigi Gelmetti gestorben

Der italienische Dirigent und Komponist Gianluigi Gelmetti ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Das teilte die Oper in Rom mit. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge starb Gelmetti in Monte-Carlo. Der gebürtige Römer war von 1989 bis 1995 Chefdirigent des damaligen Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR. Ab 2001 leitete er das Orchester der Oper in Rom für rund zehn Jahre. Zuletzt stand er bei den Philharmonikern in Monte-Carlo bis 2016 vor dem Pult. Der Italiener trat in seiner Karriere weltweit auf, unter anderem auch in der Oper in Sydney, bei den Berliner Philharmonikern und in der Mailänder Scala.

Produzentenlegende Hanns Eckelkamp gestorben

Der Filmproduzent Hanns Eckelkamp ist tot. Er starb bereits am 5. August in Berlin im Alter von 94 Jahren, wie sein Sohn bestätigte. Zuvor hatte die "Welt" berichtet. Eckelkamp prägte das Kino der Bundesrepublik nachhaltig. Er eröffnete 1946 das erste Nachkriegskino in seiner Heimatstadt Münster. 1964 produzierte er den halbdokumentarische Film "Polizeirevier Davidswache", der ein riesiger Publikumserfolg wurde. Später arbeitete er mit Rainer Werner Fassbinder zusammen und produzierte 1979 "Die Ehe der Maria Braun" und 1981 "Lola". Als Co-Produzent agierte er zudem bei "Theo gegen den Rest der Welt" mit dem jungen Marius Müller-Westernhagen in der Hauptrolle. Eckelkamp war Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie.

ZdJ: AfD für Sprachverfall in der Politik verantwortlich

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland (ZdJ), Josef Schuster, macht die AfD für einen Verfall der Sprache im politischen Raum verantwortlich. In einem Interview mit der "Berliner Zeitung" nannte er Beispiele aus Landtagen und dem Bundestag. Der Ruf nach einer "erinnerungspolitischen Wende" oder die Aussage, dass das Holocaust-Mahnmal ein Mahnmal der Schande sei, hätte eine feindselige Stimmung verbreitet. Diese Äußerungen seien "Teil des Programms" der Partei und "wohlüberlegt", betonte der Zentralratspräsident. Von einer neuen Bundesregierung erwartet er, dass der Kampf gegen Antisemitismus und die Förderung jüdischen Lebens fortgesetzt werden. Außerdem solle der Antisemitismusbeauftragte des Bundes künftig im Kanzleramt angesiedelt werden.

Anhaltende Brände in Italien bedrohen Marien-Heiligtum

Die anhaltenden Waldbrände in Italien bedrohen in Kalabrien den Aspromonte Nationalpark, ein bei der Unesco gelisteter Geopark. Im Zentrum des Parks schnitten die Flammen den Weg zu einer bei Pilgern beliebten Kirche ab. Dort steht auch die Marienstatue Madonna di Polsi, ein Heiligtum in der Gegend. Bereits am Dienstag hatte der Park-Präsident erneut mehr Hilfe im Kampf gegen die Flammen gefordert und vor eine Katastrophe gewarnt. Die Behörden erwarten eine weitere Hitzewelle für viele Teile Italiens. Besonders auf den großen Inseln prognostizierten sie Temperaturen weit über 40 Grad Celsius. Neben der Trockenheit erhöhen starke Winde das Brandrisiko. Brandstiftung gilt zudem in vielen Fällen als Ursache.

US-Schauspielerin Patricia Hitchcock ist tot

Patricia Hitchcock, Tochter des Krimi-Altmeisters Alfred Hitchcock, ist tot. Sie starb mit 93 Jahre in Kalifornien. Patricia Hitchcock war das einzige Kind des britischen Regisseurs ("Die Vögel", "Psycho") und 1928 in London geboren. 1939 zog die Familie nach Kalifornien. Patricia, die Schauspiel studierte, trat am Broadway und in mehreren Filmen ihres Vaters auf. Der Regisseur gab ihr Nebenrollen in den Thrillern "Die rote Lola", "Der Fremde im Zug" und "Psycho".

Kinos verlieren Publikum wegen Corona-Vorgaben

Die sogenannte 3-G-Regelung sorgt bei den Kinos für Umsatzrückgänge.
Das sagte Anke Römer vom Hauptverband Deutscher Filmtheater dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. In den Bundesländern, in denen ein Kinobesuch nur getestet, geimpft oder genesen erlaubt ist, verzeichnen die Kinos demnach ein Besucherminus von bis zu 50 Prozent. Laut dem Bericht befürchten die Filmtheater weitere Einbrüche, sobald die Corona-Tests selbst bezahlt werden müssen.

Facebook gegen Corona-Fake News

Facebook hat eine internationale Kampagne zur Verbreitung von Falschinformationen über Corona-Impfungen gestoppt. Wie das US-Unternehmen erklärte, versuchte eine russische Werbeagentur bekannten Persönlichkeiten auf verschiedenen Online-Plattformen Fake News unterzujubeln. Ziel war demnach, dass vertrauenswürdige Personen mit großer Gefolgschaft im Netz Desinformationen teilen. Aufgefallen ist die Kampagne laut Facebook, nachdem Influencer in Deutschland und Frankreich Nachforschungen angestellt und Alarm geschlagen hatten.

Ruhrtriennale startet in Bochum

Die Ruhrtriennale startet am Samstag mit einem "Konzert im Morgengrauen" in Bochum. Zum Auftakt-Programm zählen zudem eine Schauspiel- und Musiktheater-Premiere sowie vier installative Arbeiten, wie die Veranstalter mitteilten. Unter der Intendanz der Schweizer Theaterregisseurin Barbara Frey gibt es bis zum 25. September an insgesamt neun Spielorten neben Schauspiel auch Musiktheater, Konzert, Tanz, Performance, Installation, Literatur und Dialog.

Neuer Generaldirektor beim ORF

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Österreich bekommt nach 15 Jahren einen neuen Chef. Zum neuen Generaldirektor des ORF wurde Roland Weißmann gewählt, wie ein Sprecher des Senders bekanntgab. Er soll sein Amt zum Jahresbeginn 2022 antreten. Die Wahl des ORF-Generaldirektors wird stark von der Politik beeinflusst. Die 35 Stiftungsräte sind zwar formell unabhängig, doch 24 von ihnen werden von der Regierung, den Bundesländern und den Parlamentsparteien entsandt. Weißmann wird eine gewisse Nähe zum konservativen Lager und der ÖVP von Bundeskanzler Kurz nachgesagt.

Margwelaschwilis Archiv kommt nach Marbach

Der Nachlass des deutsch-georgischen Schriftstellers Giwi Margwelaschwili (1927-2020) kommt ins Deutsche Literaturarchiv Marbach. Er sei dem Haus als Stiftung übergeben worden, teilte das Literaturarchiv mit. Der Nachlass besteht unter anderem aus unveröffentlichten Manuskripten, Tagebüchern und Korrespondenzen. Margwelaschwili kam als Sohn georgischer Emigranten in Berlin zur Welt, landete nach dem Zweiten Weltkrieg im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen und musste dann in die georgische Hauptstadt Tiflis übersiedeln. Dort studierte er Germanistik und schrieb in deutscher Sprache Romane. Nach 1989 wohnte Margwelaschwili für mehr als 20 Jahre in Berlin, 2011 ging er zurück nach Tiflis. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den Kunstpreis Berlin, die Goethe-Medaille des Goethe-Instituts und den Italo-Svevo-Preis. Bekannte Titel sind "Muzal" und die "Kapitän-Wakusch"-Trilogie.

Erstmals interreligiöser Preacher-Slam

Am 22. August findet in Hamburg erstmals ein interreligiöser Preacher-Slam statt. Der Predigerwettbewerb wird von evangelischer, katholischer und muslimischer Jugendarbeit gemeinsam organisiert, wie der evangelische Kirchenkreis Hamburg-Ost mitteilte. Neun Slammerinnen und Slammer treten auf und haben maximal sieben Minuten Zeit für ihren Vortrag. Am Ende stimmt das Publikum über die beste Predigt ab. Man wolle jungen Menschen eine Bühne geben,‎ damit deren Stimmen besser gehört würden, sagte Doris Hamer, die Leiterin der Arbeitsstelle ev. Jugend im Kirchenkreis Hamburg-Ost. ‎Die Slammer*innen könnten Erfahrungen sammeln, vor Publikum frei sagen, was sie denken und zu gesellschaftlichen Diskursen, Glaubensfragen und zu alltäglichen Freuden und Sorgen Stellung nehmen. Vorbild für den Preacher-Slam ist der Poetry-Slam, ein Dichterwettstreit, bei dem Autorinnen und Autoren selbst geschriebene Texte vortragen.

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