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Samstag, 23.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Montag, 9. August 2021

Wertvolle Gläser bald wieder zu sehen

Mehr als 20 Jahre nach einem Diebstahl aus einem Düsseldorfer Kunstmuseum sollen sechs wertvolle Glasobjekte Ende 2022 wieder im Kunstpalast ausgestellt werden. Das sagte der Leiter des Glasmuseums Hentrich, Dedo von Kerssenbrock-Krosigk, am Montag bei der Präsentation der zurückgegebenen Gläser. Zurzeit befinde sich das Glasmuseum noch im Umbau. Die Wiedereröffnung gebe die Möglichkeit, diese Gläser mit einzuplanen, sagte von Kerssenbrock-Krosigk. Insgesamt 14 Kunstwerke waren im Februar 2000 aus dem damaligen Kunstmuseum gestohlen worden. Im vergangenen Jahr hatte die italienische Polizei sechs der wertvollen Kunstobjekte bei einem arrangierten Treffen mit einem deutschen Paar in der Nähe von Turin sichergestellt und Anfang Juli 2021 an die deutsche Botschaft in Rom übergeben. Seit Ende Juli sind die sechs Glasobjekte wieder in Düsseldorf.

Lenbachhaus erwirbt Epstein-Gemälde

Das Münchner Lenbachhaus hat das Bild "Waldphantasie" (1928) von Elisabeth Iwanowna Epstein (1879-1956) für seine Sammlung angekauft. Möglich wurde dies durch die Eva-Margarete-Lückenhaus-Stiftung, teilte die Städtische Galerie am Montag mit. Epstein gehöre zu den wenigen Künstlerinnen, deren Werke auf der legendären ersten Blauen-Reiter-Ausstellung 1911/12 gezeigt worden seien. Obwohl sie zu den zentralen Figuren im Umkreis der Künstlergruppe zählte, sei ihr Werk heute kaum erschlossen. Dies sei dem Umstand geschuldet, dass der Verbleib ihrer Arbeiten aus dieser Zeit weitgehend unbekannt sei.

Weltkulturmuseum startet Provenienz-Projekte

Das Hamburger Weltkulturmuseum Markk am Rothenbaum startet zwei Projekte zur Provenienzforschung. Bisher durchgeführte Untersuchungen hätten gezeigt, welche Objekte aus den Westafrika-Sammlungen des Markk zwischen 1860 und 1920 durch koloniale Akteure nach Hamburg gelangten, hieß es. Dieser Ansatz solle nun in einer zweijährigen Verlängerung auf die Sammlungen aus Ozeanien angewandt werden. Zudem werden mit der Provenienzforschung zu NS-Raubgut am Markk erstmals ausgewählte Bestände systematisch überprüft. Zunächst sollen Judaica-Objekte und Objektüberweisungen öffentlicher Einrichtungen nach 1945 untersucht werden. Es solle geklärt werden, ob sie unter Zwang oder Verfolgung zwischen 1933 und 1945 erworben wurden oder den Besitzer wechselten. Zugleich sollen die Vorbesitzer und Überbringer ermittelt werden. Beide Projekte werden vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert.

Holocaust-Relativierung bei Corona-Demos

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, wünscht sich mehr Möglichkeiten, um gegen Holocaust-Relativierung und Judenhass bei Corona-Demonstrationen vorzugehen. Bei den Kundgebungen würden "häufig antisemitische Stereotype und Ressentiments offen gezeigt, indem die staatlichen Maßnahmen mit der Verfolgung von Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus gleichgesetzt werden", beklagte Klein in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Montag. Zugleich würden "krude Verschwörungsmythen" verbreitet, die sich oft gegen Juden richteten. Er sei daher mit den Kommunen im Gespräch, um gegen solche "abscheulichen Relativierungen des Holocaust wie etwa das Tragen von Judensternen mit der Aufschrift 'ungeimpft' vorzugehen", sagte Klein. Die Vorfälle bei den Demos spalteten die Gesellschaft und gefährdeten die Demokratie.

Leiter eines Radiosenders in Kabul getötet

Mutmaßliche Taliban-Kämpfer haben nach Angaben von Behördenvertretern den Leiter eines Radiosenders in Kabul getötet. Tufan Omar sei am Sonntag in der afghanischen Hauptstadt gezielt umgebracht worden. In der südlichen Provinz Helmand sei zudem ein Lokaljournalist von den Taliban entführt worden. Ein Taliban-Sprecher sagte am Montag, ihm lägen zu beiden Fällen keine Informationen vor. Nach Angaben der Bürgerrechtsgruppe NAI wurden allein in diesem Jahr 30 Journalisten und Medienmitarbeiter von militanten Gruppen getötet, verletzt oder verschleppt. Mehrere afghanische Nachrichten-Anbieter haben die USA aufgefordert, afghanischen Medienschaffenden Zuflucht zu gebieten. Seit dem Beginn des Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan bringen die Taliban immer mehr Gebiete unter ihre Kontrolle und gehen mit Gewalt gegen ihre Kritiker und Gegner vor.

Ex-Hollywood-Kinderstar Jane Withers gestorben

Sie galt einst als Kinderstar und eine der letzten verbliebenen Legenden aus der Ära der Dominanz der großen Hollywood-Filmstudios in den 1930er und 40er Jahren - nun ist Jane Withers tot. Wie ihre Tochter Kendall Errair mitteilte, starb ihre Mutter bereits am Samstag. Geboren wurde Withers im April 1926 in Atlanta, 1934 bekam sie eine Rolle im Film "Bright Eyes" als die fiese Gegenspielerin von Shirley Temple, dem damals populärsten Kinderstar Hollywoods. Kritiker fanden, dass Withers Shirley die Schau stahl und Kinder schrieben Fanbriefe, in denen sie Lob für ihre Gemeinheiten an Shirley bekam, "weil sie so perfekt" war. Fortan gab sie die Anti-Shirley: ein aufgewecktes, geschwätziges, zu Unfug aufgelegtes, pausbäckiges Kind mit großen Augen und schwarzen Haaren - der perfekte Gegenpart zur liebenswürdigen, blonden Shirley.

Prüfer des Papstes haben Bericht fertig

Die beiden bischöflichen Prüfer, die Papst Franziskus im Juni in das Erzbistum Köln geschickt hatte, haben ihren Bericht an das Kirchenoberhaupt fertig gestellt. "Die Visitatoren haben ihr 'Votum' abgegeben, so wie vom Heiligen Stuhl erbeten", teilte eine Sprecherin des Rotterdamer Bischofs Hans van den Hende am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Wann dieses Votum abgegeben wurde, sagte sie nicht. Sie äußerte sich auch nicht zu den Inhalten und verwies darauf, dass der Vatikan für die weitere Kommunikation verantwortlich sei. Im Zuge der Missbrauchsaufarbeitung war in Deutschlands mitgliederstärkster Diözese eine Vertrauenskrise entstanden. Papst Franziskus schickte van den Hende und den Stockholmer Kardinal Anders Arborelius für eine sogenannte Apostolische Visitation nach Köln. Die beiden blieben eine Woche und sprachen in dieser Zeit unter anderem mit Missbrauchsbetroffenen und mit Mitgliedern der Bistumsleitung.

Russischer Bürgerrechtler Kowaljow gestorben

Der russische Bürgerrechtler und ehemalige Dissident Sergej Kowaljow ist tot. Sein Vater sei am frühen Montagmorgen "im Schlaf" gestorben, teilte Kowaljows Sohn Ivan auf der Online-Plattform Facebook mit. Kowaljow wurde 91 Jahre alt. Er war 2009 mit dem Sacharow-Preis des EU-Parlaments ausgezeichnet worden.
Die Menschenrechtsorganisation Memorial würdigte ihren ehemaligen Vorsitzenden. Kowaljow habe "immer für die Menschenrechte gekämpft, gegen den Tschetschenienkrieg, gegen die Gewalt und die Lügen". Der gelernte Biologe war einer der Anführer der Demokratiebewegung in der früheren Sowjetunion und zwischen 1970 und 1980 sieben Jahre wegen "antisowjetischer Aktivitäten" in Arbeitslagern inhaftiert. Nach dem Ende der Sowjetunion wurde er 1994 Vorsitzender der Menschenrechtskommission unter Präsident Boris Jelzin und arbeitete die russische Verfassung mit aus.

Jazz-Festival in New Orleans verschoben

Auch in diesem Jahr kommt es in New Orleans nicht zu einer Neuauflage des bekannten Jazz & Heritage Festivals. Grund sei der "aktuell exponentielle Anstieg" von Corona-Neuinfektionen in der Stadt und im Rest des US-Staats Louisiana, gaben Organisatoren am Sonntag bekannt. Das Festival findet traditionell im Frühling statt, war aber im vergangenen Jahr pandemiebedingt gestrichen worden. In diesem Jahr hätte es im Oktober wieder soweit sein sollen. Als neuer Festivaltermin wird nun der 28. April bis 8. Mai 2022 ins Auge gefasst. Beim Jazz Fest wird die heimische Musik und Kultur von New Orleans und Louisiana zelebriert. Die musikalische Stilpalette reicht von Blues, R&B, Gospel, Cajun-Musik, Zydeco, Folk, Latin, Rock, Rap, modernem und traditionellem Jazz bis zu Country und Folk.

Scholz macht Musikclubs keine Hoffnungen

SPD-Kanzlerkandidat Scholz macht den Musikclubs in Deutschland keine Hoffnungen auf eine schnelle Rücknahme der Abstands- und Maskenpflicht. "Die Ansteckungsgefahren sind natürlich, wenn man dicht beieinander kommt, am größten", sagte der Vizekanzler und Bundesfinanzminister Sonntagabend bei einer Wahlkampfveranstaltung der SPD mit Vertretern der Schausteller-, Gastro- und Eventbranche auf dem Hamburger Dom. "Wir werden am Dienstag dazu keine Beschlüsse fassen", sagte er mit Blick auf die Beratungen der Länderregierungschefs mit der Kanzlerin. Die LiveKomm, der Verband der Musikspielstätten in Deutschland, hatte am vergangenen Dienstag mit Blick auf die Bund-Länder-Runde ein Öffnungskonzept vorgelegt, das die sofortige Aufhebung der Masken- und Abstandspflicht für Live- und Clubveranstaltungen sowie die vollständige Aufhebung aller Corona-Einschränkungen für den Indoorbereich ab Oktober vorsieht.

Schauspielerin Markie Post gestorben

Die US-amerikanische Schauspielerin Markie Post ist tot. Ihre Managerin Ellen Lubin Sanitsky erklärte, Post sei am Samstag nach einer jahrelangen Krebserkrankung ist im Alter von 70 Jahren in Los Angeles gestorben. Markie Post begann ihre Fernsehkarriere hinter der Kamera und gehörte zum Produktionsteam von Spielshows. Ihre erste Serienrolle hatte sie in der Action-Abenteuerserie "Ein Colt für alle Fälle". Danach spielte sie lange in der Serie "Harrys wundersames Strafgericht" und war später auch in "Scrubs - Die Anfänger" zu sehen. Post übernahm auch regelmäßig Gastrollen in Produktionen wie "The Love Boat", "Das A-Team" und "Fantasy Island".

Corona-Pilotprojekt für Clubs als Erfolg gewertet

Das Pilotprojekt für erste Clubnächte in der Hauptstadt unter Corona-Bedingungen ist aus Sicht der Berliner Clubcommission positiv verlaufen. In sechs Berliner Clubs konnte ohne Maske und Abstand getanzt werden. Nach der sehr aufwendigen Registrierung und Testung sei es für die Teilnehmenden tatsächlich eine Clubnacht wie vor der Pandemie gewesen, hieß es von der Vereinigung. Damit sei womöglich eine Perspektive für den Herbst geschaffen. Für die Nächte von Freitag bis Sonntag waren insgesamt 2000 Tickets verkauft worden. Zusammen mit den Beteiligten mussten 2110 Menschen vorher einen PCR-Test machen. Dabei wurden sieben Covid-Fälle identifiziert, kontaktiert und an die Gesundheitsämter gemeldet. Am kommenden Freitag soll es eine Nachtestung aller Teilnehmenden sowie eine Online-Befragung durch die beteiligte Charité geben. Erst dann könne Bilanz gezogen werden, hieß es.

Ludwig-Börne-Preis an Christoph Ransmayr verliehen

Mit einem Jahr Verspätung hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Ludwig-Börne-Preis 2020 an den österreichischen Schriftsteller und Essayisten Christoph Ransmayr verliehen. Die Reden und Reportagen des 65-jährigen zeichneten sich durch genaue Weltbeobachtung und tiefe Menschlichkeit aus, hatte der Bundespräsident als Preisrichter in seiner Begründung geschrieben. In von Uneinigkeit und Abgrenzungen geprägten Zeiten halte er auf emphatisch-aufklärerische Weise das Einende hoch. Ransmayr feierte unter anderem Erfolge mit seinen Romanen "Der fliegende Berg" und "Cox: oder Der Lauf der Zeit". Der Preisträger wird jährlich von einem anderen Preisrichter ausgewählt, der vom Vorstand der Frankfurter Ludwig-Börne-Stiftung ernannt wird und auch die Laudatio hält. Den nach dem Publizisten Ludwig Börne benannten und mit 20.000 Euro dotierte Preis hatten in der Vergangenheit unter anderem Eva Menasse, Marcel Reich-Ranicki oder Frank Schirrmacher erhalten.

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