Seit 00:05 Uhr Studio LCB
Sonntag, 01.11.2020
 
Seit 00:05 Uhr Studio LCB

Kulturnachrichten

Sonntag, 30. August 2020

Salzburger Festspiele gehen zu Ende

Die Salzburger Festspiele gehen heute zu Ende. Sie waren das einzige große Musikfestival, das in diesem Sommer stattgefunden hat. Wegen der Pandemieschutzmaßnahmen gab es statt der üblichen 200 Aufführungen nur etwas mehr als 100 in knapp 30 Tagen. Festspielintendant Markus Hinterhäuser äußerte sich dennoch zufrieden und sprach von einem wichtigen Signal für die Kunst- und Kulturbranche. Nur einen Corona-Fall habe es nach bisherigem Wissen im Zusammenhang mit den Festspielen gegeben. Das strenge Hygienekonzept habe offenbar sehr gut funktioniert, sagte Lukas Krepatz, der verantwortliche kaufmännische Direktor. Wirtschaftlich sind die Coronamaßnahmen jedoch eine Herausforderung für die Festspiele gewesen. Statt der üblichen 240.000 Karten wurden nur 76.000 verkauft.

"Rote Liste" wegen Corona bedrohter Institutionen

Der Deutsche Kulturrat startet erneut eine Liste bedrohter Kulturinstitutionen. Wegen der Corona-Pandemie seien zahlreiche Institutionen, Vereine und Programme bedroht, teilte der Verband mit. 2018 hatte er seine "Rote Liste" eingestellt, auf der Einrichtungen vermerkt waren, um deren Fortbestand es schlecht aussah. Die Situation hatte sich damals zum Positiven gewandelt, erklärte der Kulturrat. Nun bedrohe die Corona-Pandemie erneut kulturelle Institutionen. Deswegen sei nun die "Corona Liste" eingeführt worden. Vermerkt werden Einrichtungen, die durch die Beschränkungen wegen der Pandemie um ihre künftige Finanzierung fürchten müssen. Als erste wurden in der Kategorie 1 (von Schließung bedroht) die Kammeroper Köln sowie der Club "Gretchen" und das Mitmach-Kindermuseum in Berlin auf die Liste genommen.

Laschet ruft Karnevalisten zu Verzicht auf

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat die Karnevalisten wegen der Corona-Pandemie zum Verzicht aufgerufen. "In diesem Corona-Jahr mussten und müssen wir alle auf Liebgewonnenes verzichten", sagte Laschet der "Bild am Sonntag". "Wenn Christen auf ein Osterfest in der Gemeinschaft, die Schützen auf ihr Schützenfest, Weintrinker auf ihr Weinfest, die Fußballfans auf ihre Stadionbesuche verzichten mussten, dann ist doch klar, dass auch der Karneval zur Disposition steht." Er wünsche sich eine gemeinsame Regel in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die von den Vereinen mitgetragen werde, sagte der CDU-Politiker. Dann würden die Menschen verstehen, dass man mit dem Virus nicht so Karneval feiern könne wie üblich. Er wolle mit allen Beteiligten über mögliche Alternativen sprechen.

Wiedereröffnung des Metropolitan Museums

Nach monatelanger Schließung wegen der Coronapandemie hat das berühmte Metropolitan Museum of Art in New York feierlich wiedereröffnet. Aus Infektionsschutzgründen galt eine Maskenpflicht. Besuchern wurde zudem die Temperatur gemessen. Während europäische Museen wie der Pariser Louvre bereits vor Wochen wiedereröffneten, musste das "Met" lange auf die Wiedereröffnung warten. Die Tickets sind an bestimmte Zeitfenster geknüpft. Durch das neue Corona-Schutzkonzept darf das Museum nur etwa ein Viertel seiner eigentlichen Kapazität an Besuchern aufnehmen. Über einen Zeitraum von 18 Monaten gesehen, werden sich die Verluste deshalb auf voraussichtlich 150 Millionen US-Dollar belaufen. Das Museum hat rund ein Fünftel seines Personals entlassen.

Theater starten ausgedünnt in neue Saison

Viele große Theaterhäuser und Opern starten in diesen Tagen pandemiebedingt mit oft lediglich einem Viertel der Sitzplätze in die neue Saison. Allerdings gibt es zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländer. Der Deutsche Bühnenverein, die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger und die Deutsche Orchestervereinigung hatten vor kurzem von Bund und Ländern "mehr Augenmaß bei der Zulassung von Publikum in geschlossenen Räumen unter Covid-19-Bedingungen" gefordert. Benedikt Stampa, Sprecher der Deutschen Konzerthauskonferenz, sagte laut Mitteilung seines Verbandes, die Ungleichbehandlung innerhalb der deutschen Konzertlandschaft sei wirtschaftlich und künstlerisch "höchst problematisch". Es sei schwer zu vermitteln, dass in einem Konzerthaus in NRW zum Beispiel 1000 Plätze belegt werden können, während in Bayern die Theater und Konzertsäle - unabhängig von der Platzkapazität - nur maximal 200 einlassen dürften.

Prototyp für Verbindung zwischen Gehirn und Handy

Tech-Milliardär Elon Musk präsentierte den Prototypen eines Geräts, das Informationen zwischen Neuronen und einem Smartphone übermitteln kann. Es hat die Fläche einer Münze und soll im Schädel positioniert werden. Musks Firma Neuralink implantiert die Geräte bereits bei Schweinen. Potenzielle Anwendungsbereiche für die Technologie beim Menschen wären zum Beispiel bei der Bekämpfung von Schmerzen oder Sehstörungen, sowie bei Rückenmark-Verletzungen. In der Zukunft wäre denkbar, verletztes Nervengewebe mit Hilfe der Technologie zu überbrücken, etwa damit Menschen wieder laufen könnten, sagte Musk. Das Gerät im Kopf soll per Bluetooth-Funk mit einer App auf dem Smartphone kommunizieren und drahtlos aufgeladen werden.

Merkel würdigt 40 Jahre "Solidarność"

Bundeskanzlerin Merkel hat anlässlich des 40. Jahrestages die polnische Gewerkschaft Solidarnoœć (Solidarität) gewürdigt. In ihrem Videopodcast sagte sie, mit ihrem mutigen Protest sei es den Menschen damals gelungen, Dinge zum Besseren zu verändern und sich mit ihrem Ruf nach Gerechtigkeit und Freiheit durchzusetzen: "Die Frauen und Männer der Solidarnoœć sind europäische Freiheitshelden, die auch mich geprägt haben". Der Freiheitswille der Polinnen und Polen habe andere mittel- und osteuropäische Gesellschaften mitgerissen und "Steine ins Rollen gebracht, die letztlich die Berliner Mauer und den Eisernen Vorhang zu Fall brachten", so Merkel weiter. Wenn Deutschland in diesem Jahr den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit feiere, gehöre die Erinnerung an die protestierenden Danziger unbedingt dazu. Die Gewerkschaft und Oppositionsbewegung Solidarnosc trug maßgeblich zur Überwindung des Kommunismus bei.

Sigmund Freud Museum in Wien wieder eröffnet

Nach mehrmonatiger Renovierung wird das Sigmund Freud Museum in Wien wieder eröffnet. Neben Freuds Praxis sind nach dem Umbau erstmals die Privaträume der Wohnung zugänglich. Es sind Erinnerungsräume ohne das Mobiliar, das Freud bei seiner Flucht nach London mitnehmen konnte. Fotos zeigen, wie es einst aussah. "Drei neue Dauerausstellungen und eine Kunstpräsentation vermitteln das vielschichtige kulturelle Erbe des berühmten Arztes und Theoretikers, außerdem eine Sonderschau zu den psychoanalytischen Schulen nach Freud. Sie sind seinem Leben und Werk gewidmet, der Entwicklung der Psychoanalyse in Theorie und Praxis und ihrer Bedeutung für die Bereiche Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst“, sagt die Direktorin Monika Pessler. Sie sieht das Museum auch als Holocaust-Mahnmal, das aufgrund der Geschichte „Leerstellen“ habe. Knapp vier Millionen Euro wurden in die Sanierung und Erweiterung investiert.

Facebook löscht rechtes "Compact-Magazin"

Facebook und Instagram haben die Seiten des in der rechten Szene beliebten "Compact-Magazins" gesperrt. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens dem WDR und dem NDR: "Wir verbieten Organisationen und Personen, unsere Dienste zu nutzen, wenn sie Menschen aufgrund von Merkmalen wie Herkunft, Geschlecht und Nationalität systematisch angreifen. Daher haben wir das "Compact-Magazin" von Facebook und Instagram entfernt." Das Magazin ist für rechte Verschwörungsmythen bekannt. Facebook steht seit Monaten unter massivem Druck. Zahlreiche Unternehmen weltweit hatten angekündigt, keine Werbung mehr zu schalten, wenn Facebook nicht konsequenter gegen Hass im Netz vorgeht.

Trojanisches Pferd in Stendal wieder begehbar

Das Trojanische Pferd aus Stendal ist nach einer umfangreichen Erneuerung wieder begehbar. Die gigantische Holzattraktion, rund 16 Meter hoch und 13 Meter lang, sollte ursprünglich ab April auf dem Außengelände des Winckelmann-Museums den Besuchern wieder zum Erkunden freigegeben werden. Coronabedingt verzögerte sich die Eröffnung jedoch. Seit 2003 gehört das Trojanische Pferd zum Stendaler Museum, das an das Leben und Werk des Archäologen und Aufklärers Johann Joachim Winckelmann erinnert. 2016 musste das in die Jahre gekommene Exponat gesperrt werden, stand aber weiterhin zum Anschauen von Außen auf dem Gelände.

Kulturnachrichten hören

August 2020
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

"Dawn of the Dead" im KinoEingeweide, frisch serviert
Zombies stürmen durch eine Tür in Richtung Kamera und greifen scheinbar mit den Händen nach dem Betrachter (imago/Dawn Associates/AF Archive/Mary Evans)

"Dawn of the Dead" von 1978 ist einer der großen Horrorklassiker und jetzt wieder im Kino zu sehen. Jahrzehnte war es verboten, ihn zu zeigen. Warum der Zombiefilm nun genau zum richtigen Zeitpunkt kommt, erläutert unser Filmkritiker Rajko Burchardt.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur